Du hast einen Beitrag veröffentlicht. Einen, bei dem du wirklich nachgedacht hast, der dir wichtig war, bei dem du die Formulierung dreimal umgeschrieben hast. Und dann: nichts. Drei Likes, vielleicht. Kein Kommentar, keine Anfrage, keine E-Mail.
💡 Das Wichtigste in Kürze
Was ist die Hauptaussage? Content ohne Reaktion bedeutet nicht, dass dein Marketing nicht wirkt – die meiste Wirkung passiert unsichtbar und braucht Zeit.
Warum ist das wichtig? Wer Stille mit Scheitern gleichsetzt, hört auf zu zeigen – dabei baut sich Vertrauen bei deinen Wunschkundinnen oft genau in dieser scheinbar leeren Zeit auf.
Wie setzt man es um? Klarheit vor Sichtbarkeit schaffen, einen Kanal wirklich konsequent bespielen und dranbleiben – in der eigenen Sprache, ohne den Druck, sofort messbare Reaktionen zu erzwingen.
Du lehnst dich zurück und denkst: Vielleicht war er nicht gut genug. Vielleicht bin ich nicht laut genug. Vielleicht mache ich grundsätzlich irgendetwas falsch.
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Content ohne Reaktion ist eine der häufigsten Frustrationen, die mir Selbständige beschreiben. Und gleichzeitig eine, die ganz oft missverstanden wird.
Kürzlich bekam ich eine Nachricht, die mich länger beschäftigt hat als erwartet. Eine Frau schrieb mir, dass sie seit fast einem Jahr meinen Newsletter, die MarketingPost, liest, und zwar jede Ausgabe, jede Woche. Sie meldete sich zum allerersten Mal, weil sie das Gefühl hatte, mich schon lange zu kennen, obwohl wir nie miteinander gesprochen hatten. Sie wollte mir mitteilen, dass sie ein bestimmtes Thema besonders angesprochen hat und dass sie es mag, wenn ich ein bisschen von meinem Leben in Südtirol berichte.
Das hat mich gefreut und gleichzeitig zum Nachdenken gebracht. Denn ich hatte keine Ahnung, dass sie da ist. Ich habe diese Wirkung nicht gesehen. Und genau das ist der Kern von dem, worüber ich in diesem Artikel schreiben möchte: Was passiert eigentlich zwischen dem Moment, in dem wir etwas rausschicken, und dem Moment, in dem jemand reagiert? Und warum tut uns die Stille dazwischen so weh?
Der stille Resonanzschmerz
Ich nenne es so, weil es genau das ist: ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Kein lauter Schmerz, sondern ein stiller. Du weißt, dass es kein Scheitern ist. Du weißt, dass drei fehlende Likes nichts über deinen Wert aussagen. Und trotzdem fühlt sich diese Stille an wie ein Urteil.
Viele Frauen, mit denen ich arbeite, beschreiben das so: Sie sind nicht faul, sie sind nicht planlos. Sie schreiben, sie posten, sie zeigen sich und trotzdem passiert scheinbar nichts.
Das Hinterhältige daran ist, dass es sich total persönlich anfühlt. Als wäre das Schweigen da draußen eine Aussage über dich, über dein Angebot, über deine Kompetenz und über deine Experise. Ich verstehe, warum das so ist. Wir sind sozialisiert worden zu glauben, dass Resonanz sofort kommen soll, möglichst schnell, sichtbar, messbar. Kommentare, Likes, Anfragen. Wenn das ausbleibt, schreiben wir dem Ausbleiben eine Bedeutung zu. Und zwar meistens eine, die sich gegen uns selbst richtet.
Dabei haben wir schlicht verinnerlicht, was soziale Medien uns beibringen: Wirkung ist, was man zählen kann. Aber nachhaltiges Marketing funktioniert anders. Eher wie das Säen in einem Garten: Du bereitest vor, du pflanzt, du gießt und dann heißt es warten. Leider siehst du nicht jeden Tag Wachstum. Das bedeutet aber nicht, dass nichts passiert.
Resonanz ist keine Belohnung für Aufwand. Sie entsteht nicht durch Menge und Aufwand, sondern dadurch, dass das, was du teilst, wirklich zu bestimmten Menschen passt.
Podcast-Episode #189: Viel Mühe, wenig Wirkung – Was steckt dahinter?
Warum guter Content trotzdem nicht ankommt
Hier wird es jetzt kurz mal unbequem für uns. Aber ich meine das durchaus konstruktiv.
Es gibt einen Unterschied zwischen gutem Content und wirkungsvollem Content. Und dieser Unterschied liegt nicht in der Qualität der Inhalte selbst, sondern darin, wie dieser Inhalt von jemandem aufgenommen wird, der dich noch nicht kennt. Dass du Content ohne Reaktion bekommst, hat meistens eine von drei konkreten Ursachen, Und das Gute dabei ist, dass keine davon hat mit deinem Wert als Expertin zu tun hat.
Das erste Muster: Der Inhalt geht am eigentlichen Bedarf vorbei. Als Expertin siehst du Zusammenhänge, die andere noch gar nicht sehen können. Du weißt, was die eigentliche Lösung wäre. Und genau deshalb schreibst du darüber. Das ist aber nicht unbedingt das, was deine Wunschkundin gerade beschäftigt. Jemand, die sich fragt, warum sie keine Anfragen bekommt, sucht nach einer Antwort auf genau diese Frage. Wenn du in diesem Moment über strategische Positionierung schreibst – auch wenn das die richtige Antwort wäre –, fühlt sie sich nicht abgeholt. Der Inhalt ist gut, aber er trifft nicht den Punkt, an dem sie gerade steht. Der Abstand zwischen deiner Perspektive und ihrer Perspektive ist zu groß und diesen Abstand gilt es zu schließen.
Das zweite Muster: Die Botschaft ist nicht greifbar. Manchmal ist das Thema passend, aber es bleibt trotzdem unklar: Für wen ist das jetzt genau? Was soll ich damit anfangen? Was ändert sich für mich, wenn ich das gelesen habe? Jeder Mensch stellt sich diese Frage unbewusst, bei jedem Content-Stück, das er konsumiert: Was hat das mit mir zu tun?Wenn dein Inhalt diese Frage nicht innerhalb der ersten Sekunden beantwortet – durch Ton, Thema oder Formulierung –, scrollt die Person weiter. Das liegt nicht daran, dass sie grundsätzlich kein Interesse hätte, sondern daran, dass sie in drei Sekunden nicht erkannt hat, warum das für sie relevant ist. Deine Botschaft muss das sofort leisten sonst ist die potentielle Kundin oder der potentielle Kunde weg.
Das dritte Muster: Der Kontext fehlt. Einzelne, gute Beiträge funktionieren im Vakuum oft nicht. Wirkung entsteht durch Wiederholung, durch Erkennbarkeit, durch einen roten Faden, der sich durch alles zieht, was du veröffentlichst. Man spricht davon, dass ein Mensch etwa sieben Berührungspunkte, sogenannte „touch points“ mit dir braucht, bevor sich genug Vertrauen aufgebaut hat, um zu kaufen. Ein einzelner Beitrag kann das nicht leisten. Da ist es unter Strich egal wie gut er ist. Wenn jemand dein Profil besucht oder ein paar Folgen hört und danach noch immer nicht sagen kann, wofür du stehst, dann fehlt dieser Rahmen.
Und jetzt zum eigentlichen Perspektivenwechsel: Marketing findet nicht in deinem Kopf statt, sondern im Kopf deiner Leserin. Das klingt erst mal selbstverständlich – aber für die meisten von uns ist es das nicht, wenn wir ehrlich sind. Denn wir legen den Fokus beim Erstellen von Content fast automatisch auf das, was wir wissen und für richtig halten. Wir fragen uns: Stimmt das? Ist es vollständig? Ist es gut genug? Wir fragen uns dabei viel seltener: Versteht meine Wunschkundin sofort, warum das für sie wichtig ist? Fühlt sie sich in dem Moment abgeholt, in dem sie liest? Das ist der Unterschied zwischen Content, der zwar wahr ist aber nicht ankommt und Content, der wirklich ankommt.
Podcast-Episode #190: Warum guter Content trotzdem nicht funktioniert
Strukturproblem oder Nervensystem? Zwei Ebenen, die beide zählen
Und jetzt wird es wirklich spannend, denn ich möchte einen Schritt weitergehen, und zwar über die übliche „Marketingstrategie“ hinaus.
Wenn du merkst, dass du dich immer seltener zeigst, Entwürfe nicht abschickst, Blogartikel nicht online stellst – und das nicht aus einer strategischen Überlegung heraus, sondern weil da ein Widerstand in dir ist, der sich kaum in Worte fassen lässt –, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn es gibt zwei Ebenen, auf denen Unsichtbarkeit entstehen kann bzw. aus denen Sichtbarkeit nicht stattfindet.
Die strukturelle Ebene ist die, die sich leichter greifen lässt. Hier geht es um konkrete, lösbare Fragen: Ist klar, wem ich helfe und was sich für diese Person konkret verändert? Ist meine Botschaft konsistent und erkennbar? Gibt es einen roten Faden, der alles zusammenhält? Wenn das nicht stimmt, dann hast du nicht versagt sondern das ist nur ein Hinweis, dass im Marketingaufbau noch etwas fehlt. Und das ist sogar eine gute Nachricht, weil man da direkt ansetzen kann (z.B. mit einer Marketing-Standortbestimmung).
Dann gibt es die neurologische Ebene. Weil ich gerade eine Ausbildung zur Neuro-Coachin mache und dabei unter anderem mit EMDR arbeite, habe ich ein zunehmend klares Bild davon, wie tief manche Muster sitzen können. Frühere Erfahrungen – manchmal alte, manchmal scheinbar kleine Dinge, die jemand mehr oder weniger im Vorbeigehen zu uns gesagt hat – können als körperliche Reaktion im Nervensystem gespeichert bleiben. Das ist keine Erinnerung, sondern eher ein Reflex. Und auch hier kann man natürlich etwas machen, was auch gar nicht so lang dauert. Es heißt nur, dass man an einer anderen Stelle hinschauen muss.
Sich zu zeigen bedeutet, wahrgenommen werden zu wollen. Und nicht wahrgenommen zu werden ist für uns als soziale Wesen ein uraltes Signal und das Gehirn kennt das. Wenn es eine Situation wiedererkennt, die ihm bekannt vorkommt, aktiviert es alte Schutzstrategien. Sätze wie „Wer bin ich denn, das zu sagen“ oder „Wen interessiert das schon“ kommen nicht aus dem Nichts. Sie haben eine Geschichte, z.B. dass der Deutschlehrer in der 8. Klasse zu einem sagt, dass „niemanden deine Meinung interessiert“.
Was mich in meiner bisherigen Arbeit oft beschäftigt hat: Ich habe mit meinen Kundinnen sehr erfolgreich an der Struktur ihres Marketings gearbeitet. Dennoch gab es manchmal eine Grenze, an der wir nicht einfach weitermachen konnten. Eine Grenze, hinter der etwas lag, das tiefer saß als Strategie. Genau deshalb mache ich jetzt diese Ausbildung. Denn beides verdient Aufmerksamkeit: die strukturelle Klarheit und das, was unter der Oberfläche passiert. Marketing wird dann wirklich leichter, wenn beides stimmt und man sich trotz Findens einer klaren Strategie nicht mehr mit negativen Glaubenssätzen oder unbewussten Blockaden herumschlagen muss.
Die Frage, die ich dir mitgeben möchte: Wenn du an die Momente denkst, in denen du zurückruderst oder zögerst – fühl mal nach, wo das sitzt. Ist es Klarheit und Struktur, die fehlen? Oder ist es ein Muster, das immer wieder auftaucht, unabhängig davon, wie gut dein Konzept gerade ist?
Nicht jede Unsichtbarkeit ist strukturell – und nicht jeder innere Widerstand bedeutet, dass du mehr an deiner Strategie arbeiten musst.
Podcast-Episode #191: Strukturproblem oder Nervensystem?
Die Stille lügt – meistens jedenfalls
Zurück zu der Nachricht, mit der ich begonnen habe. Die Frau, die seit einem Jahr meinen Newsletter liest und sich erst jetzt meldet.
Sie hat sich nicht deshalb so lange nicht gemeldet, weil sie nicht interessiert gewesen wäre. Sondern weil der Moment schlicht noch nicht da war. Kein konkreter Anlass, kein Auslöser, kein Zeitpunkt, an dem es für sie gepasst hätte. Und dann war er da.
Das ist kein Einzelfall. Ich erlebe das regelmäßig: Menschen kommen zum Erstgespräch und erzählen mir, dass sie seit einem halben Jahr meinen Podcast hören oder seit drei Monaten meinen Newsletter lesen. Dass irgendetwas, das ich gesagt oder geschrieben habe, sich in ihnen verankert hat. Und dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist.
Marketing wirkt zu einem großen Teil unsichtbar. Außer, du bist ganz viel auf Instagram und TikTok unterwegs, dann mag das anders sein. Aber sonst melden sich die meisten Menschen, die deine Inhalte aufnehmen, nicht. Sie kommentieren nicht, sie klicken nicht sofort auf einen Link. Aber sie lesen. Sie hören zu. Sie speichern Beiträge. Und manchmal kommen sie drei Wochen später wieder, oder drei Monate später ohne dass du je gewusst hättest, dass sie überhaupt da waren. Überleg mal selbst, wann du das letzte Mal einen Kommentar unter einen Blogartikel oder einen Post gesetzt hast?
Wir haben gelernt, Wirkung an Likes und Klickzahlen zu messen, weil die sich zählen lassen. Aber dabei passiert etwas Trügerisches: Wir verwechseln das Messbare mit der Wirkung selbst. Das stille Vertrauen, das sich aufbaut, wenn du regelmäßig und authentisch kommunizierst, ist nicht messbar. Es passiert im Kopf deiner Leserinnen, vielleicht auch in ihrem Herzen. Aber es passiert, auch wenn du es nicht siehst.
Zwischen dem Moment, in dem jemand etwas von dir liest, und dem Moment, in dem sie sich meldet, liegt oft sehr viel Zeit. Das ist kein Zeichen, dass es nicht wirkt. Es ist der normale, langsame Prozess des Vertrauensaufbaus, der manchmal nur schwer auszuhalten ist, sich aber nicht wirklich beschleunigen lässt. Aber er lässt sich unterstützen: indem du dranbleibst, konsequent und konsistent, in deiner eigenen Sprache.
Stell dir vor, du wüsstest gerade jetzt mit Sicherheit, dass jemand deinen letzten Newsletter liest und nickt. Oder dass jemand beim Spazierengehen deine letzte Podcast-Episode hört und denkt: Endlich jemand, der das auf den Punkt bringt. Wie würde sich das auf deinen nächsten Text auswirken? Auf die Frage, ob du diesen Entwurf jetzt abschickst oder doch wieder löschst?
Diese Person existiert wahrscheinlich wirklich. Auch wenn du sie gerade nicht siehst.
Podcast-Episode #192: Unsichtbare Wirkung
Was das konkret für dein Marketing bedeutet
Ich möchte dir drei Gedanken mitgeben, die ich selbst immer wieder brauche, gerade dann, wenn es besonderes „still“ ist.
Erstens: Klarheit vor Sichtbarkeit. Bevor du mehr postest, mehr schreibst, mehr tust schau mal, ob wirklich klar ist, wem du hilfst, womit du hilfst und warum das wichtig ist. So klar, dass du es einem wildfremden Menschen in zwei Sätzen erklären könntest. Wenn das noch nicht sitzt, bringt mehr Sichtbarkeit wenig, denn dann zeigst du dich zwar, aber das Bild bleibt unscharf.
Zweitens: Tiefe statt Breite. Lieber einen Kanal wirklich gut bespielen als fünf mittelmäßig. Lieber ein Thema wirklich durchdenken als zwanzig oberflächlich streifen. Das fühlt sich am Anfang nach Verlust an, so als würde man etwas aufgeben oder eine Chance verpassen. Das ist aber in Wirklichkeit nicht so. Stattdessen entlastet es total.
Drittens: Dranbleiben in deiner eigenen Sprache. Du musst nicht lauter werden, du musst nicht alles umwerfen. Nur konsequent präsent sein. Damit die Menschen, die dich suchen, wissen: Da ist jemand.
Nachhaltiges Marketing ist kein Schaufenster, in dem du wartest, dass jemand hereinkommt. Es ist eher ein Licht, das du anknipst, damit die, die es suchen, wissen, dass da jemand ist und dich finden können.
Wenn du gerade an einem Punkt bist, an dem du dir nicht ganz sicher bist, ob dein Marketing bei den richtigen Menschen ankommt, oder ob da ein Widerstand sitzt, der tiefer liegt als Strategie, dann biete ich dir die kostenlose Marketing-Standortbestimmung an: eine halbe Stunde, keine Verkaufsagenda, aber ein Stückchen mehr Klarheit. Versprochen. Den Kalender für die Terminbuchung findest du hier unter dem Blogartikel ⬇️
Du bist nicht untätig, ganz im Gegenteil. Du postest, du planst, du probierst aus. Vielleicht hast du schon Kurse zum Marketing gemacht, einen Redaktionsplan erstellt oder dir vorgenommen, endlich regelmäßiger sichtbar zu sein.
💡 Das Wichtigste in Kürze
Was ist die Hauptaussage? Gutes Marketing entsteht dann, wenn du anfängst, Entscheidungen zu treffen.
Warum ist das wichtig? Solange du keine aktiven Entscheidungen dein Marketing betreffend triffst, fließt deine Energie in diese „offenen Gestalten“ und du kannst nicht in die Umsetzung kommen.
Wie setzt man es um? Ehrlich hinschauen, wo du solchen Marketingentscheidungen aus dem Weg gehst und Schritt-für-Schritt Klarheit in deine Marketingstrategie bringen.
Und trotzdem bleibt dieses Gefühl: Irgendwas stimmt nicht. Du investierst Zeit und Energie, aber am Ende des Tages fragst du dich, ob das alles wirklich irgendwohin führt.
Wenn du das kennst, dann möchte ich dir gleich zu Beginn etwas sagen, das ich wirklich ernst meine:
Es liegt nicht an dir.
Es liegt nicht an dir – und auch nicht an deinem Wissen
Du weißt genug über Marketing. Wirklich. Du kennst die Kanäle, du hast von Zielgruppen gehört, du weißt, dass Regelmäßigkeit wichtig ist.
Das Problem ist nicht, dass du zu wenig weißt. Du brauchst auch keine weiteren Kurse oder Freebies, damit du Marketing verstehst. Das Problem liegt an einer anderen Stelle und genau darum geht es in diesem Artikel.
Denn die meisten Selbstständigen, die mir erzählen, dass ihr Marketing nicht funktioniert, sind keine Marketing-Anfängerinnen. Sie haben investiert, gelernt, ausprobiert. Und trotzdem drehen sie sich im Kreis.
Nicht weil sie etwas falsch machen. Sondern weil sie eine ganz bestimmte Art von Entscheidung noch nicht getroffen haben.
Warum Marketing sich so chaotisch anfühlt, obwohl du so viel machst
Zu viele Optionen, zu wenig Entscheidung – das ist das eigentliche Problem
Schau mal ehrlich hin: Wie viele Marketingmöglichkeiten gibt es für dich gerade? Newsletter, Blog, Instagram, LinkedIn, TikTok, Podcast, Reels, SEO, Webinare, Funnels. Die Liste ist schier endlos.
Und ständig kommt etwas Neues dazu. Jeden Tag neue Impulse, neue Strategien, neue Versprechen.
