Du sitzt vor dem Computer, starrst auf den leeren Newsletter-Editor und fragst dich: „Worüber soll ich denn schon wieder schreiben?“ Kennst du dieses Gefühl? Regelmäßig Newsletter schreiben, scheint für viele Selbstständige eine echte Herausforderung zu sein. Dabei ist der Newsletter eines der wirkungsvollsten Tools, um mit deiner Zielgruppe in Kontakt zu bleiben und kontinuierlich Mehrwert zu bieten.
Das Problem liegt oft nicht daran, dass dir die Themen fehlen. Es liegt daran, dass du keine Struktur und keinen Plan hast. In diesem Artikel teile ich 7 praxiserprobte Tipps mit dir, die dir dabei helfen, regelmäßig Newsletter zu schreiben – ohne dass es dir schwer fällt und ohne dass du jede Woche aufs Neue überlegen musst, was du schreibst.
Du erfährst, wie du mit einem klaren System kontinuierlich relevante und ansprechende Inhalte produzierst, die deine Leser wirklich interessieren. Das Beste daran: Newsletter schreiben wird zu einem Handwerk, das dir immer leichter von der Hand geht.
Ich selbst schreibe seit 5 Jahren jede Woche Newsletter, mit nur ganz wenigen Ausnahmen. Deshalb gebe ich dir in diesem Blogartikel meine besten Tipps mit, wie auch du es schaffen kannst, regelmäßig Newsletter zu schreiben.
Definiere klare Ziele für deinen Newsletter
Bevor du auch nur eine Zeile schreibst, solltest du dir unbedingt klarwerden, welche Ziele du mit deinem Newsletter verfolgst. Du kannst aus ganz unterschiedlichen Gründen einen Newsletter schreiben: Möchtest du über dein Thema informieren? Etwas Unterhaltsames schreiben? Oder möchtest du Produkte verkaufen – was für Selbstständige völlig normal ist, sonst wäre das Ganze ja ein Hobby.
Eine klare Zielsetzung bedeutet, dass du den Fokus behalten kannst, auch während du den Newsletter schreibst. Notiere dir gerne in deinem Redaktionsplan, welches Ziel du mit diesem wöchentlichen oder 14-tägigen Newsletter erreichen möchtest.
Der Hintergrund ist einfach: Wenn du einfach drauflos schreibst, kann es sein, dass du dich verhaspelst – je nachdem, wie viel oder wie wenig Übung du hast. Wenn du dir aber vor dem Schreiben überlegst, welches Ziel du erreichen möchtest, dann hast du so etwas wie einen Leitstern, einen Fokus, und das wird dir das Ganze sehr deutlich erleichtern.
Erstelle einen Redaktionsplan für mehr Struktur
Ich sage es ganz klar: Es ist nicht möglich, kontinuierlich, regelmäßig mehrwertigen Content zu liefern, wenn du keinen Redaktionsplan hast. Einfach weil dir die Übersicht fehlt. Ohne Redaktionsplan kommst du sehr schnell in die Reaktion und kannst nicht gut agieren, weil du einfach nicht weißt, welche Aufgaben auf deinem Plan stehen.
Wenn du keinen Redaktionsplan hast, fängt es schon damit an, dass du erst überlegen musst, worüber du denn schreiben möchtest. Dann gehst du in die Themenfindung, verdattelst dich während dieser Themenfindung, kommst von Hölzchen auf Stöckchen und machst dann alles – aber nicht Content produzieren.
Die Lösung ist einfach: Setze dich einmal hin und erstelle einen Redaktionsplan. Zum Beispiel alle drei Monate für das nächste Quartal. Dann gehst du raus und weißt, was du in den nächsten drei Monaten perspektivisch für Content veröffentlichst und in welchen Formaten.
Natürlich ist dieser Plan nicht in Stein gemeißelt – er ist abänderbar. Aber keinen Plan zu haben ist einfach suboptimal. Die Struktur, die dir ein Redaktionsplan gibt, ist der Schlüssel zur Regelmäßigkeit.
Nimm auch deinen Newsletter mit in den Redaktionsplan auf. Wenn du zum Beispiel jede Woche eine Podcast-Episode veröffentlichst, ist fast gesetzt, dass du in deinem Newsletter etwas zu dieser Episode schreibst. Du möchtest schließlich auch den Menschen, die deinen Podcast noch nicht abonniert haben, sagen: „Achtung, hier ist eine neue Podcast-Episode rausgekommen. Kostenloser Mehrwert für dich.“
Ja, ich weiß – das Thema „Zielgruppe“ ist ausgelutscht. Trotzdem ist es mega wichtig, dass du weißt, wer deine Zielgruppe ist. Noch besser ist es, wenn du dir einen Kunden-Avatar erstellst.
Warum ist das so? Je mehr du über deine Zielgruppe weißt oder über deinen Wunschkunden, desto besser und gezielter kannst du natürlich Inhalte gestalten. Und was ich noch viel wichtiger finde: Wenn du deinen Newsletter schreibst und versuchst, thematisch, inhaltlich und von der Tonalität her eine Vielzahl von Menschen anzusprechen, dann wirst du dich so schwertun.
Wenn du aber einen Newsletter schreibst für eine Person – nämlich für deinen Wunschkunden – und du möchtest genau diesem Wunschkunden erzählen, welche neuen Content-Inhalte es von dir gibt, was bei dir passiert ist, was sich in deinem Business tut, dann ist es so viel leichter, das einer Person zu erzählen, als zu versuchen, es einer Menge von Personen zu erzählen.
Wenn du deine Zielgruppe, deinen Kunden-Avatar genau kennst und ihre Bedürfnisse kennst, ihre Fragen, ihre Interessen, dann kannst du darauf im Newsletter direkt eingehen. Du kannst quasi so etwas sagen wie: „Wenn du mal XY möchtest…“ – weil du weißt, dass das eines der Interessen oder eines der Bedürfnisse deines Kunden-Avatars ist.
Das ist so wichtig, damit dein Gegenüber sich unbewusst denkt: „Ach, die kennt mich, die weiß genau, was ich brauche. Mega, hier lese ich weiter und von der kaufe ich etwas – im besten Fall.“
Nutze Storytelling authentisch (aber nicht krampfhaft)
Geschichten haben eine ganz einzigartige Kraft, Menschen zu fesseln. Wenn du eine Geschichte erzählst mit einem coolen Mehrwert – denk nur mal an Märchen –, dann kannst du dieses Storytelling im Newsletter auch integrieren, um eine persönliche Verbindung zur Community aufzubauen.
Wichtig ist nur, dass du das nicht auf Biegen und Brechen machst. Ich persönlich finde nichts schlimmer, als wenn ich bei den ersten drei Sätzen merke: „Oh mein Gott, da hat sich jemand eine Story an den Haaren herbeigezogen“, um auf sein Produkt oder sein Ziel des Newsletters hinzuarbeiten. Und es liest sich schon so abgehoben, dass ich weiß, dass es niemals so passiert ist, wie diese Person das gerade beschreibt. Das ist der worst case.
Wenn du das Gefühl hast, Storytelling kannst du nicht, dann schreibe etwas aus deinem Leben. Nichts anderes mache ich in meinem Newsletter. Ich baue diese Verbindung zu meiner Newsletter-Community auf, indem ich erzähle, was ich so getan habe in letzter Zeit, was mich beschäftigt hat. Da geht auch Privates: Wenn ich mal wieder nach Deutschland gefahren bin oder wenn ich hier wandern war, wenn ich etwas Schönes gesehen habe, etwas Interessantes erlebt habe, wenn in meinem Business vielleicht irgendetwas Besonderes passiert ist.
Da fällt dir sicherlich etwas ein, wovon du erzählen kannst, wo sich die Menschen wiedererkennen, wo die Menschen vielleicht auch einfach unterhalten sind. Dann nutze das zum Einstieg in den Newsletter und lass konstruiertes Storytelling einfach weg. Entweder es fällt dir etwas ein und du kannst ein schönes Storytelling als Einleitung machen – und wenn nicht, dann lass es einfach weg.
Vielfalt im Newsletter ist wichtig, aber ich möchte damit keinen Druck erzeugen. Vielfalt könnte man ja auch so verstehen, dass es immer mega abwechslungsreich sein muss und etwas ganz Neues. Das ist toll, wenn es so ist, aber du kannst auch schon das Newsletter-Tool benutzen, das dich dabei unterstützt.
Bei ActiveCampaign zum Beispiel oder auch bei Brevo (ehemals Sendinblue) hast du die Möglichkeit, Blöcke abzuspeichern. Ich zum Beispiel habe einen Modul oder Block, der heißt „Blogartikel“. Dann habe ich ein Modul, das heißt „Podcast-Episode“. Dann habe ich ein Modul für meine Quick-Tipps, ein Modul für Marketing-Tipps, ein Modul für Tipps aus meiner Business-Bubble.
So habe ich mir quasi für jeden Themenbereich – und da kommen auch immer wieder neue dazu – ein Modul abgespeichert. Dann kann ich meinen Newsletter mehr oder weniger zusammenwürfeln und dadurch abwechslungsreich und schön gestalten. Das Gute dabei ist: Wenn du das so machst mit diesen Modulen oder Themenblöcken, bist du auch sehr viel schneller, weil du die Gestaltung, also das Design des Newsletters, schon fertig hast.
Apropos Design des Newsletters: Viele sagen, je schlichter, desto besser. Ich persönlich bin aber so jemand, der nicht gerne völlig ungestaltete Newsletter liest. Ich mag das, wenn ein Header-Bild drin ist. Ich mag das auch, wenn die Links ein bisschen netter gestaltet sind oder als Button gestaltet sind. Mach es einfach so, wie es dir gefällt.
Wenn du einmal das Design angelegt hast, dann duplizierst du einfach diese Kampagne oder diesen Newsletter und nutzt dieses Design fürs nächste Mal wieder. Das heißt, das ist nichts, was du jede Woche wieder machen musst, sondern das machst du einmal – und gut ist.
Finde deinen festen Versandzeitpunkt
Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass du einen Versandzeitpunkt findest, der gut zu deiner Zielgruppe passt. Du brauchst zum Beispiel nicht deinen Newsletter Samstagvormittag verschicken, wenn du ausschließlich B2B arbeitest, also mit anderen Selbstständigen und Unternehmern. Denn ich hoffe, dass die nicht unbedingt samstags und sonntags arbeiten.
Deswegen verschicke ich meinen Newsletter am Donnerstag um 12:12 Uhr. Dann können die Leute sich am Donnerstagmittag oder Freitag durchlesen, und dann passt es auch. Wenn du aber zum Beispiel wie eine Kundin von mir Hundetrainerin bist und B2C arbeitest, also mit Endkunden, dann ergibt es durchaus Sinn, den Newsletter Freitagnachmittag zu verschicken. Da können dann die Leute am Freitag oder am Wochenende in den Newsletter reinschauen.
Wenn du diesen Versandzeitpunkt einmal gefunden hast und ihn eine ganze Weile durchziehst, dann ist dieser Versandzeitpunkt so eingebrannt – im positivsten Sinne –, dass du regelmäßig zu diesem Zeitpunkt Newsletter rausschickst. Da wird auch nicht geschoben und „mache ich mal später“ und „mache ich mal dann“, sondern der Newsletter geht raus.
Deswegen versende ich mindestens 50 Newsletter pro Jahr, weil ich mich einmal dazu entschlossen und mich damit committed habe, den Versandzeitpunkt festzulegen.
Falls du meinen Newsletter, die MarketingPost, noch nicht abonniert hast, kannst du das hier nachholen: MarketingPost abonnieren
Menschen mögen Routine. Mir ist es in diesem Jahr zweimal passiert, dass mein Newsletter nicht um 12:12 Uhr rausgegangen ist. Einmal, weil ich mich vertan habe und ihn um 9:09 Uhr rausgeschickt habe. Ich habe tatsächlich Zuschriften bekommen, und die Leute haben gesagt: „Ich habe mich erschrocken, ich dachte, es wäre schon Mittag, als dein Newsletter in meinem Postfach trudelte.“
Das heißt, die Leute sind es so gewöhnt – wenn du ihnen das anbietest und sie freuen sich darauf, dann werden sie darauf achten.
Zur Häufigkeit des Versandes: Ganz oft höre ich, dass Leute sagen: „Ja, ich will maximal einmal im Monat einen Newsletter verschicken, ich möchte ja auch niemanden nerven.“ Warum in aller Welt solltest du jemanden nerven, der von dir kostenfrei mehrwertige Inhalte in sein E-Mail-Postfach bekommt, die er entweder lesen und für sich nutzen oder einfach löschen kann?
Mir ist nicht klar, woher dieser Gedanke kommt, dass man Menschen mit Mehrwert nerven könnte. Wenn sich Menschen von deinem Thema oder deiner Art zu schreiben genervt fühlen, dann werden sie auch nicht deine Kunden werden. Dann ist es fein, wenn sie sich aus deinem Newsletter austragen.
Scheue dich bitte nicht, jede Woche, mindestens aber alle zwei Wochen einen Newsletter zu schreiben. Wenn du nur einmal im Monat schreibst und dann alle zwei oder drei Newsletter mal auf ein Angebot aufmerksam machst – dann möchtest du nur einmal im Quartal erzählen, was du anzubieten hast. Ist das nicht ein bisschen wenig?
Wenn du öfter Newsletter schreibst, dann ist das eine gute Möglichkeit, ganz viel Mehrwert zu bieten und dennoch in relativ hoher Frequenz auf deine Angebote aufmerksam zu machen. Es kommt immer nur auf den Mehrwert an, weil sich jeder Mensch unbewusst fragt: „What’s in it for me?“ Dein Newsletter-Leser soll wertvollen Input, Mehrwert und Tipps bekommen, und er soll natürlich auch erfahren, wenn er über den normalen kostenlosen Mehrwert hinaus bei dir etwas kaufen kann. Das ist vollkommen okay.
Aber bitte nicht einmal im Monat schreiben und dann demjenigen deine Produkte und Angebote um die Ohren hauen. Das ist für mich persönlich z.B. ein Abmeldegrund, weil mich das nervt.
Fordere zur Interaktion auf
Interaktivität im Newsletter ist super wichtig und eine ganz tolle Möglichkeit, dich mit deiner Community auszutauschen. Das schafft nicht nur Engagement, sondern gibt dir auch wertvolles Feedback.
Du kannst zum Beispiel die Leser dazu auffordern, Fragen zu stellen. Du kannst sie bitten, an Umfragen teilzunehmen oder auf sonstige Art und Weise ihre Meinung zu teilen. Menschen mögen es, ihre Meinung kundzutun – immer. Und wenn du sie dazu aufforderst, dann noch mal umso mehr.
Es ist auch eine gute Möglichkeit, sich einfach mit Menschen mal in einem Zoom-Call zu treffen und auszutauschen.
Viele sagen, man sollte in seinen Newslettern nicht mehr als einen Call-to-Action packen. Dann habe ich natürlich schon ein Problem. Denn wenn ich zum Beispiel auf meinen Content aufmerksam mache und im „schlimmsten“ Fall in einer Woche einen Blogartikel und eine Podcast-Episode veröffentlicht habe, dann gehen dafür ja schon zwei Call-to-Actions drauf. Und ich packe dann trotzdem noch einen dritten rein.
Ich bin da vollkommen unbedarft und höre total auf mein Bauchgefühl. Ich glaube, strikte Regeln bringen dich nicht weiter. Du musst für dich herausfinden, was der beste Weg ist und wie es sich für dich gut anfühlt.
Wenn du Content teilst, dann würde ich sagen, zählen diese Call-to-Actions – „hör dir meine Podcast-Episode an“ oder „lies dir meinen Blogartikel durch“ – nicht zu den Call-to-Actions, die du zählen solltest. Nur wenn sich jemand für ein Webinar anmelden soll oder etwas kaufen soll, dann wäre das ein Call-to-Action, den ich zählen würde. Aber auch das musst du für dich selbst herausfinden.
Newsletter schreiben ist ein Handwerk
Das Wichtigste zum Schluss: Newsletter schreiben ist ein Handwerk. Das heißt, je öfter du es machst, desto schneller wirst du und desto leichter geht es dir von der Hand.
Bitte scheue dich nicht, Newsletter zu schreiben – am besten wöchentlich, mindestens alle zwei Wochen. Experimentiere, lerne aus dem Feedback deiner Community und verbessere deinen Newsletter immer weiter.
Fazit
Regelmäßig Newsletter zu schreiben ist keine Kunst – es ist Handwerk. Mit den sieben Tipps aus diesem Artikel hast du eine klare Struktur, die dir dabei hilft, kontinuierlich wertvollen Content zu produzieren:
Definiere klare Ziele, erstelle einen Redaktionsplan, kenne deine Zielgruppe, nutze authentisches Storytelling, setze auf Vielfalt mit System, finde deinen festen Versandzeitpunkt und fordere zur Interaktion auf.
Das Geheimnis liegt in der Konsistenz und Qualität. Je öfter du schreibst, desto leichter wird es dir fallen. Deine Newsletter-Community wird es dir danken – mit Engagement, Vertrauen und letztendlich auch mit Aufträgen.
Also: Worauf wartest du noch? Fang heute an und schreibe regelmäßig Newsletter, die deine Leser wirklich weiterbringen. Und wenn du magst, dann schicke mir die Anmeldedaten zu deinem Newsletter, ich lese super gerne rein!
Podcast-Episode #062: So schreibst du regelmäßig Newsletter – 7 hilfreiche Tipps
FAQ
Wie oft sollte ich Newsletter versenden? Optimal ist wöchentlich, mindestens aber alle zwei Wochen. Viele scheuen sich vor zu häufigem Versand, aber solange du Mehrwert bietest, nervst du niemanden. Menschen, die sich genervt fühlen, wären sowieso keine Kunden geworden.
Was mache ich, wenn mir die Themen ausgehen? Das passiert nicht, wenn du einen Redaktionsplan hast. Plane deine Themen quartalsweise im Voraus. Orientiere dich an deinem sonstigen Content: Wenn du Blogartikel oder Podcast-Episoden veröffentlichst, hast du automatisch Newsletter-Inhalte. Schaue auch gerne nochmal hier zu Themenideen: Newsletter schreiben leicht gemacht: 9 Themen, die deine Zielgruppe lieben wird
Brauche ich ein aufwendiges Design? Nein, aber ein bisschen Gestaltung schadet nicht. Erstelle einmal ein Design mit Modulen für verschiedene Themen und dupliziere es dann. Das spart Zeit und sorgt für Wiedererkennungswert.