Das Ergebnis ist ein stiller, aber sehr wirksamer Erschöpfungszustand. Nicht weil du zu viel tust, sondern weil du ständig abwägst. Weil du dich fragst, ob du wirklich das Richtige tust. Weil du nie ganz sicher bist, ob du vielleicht doch diesen einen Kanal vergisst, der alles verändern würde.
Dieses innere Abwägen kostet enorm viel Energie. Mehr als das eigentliche Marketing selbst.
„Ich mache so viel Marketing und trotzdem weiß ich nie, ob ich wirklich das Richtige tue.“
Das höre ich so oft von meinen Kundinnen. Und aus ihren Worten höre ich die Verzweiflung. Ich spüre sie.
Mehr Wissen macht das Marketing-Chaos oft noch größer
Paradoxerweise macht mehr Wissen das Chaos manchmal sogar schlimmer. Je mehr du über Marketing lernst, desto mehr Möglichkeiten siehst du. Desto mehr Dinge fallen dir ein, die du eigentlich noch machen müsstest. Desto größer wird die innere Liste.
Ich kenne das selbst sehr gut. Ich habe früher auch geplant, optimiert, angepasst und mich ständig gefragt, welche Strategie mir noch fehlt oder welcher Kanal vielleicht zusätzlich sinnvoll wäre.
Das hat mich weitergebracht, ja. Aber es hat mich auch oft angespannt, getrieben und manchmal sogar blockiert.
Was mir damals fehlte, war nicht noch eine Strategie. Es war eine klare Entscheidung.
Marketing ist ein Entscheidungsproblem und kein Wissensproblem
Dass Marketing ein Entscheidungs- und kein Wissensproblem ist, das ist die eigentliche These dieses Artikels. Und ich glaube, sie ist wichtiger als jeder Tipp, den ich dir sonst geben könnte.
Du weißt oft genau, was du tun könntest. Aber du hast noch keine klare Entscheidung getroffen, was du wirklich tust und vor allem auch, was du nicht tust.
Solange diese Entscheidung aussteht, bleibt alles in der Schwebe. Und in der Schwebe lässt sich nicht gut arbeiten.
Meine eigene Geschichte: Als alles perfekt aussah und sich trotzdem falsch anfühlte
Vor einigen Jahren hatte ich eine Positionierung, die auf dem Papier wirklich gut war. Ich habe Pinterest-Marketing für Podcasterinnen gemacht – „Pin Your Podcast“. Klingt spitz, oder? Und das war es auch. Ich hatte einen Blog dazu, einen eigenen Podcast, eine klare Nische. Von außen betrachtet war das ziemlich rund.
Aber innerlich stimmte es schon lange nicht mehr.
Pinterest veränderte sich als Plattform in eine Richtung, die mir nicht gefiel. Meine Hauptargumente für Pinterest – dass es eine Suchmaschine ist, die echten Traffic auf die eigene Website bringt – begannen zu bröckeln, als Pinterest immer „instagrammiger“ wurde. Und ich merkte, dass ich nicht mehr mit voller Überzeugung hinter dem stand, was ich tat.
Aber ich habe die Entscheidung nicht getroffen.
Nicht weil ich sie nicht gesehen hätte. Sondern weil ich Angst hatte, das aufzugeben, was ich aufgebaut hatte. Den Namen, das Branding, den Podcast. Es schien so viel auf dem Spiel zu stehen.
Das Ergebnis war eine Art Lähmung. Ich habe weitergemacht, aber ohne wirkliche Energie. Ich habe sogar ein Programm gelaunt, das ich innerlich gar nicht verkaufen wollte und war im Nachhinein fast erleichtert, dass niemand gekauft hat.
Irgendwann, nach einer Menge Reflexion und einem Coaching für viel Geld (es war jeden Cent wert!), habe ich die Entscheidung getroffen. Pinterest war Vergangenheit. Und mit dieser Entscheidung kam eine Klarheit zurück, die ich lange vermisst hatte.
„Ich habe mich nicht selbständig gemacht, um unglücklich zu sein.“
Was passiert, wenn du eine Entscheidung nicht triffst
Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Ich sehe dasselbe Muster immer wieder bei den Selbstständigen, die zu mir kommen.
Sie wissen eigentlich, was sie wollen. Oder zumindest, was sie nicht mehr wollen. Aber sie treffen die Entscheidung nicht. Weil sie Angst haben, etwas zu verpassen. Weil sie nicht sicher sind, ob sie sich irren. Weil sie das Gefühl haben, dass sie erst mehr wissen müssen, bevor sie entscheiden können.
Und so bleibt alles offen. Alles möglich, aber nichts wirklich entschieden.
Das Ergebnis kennst du vielleicht: Du machst viel, aber nichts fühlt sich wirklich stimmig an. Du bist aktiv, aber nicht wirklich sichtbar. Du investierst Zeit, aber du kommst nicht wirklich voran.
Nicht weil du falsch liegst. Sondern weil du noch nicht entschieden hast.
Der unsichtbare Energiefresser: die brachliegenden Kanäle
Angemeldet, aber nicht aktiv – und trotzdem belastet
Viele Selbstständige haben sich irgendwann bei einer ganzen Reihe von Plattformen angemeldet. Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok und oft auch Xing. Manchmal war das eine bewusste Entscheidung, manchmal einfach das Gefühl, dass man dort irgendwie präsent sein sollte.
Und dann passiert folgendes: Ein oder zwei Kanäle werden halbwegs bespielt. Die anderen liegen brach. Kein Post mehr, kein Update, kein Lebenszeichen.
Aber gelöscht? Nein.
Diese brachliegenden Profile erzeugen ein dauerhaftes, leises schlechtes Gewissen. Immer, wenn du daran denkst, kommt der Gedanke: „Eigentlich müsste ich da auch noch etwas tun.“
Dieser Gedanke kostet Energie. Jeden Tag ein kleines bisschen. Und über Monate und Jahre summiert sich das.
Das Xing-Beispiel: Warum ein bewusstes Nein mehr bewirkt als ein halbherziges Ja
Wenn ich mit Kundinnen arbeite und vorschlage, sich zum Beispiel aktiv von Xing abzumelden, weil die Zielgruppe dort schlicht nicht ist und ihnen dieser Kanal nicht einmal gefällt oder Spaß macht, dann erlebe ich fast jedes Mal dasselbe: eine spürbare Erleichterung.
Nicht weil Xing schlecht ist. Sondern weil die Entscheidung getroffen ist. Weil diese offene Baustelle endlich geschlossen wird.
„Ein bewusstes Nein ist kein Rückschritt. Es ist eine strategische Entscheidung.“
Was du nicht mehr tust, ist genauso strategisch wie das, was du tust
Das ist ein Gedanke, der vielen Selbstständigen zunächst ungewohnt vorkommt, der sich aber sehr schnell als befreiend erweist.
Deine Marketingstrategie besteht nicht nur aus dem, was du tust. Sie besteht genauso aus dem, was du bewusst nicht tust.
Welche Kanäle du nicht bespielst. Welche Formate du nicht produzierst. Welche Trends du nicht mitmachst. Das sind alles Entscheidungen.
Und wenn du sie nicht bewusst triffst, treffen sie sich trotzdem nur eben unbewusst, in Form von Chaos, Schuldgefühlen und Energieverlust.
Frag dich ehrlich: Wie viele Kanäle hast du gerade, die du nicht wirklich bespielst? Und wie viel Energie kostet dich allein der Gedanke daran?
Ich sehe das auch sehr oft beim Thema Content-Kanäle: Viele Kundinnen kommen zu mir mit dem Plan, gleichzeitig einen Blog zu starten, regelmäßig Newsletter zu schreiben, auf LinkedIn aktiver zu werden und vielleicht auch noch einen Podcast zu launchen. Alles auf einmal. Alles sofort.
Das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Überall angefangen, nirgendwo wirklich aufgebaut. Nicht weil die Motivation fehlt, sondern weil die Konzentration auf wenige gute Kanäle fehlt. Und ohne diese Konzentration bleibt alles halb.
Weniger, aber bewusster. Das ist der Weg.
Die eine Frage, die dein Marketing verändert
Von „Was sollte ich tun?“ zu „Was passt wirklich zu mir?“
Irgendwann habe ich aufgehört, mich zu fragen: „Was funktioniert gerade?“ Und ich habe angefangen, mich zu fragen: „Was passt wirklich zu mir und meinem Business?“
Das klingt nach einer kleinen Verschiebung. Aber es ist eine fundamentale.
„Was funktioniert gerade?“ ist eine Frage, die dich immer nach außen schauen lässt. Sie macht dich abhängig von Algorithmen, Trends und dem, was andere gerade erfolgreich zu sein scheinen. Sie erzeugt Unruhe, weil sich die Antwort ständig verändert.
„Was passt wirklich zu mir?“ ist eine Frage, die dich nach innen schauen lässt. Sie fragt nach deinen Stärken, deinen Ressourcen, deinem Rhythmus. Sie gibt dir Orientierung, die unabhängig vom nächsten Trend bleibt.
Stell dir diese Frage einmal ganz konkret: Was wäre eine Form von Sichtbarkeit, die du dir vorstellen könntest, noch in drei Jahren genauso zu machen? Nicht weil du musst, sondern weil sie wirklich zu dir passt?
„Klarheit entsteht nicht durch mehr Struktur, sondern durch weniger inneres Ziehen in alle Richtungen.“
Marketing als Beziehung und nicht als Dauerleistung
Ein Bild, das mir in den letzten Jahren sehr geholfen hat, ist dieses: Marketing ist keine Dauerleistung, die ich irgendwie abspulen muss. Marketing ist eine Beziehung.
Eine Beziehung zu mir selbst und zu meinen Themen, meinen Werten, meiner Art zu arbeiten. Eine Beziehung zu den Menschen, die mir zuhören oder meine Texte lesen. Und eine Beziehung zu meinem Business, das wachsen und sich verändern darf.
Beziehungen brauchen Kontinuität, ja. Aber sie brauchen keine Perfektion. Sie brauchen keine tägliche Präsenz auf fünf Kanälen gleichzeitig. Sie brauchen Echtheit und Verlässlichkeit.
Wenn du Marketing so denkst, verändert sich auch, wie du darüber entscheidest. Du fragst dich nicht mehr: „Was müsste ich noch alles tun?“ Sondern: „Was möchte ich meinen Leserinnen, Zuhörerinnen, Wunschkundinnen geben – auf eine Weise, die zu mir passt?“
Das ist ein grundlegend anderer Ausgangspunkt.
Nicht jede gute Idee gehört in dein Marketing
Dieser Satz hat mein Marketing wirklich ruhiger gemacht. Denn vielleicht geht’s dir wie mir: Du siehst täglich gute Ideen. Andere Selbstständige machen etwas, das dich begeistert. Du liest einen Artikel, der dich inspiriert. Du hörst eine Podcast-Episode, die dich auf eine neue Möglichkeit aufmerksam macht.
Und sofort ist da dieser Impuls: Das will ich auch machen.
Aber eine gute Idee ist noch keine gute Idee für dich. Ideen umzusetzen kostet Zeit, Energie und Aufmerksamkeit. Und diese Ressourcen fehlen dann an anderer Stelle – an der Stelle, die vielleicht schon funktioniert und nur etwas mehr Kontinuität bräuchte.
Ein hilfreicher Filter lautet: Passt diese Idee zu dem, was wirklich zu mir passt? Passt sie zu meiner Zielgruppe, meinem Angebot, meinem Rhythmus? Wenn ja, wunderbar. Wenn nein, dann darf sie eine gute Idee für jemand anderen bleiben.
Vier Entscheidungen, die dein Marketing strukturieren
Zielgruppe, Angebot, Hauptkanal, Content – die vier Bausteine im Überblick
Wenn wir von Marketingstrategie sprechen, dann ist damit kein 47-seitiger Plan gemeint, der im Ordner verstaubt. Es geht um vier konkrete Entscheidungen, die alles andere strukturieren.
Zielgruppe: Für wen machst du Marketing wirklich? Nicht theoretisch, sondern ganz konkret. Welche Person sitzt vor dir, wenn du schreibst oder sprichst? Was beschäftigt sie? Was braucht sie gerade?
Angebot im Fokus: Was steht gerade im Vordergrund? Du hast vielleicht mehrere Angebote, aber welches soll in den nächsten Monaten Priorität haben? Wer überall wirbt, wirbt nirgendwo.
Hauptkanal: Auf welchem Kanal bist du wirklich aktiv und warum? Nicht weil man es muss, sondern weil er zu dir, deiner Zielgruppe und deiner Art zu arbeiten passt.
Content-Struktur: Was erstellst du, wann und wie oft? Nicht als starrer Plan, sondern als verlässlicher Rahmen, der auch in vollen Wochen funktioniert.
Diese vier Entscheidungen hängen zusammen. Wenn du sie getroffen hast, entsteht eine klare Linie und plötzlich wird vieles andere deutlich einfacher. Du musst nicht mehr jeden neuen Trend bewerten. Du weißt, was zu dir passt und was nicht.
„Weniger Optionen. Mehr Entscheidungen. Endlich ein klarer Weg.“
Du musst nicht alles auf einmal entscheiden. Aber du solltest unbedingt anfangen
Das ist vielleicht der wichtigste Satz in diesem Artikel.
Klarheit entsteht nicht durch perfekte Vorbereitung. Sie entsteht durch Entscheidungen und zwar auch dann, wenn sie noch nicht endgültig sind. Auch wenn du noch nicht alles weißt. Auch wenn du dir nicht hundertprozentig sicher bist.
Eine Entscheidung, die du heute triffst und morgen nachjustierst, ist immer besser als eine Entscheidung, die du nie triffst, weil du noch mehr wissen wolltest.
Fang an. Mit dem, was du jetzt weißt.
Dein nächster Schritt: Weniger, aber bewusster
Mini-Reflexion: Mach dir jetzt eine ehrliche Liste deiner Kanäle
Nimm dir nach diesem Artikel fünf Minuten und mach dir eine ehrliche Liste.
Schreib auf, bei welchen Plattformen und Kanälen du angemeldet bist oder präsent sein wolltest. Instagram, LinkedIn, Facebook, Xing, TikTok, Blog, Newsletter, Podcast – was auch immer auf dich zutrifft.
Und dann markiere, was du in den letzten drei Monaten wirklich regelmäßig bespielt hast.
Was übrig bleibt, also die Kanäle ohne Markierung, das sind deine offenen Baustellen. Deine stillen Energiefresser.
Für jeden dieser Kanäle darfst du jetzt eine Entscheidung treffen: Entweder du reaktivierst ihn bewusst und mit einem konkreten Plan. Oder du verabschiedest dich davon, und zwar ganz bewusst, aktiv und ohne schlechtes Gewissen.
Beides ist eine gute Entscheidung. Das Einzige, was keine gute Entscheidung ist, ist das Nichts-Entscheiden.
Was sich verändert, wenn du anfängst zu entscheiden
Ich erlebe es bei meinen Kundinnen immer wieder: In dem Moment, in dem eine klare Entscheidung getroffen ist, auch wenn es nur die Entscheidung ist, sich von Xing abzumelden, verändert sich etwas spürbar.
Der Kopf wird ruhiger. Das schlechte Gewissen hört auf. Die Energie, die vorher in diffuses Grübeln geflossen ist, steht plötzlich für die Dinge zur Verfügung, die wirklich wichtig sind.
Und langfristig passiert noch etwas Schöneres: Marketing fängt an, sich nicht mehr wie eine Dauerbaustelle anzufühlen. Es bekommt eine klare Linie. Es wird verlässlich. Es funktioniert – nicht weil man alles richtig gemacht hat, sondern weil man angefangen hat zu entscheiden.
Fazit: Klarheit im Marketing beginnt mit einer Entscheidung
Marketingstrategie bedeutet nicht, alles zu wissen. Sie bedeutet, zu entscheiden.
Zu entscheiden, für wen du sichtbar sein willst. Was du anbieten möchtest. Auf welchem Kanal du wirklich präsent bist. Und was du ganz bewusst nicht mehr tust.
Diese Entscheidungen machen dein Marketing nicht kleiner. Sie machen es klarer. Und Klarheit ist die Voraussetzung für alles andere: für Konstanz, für Sichtbarkeit, für Vertrauen und letztlich für Kundinnen, die wirklich zu dir passen.
Du brauchst dein Marketing nicht neu zu erfinden. Du darfst es neu ausrichten.
Wenn du Klarheit in dein Marketing bringen möchtest – lass uns reden
Wenn du beim Lesen dieses Artikels gemerkt hast, dass du dir diese Klarheit wünschst, aber nicht ganz weißt, wo du anfangen sollst, dann lade ich dich herzlich ein zu einem kostenfreien 20-minütigen Gespräch mit mir.
Kein Verkaufsgespräch. Kein Druck. Sondern ein ehrlicher Blick auf dein Marketing: wo du gerade stehst, was dir fehlt und welche Entscheidungen dein Marketing wieder in eine klare Richtung bringen würden.
Ein Interview mit der Online-Marketing-Erfahrenen Birgit Schultz darüber, wie du mit klaren Themen, Vertrauen und smartem Content-Marketing auch im KI-Zeitalter sichtbar bleibst.
💡 Das Wichtigste in Kürze
Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI funktioniert am besten, wenn du deinen Blog als dein Content-Zuhause verstehst – nicht als Ablage für alles, was dir einfällt.
Mit klaren Kernthemen baust du eine erkennbare Topical Authority auf und machst es deinen Wunschkundinnen, Suchmaschinen und KI-Tools leichter, dich einzuordnen.
E‑E‑A‑T (Expertise, Erfahrung, Autorität, Vertrauenswürdigkeit) entsteht durch ehrliche Einblicke, eine starke Über-mich-Seite, eine Autorenbox und regelmäßigen, gut strukturierten Content.
Durch bewusste Conversion-Ziele und Einladungen (z.B. Newsletter, weiterführende Artikel, Angebote) arbeitet dein Content nicht nur für Reichweite, sondern auch für dein Business.
Social Media darf Bühne und Dialograum sein – aber dein Blog bleibt der Ort, an dem du langfristig sichtbar bist und deinen eigenen Marketing-Fahrplan in der Hand behältst.
Podcast-Episode #179: Interview mit Birgit Schultz
Wenn KI plötzlich zwischen dir und deinen Leserinnen stand
Vielleicht hast du es auch gemerkt: Auf einmal hat Google angefangen, Antworten direkt oben in einem kleinen Kasten anzuzeigen. Statt wie früher durch die ersten Suchergebnisse zu klicken, haben viele Menschen diese KI-Zusammenfassung gelesen und waren „fertig“. Gleichzeitig ist in den sozialen Netzwerken die organische Reichweite immer weiter zurückgegangen.
In meinem Interview mit Birgit Schultz haben wir uns genau darüber unterhalten: Was hat sich im Online-Marketing in den letzten Jahren verändert? Was bedeutet das für Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI? Und wie kann dein Blog trotzdem – oder gerade jetzt – wieder für dich arbeiten?
Birgit hat über 30 Jahre Marketing-Erfahrung, mehr als 20 Jahre Selbstständigkeit und mit Marketing Zauber seit 10 Jahren ein eigenes Online-Business aufgebaut. Sie hat die Entwicklung von den „goldenen Zeiten“ der organischen Reichweite bis hin zu KI-Suchmaschinen miterlebt. Und genau dieses Wissen hat sie in unserem Gespräch geteilt.
Was sich im Online-Marketing in den letzten Jahren verändert hat
Als ich Birgit gefragt habe, was sich in den letzten drei bis fünf Jahren im Online-Marketing verändert hat, ist sie direkt tief eingestiegen. Sie hat beobachtet, dass zwei Entwicklungen besonders stark waren:
Algorithmusbasierte Social-Media-Plattformen haben die Daumenschrauben immer enger angezogen. Die organische Sichtbarkeit ist Stück für Stück zurückgegangen. Was vor zehn Jahren noch traumhafte Reichweiten gebracht hat, erreicht heute oft nur einen Bruchteil der Followerinnen.
Künstliche Intelligenz ist im Alltag der Nutzerinnen angekommen, und zwar sowohl bei der Content-Erstellung als auch beim Suchverhalten.
Auf einmal nutzen Menschen nicht mehr nur Google, sondern stellen ihre Fragen direkt an ChatGPT, Claude oder Perplexity. Und selbst Google hat mit KI nachgezogen:
Oben in den Suchergebnissen erscheinen sogenannte AI Overviews, also KI-generierte Zusammenfassungen.
In den USA ist zusätzlich ein KI-Modus („AI Mode“) ausgerollt worden, der wie die Oberfläche eines klassischen KI-Tools aussieht.
Für Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI bedeutet das:
Viele Nutzerinnen geben sich mit der ersten, schnell gelieferten Antwort zufrieden.
Sie klicken weniger auf die klassischen „zehn blauen Links“.
Der Traffic auf vielen Webseiten ist zurückgegangen.
Google hat dazu sinngemäß gesagt: Ja, es wird weniger Traffic geben, aber der wird hochwertiger sein. Ob das wirklich so ist, steht aus unserer Sicht noch im Raum – die Zeit wird es zeigen. Sicher ist: Die Spielregeln haben sich spürbar verschoben.
Warum sich Bloggen trotzdem gelohnt hat
Trotz all dieser Veränderungen war Birgits Antwort auf meine Frage „Lohnt es sich überhaupt noch zu bloggen?“ sehr klar: Ja, unbedingt.
Für sie war Bloggen:
immer noch die nachhaltigste Form von Content-Marketing,
eine der wichtigsten Möglichkeiten, Expertise sichtbar zu machen,
und für kleine Unternehmen und Solopreneurinnen häufig alternativlos.
Denn:
Viele von uns haben nicht das Budget für große Kampagnen, Fernseh- oder Radiowerbung.
Auch Anzeigen in Social Media sind nicht für jede dauerhaft leistbar oder passend.
Ein Blog hat dagegen langfristig gearbeitet – oft über Jahre. Selbst wenn SEO nicht perfekt war, haben sich Leserinnen über Suchmaschinen oder Weiterempfehlungen den Weg gebahnt.
Birgit und ich waren uns einig: Für Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI ist ein Blog immer noch ein starkes Fundament. Vor allem dann, wenn du:
die SEO-Basics beachtest (z.B. saubere Überschriftenstruktur, lesbare Texte, klare Struktur),
und deine Inhalte so aufbereitest, dass sie nicht nur für Menschen, sondern auch für Maschinen verständlich sind.
Spannend war an dieser Stelle auch der Hinweis von Birgit: Strukturiert aufbereitete Inhalte helfen nicht nur Google, sondern auch den KI-Tools, die auf reale Inhalte zugreifen und sie zusammenfassen. Dein sauber strukturierter Blogartikel hat der KI also überhaupt erst die Chance gegeben, dich sinnvoll zu „zitieren“.
E‑E‑A‑T: Wie du Vertrauen und Expertise sichtbar gemacht hast
Im nächsten Schritt sind wir in ein Thema eingestiegen, das im Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI immer wichtiger geworden ist und wo die Begrifflichkeit den meisten vermutlich noch nicht klar ist: E‑E‑A‑T.
Birgit hat erklärt, wofür die Buchstaben stehen:
E – Expertise
E – Experience (Erfahrung)
A – Authoritativeness (Autorität)
T – Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit)
Oder, wie sie es zusammengefasst hat:
„Es geht darum, den Suchmaschinen klarzumachen, wer wir sind, was wir können, dass wir cool sind und dass der Content, den sie gefunden haben, wirklich von uns stammt.“ – Birgit Schultz
Für dich bedeutet das ganz konkret:
Du zeigst, wer du bist und woher deine Expertise kommt.
Du belegst deine Erfahrung (z.B. seit wann du im Business bist, mit wem du gearbeitet hast).
Du baust Autorität auf, vor allem durch Inhalte, die in die Tiefe gehen und anderen weiterhelfen.
Du sorgst für Vertrauen, indem du regelmäßig hochwertigen Content veröffentlichst.
Ein paar ganz praktische Hebel haben wir im Gespräch genannt:
Eine coole Über-mich-Seite, die nicht nur deinen Lebenslauf runterbetet, sondern deutlich macht, warum genau du zu deinem Thema etwas zu sagen hast.
Eine Autorenbox unter deinen Blogartikeln, die kurz erklärt, wer du bist und warum dieser Artikel von dir stammt.
Backlinks und Erwähnungen: Wenn andere dich verlinkt oder interviewt haben, zeigt das Suchmaschinen und KI-Tools, dass du als Quelle wahrgenommen wirst.
Birgit hat auch betont, wie wichtig es ist, dass du dich nicht nur auf ein einziges Format verlässt:
Blogartikel
Podcast-Folgen
YouTube-Videos
All das kann zusammenwirken und deine E‑E‑A‑T stärken, denn je mehr hochwertige Inhalte es von dir zu einem Thema gibt, desto klarer wirst du als verlässliche Stimme wahrgenommen.
Sie hat an dieser Stelle schon die Brücke geschlagen zu einem Thema, das später noch einmal kam: Content Repurposing und Content Recycling. Inhalte nicht nur einmal zu erstellen und dann in der Schublade verschwinden zu lassen, sondern sie in unterschiedlichen Formaten zu nutzen.
Topical Authority: Wofür du wirklich stehen wolltest
Ein weiterer zentraler Begriff in unserem Gespräch war Topical Authority, also deine Themenautorität. Die Frage dahinter: Für welches Thema willst du wirklich stehen?
Birgit hat dafür ein sehr persönliches Beispiel geteilt. Als sie vor zehn Jahren mit ihrem Blog „Marketing Zauber“ gestartet ist, hat sie über ganz viele verschiedene Marketingthemen gebloggt, weil sie zeigen wollte, dass sie kein „One-Trick-Pony“ ist.
Sie hat über Social Media, Content-Marketing, Wissensmanagement, Facebook Ads und vieles mehr geschrieben. Alles Themen aus dem Marketing-Kosmos, aber sehr breit gestreut.
Ihre Erkenntnis:
„Das ist zwar ganz nett, aber es ist keine Topical Authority.“ – Birgit Schultz
Für dich als Solopreneurin ist das eine wichtige Einladung:
Statt „alles“ abzudecken, wird es immer wichtiger, dich auf 2–3 Kernthemen zu fokussieren.
Das bedeutet nicht, dass du all dein Wissen verleugnen musst. Aber nach außen darf klar erkennbar sein, wofür du in erster Linie stehst.
Sehr bildhaft fand ich den Vergleich, den Birgit genutzt hat:
Ein Blog mit klarem Fokus ist wie ein Romanprojekt mit rotem Faden.
Ein Blog mit „von allem etwas“ ist eher wie eine Anthologie aus vielen Kurzgeschichten. Auch spannend, aber weniger einprägsam.
„Wir schreiben lieber ein Romanprojekt auf unserem Blog als eine Anthologie.“ – Birgit Schultz
Ich habe im Gespräch geteilt, dass ich selbst meinen Blog einmal ordentlich „ausgemistet“ habe. Viele Artikel waren thematisch zwar irgendwo bei mir angesiedelt, haben aber nicht mehr auf meine aktuellen Schwerpunkte wie authentisches Marketing und nachhaltige Sichtbarkeit eingezahlt.
Spannend war:
Das Ausmisten hat mir innerlich mehr Klarheit geschenkt.
Ich musste mich nicht jedes Mal wieder völlig neu in Themen einarbeiten.
Ich konnte Schritt für Schritt in ein großes Themenbecken eintauchen und dort in die Tiefe gehen.
Meine innere Kritikerin hat zwar kurz „Laaaaaangweilig, immer über das gleiche Thema schreiben!“ gerufen. In der Praxis habe ich aber gemerkt: Je tiefer ich in mein Kernthema eingestiegen bin, desto spannender und klarer ist es geworden, und war sowohl für mich und für meine Leserinnen.
Bestehenden Content ausmisten – mit und ohne KI
Ein wichtiger, sehr praktischer Teil unseres Gesprächs drehte sich darum, was du mit deinem bestehenden Content machen kannst. Also all den Blogartikeln, die schon auf deiner Website liegen.
Birgit hat erzählt, dass sie selbst einen sehr umfangreichen Blog mit rund 180–200 Beiträgen hatte und dass sie angefangen hat, radikal auszumisten:
Artikel, die nicht mehr zu ihren Kernthemen gepasst haben, hat sie auf Entwurf gestellt oder gelöscht.
Beiträge, die thematisch noch gut passten, aber zu dünn waren, hat sie ausgebaut.
Sehr lange Artikel mit 8.000–9.000 Wörtern wollte sie neu strukturieren, weil einige KI-Tools mit so langen Texten Schwierigkeiten hatten.
Ihr Ansatz:
„Der effizienteste Weg ist, erstmal das alte Zeug aufzubereiten, bevor ich neue Inhalte produziere.“ – Birgit Schultz
Ich habe an dieser Stelle ergänzt, dass KI-Tools beim Sortieren und Bewerten deiner Inhalte sehr hilfreich sein können – im Sinne von:
Artikel nach Themenclustern sortieren lassen
Vorschläge bekommen, welche Beiträge du behalten, überarbeiten oder löschen könntest
Die entscheidende Bewertung triffst du aber selbst.
Deine persönliche Erfahrung, deine Geschichten und deine Haltung kann und soll dir keine KI abnehmen.
Birgit hat außerdem empfohlen, nicht nur mit einem einzigen Tool zu arbeiten:
„Verlass dich nicht auf dein Leib-und-Magen-KI-Tool. Stell dieselbe Aufgabe verschiedenen Tools und vergleiche die Ergebnisse.“ – Birgit Schultz
So bleibst du kritisch, nutzt die Stärken der Tools, ohne deine eigene Verantwortung für deinen Content abzugeben.
CRO: Wie dein Content wirklich für dich gearbeitet hat
Ein weiterer großer Block in unserem Gespräch war CRO – Conversion Rate Optimierung. Klingt technisch, ist aber im Kern eine sehr einfache Frage:
„Was soll dieser eine Content-Teil für dich tun?“
Birgit hat erzählt, dass viele Jahre lang das Motto im Content-Marketing war: „Teile dein Wissen großzügig.“ Daran ist auch nichts falsch. Aber in Zeiten von KI hat sich etwas verschoben:
Wissen ist noch verfügbarer geworden, z.B. durch Bücher, Blogs, Onlinekurse und eben auch KI.
Wenn dein Content nur aus Wissenshäppchen besteht, ist er austauschbar.
Deshalb war es wichtig, bei jedem Blogartikel (oder jeder Podcastfolge, jedem Video) bewusst zu entscheiden:
Soll dieser Beitrag vor allem Leserinnen binden?
z.B. durch Kommentare, Austausch und Gespräche
Soll er Newsletter-Abonnentinnen gewinnen?
z.B. durch eine gezielte Einladung in deine E-Mail-Community
Soll er auf ein konkretes Angebot hinführen oder direkt verkaufen?
z.B. durch einen Artikel, der ein Programm oder einen Kurs ausführlich erklärt
Birgit hat das mit der klassischen Funnel-Struktur verknüpft:
Top of the Funnel (ToFu):
Reine Wissensartikel – „Wie du …“-Beiträge, die eine erste Frage beantworten.
Middle of the Funnel (MoFu):
Inhalte, die bei einer Kaufentscheidung helfen – z.B. „Worauf du achten solltest, wenn du dir einen Online-Yoga-Kurs kaufst.“
Bottom of the Funnel (BoFu):
Beiträge, die ein konkretes Angebot vorstellen, für Menschen, die quasi schon mit dem Portemonnaie in der Hand dastehen.
Ein Punkt war uns beiden besonders wichtig: CRO bedeutet nicht, in jeden Beitrag fünf aggressive Kaufaufforderungen zu packen. Stattdessen kannst du dir bei jedem Stück Content überlegen:
Was ist der nächste sinnvolle Schritt für meine Leserin?
Wie kann ich sie freundlich dazu einladen?
Ich habe es so zusammengefasst:
„Es geht nicht darum, dass du Druck machst, sondern dass du Menschen, die schon auf deiner Website sind, nicht im luftleeren Raum stehen lässt.“
Statt gar keine Call-to-Actions zu nutzen, kannst du z.B.:
am Ende eines Wissensartikels auf einen vertiefenden Beitrag verlinken,
in der Mitte eines Blogposts sanft auf deinen Newsletter hinweisen,
bei sehr themennahen Artikeln auf ein passendes Angebot aufmerksam machen.
Birgit hat an der Stelle noch ergänzt, dass viele KIs bei Call-to-Actions sehr altmodische Formulierungen vorschlagen („Kaufe jetzt!“, „Sichere dir…“). Sie hat betont, wie wichtig es ist, auch hier deine eigene Tonalität zu wahren:
„Wenn du es dir wie eine Einladung an eine gute Freundin vorstellst, klingt es automatisch weniger nach Befehl.“ – frei nach Birgit Schultz
Social Media vs. Blog: Wo dein Content zu Hause war
Gegen Ende des Interviews sind wir noch einmal auf ein Thema eingegangen, das viele Solopreneurinnen stark beschäftigt: Social Media.
Denn vielleicht kommt dir das folgenden Szenario irgendwie bekannt vor:
Du brauchst ewig, um ein Reel, einen Post oder ein Karussell zu erstellen.
Du klickst auf „Veröffentlichen“ und nach ein paar Stunden ist der Beitrag in der Versenkung verschwunden.
Birgit hat es sehr klar formuliert:
Die Halbwertszeit von Social-Media-Content ist oft extrem kurz.
Das steht in keinem Verhältnis zu der Zeit, die viele in die Erstellung stecken.
Für sie ist Social Media deshalb vor allem eins, nämlich ein Kommunikationsraum, in dem du mit Menschen in Kontakt kommst und kein Ort, an dem dein wichtigster, tiefster Content dauerhaft leben sollte.
Ein spannendes Beispiel von ihr ist, dass ein ein einziger Kommentar von ihr auf LinkedIn eine fünfstellige Reichweite hatte, während sie sonst bei eigenen Posts im Schnitt nur eine dreistellige Reichweite erreicht.
Daraus kannst du für dein Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI einiges mitnehmen:
Dein Blog (oder Podcast/YouTube) ist dein Content-Zuhause, dein Content-Hub.
Social Media ist die Bühne, auf der du Ausschnitte zeigst und Gespräche anstößt.
Kommentare können oft sichtbarer und nachhaltiger sein als noch ein eigener Post.
Ich habe im Gespräch betont, dass es wichtig ist, deine eigene Energie im Blick zu behalten:
„Wir haben alle begrenzte Zeit, begrenzte Energie und begrenzte Lust auf bestimmte Kanäle. Es lohnt sich genau hinzuschauen, was wirklich zu dir passt.“
Wenn du Social Media also nutzen möchtest, kannst du es dir leicht machen, zum Beispiel so (und vielleicht sehen wir uns bei der Gelegenheit mal auf LinkedIn 🤗):
Dir morgens mit deinem Kaffee 10–15 Minuten nehmen.
Durch deinen Feed scrollen und gezielt kommentieren, wo du wirklich etwas beizutragen hast.
Nicht den Anspruch haben, überall präsent zu sein.
Gleichzeitig darfst du Prioritäten setzen und dich fragen, was dir langfristig mehr Sichtbarkeit und Tiefgang bringt und wo du deine Expertise wirklich zeigen kannst.
In unserem Gespräch war die Antwort klar: Dein Blog und dein Longform-Content sind der Ort, an dem du als Expertin erkennbar und auffindbar geblieben bist, auch in einer Welt, in der KI immer mehr Antworten ausspuckt.
Birgit Schultz
Wenn du mehr zu und über Birgit erfahren möchtest, dann findest du die wichtigsten Links hier:
FAQ zu Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI
Brauche ich für erfolgreiches Content-Marketing als Solopreneurin zwingend einen Blog? Du brauchst nicht zwingend einen Blog, aber ein eigenes „Content-Zuhause“ ist extrem hilfreich – gerade, wenn KI und Social-Media-Algorithmen sich ständig verändern. Im Gespräch mit Birgit ist deutlich geworden: Ein Blog ist für viele Solopreneurinnen die nachhaltigste und realistischste Möglichkeit, eigene Inhalte aufzubauen, die nicht nach ein paar Stunden verschwinden und über die du langfristig gefunden wirst. Podcast und YouTube können dieses Zuhause ergänzen, ersetzen es aber selten komplett, weil Texte für Suchmaschinen und KI-Tools besonders gut auswertbar sind.
Wie viele Themen darf ich im Blog abdecken, ohne meine Topical Authority zu verwässern? Birgit hat empfohlen, dich nach außen auf 2–3 Kernthemen zu fokussieren. Das heißt nicht, dass du all dein übriges Wissen „wegschmeißen“ musst. Aber für Leserinnen, Suchmaschinen und KI-Tools sollte erkennbar sein, wofür du in erster Linie stehst. Je klarer dein thematischer Fokus, desto eher baust du eine echte Topical Authority auf – also Themenautorität, die dich als Expertin sichtbar macht.
Was mache ich mit alten Blogartikeln, die nicht mehr zu meinem Fokus passen? Du musst nicht alles sofort löschen (puuuuuh!). Du hast mehrere Möglichkeiten:
Beiträge, die gar nicht mehr zu deinem Fokus passen, kannst du auf Entwurf stellen oder entfernen.
Artikel, die thematisch passen, aber veraltet oder zu dünn sind, kannst du aktualisieren und ausbauen.
Inhalte, die zwar nicht mehr auf deine Kernthemen einzahlen, dir aber wichtig sind, kannst du z.B. in ein E-Book, ein Buch oder Gastartikel verwandeln.
Wichtig ist, dass du deinen Blog Stück für Stück so sortierst, dass er wie ein „Roman mit rotem Faden“ wirkt und nicht wie eine zufällige Sammlung irgendwie interessanter Themen wirkt.
Wie kann ich KI nutzen, ohne dass meine Texte austauschbar werden? KI eignet sich sehr gut als Unterstützung beim Sortieren, Strukturieren und Analysieren deines vorhandenen Contents. Du kannst dir z.B. helfen lassen beim Clustern deiner Artikel zu Themenblöcken, beim Bewerten, welche Beiträge du überarbeiten oder löschen könntest und auch beim Auffinden von Lücken in deiner Themenabdeckung.
Die eigentlichen Texte – vor allem deine Erfahrungen, Beispiele und Geschichten solltest du aber weiterhin selbst schreiben oder zumindest stark überarbeiten. Genau diese persönliche Ebene unterscheidet deine Inhalte von generischen KI-Texten. Birgit hat außerdem empfohlen, mehrere KI-Tools zu vergleichen und ihre Vorschläge kritisch zu prüfen.