Wie finde ich den richtigen Versandzeitpunkt? Das hängt von deiner Zielgruppe ab: B2B funktioniert gut unter der Woche (z.B. Donnerstag mittags), B2C kann auch am Wochenende verschickt werden. Wichtig ist Konsistenz – halte den einmal gewählten Zeitpunkt ein.
Dieser Blogartikel basiert auf dem Transkript des Interviews mit Julia Zichner zur Podcast-Episode #156 des ALLES IM GRIFF im Online-Marketing-Podcasts zum Thema „Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“.
Warum Authentizität jetzt zählt (& Gastporträt)
Silke Schönweger: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von „Alles im Griff im Online-Marketing“. Heute freue ich mich sehr auf ein besonderes Interview – und zwar mit Julia Zichner, Gründerin von Fooducation, Ökotrophologin mit Fokus auf Ernährung & Leistung, ambitionierte Sportlerin und meine geschätzte Kundin aus der Beta-Runde. Unser Thema: „Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“. Warum Authentizität im Business und Marketing so essenziell ist – darum drehen sich unsere heutigen Einblicke.
Julia Zichner: Danke, liebe Silke. Es ist schön, heute über mein anderes Lieblingsthema zu sprechen – nämlich darüber, wie wir authentisch bleiben können in Business und Marketing.
Julia erzählt von ihrem Business – Sporternährung trifft Marketing
Silke: Du begleitest Profis und ambitionierte Sportler:innen dabei, mit Ernährung ihr Potenzial optimal zu nutzen. Magst du kurz erzählen, worin genau deine Arbeit besteht?
Julia: Sehr gerne. Ich habe Ökotrophologie in Fulda studiert – damals hieß das „Haushalts- und Ernährungswirtschaft“. Heute sage ich der Einfachheit halber oft einfach „Ernährungswissenschaftlerin“. Mein Fokus liegt auf der Verbindung Ernährung × Leistung: Was braucht der Körper wirklich, damit Ernährung, Regeneration und Training in der Praxis zusammenspielen?
Ich arbeite vor allem mit Ausdauersportler:innen – Radsport, Laufen, Triathlon – oft kombiniert mit Krafttraining. Dabei schaue ich mir nicht nur Ernährung, sondern auch Blutwerte, Diagnostik und Training im Gesamtzusammenhang an. Ernährung ist nur ein Teil des Puzzles.
Sichtbarkeit: Online vs. Offline & die richtigen Kanäle
Silke: Du bist sowohl online als auch offline sichtbar. Wie erlebst du das?
Julia: Offline nimmt man Gestik und Persönlichkeit noch stärker wahr – das hilft besonders im Erstkontakt, z. B. mit Jugendlichen am Olympiastützpunkt. Online ist es für Erwachsene aber genauso wirksam.
Silke: Und was ist mit Marketing-Kanalwahl?
Julia: Online ist effizient: Mit wenigen Klicks Reichweite erzeugen – allerdings nur, wenn die richtigen Leute erreicht werden. Ich schalte keine Ads. Meine Kanäle: Podcast, Newsletter, Instagram – Facebook läuft eher beiläufig. Wichtig: Weniger ist mehr. Alte Kanäle wie Xing oder Twitter habe ich konsequent gestrichen. Mein Fokus liegt darauf, wo ich sein will und was ich nachhaltig leisten kann.
„Weniger ist mehr. Alte Kanäle wie Xing oder Twitter habe ich konsequent gestrichen.“
Julia Zichner
Der eigene Weg statt Schablone: Angebote, Preise & Branchenrealität
Silke: Du hast gesagt: „Lass dir von Dritten keine ach so tolle Methode einreden…” – wie kam das?
Julia: Das kam aus der Erfahrung: Irgendwann drängt der Wunsch nach Umsatz und man wird empfänglich für „erprobte“ Hochpreis-Formeln. Ich habe mich mal gegen mein Bauchgefühl in ein Programm geklickt, das eher verkaufstechnisch als inhaltlich war – das fühlte sich nicht nach mir an und ich habe abgebrochen.
Ich habe daraus gelernt: Nicht jede Methode passt zu mir – wie bei Ernährung, die wir individuell gestalten.
Silke: Und heute: Angebotsformate und Preisgestaltung?
Julia: Ich arbeite vor allem 1:1, weil Ernährung sehr persönlich ist. Ergänzend biete ich auch Kurzcoachings (½–1 h) für akute Fragen – eine Lösung, die flexibel ist. Preismäßig taste ich mich langsam heran. In der Gesundheitsbranche sind Preise tendenziell geringer – viele orientieren sich an Physiotherapie-Stunden. Dennoch: Wert anerkennen und kalkulieren. Frauen sollten mutiger in der Preisgestaltung sein – auch das ist Teil der Reise.
Content-Strategie & Effizienz im Alltag
Silke: Wie gestaltest du deine Inhalte – Blog, Podcast, Newsletter – inhaltlich und effizient?
Julia: Meine Zielgruppe kennt sich oft schon aus. Meine Inhalte sollen Substanz bieten, aber nicht zur kostenlosen Weiterbildung werden. Zu viel allgemeiner Content macht keinen Unterschied – der wahre Transfer entsteht im 1:1. Daher: Qualität in Form und Menge halten, die ich regelmäßig liefern kann.
Das Thema Effizienz war mir besonders wichtig: Früher habe ich Ernährungsprotokolle langwierig in Software ausgewertet – mit fragwürdiger Genauigkeit. Heute arbeite ich mit App-Screenshots oder Tracking-Ergebnissen – die reichen für die wichtigsten Hebel wie Energiezufuhr und Makroverteilung. So bleibt mehr Zeit für Analyse, Interpretation und tatsächliche Veränderungen im Coaching.
Praktische Tipps für Selbständige, die authentisch sein wollen
Silke: Du hast super Praxis-Tipps – was würdest du jemandem sagen, der gerade nicht weiß, wie er authentisch weitergehen soll?
Auf die Intuition hören! Immer wenn ich mein Bauchgefühl ignorierte, wurde es unruhig. Wenn ich ihm folge – fühlt es sich stimmig an.
Aussortieren: Mach einen Schritt zurück, pausier das, was dich nervt, und schau: Vermisst du es?
Neu ausprobieren mit Bedacht: Externe Unterstützung ist toll, aber bitte maßgeschneidert. Kein One-size-fits-all.
Regelmäßige Bestandsaufnahme: Was bringt dir aktuell fachlich und auch finanziell etwas – was kannst du streichen?
Geduld: Erfolg entsteht über Jahre – nicht über Nacht. Kleine regelmäßige Schritte führen weiter.
„Immer wenn ich mein Bauchgefühl ignorierte, wurde es schwierig. Wenn ich ihm folgte, war es stimmig.“
Julia Zichner
Podcast-Episode #156: Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt
This or That – Die spontane Runde zum Schluss
Zum Abschluss: meine „This or That“-Runde – sechs schnelle Fragen:
Kaffee oder Tee? – Kaffee.
Meer oder Berge? – Beides, aber eher Meer.
Blog oder Podcast? – Podcast.
Hören oder Lesen? – Ich höre Podcasts und nutze YouTube; Blogs manchmal bei gezielter Suche.
Instagram oder LinkedIn? – Instagram.
Apple oder Windows? – Apple.
Nutella mit oder ohne Butter? – Kommt aufs Brot an: Wenn Butter nicht schmilzt – gern mit; sonst ohne. Grundsätzlich selten, aber im Hotel gern mal.
Abschlussgedanken & Kontakt
Julia hat eindrücklich gezeigt, dass authentisches Marketing nicht Selbstoptimierung, sondern Selbsterkenntnis ist – ein Weg, der Intuition, klare Entscheidungen und Zeit braucht. Wenn du dranbleiben willst, bleib bei dir.
Was ist die Hauptaussage? Authentisches Marketing heißt: Zeig deine Werte, deine Stimme und deine Haltung – nicht einfach nur was gerade Trend ist.
Warum ist das wichtig? Weil so Vertrauen entsteht – du ziehst die richtigen Menschen an und wirkst glaubwürdig und professionell.
Wie setzt man es um? Identifiziere deine Werte, wähle Kanäle, die zu dir passen, und kommuniziere klar und ehrlich – ohne Show, ohne Druck.
Du hast es sicher auch schon oft gehört: „Sei einfach du selbst, dann klappt das mit dem Marketing schon.“ Klingt gut – aber was bedeutet das eigentlich in der Praxis? Und wo verläuft die Grenze zwischen echtem Auftreten und strategischer Selbstdarstellung?
Gerade im Marketing-Bereich ist „Authentizität“ zum Buzzword geworden. Jeder spricht darüber, viele setzen es voraus – aber nur wenige erklären konkret, was wirklich dahintersteckt. Wenn du als selbstständige Unternehmerin sichtbar sein willst, ohne dich zu verbiegen, stehst du vielleicht genau an diesem Punkt: Du willst dich zeigen – aber bitte nicht aufgesetzt oder überinszeniert. Du willst Nähe schaffen – aber deine Privatsphäre wahren. Und vor allem willst du Marketing machen, das zu dir passt. Ohne Show. Ohne Stress. Und ohne Burnout.
In diesem Artikel erfährst du:
was Authentizität im Marketing nicht ist,
wie du herausfindest, was wirklich zu dir passt,
und warum Authentizität nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine bewusste Entscheidung ist.
Am Ende hast du nicht nur Klarheit darüber, wie du in deinem Marketing echt und professionell auftreten kannst – du wirst auch merken, wie entlastend es ist, nicht mehr allen Trends hinterherlaufen zu müssen.
Was Authentizität im Marketing nicht ist
Es gibt viele Missverständnisse rund um das Thema Authentizität – vor allem im Online-Marketing. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt: „Muss ich jetzt ständig persönliche Geschichten teilen, um echt zu wirken?“ Oder: „Bin ich nur dann authentisch, wenn ich alles ungefiltert zeige – auch das Chaos hinter den Kulissen?“
Lass uns direkt ein paar Mythen aus dem Weg räumen:
Authentizität ist kein Freibrief für Unprofessionalität
„Ich bin halt so“ ist keine Ausrede für schlampige Texte, unklare Angebote oder eine vernachlässigte Website. Authentisch zu sein bedeutet nicht, dass du keine Standards brauchst. Es geht nicht um Nachlässigkeit – sondern um Klarheit und Ehrlichkeit.
Du musst nicht ständig sichtbar sein
Nur weil andere täglich posten oder in Storys präsent sind, heißt das nicht, dass du es genauso machen musst. Sichtbarkeit ist kein Dauerlauf. Authentisch zu sein bedeutet auch, auf deine Energie zu achten und deine Kanäle bewusst zu wählen.
„Perfekt unperfekt“ ist auch nur eine Inszenierung
Das trendige „Ich zeig mich jetzt ungeschminkt und mit Kaffeefleck auf dem Pulli“-Marketing wirkt nur dann echt, wenn es wirklich deinem Wesen entspricht. Wenn es aber nur ein neues „So-muss-man-heute-sein“-Ideal erfüllt, ist es genauso unauthentisch wie Hochglanz-Perfektion.
Du musst kein Drama teilen, um Nähe zu schaffen
Manche glauben, sie müssten schmerzhafte Geschichten oder private Tiefpunkte preisgeben, um als nahbar zu gelten. Doch du entscheidest, was du teilst. Echtheit zeigt sich nicht in der Tiefe deiner Offenbarung, sondern in der Stimmigkeit deiner Kommunikation.
Kurz gesagt: Authentizität heißt nicht „alles zeigen“ – sondern das Richtige zeigen. Was du nach außen gibst, sollte zu dir passen. Und vor allem: zu deiner Haltung, deinem Tempo und deinen Kundinnen.
Was echte Authentizität im Marketing bedeutet
Wenn wir all die Missverständnisse zur Seite legen – was bleibt dann eigentlich übrig? Was ist echte Authentizität im Marketing?
Es geht nicht darum, alles preiszugeben oder ständig präsent zu sein. Sondern darum, dich selbst, deine Werte und deine Art des Arbeitens klar zu kommunizieren – und zwar so, dass es sich für dich richtig anfühlt. Nicht für den Algorithmus. Nicht für die Konkurrenz. Sondern für dich und die Menschen, die du erreichen willst.
Echt ist, wenn es zu dir passt
Authentizität beginnt bei dir. Bei deinen Werten, deinen Stärken, deiner Persönlichkeit. Wenn du ein ruhiger Mensch bist, musst du nicht plötzlich laut auftreten. Wenn du tiefgründig arbeitest, brauchst du keine oberflächlichen Tipps posten. Deine Kommunikation darf so sein wie du: klar, leise, bunt, strukturiert – was immer dich ausmacht.
Ehrliche Kommunikation – ohne Show
Du musst niemandem etwas beweisen. Authentisch zu kommunizieren heißt nicht, dich zu inszenieren, sondern deine Haltung zu zeigen. Deine Themen. Deine Sicht auf die Dinge. Ohne Druck, aber mit Haltung.
Langfristig denken statt kurzfristig performen
Authentisches Marketing ist kein Sprint. Es geht nicht um virale Posts oder kurzfristige Aufmerksamkeit. Sondern darum, über Zeit Vertrauen aufzubauen. Wiedererkannt zu werden. Und Menschen anzuziehen, die wirklich zu dir passen.
Authentizität wirkt wie ein Filter
Wenn du dich zeigst, wie du bist, ziehst du die richtigen Menschen an – und schreckt andere ab. Und das ist gut so! Denn echtes Marketing ist kein Casting für Massen, sondern eine Einladung an die, mit denen du wirklich arbeiten willst.
Authentizität ist nicht die Kür, sondern die Basis für alles, was du im Marketing tust. Wenn du bei dir bleibst, musst du dich nie verstellen – und das ist nicht nur befreiend, sondern auch wirksam.
Der Weg zur eigenen Marketingstimme
Vielleicht spürst du: Ja, ich will mich authentisch zeigen. Aber wie finde ich heraus, was wirklich zu mir passt? Authentizität fällt nicht vom Himmel – sie entsteht, wenn du dir selbst auf die Spur kommst. Und wenn du den Mut hast, genau so zu kommunizieren, wie es deiner Persönlichkeit entspricht.
Hier ein kleiner Fahrplan, wie du deine Marketingstimme finden kannst – und zwar ohne dich zu verbiegen:
Werte und Stärken identifizieren
Wofür stehst du? Was ist dir im Kontakt mit deinen Kundinnen wichtig? Und welche Eigenschaften machen dich in deiner Arbeit aus? Wenn du deine Werte und Stärken kennst, wird es viel leichter, klare Botschaften zu formulieren – und dich mit diesen wohlzufühlen.
Fragen, die dir helfen können:
Was bringe ich mit, das meine Kundinnen schätzen?
Welche Prinzipien gelten für mich – auch dann, wenn’s schwierig wird?
Die passenden Kanäle wählen
Nicht jeder Kanal passt zu jedem Menschen. Du musst nicht auf TikTok tanzen oder jeden Tag Storys machen, wenn du dich dort nicht wohlfühlst. Wähle Kommunikationsformen, die zu deiner Energie und deinem Arbeitsalltag passen. Weniger ist oft mehr – solange es dein Medium ist.
Erfahrungen und Expertise ehrlich teilen
Du musst nicht alles wissen oder perfekt sein. Aber du darfst zeigen, was du gelernt hast – und wie du arbeitest. Teile Geschichten aus deinem Alltag, Einsichten aus deiner Praxis, kleine Aha-Momente. Das schafft Nähe und zeigt: Du weißt, wovon du sprichst.
Grenzen setzen – und klar kommunizieren
Du musst nicht alles mit der Welt teilen. Du darfst entscheiden, wo deine Grenze zwischen „persönlich“ und „privat“ verläuft. Authentisch sein heißt nicht, transparent bis zur Schmerzgrenze zu sein. Es heißt: Du bestimmst, wie viel du teilst – und auf welche Weise.
Kurz gesagt: Deine Marketingstimme ist nichts, was du erfinden musst. Sie ist schon da – du darfst sie nur freilegen. Und dann Schritt für Schritt lernen, ihr Raum zu geben.
Praktische Tipps für mehr Authentizität im Marketing
Jetzt, wo du weißt, was Authentizität bedeutet – und was nicht –, fragst du dich vielleicht: Wie setze ich das konkret um? Wie kann mein Marketing sich nach mir anfühlen – und nicht nach einem aufgesetzten „So-macht-man-das“-Baukasten?
Hier kommen ein paar erprobte, alltagstaugliche Tipps, mit denen du deiner echten Stimme im Marketing mehr Raum geben kannst:
Schreib, wie du sprichst
Klingt banal, ist aber wirkungsvoll. Stell dir beim Schreiben vor, du würdest deiner Lieblingskundin eine Sprachnachricht schicken. Weg mit dem Fachjargon, her mit deiner Sprache. Klar. Warm. Auf den Punkt.
Teile deine Warum-Geschichte
Warum machst du, was du machst? Was treibt dich an? Deine Beweggründe sind nicht nur inspirierend – sie machen dich nahbar. Und sie schaffen Verbindung, die über reine Information hinausgeht.
Zeig Einblicke in deinen Arbeitsalltag – wie er wirklich ist
Kein Hochglanz nötig. Zeig, wie du arbeitest, was du vorbereitest, woran du gerade tüftelst. Es geht nicht um Inszenierung, sondern um Einblicke, die Vertrauen schaffen. Das dürfen auch kleine, scheinbar unspektakuläre Momente sein.
Sprich über deine Learnings – ohne Drama
Du musst keine tiefen Krisen auspacken, um authentisch zu wirken. Es reicht, wenn du teilst, was du gelernt hast – auch aus Dingen, die nicht optimal gelaufen sind. Lernprozesse zeigen Entwicklung. Und genau die macht dich greifbar.
Authentisches Marketing lebt von Echtheit in der Sprache, Klarheit im Warum und Nähe durch Alltag. Es geht nicht um mehr Content, sondern um echten Content.