Reicht es nicht, wenn ich einfach Social Media mache und mir das Bloggen spare? Eine oft gestellte Frage… Social Media kann sichtbar machen, was du tust, aber die Inhalte dort haben meist eine sehr kurze Lebensdauer. Ein aufwendiges Reel oder ein Karussell kann nach wenigen Stunden schon wieder verschwunden sein. Dein Blog dagegen kann über Jahre hinweg gefunden werden – von Menschen, von Suchmaschinen und von KI-Tools. Im Gespräch mit Birgit wurde deutlich: Social Media ist ideal als Dialog- und Netzwerkraum, aber dein langfristig wertvollster Content gehört auf eine Plattform, die dir gehört – in den meisten Fällen: deine Website und dein Blog.
Der Jahresanfang fühlt sich oft nach Neuanfang an, nach frischer Energie, neuen Möglichkeiten, einem inneren „Jetzt aber“. Und vielleicht spürst du genau das gerade auch. Gleichzeitig liegt da dieses leise Gefühl im Hintergrund: dass dieses Jahr endlich klarer, strukturierter, erfolgreicher laufen sollte. Vielleicht, weil du mit dem Vorjahr nicht so happy warst. Vielleicht aber auch nicht, weil du unzufrieden bist sondern weil du weißt, dass da mehr möglich wäre. Wenn sich Marketing nicht jedes Mal so schwer anfühlen würde.
Viele selbstständige Frauen starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr (ich übrigens auch) und merken nach wenigen Wochen, dass genau diese Vorsätze zusätzlichen Druck erzeugen. Nicht, weil sie zu wenig tun sondern weil sie versuchen, ihr Marketing zu planen, bevor klar ist, wie es sich überhaupt anfühlen soll.
Dieser Artikel ist keine Anleitung für einen perfekten Jahresstart. Er ist eine Einladung, dein Marketing für 2026 anders zu denken: ruhiger, bewusster – und so, dass es zu deinem Leben passt.
💡 Das Wichtigste in Kürze
In diesem Artikel geht es nicht darum, dein Marketing neu zu erfinden, sondern darum, es neu auszurichten.
Du liest hier, warum der Jahresanfang oft mehr Druck als Klarheit erzeugt. Warum das, was du bewusst nicht tust, ein starkes Markensignal sein kann. Und wie eine ruhige, tragfähige Struktur dir Sicherheit gibt – ohne dich anzutreiben.
Damit Marketing 2026 nicht lauter wird. Sondern stimmiger und authentischer.
Warum das neue Jahr neben Chancen auch Stolpersteine bietet
Der Jahresanfang hat immer eine besondere Energie, wie ein kollektiver Verstärker. Das kennst du vielleicht auch: Auf einmal fühlt es sich so an, als wäre alles möglich. Als könnte man komplett neu anfangen und Dinge ab jetzt „richtig“ machen. Neue Ziele, neue Routinen, neue Marketingpläne. So ähnlich wie zu Schulzeiten am Beginn eines neuen Schuljahres, wenn man mit frischen Heften und Stiften in die Schule gegangen und sich vorgenommen hat, dass man ab jetzt immer ganz ordentlich ist und schreibt. Und ich liebe diese Neuanfangsgedanken sehr, weil sie unheimlich viel Power und Energie mit sich bringen können.
Auf der anderen Seite bringt der Jahreswechsel oft etwas mit, was sich auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so deutlich zeigt, nämlich Druck. Der ist nicht immer laut und auch nicht immer offensichtlich. Das ist mehr so ein Ziehen im Hintergrund und diese innere Stimme, die sagt: „Dieses Jahr muss es aber besser laufen.“ oder „Dieses Jahr musst du es aber richtig machen.“ Da ist der Druck, diesmal strukturierter vorzugehen, sichtbarer zu werden, konstanter zu sein und natürlich unterm Strich erfolgreicher.
Und wenn wir ehrlich sind kommt dieser Druck selten nur von außen. Klar, da sind auf Social Media vor allem überall Posts, Podcastfolgen, Jahresplanungsworkshops und „So erreichst du deine Ziele“-Programme. Und vieles davon ist nicht einmal böse gemeint – jedenfalls nicht meine Podcast-Episoden und mein Jahresplanungsworkshop 😉
Das Problem ist aber eher, dass unser Kopf aus diesen vielen Impulsen schnell eine Art Pflichtprogramm macht. Als gäbe es eine richtige Art, ins neue Jahr zu starten und als müsse man sofort beweisen, dass und wie ernst man es meint. Und oft führt das dazu, dass aus dem positiven Gefühl des Jahresbeginns statt positiver Energie eher das Gefühl entsteht, dass man schon hinterherlaufen würde. Das liegt aber nicht daran, dass du zu wenig Motivation hast oder dir die Disziplin fehlt.
Es liegt daran, dass der Jahresanfang Erwartungen bündelt – oft unbewusst. Erwartungen daran, wie sichtbar man sein sollte, wie klar das eigene Business sein müsste und wie strukturiert man jetzt endlich arbeiten sollte.
Diese Erwartungen entstehen selten aus dem Nichts sondern sie speisen sich aus dem, was wir sehen: Da gibt es diejenigen, die scheinbar genau wissen, wohin sie wollen. Contentpläne, die längst fertiggestellt sind oder Marketingaktivitäten, die unabhängig von Feiertagen und Jahreswechsel weiterlaufen, als hätte es nie eine Pause gegeben und als müsste es auch nie eine geben. Und plötzlich ist da dieser innere Vergleich, der uns oft gar nicht aktiv auffällt. Es ist mehr so ein Gefühl oder eine leise Frage im Hintergrund: Bin ich schon weit genug? Mache ich es richtig? Müsste ich nicht eigentlich…?
Gerade im Marketing zeigt sich das besonders deutlich, denn Marketing ist sichtbar und alles, was sichtbar ist, lädt unweigerlich zum Vergleich ein. Viele starten deshalb mit einem starken Impuls ins neue Jahr, dass jetzt aufgeräumt wird, geplant und das Marketing endlich ernstgenommen wird. Und dann kippt der Jahresanfang oft in den Aktionismus, der sich am Anfang sogar gut anfühlt. Denn man tut etwas, kommt ins Handeln, hat das Gefühl, die Kontrolle zurückzugewinnen und eine Macherin zu sein.
Was aber, wenn Aktionismus ohne Klarheit stattfindet? Dann kann er höchstens für einen Moment wirken.
Denn wenn wir anfangen zu planen, ohne wirklich zu wissen, was zu unserem Leben, unserem Arbeitsalltag und unserer aktuellen Energie passt, entstehen Pläne, die von Anfang an unter Druck stehen. Sie sind oft zu voll, zu ambitioniert oder zu sehr an einem Ideal ausgerichtet, das im Alltag kaum Platz findet. Dann passiert etwas sehr Typisches: Der Plan ist durchdacht, vielleicht sogar richtig gut – aber er bleibt Theorie. Er liegt da, wird immer wieder angeschaut, vielleicht auch innerlich kommentiert, aber nicht wirklich gelebt.
Ein Plan, der nicht aus deinem Leben heraus entsteht, wird früher oder später zur Belastung.
Und mit jedem Tag, an dem er nicht umgesetzt wird, entsteht ein ungutes Gefühl. Kein lauter Frust, sondern eher dieses leise Ziehen im Hintergrund: schlechtes Gewissen, Zweifel, Selbstkritik. Nicht, weil der Plan an sich falsch wäre, sondern weil er nicht aus dem echten Leben heraus entstanden ist.
Viele Frauen, die zu mir kommen, beschreiben genau das. Sie wissen, was sie tun könnten. Sie haben Strategien verstanden, Kurse besucht, Inhalte konsumiert. Sie haben ausprobiert, angepasst, optimiert. Und trotzdem fühlt sich Marketing immer wieder schwer an. Das Problem ist dabei selten fehlendes Wissen. Viel häufiger fehlt die Verbindung zwischen Marketing und dem eigenen Alltag. Zwischen dem, was theoretisch sinnvoll wäre, und dem, was sich praktisch umsetzen lässt.
Der Jahresanfang verstärkt genau diese Lücke. Er suggeriert: Jetzt ist der richtige Moment, alles neu aufzusetzen. Was dabei oft zu kurz kommt, ist eine viel grundlegendere Frage: Passt das, was ich mir vornehme, wirklich zu mir – und zu meinem Leben?
Vielleicht ist genau das der Grund, warum so viele gute Vorsätze schon im Februar leiser werden. Nicht, weil sie falsch waren. Sondern weil sie auf einer Grundlage entstanden sind, die zu wenig mit der eigenen Realität zu tun hatte. Denn ein Jahr beginnt nicht mit einem Plan. Es beginnt mit einer inneren Ausrichtung. Solange diese Ausrichtung fehlt, wird jeder Plan früher oder später zur Belastung. Nicht, weil du ihn nicht einhältst, sondern weil er zu einem Maßstab wird, an dem du dich ständig misst.
Und genau hier liegt der entscheidende Perspektivwechsel: Marketing darf dich nicht permanent daran erinnern, was du noch alles tun solltest. Es darf dich unterstützen, dir Orientierung geben und dich durch dein Jahr begleiten. Dafür braucht es etwas anderes als neue To-do-Listen oder ambitionierte Vorsätze. Es braucht Klarheit. Nicht darüber, was du alles machen willst. Sondern darüber, wie du sichtbar sein willst – und was du bewusst nicht mehr zu deinem Marketing zählen möchtest.
Klarheit vor Planung
Nach dem Jahresanfang und all den Erwartungen, die damit einhergehen, entsteht oft der Wunsch nach einem Plan. Nach etwas Festem und nach einer Struktur, an der man sich orientieren kann. Das ist verständlich und grundsätzlich auch sinnvoll. Problematisch wird es erst dann, wenn Planung zu früh kommt. Denn ein Plan beantwortet viele organisatorische Fragen. Er sagt dir, wann du etwas tun willst, wie oft und vielleicht sogar auf welchem Kanal. Was er nicht beantworten kann, ist eine viel grundlegendere Frage: Warum genau das – und nicht etwas anderes?
Genau hier setzt Klarheit an.
Klarheit bedeutet nicht, alles schon zu wissen oder sich für immer festzulegen. Es geht nicht um eine endgültige Entscheidung für die nächsten zwölf Monate. Es geht darum, dir bewusst zu machen, wofür du sichtbar sein möchtest – und wofür nicht.
Diese Unterscheidung klingt einfach, ist aber erstaunlich wirkungsvoll. Viele Marketingentscheidungen fühlen sich schwer an, weil sie aus einem diffusen „Man müsste mal“ entstehen. Man müsste sichtbarer sein. Man müsste regelmäßiger posten. Man müsste dieses oder jenes ausprobieren. Solange dieses „müsste“ im Raum steht, bleibt alles unscharf. Und Unsicherheit kostet Energie.
Klarheit bringt Ruhe, weil sie Grenzen setzt. Nicht im Sinne von Einschränkung, sondern im Sinne von Orientierung. Wenn du weißt, wofür du sichtbar sein willst, wird vieles automatisch leichter. Du musst nicht mehr jede neue Idee prüfen. Du musst nicht mehr jeden Trend bewerten. Du musst nicht mehr alles in Betracht ziehen, nur weil es theoretisch funktionieren könnte. Gleichzeitig gehört zur Klarheit immer auch die andere Seite: das bewusste Nein. Wofür möchtest du nicht sichtbar sein? Welche Themen, Formate oder Erwartungen möchtest du 2026 nicht mehr bedienen?
Diese Fragen werden oft ausgelassen, weil sie unbequem sind. Ein Nein fühlt sich schnell wie ein Risiko an. Wie ein Verzicht. Wie eine vertane Chance. In Wahrheit ist ein klares Nein häufig die Voraussetzung dafür, dass dein Ja überhaupt Wirkung entfalten kann.
Klarheit bedeutet auch, dir ehrlich einzugestehen, was zu deinem Leben passt – und was nicht. Nicht zu einem idealisierten Business-Alltag, sondern zu dem, den du tatsächlich lebst. Vielleicht hast du wenig Lust auf tägliche Präsenz, vielleicht brauchst du Phasen von Rückzug, um gute Inhalte zu entwickeln oder vielleicht funktioniert dein Marketing besser, wenn es ruhiger, fokussierter und weniger häufig ist.
All das sind keine Schwächen. Es sind Rahmenbedingungen. Und genau diese Rahmenbedingungen dürfen Teil deiner Marketing-Entscheidungen sein. Ohne diese Klarheit entsteht Planung schnell aus einem äußeren Maßstab heraus: aus dem, was andere tun, empfehlen oder vormachen. Mit Klarheit entsteht Planung aus dir selbst heraus. Du merkst das ganz konkret im Alltag. Entscheidungen fühlen sich weniger zäh an. Du grübelst weniger. Du erklärst dich seltener. Und du hast schneller ein Gefühl dafür, ob etwas zu dir passt oder nicht.
Marketing darf sich leichter anfühlen. Nicht weniger professionell – sondern stimmiger.
Klarheit ist damit keine Vorstufe zur Planung, die man schnell abhakt. Sie ist das Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut. Und sie ist nichts Abstraktes. Sie zeigt sich ganz praktisch in Fragen wie:
Möchte ich 2026 lieber weniger Formate, dafür mehr Tiefe?
Möchte ich mich zu bestimmten Themen klar positionieren – und andere bewusst außen vor lassen?
Möchte ich Marketing so gestalten, dass es mich auch in vollen Phasen trägt?
Wenn du diese Fragen für dich beantwortest, muss dein Marketing nicht jedes Mal neu erfunden werden. Es bekommt einen inneren Rahmen. Und dieser Rahmen gibt Sicherheit – nicht nur für dich, sondern auch für die Menschen, die dir folgen. Erst aus dieser Klarheit heraus macht es Sinn, weiterzudenken. Zu schauen, was bleiben darf. Und was gehen kann. Denn Klarheit führt ganz automatisch zum nächsten Schritt: zum bewussten Weglassen.
Wenn du die Inhalte dieses Blogartikels lieber anhören möchtest, findest du im Podcast ALLES IM GRIFF im Online-Marketing eine zusammenhängende Serie genau zu diesem Thema.
Podcast-Episode #172: Klarheit vor Planung
Weglassen als Markensignal
Wenn Klarheit da ist, passiert oft etwas sehr Spannendes und ganz Natürliches: Du beginnst, Dinge zu hinterfragen, die du bisher einfach mitgemacht hast. Nicht aus Trotz oder Ablehnung, sondern aus einem neuen Bewusstsein heraus. Plötzlich stellst du dir Fragen wie: Brauche ich das wirklich? Passt das noch zu mir? Oder mache ich das vor allem, weil man es so macht?
Genau an diesem Punkt kommt das Weglassen ins Spiel. Und obwohl Weglassen oft wie ein Rückschritt wirkt, ist es in Wahrheit eine sehr bewusste Entscheidung. Eine, die viel über dich und deine Marke aussagt. Denn Marketing besteht nicht nur aus dem, was du zeigst, teilst oder anbietest. Es besteht genauso aus dem, was du bewusst nicht tust. Welche Kanäle du nutzt – und welche nicht. Welche Themen du immer wieder aufgreifst – und welche du außen vor lässt. Welche Erwartungen du erfüllst – und welche du nicht mehr bedienst. Diese Entscheidungen sind kein Zufall, sie senden vielmehr ein Signal. Ein Signal an dich selbst, aber auch an die Menschen, die dir folgen. Sie zeigen, wofür du stehst. Und wofür eben nicht.
Viele selbstständige Frauen zögern beim Weglassen, weil sie Angst haben, etwas zu verlieren. Reichweite. Sichtbarkeit. Möglichkeiten. Vielleicht auch Anerkennung. Diese Sorge ist nachvollziehbar. Schließlich wird uns oft vermittelt, dass Marketing vor allem eines braucht: Präsenz. Doch Präsenz allein schafft noch keine Wirkung. Wirkung entsteht eher durch Klarheit und Wiedererkennbarkeit. Wenn alles möglich ist, wird nichts greifbar. Wenn du überall ein bisschen bist, bist du selten wirklich da.
Weglassen hilft dabei, diese Zerstreuung zu beenden. Es bündelt deine Energie. Und es macht dein Marketing verständlicher, und zwar für dich und für andere. Dabei geht es nicht darum, radikal alles zu streichen oder sich künstlich zu verknappen. Weglassen bedeutet nicht Verzicht um jeden Preis. Es bedeutet, ehrlich hinzuschauen: Was zahlt wirklich auf das ein, wofür ich sichtbar sein möchte?
Vielleicht stellst du fest, dass bestimmte Kanäle dich mehr stressen, als sie dir bringen. Vielleicht merkst du, dass manche Formate zwar gut funktionieren, sich aber nicht mehr nach dir anfühlen. Vielleicht erkennst du, dass du Themen bedienst, die Aufmerksamkeit bringen, aber nicht die richtigen Menschen anziehen. All das darf hinterfragt werden.
Weglassen ist in diesem Zusammenhang kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Reife. Es zeigt, dass du nicht jedem Impuls folgen musst. Dass du Entscheidungen triffst, die nicht nur kurzfristig sinnvoll erscheinen, sondern langfristig tragen. Und genau deshalb ist Weglassen ein Markensignal und es signalisiert: Ich kenne meine Schwerpunkte. Ich weiß, was mir wichtig ist. Und ich erlaube mir, nicht alles mitzumachen. Diese Haltung schafft Vertrauen. Denn sie wirkt ruhig. Klar. Verlässlich.
Für viele entsteht hier eine große Erleichterung. Denn mit jedem bewussten Nein wird das Ja klarer. Entscheidungen werden einfacher. Marketing fühlt sich weniger nach Dauerbewertung an und mehr nach einem Rahmen, in dem du dich bewegen kannst. Weglassen schafft Platz. Platz für Tiefe statt Breite. Platz für Qualität statt Quantität. Platz für eine Sichtbarkeit, die sich nicht nach Anstrengung anfühlt. Und genau dieser Platz ist wichtig für den nächsten Schritt. Denn wenn klar ist, was bleibt und was gehen darf, stellt sich eine neue Frage: Wie halte ich das im Alltag?
Hier kommt Struktur ins Spiel. Nicht als starres System, sondern als etwas, das dich trägt.
Podcast-Episode #173: Fokussiert statt verzettelt Der Mut zum Weglassen
Struktur, die trägt
Wenn Klarheit da ist und du weißt, was du bewusst weglassen möchtest, entsteht oft ein neues Bedürfnis: nach Halt. Nicht nach Kontrolle, sondern nach etwas, das dir im Alltag Orientierung gibt. Genau hier kommt Struktur ins Spiel. Und genau hier wird sie oft missverstanden. Viele verbinden Struktur mit festen Plänen, vollen Kalendern oder detaillierten To-do-Listen. Mit etwas, das antreibt, überwacht oder ständig daran erinnert, was noch zu tun ist. Kein Wunder also, dass Struktur für viele eher Druck als Entlastung bedeutet.
Dabei kann Struktur auch etwas ganz anderes sein. Eine Struktur, die trägt, ist kein Plan zum Abarbeiten. Sie ist ein innerer Rahmen, der dir hilft, Entscheidungen zu treffen – auch dann, wenn dein Alltag voll ist oder deine Energie schwankt. Ein solcher Marketing-Fahrplan beantwortet nicht jede Detailfrage. Er sagt dir nicht, was du an welchem Tag posten musst. Aber er hilft dir, einzuordnen, ob etwas gerade zu dir passt oder nicht.
Vielleicht kennst du diese Momente, in denen eine neue Idee auftaucht oder vielleicht ein Impuls von außen. Ein Trend, über den gerade alle sprechen. Und sofort stellt sich die Frage: Sollte ich das auch machen? Ohne Struktur beginnt dann oft das Grübeln. Mit Struktur entsteht eine andere innere Bewegung. Du kannst prüfen: Passt das zu meiner Klarheit? Zu dem, was ich bleiben lassen möchte? Zu dem Rahmen, den ich mir gesetzt habe? Struktur wirkt in diesem Sinne wie ein Filter. Sie nimmt dir Entscheidungen nicht ab, aber sie macht sie leichter.