Authentisch sein – und dabei professionell bleiben
Vielleicht spürst du an dieser Stelle: Ich will echt auftreten, aber trotzdem seriös wirken. Ich will nicht beliebig sein – sondern klar, zuverlässig, professionell. Und genau das ist möglich.
Denn Authentizität und Professionalität schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Sie ergänzen sich hervorragend – wenn du bewusst mit beiden umgehst.
Was du besser nicht teilst
Nur weil andere alles zeigen, musst du es nicht auch tun. Es gibt Themen, die gehören in deine privaten Räume – nicht ins Netz. Frag dich bei jedem Post: Dient das meinem Business? Stärkt es meine Botschaft? Oder ist es einfach nur spontan rausgehauen? Authentisch heißt auch: bewusst wählen.
Du musst nicht allen gefallen
Wenn du versuchst, es allen recht zu machen, wirst du irgendwann unklar. Und das wirkt weder echt noch professionell. Steh zu deiner Haltung – auch wenn nicht jeder sie teilt. Die richtigen Menschen werden genau deshalb bleiben.
Mach dir klar: Authentizität im Marketing ist eine Entscheidung
Echt zu sein im Marketing heißt nicht, sich treiben zu lassen. Es ist ein aktiver Prozess. Du entscheidest, wie du dich zeigen willst. Was du teilst. Und worauf du verzichtest. Diese Klarheit wirkt – und macht dich zur verlässlichen Ansprechpartnerin für deine Zielgruppe.
Fazit: Authentizität ist kein Trend – sie ist dein Fundament
Authentizität im Marketing ist weit mehr als ein Buzzword. Es ist keine Masche, kein Stilmittel, kein kurzfristiger Hype – sondern eine bewusste Entscheidung, wie du dein Business nach außen trägst.
Wenn du ehrlich kommunizierst, deine Stärken kennst und deine Werte sichtbar machst, ziehst du automatisch die richtigen Menschen an. Und genauso wichtig: Du schreckt die falschen ab – ganz ohne Drama, ganz ohne Verkaufsdruck.
Marketing darf sich gut anfühlen. Es darf leicht gehen. Es darf deins sein – mit deiner Sprache, deinem Rhythmus, deiner Haltung. Und genau das macht dich glaubwürdig, verbindlich und professionell.
Die wichtigste Erkenntnis? Du musst nicht lauter, perfekter oder präsenter sein – du darfst einfach du selbst sein. Das ist nicht nur genug. Es ist genau das, was deine Wunschkundinnen sehen wollen.
Dein Marketing darf echt sein – und leicht. Im „Alles im Griff“-Mentoring entwickeln wir gemeinsam deinen authentischen Marketing-Fahrplan – klar, machbar und ganz auf dich abgestimmt. Du bekommst exklusive 1:1 Begleitung über 6 Monate, keine Gruppenformate, kein Schema F. Hier findest du alle Informationen: Alles im Griff Marketing Mentoring
FAQ: Authentizität im Marketing
Muss ich mein ganzes Leben teilen, um authentisch zu sein?
Nein. Authentizität bedeutet nicht, dass du alles preisgeben musst. Du entscheidest, was du teilst – und was nicht. Wichtig ist nur, dass das, was du teilst, stimmig ist und zu dir passt.
Wie finde ich meine authentische Marketingstimme?
Indem du dich mit deinen Werten, Stärken und Vorlieben beschäftigst – und dir erlaubst, so zu kommunizieren, wie es sich für dich gut anfühlt. Deine Stimme ist schon da. Du darfst sie nur freilegen.
Ist es unprofessionell, über Fehler zu sprechen?
Nein, solange du ehrlich bleibst und daraus ein Learning machst. Fehler zeigen, dass du menschlich bist – und machen dich greifbar. Entscheidend ist wie du darüber sprichst, nicht dass du es tust.
Wie schütze ich meine Energie, ohne unehrlich zu wirken?
Wähle deine Kanäle bewusst. Du musst nicht überall sein. Es reicht, wenn du dort sichtbar bist, wo du dich wohlfühlst. Und wenn du deine Kommunikation klar strukturierst, kannst du gleichzeitig ehrlich und energieeffizient arbeiten.
Podcast-Episode #155: Wie du authentisch bleibst, ohne dich zu verbiegen
Du kennst das bestimmt: Überall liest du, was du unbedingt tun musst, um online sichtbar zu sein. Instagram, Reels, Newsletter, SEO, Webinare – alles scheint wichtig. Und trotzdem bringt es nicht die gewünschten Ergebnisse. Statt Klarheit im Online-Marketing herrscht Chaos. Statt Kundinnen, die deine Angebote begeistert kaufen, herrscht Frust.
Gerade wenn du dein Online-Business mit Herzblut führst und gleichzeitig Familie, Haushalt und vielleicht noch einen Nebenjob jonglierst, kann sich Marketing schnell wie ein undurchdringlicher Dschungel anfühlen. Du hast das Gefühl, ständig „dran“ zu sein und doch nie wirklich anzukommen.
In diesem Artikel zeige ich dir, warum es im Online-Marketing nicht darum geht, mehr zu machen, sondern das Richtige. Und zwar ausgehend davon, was das Richtige für dich ist. Ich zeige dir meine bewährte 4-Schritte-Methode, mit der du wieder Überblick gewinnst, kluge Entscheidungen triffst und dein Marketing klar und entspannt aufstellst.
Denn Klarheit ist der erste Schritt zu Leichtigkeit und zu echten Ergebnissen, die dir mehr Interessentinnen und damit potenzielle Kundinnen und Umsatz bringen.
Warum so viele Marketingmaßnahmen nicht zu mehr Kunden führen
Vielleicht hast du es auch schon erlebt: Du probierst dies, testest das, folgst dem nächsten Tipp eines Marketing-Gurus – und am Ende bleibt der gewünschte Umsatz trotzdem aus. Du investierst Zeit und Energie, aber es zahlt sich nicht aus.
Der Grund ist einfach. Viele Selbständige reagieren im Marketing nur noch. Sie veröffentlichen, weil sie denken, dass sie es müssen. Sie posten auf Instagram, weil „man das eben so macht“. Es gibt keine klare Linie, kein Ziel, das wirklich zu ihrer eigenen Vision passt.
Marketing fühlt sich dann schnell wie ein weiteres To-do an. Doch statt mehr Sichtbarkeit und Kundschaft bringt es vor allem Erschöpfung. Und genau das führt in die falsche Richtung: weg von echtem Umsatzwachstum.
Denn Umsatz entsteht nicht durch Aktionismus. Er entsteht, wenn deine Maßnahmen strategisch ausgerichtet sind. Wenn du weißt, wen du erreichen willst. Wenn du gezielt die Menschen ansprichst, die deine Angebote wirklich brauchen. Und wenn du dich auf genau die Plattformen und Formate konzentrierst, die dir etwas bringen.
Marketing darf dir Spaß machen. Aber es muss in erster Linie dafür sorgen, dass du gebucht wirst.
Klarheit finden: Die 4-Schritte-Methode
Wenn du wissen willst, welche Marketingmaßnahmen sich für dich lohnen und welche du dir sparen kannst, brauchst du einen klaren Fahrplan. Keine allgemeingültige Anleitung, sondern eine Methode, die zu dir, deinem Angebot und deinem Alltag passt.
Im „Alles-im-Griff“-Programm habe ich genau dafür eine einfache 4-Schritte-Methode entwickelt. Sie hilft dir, gezielt herauszufinden, wo du gerade stehst, wo du hinwillst und wie du dein Marketing so aufstellst, dass es Umsatz bringt – ohne dich zu überfordern.
Die vier Schritte lauten:
Ehrliche Bestandsaufnahme
Dein Wunschbusiness definieren
Abgleich von Ist und Soll
Mut zur Priorisierung
Jeder Schritt bringt dich einen großen Schritt näher zu mehr Klarheit, mehr Struktur und vor allem zu einem Marketing, das wirkt. Und genau darum geht es: Du willst gebucht werden. Du willst regelmäßig Kunden gewinnen, die zu dir passen. Und du willst das auf eine Weise tun, die sich für dich gut anfühlt.
Diese Methode ist ein zentraler Bestandteil meines Programms „Alles im Griff“ – einer begleiteten 6-Monats-Reise, in der wir dein Business sortieren, dein Marketing fokussieren und gemeinsam Klarheit schaffen. Wenn du den Wunsch hast, nicht mehr alles allein stemmen zu müssen und dir eine strukturierte Umsetzung wünschst, findest du hier alle Infos zur Warteliste.
Im nächsten Abschnitt starten wir mit Schritt 1 – und schauen uns an, wie du mit einer ehrlichen Analyse deiner aktuellen Aktivitäten den Grundstein für ein wirkungsvolles Marketing legst.
Schritt 1: Ehrliche Bestandsaufnahme
Bevor du dein Marketing neu ausrichtest, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf das, was gerade da ist. Viele meiner Kundinnen sind überrascht, wie viel sie schon tun – und wie wenig davon tatsächlich wirkt.
Deshalb geht es im ersten Schritt darum, deine aktuellen Maßnahmen bewusst zu analysieren:
Was machst du im Moment alles in deinem Marketing?
Wieviel Zeit und Energie investierst du?
Was davon macht dir Freude?
Und ganz wichtig: Welche dieser Aktivitäten bringen dir wirklich Anfragen oder Buchungen?
Diese Fragen führen oft zu ernüchternden, aber klärenden Erkenntnissen. Vielleicht fällt dir auf, dass du jede Woche stundenlang Content für Instagram produzierst, aber keine einzige Kundin darüber kommt. Oder dass du einen Blog gestartet hast, den niemand liest, weil du ihn nie beworben hast.
Es geht hier nicht darum, dich zu kritisieren. Sondern darum, ein klares Bild zu bekommen. Denn Klarheit entsteht nicht aus dem Bauchgefühl, sondern aus Zahlen, Fakten und ehrlichen Beobachtungen.
Diese Bestandsaufnahme ist die Grundlage für alles Weitere. Sie zeigt dir, wo du unnötig Energie verlierst und wo echtes Potenzial schlummert. Nur wenn du weißt, was funktioniert und was nicht, kannst du gezielt entscheiden, was bleiben darf und was gehen kann.
Schritt 2: Das eigene Wunschbusiness definieren
Marketing kann erst dann wirklich funktionieren, wenn es zu deinem Leben passt. Deshalb ist der zweite Schritt der Blick nach vorn. Weg von dem, was „man“ tun sollte – hin zu dem, was du wirklich willst.
Stell dir dein Wunschbusiness in drei bis fünf Jahren vor. Wie sieht dein Alltag aus? Mit welchen Kundinnen arbeitest du? Wie viel Zeit möchtest du für Marketing aufwenden? Welche Formate machen dir Spaß? Welche Struktur unterstützt dich dabei, regelmäßig sichtbar zu sein?
Diese Fragen helfen dir, ein klares Bild zu entwickeln:
Möchtest du vor allem eins-zu-eins arbeiten oder lieber Gruppenangebote leiten?
Liebst du es zu schreiben, oder fühlst du dich in Videos wohler?
Willst du täglich auf Social Media aktiv sein – oder lieber einmal pro Woche einen durchdachten Newsletter verschicken?
Dein Business darf sich nach dir richten. Gerade wenn du viele Rollen in deinem Leben vereinst, ist es wichtig, dass dein Marketing dich unterstützt – statt dich zusätzlich zu stressen.
Auch die Frage nach deinen Wunschkundinnen spielt hier eine zentrale Rolle. Denn nur wenn du weißt, wen du ansprechen willst, kannst du die passenden Inhalte dafür entwickeln. Und das wiederum führt zu mehr Relevanz, mehr Resonanz – und mehr Umsatz.
Viele meiner Teilnehmerinnen haben in diesem Schritt zum ersten Mal ganz bewusst ihre berufliche Vision formuliert. Das hat nicht nur neue Klarheit gebracht, sondern auch Motivation. Denn wenn du weißt, wofür du das alles machst, fällt es leichter, dranzubleiben.
Schritt 3: Abgleich von Ist und Soll
Jetzt wird es konkret. Du hast dir angeschaut, was du aktuell machst – und du weißt, wie dein Wunschbusiness aussehen soll. Der nächste Schritt besteht darin, beides miteinander abzugleichen.
Welche deiner aktuellen Marketingaktivitäten bringen dich wirklich näher an dein Ziel? Und welche sind eher Gewohnheit, Pflichtgefühl oder die Folge von „Das muss man eben machen“?
In dieser Phase darfst du ehrlich und mutig sein. Wenn du zum Beispiel festgestellt hast, dass du jede Woche Zeit auf einer Plattform verbringst, die weder zu deinen Wunschkundinnen noch zu deinem Contentformat passt, ist es an der Zeit, etwas zu ändern.
Denn: Nur weil du irgendwo bist, heißt das nicht, dass du dort auch wirksam bist.
Das gilt auch für Formate, Tools oder Trends. Reels, Podcasts, Webinare – sie können funktionieren, müssen es aber nicht. Entscheidend ist, dass sie zu deinem Ziel passen. Dass sie dich dabei unterstützen, mit deinen Wunschkundinnen in Kontakt zu kommen und dein Angebot sichtbar zu machen.
Diese Phase ist oft ein Aha-Moment. Viele merken erst jetzt, wie viel Energie sie in Maßnahmen stecken, die keinen echten Beitrag zum Umsatz leisten. Und wie wenig Zeit für die Dinge bleibt, die wirklich Potenzial haben.
Je klarer du den Unterschied zwischen „beschäftigt sein“ und „wirklich vorankommen“ erkennst, desto besser kannst du dein Marketing neu ausrichten.
Schritt 4: Mut zur Priorisierung
Jetzt kommt der entscheidende Schritt. Du hast Klarheit darüber, was du gerade tust, was du willst und was wirklich funktioniert. Nun geht es darum, Prioritäten zu setzen.
Und das bedeutet: Weniger machen – dafür gezielter.
Viele meiner Kundinnen haben anfangs Sorge, etwas zu „verpassen“, wenn sie bestimmte Kanäle oder Maßnahmen streichen. Doch in Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Wer seine Energie bündelt, erzielt messbar bessere Ergebnisse. Denn Sichtbarkeit entsteht nicht durch Präsenz an allen Fronten, sondern durch Relevanz an den richtigen Stellen.
Ein Bild, das ich gerne verwende, ist das des Gartenschlauchs. Wenn du das Wasser breit verteilst, kommt kaum Druck an. Wenn du den Strahl fokussierst, kannst du mit wenig mehr erreichen.
Das heißt konkret: Du brauchst keine sieben Plattformen. Du brauchst einen gut durchdachten Content-Kanal, auf dem du deine Expertise zeigst, und ein bis zwei Wege, um ihn zu verbreiten. Zum Beispiel:
Ein Blog oder Podcast als Hauptkanal
Ein Newsletter, der deine Inhalte direkt zu deinen Wunschkundinnen bringt
Und ergänzend ein Social-Media-Kanal, der zu dir und deiner Zielgruppe passt
Wenn du dich traust, klare Entscheidungen zu treffen, spürst du sehr schnell die Wirkung: Du wirst schneller, zielgerichteter und wirkungsvoller. Und dein Marketing macht wieder Sinn – weil es dir nicht nur Sichtbarkeit bringt, sondern tatsächlich neue Kundinnen.
Klarheit bringt Ergebnisse – und auch Leichtigkeit
Viele selbständige Frauen, die mit mir gearbeitet haben, sagen im Rückblick: „Ich hätte nicht gedacht, dass weniger tun mehr bringt.“ Doch genau das ist die Erfahrung, die Klarheit im Online-Marketing ermöglicht.
Wenn du weißt, was du tust – und warum –, wird aus Marketing ein wirksames Werkzeug. Du kommunizierst gezielter. Du erreichst die richtigen Menschen. Du gewinnst Kundinnen, die wirklich zu dir passen. Und dein Umsatz wächst, weil dein Angebot sichtbar wird.
Die Leichtigkeit kommt dann ganz von allein. Nicht, weil plötzlich alles mühelos ist. Sondern weil du keine Energie mehr auf Dinge verschwendest, die ins Leere laufen. Weil du mit einem klaren Plan arbeitest, statt dich durch ein Wirrwarr an Möglichkeiten zu kämpfen.
Und weil du wieder Zeit und Raum für das hast, was dir wirklich wichtig ist – ob das kreative Arbeit ist, Familie, Ruhe oder Weiterentwicklung.
Klarheit schafft Fokus. Fokus bringt Wirkung. Und Wirkung zahlt sich aus.
Mini-Übung: Drei Fragen für sofortige Klarheit
Diese kleine Reflexion kann dir in wenigen Minuten zeigen, wo du gerade stehst – und was als Nächstes sinnvoll ist. Nimm dir einen ruhigen Moment und beantworte die folgenden Fragen schriftlich:
Welche Marketingmaßnahme hat mir in den letzten drei Monaten tatsächlich Kundinnen gebracht? Wenn dir keine einfällt, ist das ein wertvoller Hinweis.
Was in meinem Marketing mache ich nur, weil ich denke, dass ich es „muss“? Alles, was du nur tust, weil es andere tun oder weil es irgendwo empfohlen wurde, darf auf den Prüfstand.
Womit möchte ich in Zukunft regelmäßig sichtbar sein – weil es zu mir und meinem Wunschbusiness passt? Die Antwort auf diese Frage ist dein Kompass für die nächsten Schritte.
Diese Mini-Übung ersetzt keine umfassende Strategie. Aber sie bringt dich ins Nachdenken. Und oft auch ins Handeln. Denn Klarheit beginnt mit dem ersten ehrlichen Blick.
Fazit: Nicht mehr tun – sondern das Richtige
Online-Marketing darf dir Kunden bringen. Es darf dir helfen, sichtbar zu sein und Umsatz zu machen – auf eine Weise, die zu dir passt. Dafür brauchst du keine endlose Liste an To-dos, sondern einen klaren Fokus.
Und triff mutige Entscheidungen für das, was zählt.
Klarheit ist keine theoretische Idee, sondern eine ganz praktische Entscheidung. Sie verändert, wie du arbeitest. Wie du wahrgenommen wirst. Und wie du Ergebnisse erzielst.
Es geht nicht darum, perfekt zu sein oder alles zu machen. Es geht darum, das Richtige zu tun. Für dich. Für deine Kundinnen. Und für den Erfolg deines Business.