Wichtig ist dabei: Diese Struktur muss zu deinem Leben passen. Nicht zu einem idealisierten Arbeitsalltag, sondern zu deinem echten. Zu Tagen mit Terminen, zu Phasen mit wenig Raum, zu Momenten, in denen Marketing eher im Hintergrund läuft. Eine tragende Struktur darf deshalb flexibel sein. Sie darf sich anpassen und vor allem darf sie mitwachsen.
Sie erinnert dich nicht daran, was du alles noch nicht geschafft hast sondern daran, was dir wichtig ist und viele erleben an diesem Punkt eine große Erleichterung. Marketing fühlt sich nicht mehr wie ein Dauerprojekt an, das ständig Aufmerksamkeit fordert. Es wird zu etwas, das dich begleitet – ruhig, verlässlich, ohne ständigen Druck.
Das bedeutet nicht, dass es keine Verbindlichkeit mehr gibt. Im Gegenteil, denn die braucht es unbedingt. Aber gerade die Struktur schafft Verbindlichkeit, aber nicht über Zwang, sondern über Passung. Du bleibst eher dran, weil sich das, was du dir vornimmst, tragen lässt. Und genau hier liegt ein wichtiger Unterschied: Struktur, die antreibt, arbeitet gegen dich. Struktur, die trägt, arbeitet mit dir. Sie erlaubt dir, Pausen zu machen, ohne alles infrage zu stellen. Sie hilft dir, wieder einzusteigen, ohne von vorne anfangen zu müssen und sie sorgt dafür, dass Sichtbarkeit nicht jedes Mal neu aufgebaut werden muss.
Ein Marketing-Fahrplan in diesem Sinne ist kein starres Dokument. Er ist eher ein innerer Kompass. Etwas, das dir Orientierung gibt, auch wenn nicht alles klar ist. Und vielleicht ist genau das die Art von Struktur, die viele im Marketing suchen, ohne sie bisher so benannt zu haben.
Wenn du diese Art von Struktur für dich entwickelst, entsteht etwas Wichtiges: Sicherheit. Nicht die Sicherheit, alles im Griff zu haben. Sondern die Sicherheit, mit deinem Marketing umgehen zu können – auch dann, wenn es mal holpert. Damit ist der Rahmen gesetzt und genau aus diesem Rahmen heraus darf der Start ins Jahr leicht sein.
Podcast-Episode #174: Leichter entscheiden mit der richtigen Struktur
Ein sanfter 30-Tage-Start (ohne Checkliste)
Nach all den Gedanken zu Klarheit, Weglassen und Struktur stellt sich oft eine ganz praktische Frage: Und wie starte ich jetzt konkret ins Jahr, ohne direkt wieder in alte Muster zu fallen?
Die Antwort darauf ist vielleicht überraschend einfach: Nicht mit einem Plan für alles und auch nicht mit einer Liste von Dingen, die du „durchziehen“ willst. Ein sanfter Start ins Jahr bedeutet, dem Marketing Zeit zu geben, sich neu zu sortieren. Nicht durch Stillstand, sondern durch bewusste Aufmerksamkeit. Die ersten 30 Tage dürfen ein Übergang sein – kein Sprint.
Statt Wochenplänen oder Tageszielen können dir drei ruhige Impulse Orientierung geben.
Der erste Impuls ist Beobachtung. Nicht im Sinne von Analyse oder Bewertung, sondern als ehrliches Hinsehen. Wie fühlt sich dein Marketing gerade an? Wo fließt es leicht, wo stockt es? Welche Gedanken tauchen auf, wenn du an Sichtbarkeit denkst? Diese Beobachtungen müssen nicht sofort zu Konsequenzen führen. Es reicht, sie wahrzunehmen.
Der zweite Impuls ist Vereinfachung. In den ersten Wochen des Jahres darfst du bewusst weniger wollen. Weniger Themen, weniger Formate, weniger Erwartungen an dich selbst. Vereinfachung heißt nicht, dass du dich zurückziehst, sondern dass du dir erlaubst, den Fokus enger zu setzen. Was wäre eine Form von Sichtbarkeit, die sich im Moment gut halten lässt?
Der dritte Impuls ist Vertrauen. Vertrauen darauf, dass Marketing nicht sofort perfekt laufen muss, um wirksam zu sein. Dass Konstanz nicht in den ersten Wochen entsteht, sondern über Zeit. Und dass du nachjustieren darfst, ohne alles infrage zu stellen.
Diese drei Impulse sind keine Aufgaben. Sie sind eher eine Haltung für die ersten Wochen des Jahres. Sie helfen dir, im Kontakt mit deinem Marketing zu bleiben, ohne dich selbst unter Druck zu setzen. Vielleicht merkst du nach 30 Tagen, dass sich etwas verschoben hat. Dass Entscheidungen leichter fallen. Dass du klarer spürst, was bleiben darf und was nicht. Vielleicht hast du noch keine Antworten auf alles aber ein besseres Gefühl für deinen eigenen Rhythmus. Und genau darum geht es.
Klarheit ist kein Schritt vor der Planung. Sie ist die Grundlage dafür.
Ein guter Start ins Jahr zeigt sich nicht daran, wie viel du umsetzt. Sondern daran, ob das, was du tust, zu dir passt. Wenn Marketing sich nicht wie ein zusätzlicher Kraftakt anfühlt, sondern wie etwas, das dich begleitet, entsteht langfristig mehr Stabilität. Nicht durch Tempo, sondern durch Stimmigkeit.
Mir ist ganz wichtig, dass es bei diesem Artikel nicht darum geht, dein Marketing neu zu erfinden. Nicht darum, alles besser, schneller oder effizienter zu machen. Sondern darum, einen anderen Blick darauf zu entwickeln. Einen Blick, der Klarheit vor Planung stellt. Der Weglassen nicht als Verlust, sondern als Entscheidung versteht und der Struktur als etwas sieht, das trägt und nicht antreibt.
Wenn du mit diesem Gedanken ins Jahr 2026 startest, darf Marketing leiser werden. Nicht weniger wichtig, aber weniger fordernd. Es darf sich stärker an deinem Leben orientieren, an deinem Rhythmus, an dem, was für dich realistisch ist.
Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass du dir genau das wünschst:
mehr innere Sicherheit in deinen Marketing-Entscheidungen.
weniger Druck, alles „richtig“ zu machen.
und einen Rahmen, der dir hilft, sichtbar zu bleiben, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Dann nimm diesen Artikel gerne als Orientierung und als Einladung, dein Marketing Schritt für Schritt stimmiger zu gestalten.
Wenn du diese Gedanken weiter vertiefen möchtest, findest du im Podcast ALLES IM GRIFF im Online-Marketing die passenden Folgen zu diesem Thema. Dort spreche ich im Januar ausführlich über Klarheit, Weglassen, Struktur und Sichtbarkeit als zusammenhängende Serie, die dich durch diesen Prozess begleitet.
Und wenn du dir eine regelmäßige, ruhige Begleitung für dein Marketing wünschst, lade ich dich herzlich ein, meinen Newsletter zu abonnieren. Dort teile ich Gedanken, Einordnungen und Impulse rund um authentisches, alltagstaugliches Marketing – ohne Hektik, ohne Daueroptimierung.
Die vorherigen Ausgaben dieses Artikels sind aus einem klaren Bedürfnis entstanden: Orientierung, Ermutigung und innere Stärkung im Business-Alltag. Viele der Zitate und Gedanken waren Begleiter in Phasen des Aufbaus, des Dranbleibens und des bewussten Vorangehens.
2026 fühlt sich für viele selbstständige Frauen anders an. Nicht zwingend leichter aber vielleicht reifer.
Mit wachsender Erfahrung verändert sich oft auch das, was wirklich trägt. Business-Mindset bedeutet dann nicht mehr, sich immer wieder neu zu motivieren oder schneller zu werden. Sondern klarer zu wählen. Eigene Grenzen ernst zu nehmen.Und Marketing so zu gestalten, dass es langfristig zum Leben passt.
Die 2026er-Edition versteht sich deshalb als inhaltliche Weiterentwicklung, nicht als Neuanfang. Sie ist ruhiger, fokussierter und weniger auf Antrieb ausgerichtet. Statt Durchhalten steht Selbstführung im Vordergrund. Statt Lautstärke innere Sicherheit. Statt ständiger Optimierung eine klare, stimmige Ausrichtung.
Die 52 Zitate und Reminder für 2026 sind gedacht als wöchentliche Impulse – zum Erinnern, Sortieren und Nachjustieren. Nicht als To-do-Liste, sondern als stiller Begleiter durch das Jahr.
Wenn du also magst, dann speichere dir die Seite zum Blogartikel und schaue immer wieder rein, wenn du ein bisschen Ermunterung und Zuspruch brauchst. Oder du abonnierst meinen Newsletter, die MarketingPost, in der ich jede Woche einen Reminder oder ein Zitat ziehe und mit dir teile.
Reminder: Du musst nicht lauter werden, um klarer wahrgenommen zu werden.
“Simplicity is the ultimate sophistication.” – Leonardo da Vinci
Reminder: Nicht jede Idee braucht sofort eine Umsetzung.
„Wer seinen eigenen Weg geht, wird nicht überholt.“ – unbekannt
Reminder: Dein Tempo ist kein Problem, sondern Teil deiner Positionierung.
“You don’t have to see the whole staircase, just take the first step.” – Martin Luther King Jr.
Reminder: Struktur darf dich entlasten – nicht antreiben.
„In der Ruhe liegt die Kraft.“ – deutsches Sprichwort
Reminder: Nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll für dich.
“Clarity precedes success.” – Robin Sharma
Reminder: Marketing darf sich deinem Leben anpassen – nicht umgekehrt.
„Einfachheit ist oft schwerer als Komplexität.“ – Steve Jobs
Reminder: Weniger Entscheidungen schaffen mehr Fokus.
“What you focus on grows.” – Tony Robbins
Reminder: Du darfst Dinge weglassen, auch wenn sie „gut funktionieren“.
„Nicht der Beginn wird belohnt, sondern das Dranbleiben.“ – unbekannt
Reminder: Klarheit entsteht oft im Tun – nicht im Grübeln.
“Progress, not perfection.” – Leitsatz
Reminder: Nicht jede Reaktion ist ein Maßstab für Qualität.
„Geduld ist auch eine Form von Handlung.“ – unbekannt
Reminder: Du musst nicht alles erklären, um verstanden zu werden.
“Confidence comes from keeping promises to yourself.” – Ed Latimore
Reminder: Dein Business darf sich sicher anfühlen.
„Alles Wesentliche ist einfach, aber nicht leicht.“ – Friedrich Nietzsche
Reminder: Wirkung zeigt sich oft zeitversetzt.
“Consistency beats intensity.” – unbekannt
Reminder: Du darfst deinen Rhythmus wichtiger nehmen als Algorithmen.
„Nicht alles, was zählt, ist messbar.“ – sinngemäß nach Albert Einstein
Reminder: Klarheit beginnt häufig mit einem Nein.
“Direction is more important than speed.” – unbekannt
Reminder: Du darfst heute anders arbeiten als früher.
„Wer ständig rennt, verpasst oft den richtigen Weg.“ – unbekannt
Reminder: Sichtbarkeit ohne Substanz ist laut – Substanz ohne Eile trägt.
“Do less, but do it better.” – Jason Fried
Reminder: Marketing ist kein Beweis deiner Leistungsfähigkeit.
„Beständigkeit schlägt Begeisterung.“ – unbekannt
Reminder: Du darfst dich wiederholen, wenn es für dich wichtig ist.
“Slow is smooth. Smooth is fast.” – Redewendung
Reminder: Nicht jeder Wachstumsschritt muss sichtbar sein.
„Qualität braucht Aufmerksamkeit, nicht Druck.“ – unbekannt
Reminder: Du musst nicht überall präsent sein, um verlässlich zu wirken.
“The work you do while no one is watching matters most.” – unbekannt
Reminder: Innere Sicherheit ist eine Business-Kompetenz.
„Wachstum braucht Raum.“ – unbekannt
Reminder: Du darfst Marketing einfacher machen als andere.
“Make it sustainable or don’t make it at all.” – unbekannt
Reminder: Dein Angebot darf mit dir reifen.
„Nicht mehr tun, sondern stimmiger handeln.“ – unbekannt
Reminder: Erfolg darf sich ruhig anfühlen.
“Build something you don’t need to recover from.” – Brianna Wiest
Reminder: Du bist nicht zu langsam – du bist gründlich.
„Man muss nicht alles tun, um erfolgreich zu sein.“ – unbekannt
Du brauchst nur das richtige Mindset, dann klappt das mit dem Online-Business wie geschmiert. Ähm… nein. Das Mindset alleine macht wohl noch kein erfolgreiches Business. Und jetzt kommt das große ABER: Wenn dein Mindset nicht stimmt, dann kannst du ziemlich sicher sein, dass es schwierig wird mit dem Erfolg.
Es ist aber auch klar, dass wir nicht jeden Tag mit einem Lächeln und einem Berg von Motivation in uns aufwachen. Was können wir also tun, um uns selbst zu unterstützen und unseren Kopf und Geist positiv auf die Herausforderungen des Tages einzustimmen?
In diesem Zusammenhang bin ich auf die Idee gekommen, für jede meiner Arbeitswochen ein Business Zitat herzunehmen. Das habe ich für 2023 gemacht (findest du weiter unten), 2024 und noch mehr tolle Mindset-Zitate gibt es auch für 2025. Außerdem habe ich für 2025 Reminder hinzugefügt, um das ganze ein bisschen abwechslungsreicher zu gestalten. Denn manchmal braucht es nur eine kleine Erinnerung… 😉
Ich persönlich verbinde mit positivem Mindset auch ganz häufig tolle und inspirierende Zitate von Menschen, die (vermutlich) deutlich mehr Business-Erfahrung haben als du oder ich.
Bisher habe ich solche Zitate sehr gerne auf Instagram genutzt, um meinen Account ein bisschen aufzuhübschen und weil ich gute Quotes einfach mag. Da ich jetzt aber nicht mehr auf Instagram aktiv bin, packe ich die besten Business-Zitate für dein Mindset jetzt zusammengefasst für dich in diesen Blogartikel.
Positiv denken und motiviert bleiben
Was mir auch im Laufe meiner Selbständigkeit aufgefallen ist: Mache ich meine normale Morgenroutine mit Meditation und Journaling, dann spüre ich, dass ich diese Tage mit einer anderen Einstellung beginne. Denn oft nutze ich auch Zitate mehr oder weniger berühmter Menschen, um mich auf den Tag einzunorden und dem Tag ein Motto zu geben. Dabei gehe ich ganz intuitiv vor. Ich lass mich quasi von dem Zitat „ansprechen“.
Lasse ich jedoch meine Wochenplanung, Morgenroutine und vor allem mein Journaling mal aus, dann fehlt mir etwas an dem Tag. Na ja, vielleicht nicht am ersten Tag, aber am zweiten oder dritten Tag komme ich sogar fast ins straucheln.
Wir als Einzelunternehmerinnen tragen eine Menge Verantwortung – jeden Tag positiv zu denken und hoch motiviert zu sein, ist vermutlich keine realistische Idee. Genau deshalb wünsche ich mir, dass du die folgenden 52 Zitate nutzt, um die Wochen des kommenden Jahres unter einen jeweiligen „Zitate-Stern“ zu stellen und sie für dich und deinen persönlichen Motivationsschub zu nutzen.
So nutzt du die Zitate für dich
Ich persönlich habe mir vorgenommen, jeweils ein Business Zitate am Montag oder Sonntag bei der Wochenplanung zu ziehen und meine folgende Woche ein bisschen in dem Licht des Zitates zu betrachten.
Falls du Lust hast, dabei mitzumachen, dann kopiere dir die unten stehende Liste und starte sofort mit einem motivierenden Business Zitat oder Reminder in die jeweils neue Woche.
Wichtig: Lesen alleine bringt es natürlich nicht. Arbeite mit dem Business Zitat, wiederhole die Message immer wieder im Laufe der Woche. Vielleicht auch im Rahmen des Journalings, falls du dieses Tool verwendest.
Und noch ein Hinweis: Es handelt sich bei vielen der Zitate nicht um reine Business Zitate. Denn wenn ich etwas gelernt habe, dann, dass Selbständigkeit eine der größten Herausforderungen im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung ist.
Entwickelt sich deine Persönlichkeit, entwickelt sich auch dein Business.
Übrigens findest du jeweils ein Mindset-Zitat bzw. einen Reminder in meiner wöchentlichen MarketingPost, zusammen mit tollen Ideen und Tipps zur Contenterstellung und zum Online-Marketing. Hier kannst du dich für meinen Newsletter anmelden:MarketingPost
Die 52 besten Mindset-Zitate und Reminder – für jede Woche eins (2025er-Edition)
„Denke immer daran, dass es nur eine wichtige Zeit gibt: Heute. Hier. Jetzt.“ – Leo Tolstoi
Reminder: Das kalte Wasser wird nicht wärmer, wenn du später springst.
„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“ – Laozi
Reminder: Du bist wichtig! Achte auf dich und deine Bedürfnisse.
„Ziel des Lebens ist es nicht, ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller“ – Albert Einstein
Reminder: Feiere dich selbst und schenke dir ein Lächeln.
„Der Sinn des Lebens besteht darin, deine Gabe zu finden. Der Zweck des Lebens ist es, sie zu verschenken.“ – Pablo Picasso
Reminder: Fühle dich nicht schuldig, weil du dich priorisierst. Du bist das wichtigste Asset in deinem Leben.
„Es sind nicht die Jahre deines Lebens, die zählen. Was zählst, ist das Leben innerhalb dieser Jahre.“ – Abraham Lincoln
Reminder: jeder Erfolg fängt mit der Entscheidung an, es zu versuchen.
„Das Leben besteht nicht daraus, gute Karten zu haben, sondern mit denen, die du hast, gut zu spielen.“ – Josh Billings
Reminder: Du musst dich nicht verändern, um anderen zu gefallen.
„Jede schwierige Situation, die du jetzt meisterst, bleibt dir in der Zukunft erspart.“ – Dalai Lama
Reminder: Dinge ändern sich. Menschen ändern sich. Gefühle ändern sich. Und das ist vollkommen okay.
„Das Leben ist ein Spiel. Man macht keine größeren Gewinne, wenn man nicht einen Verlust riskiert.“ – Christina von Schweden
Reminder: Morgen kannst du neu beginnen.
„Zu langes Nachdenken über eine Sache macht sie oft unmöglich.“ – Eva Young
Reminder: Die Art und Weise, wie du mit dir umgehst, ist wichtig und sagt eine Menge über dich aus.
„Wenn wir nicht ganz wir selbst sind, wahrhaft im gegenwärtigen Augenblick, verpassen wir alles.“ – Thich Nhat Hanh
Reminder: Du verdienst nur das Beste.
„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen. Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.“ – Wilhelm Busch
Reminder: Du hast großes Potenzial. Wie willst du es nutzen?
„Someone is sitting in the shade today because someone planted a tree a long time ago.“ – Warren Buffet
Reminder: Es ist okay, nicht alles im sofort zu erledigen.
„Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben, an denen du nichts ändern kannst: Der eine ist gestern und der andere ist morgen.“ – Dalai Lama
Reminder: Pause machen ist auch ein wichtiger Job.