FAQ – Häufige Fragen zur Klarheit im Online-Marketing
Was ist, wenn ich „sichtbar sein“ trotzdem unangenehm finde? Dann ist es besonders wichtig, den richtigen Kanal und das passende Format für dich zu finden. Sichtbarkeit bedeutet nicht, dich zu verbiegen. Du darfst Marketing so gestalten, dass es sich stimmig anfühlt – zum Beispiel über Schreiben statt Video, über persönliche Empfehlungen statt tägliche Reels. Wichtig ist, dass du dich überhaupt zeigst – auf deine Weise.
Wie finde ich heraus, wo meine Wunschkundinnen wirklich sind? Beobachte, woher bisherige Kundinnen kamen. Frage aktiv nach, wie sie auf dich aufmerksam wurden. Teste gezielt Kanäle und analysiere die Rückmeldungen. Und: Sei offen für Veränderungen. Manchmal ist nicht der lauteste Kanal der wirkungsvollste, sondern der, der zu dir und deinen Wunschkundinnen am besten passt.
Kann ich mein Marketing auch alleine strukturieren? Ja, das ist möglich – vor allem mit einer klaren Methode wie der 4-Schritte-Analyse. Viele meiner Kundinnen setzen das Gelernte eigenständig um. Gleichzeitig kann es hilfreich sein, sich begleiten zu lassen, um blinde Flecken zu erkennen und Entscheidungen schneller zu treffen. Du musst es nicht alleine schaffen, darfst aber.
In dieser Episode meines Podcasts „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing“ spreche ich mit Lisa Bendixen über die Erstellung erfolgreicher Onlinekurse. Lisa ist Expertin für die Entwicklung von Onlinekursen und digitalen Produkten und unterstützt Unternehmerinnen dabei, ihre Wissensvermittlung optimal zu gestalten. Hierfür nutzt sie vor allem die Onlinekurs-Plattform ablefy. Im Interview teilt Lisa wertvolle Einblicke zur erfolgreichen Kurserstellung – von der durchdachten Struktur mit effektivem On- und Offboarding über die richtige Plattformwahl bis hin zu bewährten Strategien für die Teilnehmermotivation, die deinen Kurs vom unbeachteten Datengrab zum interaktiven Lernerlebnis machen.
Der Weg in die Selbstständigkeit
Ich: Lisa, du bist als VA in die Selbstständigkeit gestartet. Magst du uns erzählen, wie dein Weg aussah?
Lisa: Mein letztes Anstellungsverhältnis war bei einem Wohlfahrtsverband. Ich bin gelernte Bürokauffrau und habe viele Jahre im Bereich der Fortbildungsorganisation für pädagogische Fachkräfte gearbeitet. Die letzten zwei Jahre hatte ich dort eine Stelle als Koordinatorin im Fördermittelmanagement für soziale Projekte.
Es herrschte ein wahnsinniger Druck – immer dieses „Du musst mehr schaffen, wir müssen Stellen reduzieren“. Die Stelle war eigentlich für 1,5 bis 2 Vollzeitstellen ausgelegt, und ich hatte nur 23 Stunden. Da ich schon meine Tochter hatte, war es immer zu viel, immer zu krass. Irgendwann wollte ich diesen Stress einfach nicht mehr.
Ich begann, mich auf Instagram zu bewegen und hatte ein Jahr zuvor einen Social Media Management Kurs bei der IHK gemacht. So kam ich in diese Online-Bubble. Dann habe ich mich mit dem Thema beschäftigt: Welche Möglichkeiten gibt es? Was kann ich noch machen? Welche Fähigkeiten habe ich?
Eine Bekannte sagte dann zu mir: „Werde doch Virtual Assistentin!“ Ich wusste nicht, was das ist, und war erst total skeptisch. Als ich anfing zu recherchieren, fand ich das interessant und meldete mich zu einer Workshop-Woche im Januar an. Nach dem dritten Tag habe ich meinen Laptop zugemacht, wieder aufgemacht und meine Kündigung geschrieben. Ich hatte noch ein halbes Jahr Kündigungsfrist und habe die Zeit genutzt, um mich weiterzubilden und zu vernetzen.
Ich: Das ist super spannend, weil unsere Geschichten sich sehr ähneln.
Lisa: Ich kann jetzt sagen, dass es nicht immer alles einfach ist. Ich bin gerade frisch geschieden, und da verändert sich die finanzielle Situation natürlich sehr. Das war ursprünglich als zusätzliches „Mama-Gehalt“ gedacht, und jetzt bin ich als Mutter alleine. Aber ich möchte meine Selbstständigkeit auf jeden Fall weiterführen. Ich habe mich in den letzten Wochen nach Jobs umgesehen, aber nein, das ist nichts für mich.
Vom der VA zur Onlinekurs-Expertin
Ich: Wie bist du denn tatsächlich zu dieser Dienstleistung Onlinekurse gekommen?
Lisa: Von der gleichen Anbieterin meiner VA-Weiterbildung gab es damals einen Kurs für Onlinekurs-Erstellung mit Elopage (heute ablefy). Das fand ich interessant, weil mich das Thema Fortbildung und Weiterbildung schon vorher total interessiert hatte.
Ich dachte erst, ich mache einfach Social Media Management, was viele VAs machen, oder Backoffice, weil ich Bürokauffrau bin. Aber wir haben immer wieder gehört: „Positioniert euch nischig, nischig, nischig!“ Ich dachte: Wie viele machen Backoffice, wie viele machen Social Media, und wie viele machen Onlinekurs-Erstellung? Bei der Onlinekurs-Erstellung war noch nicht so viel vertreten.
Ich habe dann diesen Kurs gebucht und parallel schon eine Testkundin gehabt. Das war perfekt, denn sie hat mir alles in einem Trello Board vorbereitet. Ich hatte auf der einen Seite den Kurs und auf der anderen Seite ihr Projekt und konnte direkt praktisch arbeiten. Danach hatte ich direkt eine weitere Kundin mit mehreren Produkten, sodass ich durchgehend praktisch umsetzen konnte.
Ich habe auch parallel ein Gründungscoaching gemacht und einen Businessplan geschrieben. Der Businessplan ist heute nicht mehr ganz aktuell, aber sich einmal so intensiv mit dem eigenen Business zu beschäftigen, war sehr wertvoll.
Was macht einen guten Onlinekurs aus?
Ich: Die Entwicklung eines Onlinekurses von der Idee bis zur Umsetzung ist ja ein Riesenprojekt. Welche Schritte sind aus deiner Sicht besonders wichtig?
Lisa: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele aus der Coaching-Szene kommen und sagen: „Ich habe ein gut funktionierendes 1:1-Coaching und ein Video davon aufgenommen, das sind so anderthalb Stunden – das soll jetzt mein Onlinekurs sein.“
Aber ein gut funktionierendes 1:1-Coaching ist nicht gleich ein guter Online-Kurs. Natürlich kann man dieses lange Video irgendwo reinstellen und es als Online-Kurs bezeichnen, aber man sollte es eigentlich anders machen.
„Ein gut funktionierendes 1 zu 1 ist aber nicht gleich ein guter Online-Kurs.“ (Lisa)
Die Bedeutung von Struktur im Onlinekurs
Ich: Wie sollte man es denn im besten Fall machen?
Lisa: Ein Kurs braucht auf jeden Fall eine Struktur. Du brauchst einen Willkommensbereich, wo du die Teilnehmer abholst. In vielen Fällen ist es ein kompletter Selbstlernkurs – das ist der Unterschied zu einem Live-1:1 oder Online-Live-1:1.
Schöner und effektiver ist es, wenn du wirklich ein Willkommensmodul hast, wo du dich selbst vorstellst, das Produkt vorstellst und erklärst, wie ihr vorgeht. Zum Beispiel: „Ich habe hier 5 Videos für dich vorbereitet. Nimm dir am besten eines pro Tag. Mach dir Notizen. Wenn du Fragen hast, kannst du mir schreiben.“
Wichtig sind kleine, kurze Videos oder auch mal ein Audio. Ich habe eine Kundin, die ein großes Gruppenprogramm erstellt hat, aber keine Videos aufnehmen wollte. Da haben wir Audios mit PDF-Dateien und etwas Text kombiniert. Du kannst es so bauen, wie es für dich passt, aber die Inhalte sollten für den Teilnehmer gut zu verarbeiten und aufzunehmen sein.
Eignet sich jedes Angebot für einen Onlinekurs?
Ich: Jetzt glaube ich persönlich, dass sich nicht jedes Angebot für einen Onlinekurs eignet, oder?
Lisa: Nein, ich glaube, manche Bereiche bedürfen dieser 1:1-Arbeit oder Live-Arbeit. Manche Themen sind vielleicht zu sensibel, zu intim oder zu intensiv, als dass man sich einfach nur ein Video dazu anschaut.
Man kann auch eine Kombination machen – ein Hybrid-Angebot mit Selbstlern-Elementen und Live-Terminen. Eine Kundin von mir hat zum Beispiel ein Gruppenprogramm erstellt und bietet als Upsell ein 1:1-Gespräch an. Oder man kann im Kurs eine Option einbauen, dass Teilnehmer zusätzlich ein 1:1-Gespräch buchen können.
Ich: Wenn ich eine Idee für einen Onlinekurs habe, wie schaffe ich es, die Struktur zu entwickeln?