„Wünsche dir nicht, dass es einfacher wäre. Wünsche dir, dass du besser darin wirst.“ – Jim Rohn
Reminder: Du darfst selbst entscheiden, wozu du „Ja“ oder „Nein“ sagst.
„Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: Es geht weiter.“ – Friedrich Schiller
Reminder: Hindernisse sind eine Chance, zu wachsen.
„Ideas are easy. Implementation is hard.“ – Guy Kawasaki
Reminder: Take a deep breath.
„Success is walking from failure to failure with no loss of enthusiasm.“ – Winston Churchill
Reminder: Der kleine Schritt heute bringt dich ein Stück weiter.
„Tu, was du willst, aber nicht, weil du musst.“ – Buddha
Reminder: Kleine Schritte sind viel besser, als keine Schritte zu gehen.
„Die Zeit, die wir uns nehmen, ist die Zeit, die uns etwas gibt.“ – Ernst Ferstl
Reminder: Es ist schön, dass es dich gibt. Du bist wertvoll und einzigartig.
„Success isn’t overnight. It’s when every day you get a little better than before. It adds up.“ – Dwayne Johnson
Reminder: Habe Geduld mit dir selbst.
„Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.“ – Ralph Waldo Emerson
Reminder: Du bist schon so weit gekommen!
„Es gibt keinen Misserfolg. Entweder du hast Erfolg oder du lernst.“ – Kevin Kruse
Reminder: Es ist nicht wichtig, wie groß der erste Schritt ist, sondern in welche Richtung er geht.
„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ – Johann Wolfgang v. Goethe
Reminder: Nicht alles braucht eine Reaktion.
„Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.“ – Marie von Ebner-Eschenbach
Reminder: Fühle dich zu keinem Zeitpunkt verpflichtet, Dinge zu tun, die du nicht tun möchtest.
„Es ist egal, woher du kommst oder wer du warst; wichtig ist allein, wohin du willst und wer du sein willst.“ – Alexandra Maria Huber
Reminder: Du musst dich niemanden beweisen.
„Glück haben – ein Geschenk des Zufalls, glücklich sein – eine Gabe des Herzens.“ – Dr. Carl Peter Fröhling
Reminder: Nur weil du gerade kämpfen musst, heißt das nicht, dass du scheitern wirst.
Podcast-Episode #072: 52 tolle Mindset-Zitate für dein Business (2024er-Edition)
Die 52 besten Mindset-Zitate – für jede Woche eins (2024er-Edition)
Hier findest du die Möglichkeit, die Mindset-Zitate herunterzuladen und dir auszudrucken. Vielleicht möchtest du in 2024 auch jede Woche ein Zitat ziehen, um deine Woche unter ein bestimmtes Motto oder Thema zu stellen:
Denken müssen wir ja sowieso. Warum dann nicht gleich positiv? (Albert Einstein)
Wenn man die Augen schließt, hört man besser zu (Sheldon Cooper)
There is no limit to what we as women can accomplish (Michelle Obama)
Ich habe mich entschieden und sage vielleicht (Carène Ponte)
Wann immer du sagst, „Das hätte ich auch geschafft“, denke daran, sie haben es getan (unbekannt)
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins (Marie von Ebner-Eschenbach)
Die Tragödie des Lebens liegt nicht im Nichterreichen seines Ziels. Die Tragödie des Lebens liegt darin keine Ziele zu haben, die man erreichen kann (Benjamin Mays)
Wer schön sein will, muss lachen! (unbekannt)
Du siehst die Welt nicht so, wie sie ist. Du siehst die Welt so, wie Du bist (Mooji)
Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind aber niemals eingetreten (Mark Twain)
Am Anfang braucht man Mut, um am Ende glücklich zu sein! (Demokrit)
Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren? (Vincent van Gogh)
Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen (Anton Bruckner)
Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist deine Einstellung zu dem Problem (Fluch der Karibik)
Veränderung entsteht dadurch das gewöhnliche Leute ungewöhnliche Dinge tun (Barack Obama)
Wer alles mit einem Lächeln beginnt, dem wird Vieles gelingen! (Dalai Lama)
Der Grund Nummer eins, warum Menschen im Leben scheitern, ist weil sie auf ihre Freunde, Familie oder Nachbarn gehört haben (Napoleon Hill)
Money is not the only answer, but it makes a difference (Barack Obama)
Probleme sind die Chancen, dem Leben zu zeigen, was man kann (unbekannt)
Niemand weiß, was er kann, bis er es probiert hat (Publius Syrus)
Enjoy the little things! (unbekannt)
Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt (Dante Alighieri)
Müde macht uns die Arbeit, die wir liegenlassen – nicht die, die wir tun (Marie von Ebner-Eschenbach)
Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben ihnen zu folgen (Walt Disney)
Du bist mutiger als du glaubst, stärker als du scheinst und intelligenter als du denkst (A.A. Milne)
Sei realistisch: Plane ein Wunder! (Osho)
Surround yourself with only people who are going to lift you higher (Oprah Winfrey)
Die drei wichtigsten Dinge, um alles zu erreichen, was sich lohnt, sind: Harte Arbeit, Durchhaltevermögen und gesunder Menschenverstand. (Thomas Alva Edison)
Nichts ist besonders schwer, wenn du es in kleine Aufgaben teilst (Henry Ford)
Sei die beste Version von dir selbst! (unbekannt)
Wenn du dich immer auf das konzentrierst, was du zurückgelassen hast, wirst du niemals sehen, was vor dir liegt (Ratatouille)
Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede (unbekannt)
Egal was um Dich herum passiert, nimm es nicht persönlich…Nichts, was andere Leute tun, passiert wegen Dir, sondern wegen ihnen selbst (Miguel Ruiz)
Das größte Vergnügen im Leben besteht darin, Dinge zu tun, die man nach Meinung anderer Leute nicht fertig bringt! (Marcel Aymé)
Be yourself; everyone else is already taken (Oscar Wilde)
Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe (Edward Gibbon)
Das Vergnügen, andere mit Lob zu überschütten, sollten wir uns viel öfter gönnen (Ernst Ferstl)
Je härter ich arbeite, desto mehr Glück scheine ich zu haben (Thomas Jefferson)
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht (Franz Kafka)
Jeder Mensch bekommt seine Chance. Es kommt nur darauf an, sie zu verwerten (Peter Weck)
Jetzt! Ist die richtige Zeit, neue Wege zu gehen! (unbekannt)
Heutiges Tagesziel: So gut gelaunt sein, dass negative Menschen keine Lust mehr haben, in meiner Nähe zu sein (unbekannt)
Es gibt Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter (Ludwig Thoma)
Scheitern ist ein Umweg, keine Sackgasse (Zig Ziglar)
Das Glück deines Lebens wird bestimmt von der Beschaffenheit deiner Gedanken (Marc Aurel)
Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern (Ernst Bloch)
Chancen sind wie Sonnenaufgänge. Wer wartet, verpasst sie (unbekannt)
Never, never, never give up! (Winston Churchill)
Jeder Tag ist eine neue Chance, das zu tun, was du möchtest (Friedrich von Schiller)
No matter who you are, no matter where you come from, YOU are beautiful (Michelle Obama)
Manchmal ist der richtige Weg nicht der einfachste Weg (Pocahontas)
Positives Denken und der Glaube an sich selbst sind der Weg zum Erfolg (Josef Dlask)
Podcast-Episode #031: 52 tolle Zitate für dein Business-Mindset (2023er-Edition)
Falls du Lust hast, dabei mitzumachen, dann kopiere dir die unten stehende Liste oder hole dir hier sehr gerne das [thrive_2step id=’8861′]PDF zum Ausdrucken[/thrive_2step] und starte sofort mit einem motivierenden Business Zitat in die jeweils neue Woche.
Die 52 besten Business Zitate – für jede Woche eins (2023er-Edition)
Es ist Zeit, alles zu sein, was du wirklich bist (Laura Malina Seiler)
Es gibt nie die perfekten Umstände. Aber es gibt den richtigen Zeitpunkt für Veränderung. Und der ist genau jetzt! (Melina Royer von Vanilla Mind)
Alles ist möglich. Wenn du genug Mumm hast (J.K. Rowling)
Wenn du dein Mindset im Griff hast, dann hast du dein Leben im Griff (Christian Bischoff)
Der unheimlichste Moment ist immer kurz bevor du anfängst (Stephen King)
Es ist egal, wie langsam du gehst, solange du nicht stehen bleibst (Konfuzius)
Mit jedem neuen Tag kommen neue Stärke und neue Gedanken (Eleanor Roosevelt)
Wer immer nur auf seine Mitmenschen hört, wird irgendwann taub für sein innere Stimme (Ernst Fernstl)
Habe den Mut, unperfekt zu sein (Brene Brown)
Ein Schiff ist sicherer, wenn es im Hafen liegt. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut (Paulo Coelho)
Sell the problem you solve, not the product you have (unknown)
Gib das, was dir wichtig ist, nicht auf, nur weil es nicht einfach ist (Albert Einstein)
Wenn Sie nur Dinge machen, von denen Sie im Voraus wissen, wie sie laufen, wird Ihr Unternehmen untergehen. (Jeff Bezos)
Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen (Henry Ford)
Es passiert wegen dem Gesetz der Anziehung. Weil ich wusste, was ich wollte (Nokuphiwo Jada)
Es ist nicht deine Aufgabe mich zu lieben, es ist meine (Byron Katie)
In diesem Leben ist jeder mutig, der nicht aufgibt (Paul McCartney)
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt (Mahatma Gandhi)
Du hast das Recht dazu, genau die Person zu sein, die du wirklich sein willst (Michelle Obama)
Alles Große in der Welt geschieht nur, weil einer mehr tut, als er muss. (Albert Einstein)
Wenn Bewusstsein in dir ist, brauchst du nicht mehr jeden Gedanken zu glaube, den du denkst (Eckhart Tolle)
The key to success is to start before you are ready (Marie Forleo)
Die Kunst ist, einmal mehr wieder aufzustehen, als man umgeworfen wird (Winston Churchill)
Der erste Mensch, den du um Rat fragen solltest, bist du selbst (Laura Malina Seiler)
Ich bin nicht gescheitert – ich habe 10.000 Wege entdeckt, die nicht funkioniert haben (Thomas Alva Edison)
Der ideale Tag wird nie kommen. Er ist heute, wenn wir ihn dazu machen (Horaz)
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen (Robert Lemke)
Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das was er schon ist (Henry Ford)
Alles ist schwer, bevor es leicht wird (Goethe)
Die Entfernung ist unwichtig. Nur der erste Schritt ist wichtig (Marquise du Deffand)
Deine unzufriedensten Kunden sind deine größte Lernquelle (Bill Gates)
Suche ständig nach Kritik. Eine gut durchdachte Kritik dessen, was du tust, ist so wertvoll wie Gold (Elon Musk)
Timing, Ausdauer und zehn Jahre des Bemühens werden dich schließlich wie einen Erfolg über Nacht aussehen lassen (Biz Stone)
Sorgen sind genauso sinnvoll, wie sich ein Pflaster aufzukleben, bevor man sich geschnitten hat (Karin Kuschik)
Wenn du glaubst, andere Menschen seien daran Schuld, dass dein Leben so ist, wie es gerade ist, dann wirst du viel leiden (Peter Beer)
Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen (Marcus Tullius Cicero)
Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man anfängt, ihn zu gehen (Paulo Coelho)
Tue was du willst, aber nicht weil du musst (Buddha)
In einem Jahr wirst du dir wünschen, du hättest heute angefangen (Karen Lamb)
Erfolg ist eine Treppe, keine Tür (Dottie Walters)
Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man (John C. Maxwell)
Wenn du den Erfolg so sehr willst, wie die Luft zum Atmen, dann wirst du Erfolg haben (Eric Thomas)
Wer kein Ziel hat, kann auch keines erreichen (Laotse)
Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben, an denen du nichts ändern kannst: Der ist gestern und der andere morgen (Dalai Lama)
Der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist zu lieben, was man tut (Steve Jobs)
Zuerst ignorieren sie dich. Dann lachen sie über dich. Dann bekämpfen sie dich. Dann gewinnst du (Mahatma Gandhi)
Wer etwas will, findet einen Weg. Wer etwas nicht will, findet einen Grund (Jim Rohn)
Ich habe nie vom Erfolg geträumt – ich habe dafür gearbeitet (Estee Lauder)
Erfolg ist die Summe der kleinen Anstrengungen, die sich Tag für Tag wiederholen (Robert Collier)
Wenn man genau hinsieht, haben die meisten Erfolge über Nacht sehr lange gedauert (Steve Jobs)
Versuche nicht, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu werden (Albert Einstein)
Einfach machen (Alexander Pavel)
Fazit zu den Business Zitaten
Wenn du mit mir das Jahr gemeinsam verbringen möchtest, dann kannst du wie schon beschrieben jede Woche einen Zettel ziehen und dich damit auf deine nächste Business-Woche einstimmen.
Du hast hier auch die Möglichkeit, dich für den Newsletter anzumelden: Dort werde ich jede Woche mein Wochen-Zitat veröffentlichen und dann können wir miteinander in die neue Woche gehen.
Mit mehr Motivation und mehr positiven Gefühlen durch das Jahr 2024 – bist du dabei?
Das ist die Hauptaussage: Grünes SEO verbindet Sichtbarkeit mit ethischem, datensparsamem Marketing und passt deine Positionierung an deine Werte an.
Warum ist das wichtig: Du ziehst passende Kundinnen an, ohne Druck, Tracking-Wahn und Social-Media-Hamsterrad.
So kommst du direkt in die Umsetzung: Website nutzerfreundlich machen, klare Keywords wählen, nachhaltige Tools nutzen, authentische Texte schreiben, auf SEO, Gastbeiträge und Podcasts statt Dauer-Posting setzen.
In der neuesten Episode meines Podcasts „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing“ hatte ich das Vergnügen, Laura Filz zu begrüßen. Nach langer Planung hat es endlich geklappt, und wir konnten uns ausführlich zum Thema grünes SEO und ethisches Marketing unterhalten.
Laura ist seit 2020 als grüne SEO-Texterin und Beraterin selbstständig. Sie unterstützt Selbstständige und kleine Unternehmen dabei, mit ihren sinnvollen Angeboten sichtbar zu werden – und zwar auf eine Art und Weise, die sowohl effektiv als auch ethisch vertretbar ist. Dafür schreibt sie Website-Texte und Blogbeiträge, die von Suchmaschinen gefunden werden, und erklärt praxisnah, wie SEO funktioniert.
In unserem Gespräch haben wir uns damit beschäftigt, was grünes Marketing und grünes SEO überhaupt bedeutet, warum diese Ausrichtung für Laura den entscheidenden Unterschied macht und wie du selbst nachhaltiger im Online-Marketing agieren kannst. Dabei geht es nicht nur um Umweltaspekte, sondern auch um ethische Fragen und einen bewussteren Umgang mit Daten und Kommunikation.
Was ich besonders spannend fand: Laura zeigt, dass Sichtbarkeit im Internet auch ohne manipulative Taktiken und ohne übermäßiges Tracking möglich ist – ein Aspekt, der mir mit meinem Fokus auf Authentizität im Marketing sehr am Herzen liegt.
Podcast-Episode #166: Interview mit Laura Filz
Ist dir das Konzept des grünen SEOs neu? Dann bist du hier genau richtig. Tauche mit mir ein in dieses faszinierende Gespräch, das vielleicht auch deine Sicht auf Online-Marketing verändern wird.
Was bedeutet „Grünes SEO“ überhaupt?
Gleich zu Beginn unseres Gesprächs habe ich Laura gefragt, was genau hinter dem Begriff „grünes SEO“ steckt – ein Konzept, mit dem viele meiner Hörerinnen vermutlich noch nicht vertraut sind. Laura erklärte, dass sie diesen Begriff selbst geprägt hat: „Ich würde sagen, das ist mein Begriff. Ich nenne das einfach so, weil für mich in diesem Begriff ‚grün‘ einfach so viele verschiedene Nuancen drin sind.“
Diese Nuancen umfassen mehrere wichtige Aspekte:
Verzicht auf umfangreiches Datentracking
Laura verzichtet bewusst auf Tools wie Google Analytics: „Ich meine mit grünem SEO, dass ich Suchmaschinenoptimierung mache und dabei kein Datentracking nutze, also auf gut Deutsch, kein Google Analytics bewusst nutze und mich da gegen diese Auswertung und Statistiken entscheide.“
Stattdessen setzt sie auf datenschutzfreundlichere Alternativen wie Koko Analytics – ein WordPress-Plugin, das deutlich abgespeckte, aber dennoch nützliche Daten liefert, ohne dabei personenbezogene Informationen zu sammeln.
Ethische Textgestaltung
„Mit grünem SEO mache ich eben auch Texte sichtbar, die ethisch sind“, erläutert Laura. „Das heißt, die möglichst auf konventionelles Marketing verzichten.“ Sie bezieht sich dabei auf Marketingstrategien, mit denen sie sich nicht wohlgefühlt hat und hinter denen sie nicht stehen kann – wie künstliche Verknappung oder das Schüren von Ängsten.
Fokus auf sinnvolle Angebote
Ein weiterer wichtiger Aspekt: „Mit meiner Arbeit als SEO-Expertin will ich Angebote sichtbar machen, die hilfreich sind, die sinnvoll sind, nachhaltig sind in einem Sinn.“
Laura unterstützt also bewusst Unternehmen und Selbstständige, deren Angebote einen positiven Beitrag leisten. Das können nachhaltige Produkte sein, aber auch Dienstleistungen, die Menschen wirklich helfen und die auf ethischen Grundsätzen basieren.
Nachhaltiges eigenes Business
„Ich nenne mich grüne SEO-Beraterin und SEO-Texterin, weil ich in meinem eigenen Business auch versuche, möglichst nachhaltige Tools zu nutzen, die entweder datenschutzfreundlich sind oder mit Ökostrom arbeiten“, erklärt Laura weiter.
Sie lebt also das, was sie predigt – ein durchgängiges Konzept, das sowohl ihre Dienstleistungen als auch ihre eigene Arbeitsweise umfasst. Für Laura ist „grün“ ein vielseitiger Begriff, der Nachhaltigkeit im ökologischen Sinne, aber auch Ethik und Authentizität in der Kommunikation umschließt.
Was besonders deutlich wird: Grünes SEO ist kein starres Konzept mit festen Regeln, sondern ein flexibler Ansatz, der verschiedene Aspekte vereint und sich kontinuierlich weiterentwickeln kann. Lauras Definition zeigt, dass es bei nachhaltigem Marketing nicht nur um Umweltaspekte geht, sondern auch um einen respektvollen Umgang mit Kundinnen und deren Daten.
Die Vorteile des Verzichts auf Google Analytics
Ein zentraler Punkt in unserem Gespräch war die bewusste Entscheidung, auf umfangreiche Tracking-Tools wie Google Analytics zu verzichten. Dieses Thema trifft bei mir auf offene Ohren, da ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass solche Tools oft mehr Komplexität als Klarheit bringen.
Weniger ist manchmal mehr
Laura nutzt stattdessen Koko Analytics, ein deutlich abgespecktes Tool: „Das ist auch ein Plugin für WordPress. Nur das ist natürlich viel, viel abgespeckter. Die ganzen personenbezogenen Daten, wie bei Google Analytics, werden nicht erhoben.“
Ich konnte ihre Erfahrung bestätigen: „Ich habe mich mit dem Thema Google Analytics und Tracking mal näher beschäftigt. Und ich kenne es von mir selbst – und ich bin ja sehr toolaffin – mich hat es völlig überfordert.“ Ich bin deshalb auf Matomo umgestiegen und ermittle die wichtigstens 10 Daten jeden Monat. Denn die Überforderung mit einem Tool wie Google Analytics ist ein Problem, das viele Selbstständige kennen: Man sammelt Unmengen von Daten, kann sie aber nicht sinnvoll interpretieren oder für Entscheidungen nutzen.
Konkrete Vorteile der Vereinfachung
Im Gespräch kristallisierten sich mehrere Vorteile heraus, die ein Verzicht auf umfangreiches Tracking mit sich bringt:
1. Schnellere Webseiten
Laura betont: „Die Website wird natürlich auch schneller, wenn du Google Analytics rauswirfst.“ Eine schnellere Ladezeit verbessert nicht nur die Nutzererfahrung, sondern ist auch ein wichtiger Faktor für das Ranking in Suchmaschinen. Jedes Script, jeder externe Dienst, den eine Website lädt, verlangsamt sie – oft ohne entsprechenden Mehrwert zu bieten.
2. Datenschutz und Vertrauen
„Es ist aus Datenschutzsicht fragwürdig, was mit diesen Daten passiert, was Google damit macht“, gibt Laura zu bedenken. In Zeiten wachsenden Datenschutzbewusstseins kann ein verantwortungsvoller Umgang mit Nutzerdaten das Vertrauen in die eigene Marke stärken.
3. Fokus auf relevante Kennzahlen
Laura und ich sind uns einig, dass für die meisten Selbstständigen nur eine Handvoll Kennzahlen wirklich relevant sind. „Wenn man zum Beispiel einmal im Monat seine Zahlen tracken will, dass man dann auch ein Tool hat, wo man einfach ganz schnell erkennen kann, was für einen selbst relevant ist“, erkläre ich im Podcast.
Laura ergänzt treffend: „Also Zeit einmal, wenn ich mich da dann eben reinfixen will, die kann ich mir sparen und auch die Nerven, die da dran hängen und draufgehen. Dass ich es dann einfach übersichtlicher habe und mit wenig Zahlen dann auch verstehe: Läuft es gut, läuft es nicht gut? Und dann die Zeit für andere Dinge nutzen kann.“
Die Realität vieler Website-Betreiber
Ein interessanter Punkt, den Laura anspricht: Viele installieren Google Analytics nur, weil es „alle machen“, nutzen es aber dann kaum:
„Ich kriege auch bei meinen Kunden und Kundinnen oft mit, dass viele sich da Google Analytics installieren, weil sie es irgendwie so hören. Das machen irgendwie alle. Entweder nutzen sie es gar nicht, weil sie auch von den ganzen Zahlen oft überfordert sind.“
Diese Beobachtung deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen. Viele Selbstständige haben das Gefühl, sie müssten bestimmte Tools nutzen, um „professionell“ zu wirken – ohne zu hinterfragen, ob diese Tools ihnen wirklich helfen oder ob sie nicht sogar kontraproduktiv sein können.
Der Wert der gewonnenen Zeit
Was wir beide besonders betonen: Die eingesparte Zeit und mentale Energie kann in andere, wichtigere Aspekte des Businesses investiert werden. Anstatt sich in komplexen Statistiken zu verlieren, können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: Inhalte erstellen, Kunden betreuen und die eigene Expertise ausbauen.
Dieser Ansatz spiegelt ein größeres Thema wider, das sich durch unser gesamtes Gespräch zieht: Die Fokussierung auf das Wesentliche und der Mut, vermeintliche „Must-haves“ zu hinterfragen – ein Kernaspekt sowohl des grünen SEOs als auch eines authentischen Marketings.
Der Weg zum grünen Marketing
Ein besonders interessanter Teil unseres Gesprächs war Lauras persönliche Reise zum grünen Marketing. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, die eigene Positionierung regelmäßig zu überprüfen und den Mut zu haben, Werte aus dem privaten Leben auch ins Business zu integrieren.
Vom Schreiben zum SEO
Lauras Weg begann mit ihrer Leidenschaft fürs Schreiben: „Ich wusste damals, ich will mich selbstständig machen als Texterin, einfach weil ich sehr gerne schreibe.“ Der SEO-Aspekt kam dann als Schwerpunkt hinzu, als sie merkte, wie wichtig dieser Bereich ist: „Das kam dann als Schwerpunkt dazu, weil ich dann selbst gemerkt habe, ich brauche das einfach, um dafür zu sorgen, dass mich die richtigen Menschen finden.“
Sie brachte bereits Erfahrungen mit SEO aus einem früheren Job mit und bildete sich in diesem Bereich weiter. Doch der entscheidende Schritt zur „grünen“ Positionierung kam durch externe Unterstützung:
Die Rolle von Unterstützung und Community
„Zum Start meiner Selbstständigkeit war ich damals zum Glück in einem Mastermind, und die hat mich dann dazu ermutigt, weil Nachhaltigkeit einfach in meinem privaten Leben eine große Rolle gespielt hat, das da mit reinzupacken“, erzählt Laura.
Sie gibt offen zu: „Ich glaube, sonst hätte ich mich das beim Start auf keinen Fall getraut. Weiß ich nicht, wie es dann sich entwickelt hätte, keine Ahnung. Aber durch die habe ich dann zum Glück von Anfang an gesagt, okay, ich mache das direkt als meine Zielgruppe, als meine Positionierung, dieses grüne Nachhaltige.“
Diese Erfahrung unterstreicht, wie wertvoll Mentoring und der Austausch mit Gleichgesinnten sein kann, um den Mut zu finden, authentisch zu sein und eigene Werte ins Business zu integrieren.
Von „vegan“ zu „grün“ – Die Entwicklung der Positionierung
Besonders spannend fand ich, dass Lauras Positionierung nicht statisch geblieben ist, sondern sich weiterentwickelt hat: „Am Anfang, also als ich gestartet bin, war ich sogar erst vegane SEO-Texterin und Beraterin, weil ich vegan liebe. Und dann habe ich auch gemerkt, ich glaube nach so einem halben Jahr, ja, boah, das ist sehr scharf, sozusagen sehr spitz.“
Diese Erkenntnis führte zu einer bewussten „Entschärfung“ ihrer Positionierung: „Und ich wollte halt auch keinen ausschließen. Also es war so, es hat sehr ausschließend auch geklungen. Und dieses Grün, da fühle ich mich auch einfach viel wohler mit, weil diese ganzen Aspekte irgendwie drin sind. Und es klingt viel einladender, luftiger.“
Parallelen zu meiner eigenen Reise
Ich konnte mich in Lauras Erfahrungen wiederfinden und teilte meine eigenen Erkenntnisse: „Das ist ja auch so, und das sage ich meinen Kunden auch immer wieder, dass wenn du mit einer bestimmten Positionierung losgehst, wird es wahrscheinlich in 2 oder 3 Jahren wird sich eine Menge geändert haben, weil man natürlich auch selber durch die Arbeit mit Kunden irgendwie erfährt, was einem Spaß macht, was einem wichtig ist, in welche Richtung man gehen möchte.“
Ich erzählte von meiner eigenen Erfahrung, mich in sechs Jahren Selbstständigkeit mehrfach neu zu positionieren: „Ich habe mich ja schon 2 bis dreimal neu positioniert oder meine Positionierung geschärft und dann wieder entschärft, müsste man eigentlich sagen.“ So bin ich ja selbst als Pinterest-Beraterin gestartet, habe dann sogar Pinterest für Podcaster gemacht, um dann schließlich die spitze Positionierung wieder aufzuheben, weil sie sich für mich zu eng angefühlt hat und mir eine nachhaltige und umfassender Sichtweise auf das Online-Marketing wichtiger wurde.
Die Bedeutung von Wohlbefinden in der Positionierung
Was sowohl in Lauras als auch in meiner Geschichte deutlich wird: Die Positionierung muss sich für uns selbst stimmig anfühlen. Laura bringt es auf den Punkt: „Ich soll mich damit wohlfühlen, es soll mir auch Spaß machen.“
Sie ergänzt mit einem anschaulichen Beispiel: „Wenn ich mir vorgestellt habe, okay, jetzt schreibe ich Texte für irgendwie den x-ten Plastikkugelschreiber, da hätte ich gar keinen Bock drauf, sondern ich will ja für Angebote, für Menschen arbeiten, die irgendwie auf meiner Wellenlänge sind und einfach Spaß dran haben.“
Die Lehre: Positionierung als Prozess
Dieser Abschnitt unseres Gesprächs verdeutlicht einen wichtigen Punkt für alle Selbstständigen: Positionierung ist kein einmaliger Akt, sondern ein fortlaufender Prozess. Es geht darum, die Balance zu finden zwischen Differenzierung und Offenheit, zwischen klarer Fokussierung und genügend Spielraum für Entwicklung.
Laura und ich sind uns einig: Das Schöne an der Selbstständigkeit ist genau diese Freiheit, immer wieder zu prüfen, ob die aktuelle Ausrichtung noch passt, und sie anzupassen, wenn sich Prioritäten oder Erkenntnisse ändern. Authentisch zu sein bedeutet auch, die eigene Entwicklung zuzulassen und den Mut zu haben, diese nach außen zu kommunizieren.
Ethisches Marketing ohne Druck
Ein Kernaspekt des grünen Marketings, den Laura vertritt, ist der bewusste Verzicht auf manipulative Taktiken. Dieses Thema liegt mir persönlich auch sehr am Herzen, da ich selbst zunehmend auf authentische Kommunikation setze und mich von klassischen „Verkaufstricks“ distanziere. So versuche ich bereits jetzt, keine Deadlines mehr für Angebote zu setzen oder auf manipulative Kommunikation in meinen E-Mails zu verzichten.
Von konventionellen Methoden zu ethischem Marketing
Laura beschreibt ihren eigenen Weg vom konventionellen zum ethischen Marketing offen: „Beim Marketing da war ich erst total auf der konventionellen Schiene unterwegs, so wie ich es gelernt habe, und habe dann auch einfach gemerkt, boah, das fühlt sich einfach nicht, das passt nicht, ich fühle mich damit nicht wohl.“
Interessanterweise kam die erste Berührung mit konventionellen Methoden ausgerechnet durch das Mastermind, das sie bei ihrer Positionierung unterstützt hatte: „Die Mastermind hat mich damals beim Start ja auch total positiv unterstützt, wie zum Beispiel mit meiner Positionierung. Gleichzeitig war da das klassische Marketing, und diese klassischen Sachen wie, das und das schreibst du auf deine Seite, nur bis x buchbar, nur x Plätze und so, das habe ich dann alles so erstmal mitgenommen und übernommen.“
Konkrete Beispiele manipulativer Taktiken
In unserem Gespräch benennen wir konkret, welche Praktiken aus ethischer Sicht problematisch sein können:
Künstliche Verknappung: Das unbegründete Limitieren von Angeboten, um Druck aufzubauen
Countdowns und Deadlines: Künstlich erzeugte Fristen, die Dringlichkeit suggerieren
Angstszenarien: Das Schüren von Ängsten, um Kaufentscheidungen zu forcieren
Extreme Versprechen: Unrealistische Erfolgsversprechen, die Hoffnungen wecken
Laura betont den Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Verknappung: „Manchmal gibt es die ja, einfach weil es wirklich, keine Ahnung, du sagst, du willst nur 10 Menschen betreuen, weil es sonst zu viel ist. Das ist ja total okay. Nur dieses eben künstlich erzeugte, die Countdowns, die Frühbucherpreise oder auch diese krassen Angstszenarien in den Texten, dieses krasse Druck machen, Angst machen, dass ich da von Stück für Stück weggekommen bin.“
Die Frage nach dem Umsatz
Eine häufige Frage, mit der Laura konfrontiert wird: Wie wirkt sich der Verzicht auf manipulative Taktiken auf die Verkaufszahlen aus? Ihre Antwort ist bemerkenswert ehrlich:
„Ich werde da manchmal gefragt, wie sind denn dann die Zahlen, wie hat sich das ausgewirkt auf den Verkauf, auf den Umsatz? Zum einen kann ich es gar nicht genau sagen, weil es war ja so ein schleichender Prozess, es war ja nicht ab Tag X habe ich das alte nicht mehr gemacht und auf das neue umgestellt.“
Noch wichtiger ist aber ihre Haltung zu dieser Frage:
„Gleichzeitig stelle ich mir diese Frage auch nicht, weil so fühlt es sich für mich richtig an, oder ich fühle mich so wohl, der Outcome passt, und genau diese Frage stelle ich mir so gar nicht. Vielleicht ja, vielleicht würde ich anders, keine Ahnung, X Prozent mehr verkaufen, nur das will ich halt gar nicht auf die Art.“
Meine eigene Erfahrung mit ethischem Marketing
Ich konnte an dieser Stelle eigene Erfahrungen teilen: „Das ist ein ganz guter Punkt, weil ich das ja in meinem Business oder in meinem Marketing auch immer mehr so mache, dass ich ganz von dieser Verknappung weggekommen bin oder halt von diesem Druck.“
Stattdessen bin ich „dazu übergegangen, dass ich ganz viele meiner Angebote einfach öfter erwähne, einfach weil ich denke, es ist wichtig, dass die Menschen erfahren, dass es dieses Angebot gibt und dass sie die Möglichkeit haben, das wahrzunehmen.“
Ich kontrastiere diesen Ansatz mit übertriebenen Verkaufstaktiken: „Aber ohne dass ich sage, du musst jetzt irgendwie bis morgen Abend die und die Uhrzeit, sonst weiß ich nicht, geht dein ganzes Marketing den Bach runter und du wirst nie wieder Geld verdienen.“
Obwohl ich betone, dass ich hier überspitze, stimmt Laura zu: „So überspitzt ist das gar nicht. Also ganz schlimm teilweise.“
Die Qualität der Kundenbeziehungen
Ein Aspekt, den Laura anspricht und der oft übersehen wird: Die Art, wie wir Kunden gewinnen, beeinflusst die gesamte Kundenbeziehung:
„Welche Menschen würde ich vielleicht auch dadurch, sag ich mal, gewinnen als Kunden? Will ich mit denen überhaupt arbeiten? Ja, wie fühlen die sich vielleicht auch mit diesem Druck dann? Aus diesem Druck heraus zu kaufen, zu buchen. Und das hat ja auch eine Auswirkung auf die ganze Zusammenarbeit.“
Dieser Gedanke ist zentral: Kunden, die durch Druck gewonnen wurden, bringen diesen Druck oft in die Zusammenarbeit mit. Wer hingegen aus freien Stücken und in seinem eigenen Tempo bucht, tritt meist auch anders in die Geschäftsbeziehung ein.
Kundenfeedback und gesellschaftliche Verantwortung
Zum Abschluss dieses Themas sprechen wir darüber, dass Kunden selbst aktiv werden können, indem sie manipulativen Marketing-Praktiken Feedback geben. Ich schlage vor: „Dass wir das gegebenenfalls eben den Anbietern auch zurückspiegeln und sagen: Ich fühle mich als Kunde überhaupt nicht wohl, wenn du mich so unter Druck setzt. Also dein Angebot ist super interessant für mich, aber ich möchte gerne die Möglichkeit haben, es dann anzunehmen, wenn es sich für mich richtig anfühlt, und nicht, wenn die Deadline abläuft.“
Laura stimmt zu und ergänzt: „Ich habe auch schon Angebote dann eben ja nicht gebucht aus solchen Gründen, weil ich dann gemerkt habe, das passt irgendwie nicht, ich fühle mich da nicht wohl. Nur du hast recht, dann vielleicht auch den Schritt zu gehen und das auch so zu kommunizieren.“
Wir beide teilen die Vision: „Was wäre das für eine entspanntere Welt, wenn alle irgendwie einfach immer nur sagen würden, pass mal auf, ich habe hier dieses Angebot. Wenn es jetzt gerade das Richtige für dich ist, dann bist du herzlich eingeladen zuzugreifen und das für dich anzunehmen, und wenn es gerade nicht passt, bin ich da auch völlig fein mit.“
Diese Vision eines ethischeren, respektvolleren Marketings ist ein zentraler Baustein des grünen Marketings, wie Laura es versteht und praktiziert – und sie deckt sich perfekt mit meinem eigenen Streben nach mehr Authentizität in der Kommunikation mit meinen Kundinnen.
SEO zu Zeiten von KI und ChatGPT
In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz und Tools wie ChatGPT immer präsenter werden, stellt sich für viele Selbstständige die berechtigte Frage: Lohnt sich die Investition in SEO überhaupt noch? Diese Frage habe ich Laura gestellt, und ihre Antwort war nicht nur klar, sondern auch fundiert und überzeugend.
Eine klare Position: SEO bleibt relevant
Laura bezieht sofort eindeutig Stellung: „Ja, genau, werde ich oft gefragt und höre ich auch immer, SEO ist tot und keine Ahnung. Meine Meinung ist da klar, nein, SEO lohnt sich immer noch oder vielleicht sogar gerade jetzt.“
Sie begründet diese Überzeugung mit mehreren Argumenten, die den aktuellen Stand der Online-Suche und die Entwicklung der KI-Nutzung realistisch einschätzen.
KI erzeugt mehr Content – Authentizität wird wichtiger
Ein zentrales Argument, das Laura vorbringt: „Zum einen gibt es durch diese ganzen KI-Modelle wie ChatGPT immer mehr Texte, also es ist ja angeblich viel leichter, hochwertige Texte zu erstellen, also es gibt noch mehr Texte, Content da draußen im Internet.“
Diese Zunahme an (oft generischem) Content führt paradoxerweise dazu, dass echte, authentische Inhalte wertvoller werden:
„Umso wichtiger, dafür zu sorgen, dass ich mit authentischen Texten, die sich wirklich nach mir anhören, sichtbar bin zu meinem Thema, für meine spezifische Zielgruppe.“
In einer Welt, in der jeder innerhalb von Sekunden KI-generierte Texte erstellen kann, wird die menschliche, individuelle Stimme zum Unterscheidungsmerkmal – ein Punkt, der mich persönlich in meinem Fokus auf Authentizität bestärkt.
Die Zahlen sprechen für sich
Laura untermauert ihre Position mit konkreten Nutzungszahlen: „Wenn wir uns dann auch mal Zahlen anschauen, also Google ist immer noch mit weitem Vorlauf Anlaufstelle für Menschen, die etwas suchen im Internet. Ich habe jetzt gar nicht die genauen Zahlen im Kopf, aber es sind Milliarden Suchanfragen pro Tag. Bei ChatGPT sind es Millionen. Das ist immer noch ein sehr großer Unterschied.“
Sie fügt einen überraschenden Vergleich hinzu: „Zahlmäßig liegt sogar DuckDuckGo vor ChatGPT.“ Diese Tatsache relativiert die manchmal übertriebene Vorstellung von der aktuellen Bedeutung von ChatGPT als Suchkanal erheblich.
Hinweis: Während Google täglich rund 14 Milliarden Suchanfragen verarbeitet, erreicht ChatGPT dagegen lediglich etwa 37,5 Millionen bis 1 Milliarde. Die Zahlen schwanken sehr.