Lisa: Ich bin ein Mensch von Papier und Stift. Eine gute Option ist, Post-its zu nehmen und aufzuschreiben: Was ist das Kernthema und wie soll die Transformation sein? Wo stehen die Teilnehmer vor dem Kurs, welche Problemstellung haben sie, und wo stehen sie am Ende?
Das nimmst du als Überschrift und schreibst dann die einzelnen Unterpunkte auf, wie sie von A nach B kommen. Das werden wahrscheinlich die einzelnen Module. Dann sortierst du und schaust, was Sinn macht – vielleicht 3 Module mit jeweils 3 Lektionen oder auch 10 Module.
Nicht vergessen darf man das On- und Offboarding im Produkt. Im Willkommensmodul sollten wichtige Informationen stehen: Wo finden die Live-Termine statt? Wann starten wir? Wie viel Zeit brauche ich pro Woche? Stelle dich auch vor, weil nicht jeder, der dein Produkt bucht, dich bereits kennt.
Am Ende solltest du ein Abschlussmodul machen, das noch einmal zusammenfasst: „Wir waren jetzt hier die letzten 5 Wochen, du bist von Punkt A zu Punkt B gekommen, herzlichen Glückwunsch!“ Hier kannst du auch ein Folgeangebot platzieren oder auf deinen Podcast oder YouTube-Kanal verlinken.
Warum ablefy (ehemals elopage) für Onlinekurse nutzen?
Ich: Warum rätst du dazu, Elopage bzw. jetzt ablefy für Onlinekurse zu nutzen?
Lisa: Es gibt am Markt wahnsinnig viele Onlinekurs-Tools oder Optionen, auch selbst gehostet auf der Website. Man muss schauen, was zu einem passt. Ich bin der Meinung, ablefy passt nicht zu jedem Unternehmen und nicht zu jedem Angebot, weil es monatlich Geld kostet und nicht günstig ist.
ablefy ist eine super Option, wenn man nicht nur ein Produkt verkaufen will, sondern mehrere Produkte oder Gruppenprogramme plant. Ich habe bisher keinen einzigen Kunden, der nur ein Produkt über ablefy verkauft. Sobald du ein Produkt anlegst, entstehen meist schon Ideen für weitere Produkte.
Wenn man wirklich nur ein einziges Produkt verkaufen möchte, kann man auch andere Wege wählen. Ich habe mich zum Beispiel auch für Tentary interessiert, eine Plattform, die auch E-Mail-Marketing, Kalendertool und Linkverkäufe anbietet, aber mit weniger Optionen als ablefy.
Ich mag ablefy als Kundenumgebung, weil ich mich dort gut zurechtfinde und es optisch ansprechend finde. Als Unternehmer ist es praktisch, dass das Hosting des Kurses und die Zahlungsabwicklung in einem System sind. Bei manchen anderen Tools musst du einen Zahlungsanbieter zusätzlich anbinden, was zusätzliche Kosten verursacht und nicht immer einwandfrei funktioniert.
Ich: Ich mag die Plattform auch sehr. Gerade am Anfang, als ich meinen Kurs erstellt habe, war ich froh, weil ich technisch nicht so versiert war. Ich hatte das Gefühl, da ist ein Support im Hintergrund und es ist machbar und lernbar.
Lisa: Ich habe schon viele Erstgespräche geführt, wo Menschen sagten: „Ich probiere das erst mal selbst.“ Dann kann ich die Uhr stellen – zwei Wochen später melden sie sich mit einem kleinen Nervenzusammenbruch. Sie haben selbst probiert, sind nicht weitergekommen und glauben, etwas kaputt gemacht zu haben. Dann machen wir einen Call, schauen uns alles an und besprechen, wie wir es retten können.
Ich zeige den Kunden auch gerne, wie sie später selbst kleine Änderungen vornehmen können. Nach der Erstellung mache ich eine Art „Roomtour“, damit sie wissen, wo alles ist und wie sie selbst etwas anpassen können.
Teilnehmerführung und Motivation in Onlinekursen
Ich: Du hast bereits erwähnt, dass die Kundenreise gestaltet werden muss. Was findest du daran besonders wichtig?
Lisa: Ich finde es wichtig, Vertrauen aufzubauen. Es ist die Aufgabe des Unternehmers, Vertrauen aufzubauen oder so zu bauen, dass ein Vertrauensaufbau möglich ist.
Dann geht es um das Mitnehmen und Motivieren. Wenn du einen umfangreichen Selbstlernkurs hast, der vier Monate dauern soll, ist die Frage: Machen die Teilnehmer wirklich weiter? Da gibt es tolle Funktionen wie Event-E-Mails bei Ablefy. Wenn eine bestimmte Lektion abgeschlossen ist, wird automatisch eine E-Mail versendet: „Herzlichen Glückwunsch, du hast jetzt Modul 5 geschafft. Als Nächstes kommen diese Themen.“
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zugriffsdauer. Wenn Teilnehmer lebenslangen Zugriff haben, wird der Kurs vielleicht neben vielen anderen Kursen auf der Festplatte schlummern, weil sie denken: „Das kann ich ja immer noch machen.“ Ich habe einen Kurs gebucht, bei dem man ein Jahr Zugang hat und dann eine Erinnerung bekommt, dass der Zugang bald erlischt. Das setzt die Teilnehmer etwas unter Druck, aber man will ja auch, dass sie zum Ergebnis kommen.
„Es ist die Aufgabe von dem Unternehmer, Vertrauen aufzubauen oder das so zu bauen, dass ein Vertrauensaufbau möglich ist.“ (Lisa)
Zusammenarbeitsmodelle bei der Kurserstellung
Ich: Wenn man mit dir zusammenarbeiten möchte, gibt es verschiedene Möglichkeiten, richtig?
Lisa: Ja, in der Regel wollen die meisten nicht selbst umsetzen, sondern suchen Unterstützung, um es auszulagern. Der Ablauf ist so, dass wir erst ein Erstgespräch führen. Wenn das Interesse besteht, gibt es ein Angebot. Bei Zusage mache ich einen Kick-off-Call, wo wir alles besprechen und auch schon in Ablefy reingehen.
Ich stelle Informationen zur Verfügung: Welche Texte brauche ich für welche Seiten? Wie sollen die Inhalte aufbereitet sein? Ist die Struktur schon da oder müssen wir daran arbeiten?
Wichtig ist, dass ich alle Inhalte übersichtlich an einem Ort bekomme – etwa in einem Trello-Board oder Google-Drive-Ordner. Da ich nicht im Thema stecke, ist es hilfreich, wenn die Materialien klar benannt und strukturiert sind.
Selbst wenn man es selbst machen wollte, wäre es sinnvoll, alles so zu strukturieren, um den Überblick zu behalten. Das ist auch für späteres Nacharbeiten, Überarbeiten oder Erweitern wichtig.
Ich rate immer davon ab, die Inhalte direkt in der Online-Kursplattform zu erstellen. Wenn etwas nicht gespeichert wird oder die Plattform mal ausfällt, ist alles weg. Erstelle die Inhalte immer an einem anderen Ort und speichere sie auf deinem Computer.
Fazit und This or That
Ich: Was war bisher der spannendste Kurs, den du umsetzen durftest?
Lisa: Ich habe mit so unterschiedlichen Kunden gearbeitet – von einer Kunsthistorikerin über einen Anwalt bis zu einer Kita-Fotografin und einer Friseurkette. Ich kann gar nicht sagen, dass ein Thema besonders herausgestochen hat, weil diese Vielfalt an Projekten einfach Spaß macht.
Ich: Herzlichen Dank für deinen wertvollen Input, Lisa! Zum Schluss habe ich noch ein kleines Spiel für dich – This or That. Bist du bereit?
Lisa: Ja!
Ich: Kaffee oder Tee?
Lisa: Kaffee.
Ich: Das Meer oder die Berge?
Lisa: Meer.
Ich: Wenn man aus dem hohen Norden kommt, ist das natürlich klar! Blog oder Podcast?
Lisa: Podcast.
Ich: Instagram oder LinkedIn?
Lisa: Instagram.
Ich: Apple oder Windows?
Lisa: Windows.
Ich: Und jetzt kommt die allerwichtigste Frage: Nutellabrot mit oder ohne Butter?
Lisa: Mit!
Ich: Sehr gut, wie aus der Pistole geschossen. Ich hatte tatsächlich schon Gästinnen, die gar kein Nutella essen. Wir haben keins zu Hause aus Gründen, aber wenn ich mal im Hotel bin, genieße ich sehr, ein Nutella-Brot mit Butter zu essen.
Podcast-Episode #152: Vom Wissen zum Produkt: So entwickelst du Onlinekurse, die wirklich genutzt werden
Kontakt
Wenn du mit Lisa Bendixen in Kontakt treten möchtest, findest du sie unter:
Ich bin Silke, Online-Marketing- und Content-Coach für selbstständige Frauen, die gestressten Marketing-Muffeln hilft, ihr Online-Marketing mit Leichtigkeit und Authentizität zu meistern, indem ich mit ihnen maßgeschneiderte Strategien entwickle, die nicht nur effektiv sind, sondern auch Spaß machen und perfekt zu ihrer Persönlichkeit passen."