Ein besonders wichtiger Punkt in Lauras Argumentation: SEO und KI stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern können sich gegenseitig verstärken:
„Und umso sichtbarer ich ja auch in Suchmaschinen bin, umso mehr habe ich überhaupt, oder ich habe dann erst überhaupt eine Chance, auch in ChatGPT sichtbar zu sein, weil dieses KI-Tool oder auch andere können mich dort natürlich auch als Experten, Expertin oder als Quelle nennen, nur dafür brauche ich meine Sichtbarkeit im Internet, also durch Suchmaschinenoptimierung.“
Sie fasst es treffend zusammen:
„Also das eine befruchtet, sage ich mal, das andere und deshalb glaube ich, ist es jetzt noch wichtiger, eben, sage ich mal, die SEO-Hausaufgaben zu machen.“
Qualität statt Quantität bei Klicks
Laura spricht einen wichtigen Trend an, den sie beobachtet: „Es gibt natürlich weniger Klicks auf Websites. Das merkt man schon, weil viele Fragen entweder auch ja bei Google oben direkt beantwortet werden oder eben in KI-Tools generell.“ Doch sie relativiert diese Beobachtung sofort: „Nur, wenn Menschen sich dann tiefer damit beschäftigen wollen, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, also sich dann wirklich auf einer Webseite weiter zu informieren.“
Zudem betont sie einen wichtigen Aspekt: „Weniger Klicks gilt ja für alle. Das heißt, alle Webseiten merken das, oder Websitebetreiber, Betreiberinnen. Trotzdem ist aber weiterhin dieser erste Platz oder die ersten Plätze in den Suchergebnissen, also die relevantesten, also die, die immer noch mehr Sichtbarkeit oder am meisten Sichtbarkeit bringen. Und dafür ist SEO einfach nach wie vor wichtig.“
Anpassungen in der SEO-Strategie
Auf meine Nachfrage, ob sich SEO durch KI verändert und ob man bestimmte Dinge anders machen sollte, antwortet Laura:
„Ja, ich würde schon sagen, dass es spezifischer wird, ja, also dass ich mir nochmal auch spezifischere, längere Keywords besonders anschaue.“ Sie betont, dass der Fokus noch stärker auf Einzigartigkeit und persönliche Perspektive gelegt werden sollte: „…einfach nochmal mehr gucke, ist da irgendwie meine Haltung drin, meine Persönlichkeit, meine Arbeitsweise, die sich unterscheidet, was auch immer.“
Ein wichtiger Aspekt sei auch die Integration von Erfahrungsberichten: „Vielleicht auch Erfahrungsberichte schon mit einstreuen von Kunden, weil die Klicks, die es dann gibt auf meine Seite, auf meine Texte, die sind auch wirklich, sag ich mal, qualitativ. Also die können wirklich zu Kunden, Kunden oder einfach auch Kontakten werden.“
Zwischenfazit: SEO bleibt ein unverzichtbarer Baustein
Zusammenfassend macht Laura deutlich, dass SEO trotz – oder gerade wegen – der KI-Entwicklung ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Online-Strategie bleibt. Die Bedeutung hochwertiger, authentischer und spezifischer Inhalte nimmt sogar zu, während die technischen Grundlagen des SEO weiterhin das Fundament für die Sichtbarkeit bilden.
Für mich persönlich ist diese Erkenntnis wertvoll, da sie bestätigt, dass mein Fokus auf authentische Inhalte und klare Kommunikation nicht nur aus ethischer, sondern auch aus strategischer Sicht der richtige Weg ist. Die Kombination aus Authentizität und technischem SEO-Wissen schafft eine robuste Grundlage für langfristige Sichtbarkeit – unabhängig davon, wie sich KI-Tools weiterentwickeln.
Praktische SEO-Tipps für Selbstständige
Nach den grundlegenden Überlegungen zur Bedeutung von SEO in Zeiten der KI wollte ich von Laura konkrete, praktische Tipps für meine Hörerinnen erhalten. Was können Selbstständige und kleine Unternehmen tun, um ihre Sichtbarkeit bei Google zu verbessern?
Fokus auf Nutzerfreundlichkeit als SEO-Grundlage
Laura betont zunächst einen grundlegenden Aspekt, der oft übersehen wird: „SEO hat ja auch ganz viel damit zu tun, dass unsere Website, ich sage gerne so eine Wohlfühloase ist für alle Menschen, die dort landen. Das heißt, ich verstehe schnell, worum es geht, bin ich hier richtig und wo finde ich was.“
Diese Perspektive ist wichtig, denn sie zeigt: SEO ist nicht nur eine technische Disziplin, sondern hat viel mit der Benutzererfahrung zu tun. Suchmaschinen wie Google bewerten Websites auch danach, wie gut sie die Bedürfnisse der Nutzer erfüllen.
Die Macht der Schrift: Ein oft unterschätzter Faktor
Lauras erster konkreter Tipp betrifft die Textdarstellung auf Websites: „Was da in 2 Minuten umgesetzt ist, aber echt große Wirkung hat, ist die Schrift. Weil ich sehe immer noch auf Websites, wo die Schrift entweder super klein ist oder verschnörkelt oder sehr blass im Kontrast.“
Sie gibt klare Richtlinien zur Verbesserung:
„Die Schrift sollte ungefähr mindestens 16 Pixel groß sein“
„Sie sollte keine Serifen haben, also eine Serifenlose Schrift“
„Der Kontrast sollte einfach stimmig sein“
Laura fasst zusammen: „Da hast du schon mal viel für die Nutzerfreundlichkeit und damit auch Sichtbarkeit getan.“ Diese einfache Maßnahme kann tatsächlich innerhalb weniger Minuten umgesetzt werden und verbessert sowohl die Lesbarkeit als auch die Verweildauer auf der Website – beides Faktoren, die sich positiv auf das SEO-Ranking auswirken.
Navigation optimieren: Klar und übersichtlich
Der nächste Tipp betrifft die Navigation: „Dann ist auch noch so ein Punkt, der einfach wichtig ist, sich auf deiner Website zurechtzufinden, das Menü. Also dass da wirklich klare Namen sind, also über mich, Blog, dass es wirklich klar ist, was finde ich da, dass ich nicht erst irgendwie kreativ werden muss, überlegen muss, was meint sie oder er jetzt damit.“
Laura rät zu einer überschaubaren Menüstruktur: „Es sollten so ungefähr, wenn es geht, nicht mehr als 7 Menüpunkte sein, weil es einfach auch sonst unübersichtlich wird.“
Diese Empfehlung deckt sich mit dem Prinzip der „kognitiven Belastung“ – je mehr Auswahlmöglichkeiten Menschen haben, desto schwieriger fällt ihnen die Entscheidung. Ein klares, übersichtliches Menü hilft Besuchern, sich schnell zu orientieren, und senkt die Absprungrate.
Keyword-Recherche: Der Schlüssel zur Sichtbarkeit
Als dritten und grundlegendsten Punkt nennt Laura die Keyword-Recherche: „Und dann ist natürlich die Basis, sichtbar zu werden, vor allem für die Menschen, denen ich weiterhelfen kann, mit denen ich arbeiten möchte, die Keywords.“
Sie räumt gleich ein: „Das ist natürlich ein Prozess, die Keyword-Recherche, die passiert jetzt nicht mal eben so nebenbei.“ Doch sie bietet einen zugänglichen Einstieg:
„So der allererste Schritt, brainstormen, erst mal gucken, mit welchen Begriffen suchen die Menschen nach meinem Thema.“ Dafür hat sie einen besonders cleveren Tipp: „Was ich finde, was da ein schöner Weg ist oder ein Weg, den Erstkontakt sich mal anzuschauen. Also wenn die Menschen zum allerersten Mal geschrieben haben, sei es per Mail oder weiß ich nicht, auf Instagram oder was auch immer, weil es dann so deren unverfälschter U-Ton ist. Also so welche Frage haben die mir dargestellt, welche Begriffe genutzt, mit welchem Thema kommen sie, mit welchen Problemen.“
Diese Methode ist brillant in ihrer Einfachheit: Statt theoretische Keyword-Recherche-Tools zu nutzen, schlägt Laura vor, sich an der tatsächlichen Sprache der Zielgruppe zu orientieren. Wer die exakten Formulierungen kennt, mit denen potenzielle Kunden ihre Probleme beschreiben, hat einen enormen Vorteil bei der SEO-Optimierung.
Ich konnte an dieser Stelle einen eigenen Tipp beisteuern, der sich in meiner Praxis bewährt hat: „Ich liebe es ja auch total, bei Google irgendwas einzugeben und dann gibt es ja immer dieses Dropdown, wo dann so Auto-Vervollständigungs-Vorschläge sind. Das finde ich auch immer ganz cool. Das habe ich damals auch für Pinterest ganz viel genutzt.“
Diese Methode ist ein einfacher Weg, um zu sehen, wonach Menschen tatsächlich suchen, wenn sie einen bestimmten Begriff eingeben. Die Vorschläge basieren auf häufigen Suchanfragen und geben wertvolle Einblicke in die Denkweise und Sprache der Zielgruppe.
Den kritischen Blick von außen einbeziehen
Ein weiterer Aspekt, den ich anspreche, ist die Bedeutung einer externen Perspektive: „Man ist ja so ein bisschen in seiner eigenen Blase gefangen oder man nimmt sich jemand zur Seite, der nicht genau vom Thema ist und lässt eben denjenigen mal über die Website gucken und fragt ihn, erkennst du überhaupt, was ich mache, oder könnte ich das irgendwie klarer darstellen?“
Dieser Tipp ergänzt Lauras Empfehlungen perfekt: Manchmal sind wir so tief in unserem eigenen Fachgebiet verwurzelt, dass wir nicht mehr erkennen können, ob unsere Kommunikation für Außenstehende verständlich ist. Ein unbefangener Blick kann wertvolle Hinweise geben, wie die Website nutzerfreundlicher und damit auch SEO-optimierter gestaltet werden kann.
Der rote Faden: Verständlichkeit und Nutzerzentrierung
Was alle Tipps von Laura verbindet: Sie zielen darauf ab, die Website für Besucher verständlicher, zugänglicher und nützlicher zu machen. Dies deckt sich mit der Philosophie moderner Suchmaschinen, die Websites bevorzugen, die ihren Nutzern einen echten Mehrwert bieten.
Besonders wertvoll an Lauras Tipps ist, dass sie ohne technisches Spezialwissen umgesetzt werden können und dennoch eine spürbare Wirkung erzielen. Sie beweisen, dass effektives SEO nicht kompliziert sein muss – es beginnt mit dem Fokus auf die Bedürfnisse der Zielgruppe und einer klaren, zugänglichen Kommunikation.
Nachhaltige Tools für dein Business
Nach den konkreten SEO-Tipps wollte ich von Laura mehr über die praktische Umsetzung des grünen Marketings erfahren. Welche Tools und Maßnahmen kann man als Selbstständige oder kleines Unternehmen nutzen, um nachhaltiger zu arbeiten? Ihre Antworten bieten wertvolle Einblicke und praktische Alternativen zu gängigen Lösungen.
Webhosting: Die oft übersehene ökologische Komponente
Ein erster wichtiger Aspekt, den Laura anspricht, ist das Webhosting: „Du kannst zum Beispiel immer schauen, welchen Webhost-Anbieter du hast. Da werden ja oft so diese Ami-Anbieter genannt. Da gibt es halt auch echt einige, also die dann, wenn es geht, Standort zum Beispiel in Deutschland haben, mit Ökostrom arbeiten.“
Diese Überlegung überrascht viele, da Webhosting oft als rein technische Entscheidung betrachtet wird. Dabei hat die Wahl des Hosters durchaus ökologische Relevanz – Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Strom, und je nach Energiequelle kann der CO2-Fußabdruck erheblich variieren.
Ich konnte an dieser Stelle einen eigenen Erfahrungswert beisteuern: „All-Inkl ist zum Beispiel so jemand, ist in Deutschland und hat, arbeitet mit Ökostrom. Habe ich nämlich extra noch nachgeschaut, weil ich bei All-Inkl bin und wollte dann eben wissen, wie die quasi hosten, und sie sind, also setzen zu 100 Prozent auf Ökostrom.“
Laura ergänzt mit ihrer eigenen Wahl: „Das wusste ich gar nicht. Ich habe Biohost, das ist ein relativ kleiner auch. Und da mag ich es halt zum Beispiel auch, ich bin da keine Zahl. Also wenn ich irgendwas habe, wird mir auch schnell geholfen, und ich bin da irgendwie noch ein Mensch.“
Dieser Punkt verdeutlicht einen zusätzlichen Vorteil kleinerer, lokaler Anbieter: Oft bieten sie einen persönlicheren Service, was gerade für Selbstständige, die nicht über eine eigene IT-Abteilung verfügen, sehr wertvoll sein kann.
Ein weiterer Bereich, den Laura anspricht, sind Newsletter-Tools: „Newsletter-Tool ist auch so was, auch nicht so ein Ami-Tool, einfach aus Datenschutz-Sicht, das dann auch schon fragwürdig ist.“
Sie weist darauf hin, dass es durchaus Alternativen gibt: „Es gibt auch E-Mail-Tools aus Deutschland, es gibt welche aus Europa. Da habe ich einen, genau, immerhin aus Europa.“
Diese Überlegung ist besonders relevant im Kontext der DSGVO und des Datenschutzes allgemein. Newsletter-Tools aus dem EU-Raum bieten oft bessere Garantien hinsichtlich des Umgangs mit Kundendaten und der Einhaltung europäischer Datenschutzstandards.
Videokonferenzen: Jenseits von Zoom
Ein drittes Beispiel, das Laura nennt, betrifft Videokonferenzlösungen: „Zoom ist natürlich auch so der Klassiker. Da gibt es auch mittlerweile die, die irgendwie einen Standort in Deutschland haben oder Europa, die keine Daten erheben, die mit Ökostrom arbeiten. FairMeeting ist zum Beispiel eine Variante. Die nutze ich für meine, zumindest für meine 1 zu 1 Gespräche.“
Sie räumt ein, dass es bei alternativen Anbietern manchmal Einschränkungen geben kann: „In größeren Gruppen ist dann von der Qualität manchmal so eine Sache, aber es gibt auch noch andere.“
Ein Umstieg auf nachhaltigere Alternativen kann also manchmal auch kleine Kompromisse erfordern. Dennoch lohnt es sich, die Möglichkeiten zu prüfen und zumindest für bestimmte Anwendungsbereiche umweltfreundlichere Lösungen zu nutzen.
Der Schlüssel: Bewusstsein und schrittweise Umsetzung
Laura fasst ihren Ansatz zusammen: „Bei dem Tool hat man eigentlich Alternativen, auf die gängigen, die immer so als erstes genannt werden, zurückzugreifen.“
Ich ergänze diesen Gedanken: „Ich glaube, das haben wir ja auch eben schon gesagt, es geht einfach darum, dass man so seine Antennen ein bisschen ausfährt, was das Thema angeht und eben schaut, was kann ich so vielleicht Schritt für Schritt in meinem eigenen Business verändern.“
Dabei betone ich die Wahlfreiheit und den individuellen Ansatz: „Und wenn ich die Wahl habe zwischen unterschiedlichen Tools, nehme ich vielleicht doch lieber eins, was irgendwie lokaler ist und nicht unbedingt ein amerikanisches Tool oder wie auch immer. Aber das darf jeder für sich selber entscheiden und nach eigenem Gusto.“
Die Bedeutung des Prozesses
Was in diesem Teil unseres Gesprächs besonders deutlich wird: Der Weg zu einem nachhaltigeren Online-Business ist ein Prozess, kein sofortiger kompletter Umstieg. Laura bestätigt dies in ihrer Erzählung über ihre eigene Entwicklung:
„Da bin ich auch immer noch im Prozess einfach, wie ich mich da verändere.“ Sie erwähnt, dass es „immer noch Drehschrauben“ gibt und Bereiche, „wo es auch noch so zwischendrin ist, sag ich mal, wo ich auch noch gucke, okay, löse ich mich davon jetzt ganz? Mach ich es vielleicht doch noch mal oder nicht.“
Diese ehrliche Darstellung ist ermutigend für alle, die sich vielleicht von der Vorstellung überfordert fühlen, ihr gesamtes Business auf einmal umzustellen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um bewusste Entscheidungen und kontinuierliche Verbesserung.
Praktische Anwendung: Wo anfangen?
Für Selbstständige, die ihre Online-Präsenz nachhaltiger gestalten möchten, ergibt sich aus unserem Gespräch ein praktischer Ansatz:
Bestandsaufnahme machen: Welche Tools und Dienste nutze ich aktuell?
Prioritäten setzen: Wo habe ich den größten „ökologischen Fußabdruck“? (z.B. Hosting)
Recherche betreiben: Welche Alternativen gibt es für die wichtigsten Tools?
Schrittweise umstellen: Mit einem Bereich beginnen und dann nach und nach weitere Umstellungen vornehmen
Kompromisse akzeptieren: Manchmal ist die nachhaltigste Lösung (noch) nicht die praktikabelste – hier pragmatisch bleiben
Dieser Prozess spiegelt wider, was Laura selbst durchlaufen hat und was sie ihren Kunden empfiehlt: Eine bewusste, schrittweise Transformation, die sowohl ökologische als auch ethische Aspekte berücksichtigt und dabei praktikabel bleibt.
Die Diskussion über nachhaltige Tools zeigt, dass grünes Marketing nicht nur eine Frage der Kommunikation ist, sondern auch der eigenen Unternehmenspraxis. Authentizität bedeutet in diesem Kontext auch, dass die eigenen Werte sich in der täglichen Arbeit und den genutzten Tools widerspiegeln – ein Aspekt, der bei Kunden zunehmend Resonanz findet und Vertrauen schafft.
Social Media und Sichtbarkeit jenseits der Plattformen
Ein überraschender und besonders interessanter Aspekt unseres Gesprächs kam zum Vorschein, als Laura im spielerischen „This or That“-Teil zwischen Instagram und LinkedIn wählen sollte. Ihre Antwort: „Keins.“ Diese Antwort führte zu einem aufschlussreichen Austausch über alternative Wege zur Sichtbarkeit jenseits von Social Media – ein Thema, das für viele überlastete Selbstständige besonders relevant ist.
Lauras Weg weg von Social Media
Auf meine Nachfrage hin teilt Laura ihre persönliche Reise mit Social Media: „Ich habe mich nur bei Instagram angemeldet am Anfang, habe da dann auch gepostet, gepostet immer schon relativ wenig, so zweimal die Woche war meine Regel, weil ich direkt auch gemerkt habe, das laugt mich sonst aus.“
Sie beschreibt ihre Entwicklung: „Und jetzt habe ich seit letztem Sommer, also jetzt schon über ein Jahr, gar nicht mehr gepostet. Weil ich einfach gemerkt habe, es raubt mir mehr Energie. Also es gab schon immer Teile, die haben mir auch noch Spaß gemacht, aber im Ganzen war es mir einfach zu viel.“
Alternative Wege zur Sichtbarkeit
Laura erklärt, wie sie trotz des Social-Media-Verzichts sichtbar bleibt: „Ich habe zwar noch mein Profil, bei LinkedIn habe ich auch ein Profil, aber ich habe da noch nie gepostet und neuerdings denke ich mir jetzt auch, ich mache das, meine Sichtbarkeit, über SEO, über Podcast-Interviews zum Beispiel auch oder Gastartikel, und so soll das funktionieren.“
Laura betont, warum dieser Ansatz für sie besser passt: „Weil so fühlt es sich gut an, macht Spaß, und da ist SEO natürlich auch ein schöner Weg ohne diese Abhängigkeit von Social Media.“
Ein breiterer Kontext: Multiple Sichtbarkeitskanäle
Im Zusammenhang mit unserem früheren Gespräch über SEO ergibt Lauras Strategie besonders viel Sinn: Sie fokussiert sich auf langfristig wirksame Inhalte wie Blogbeiträge, die über Suchmaschinen gefunden werden, anstatt kurzlebige Social-Media-Posts zu produzieren, die nach kurzer Zeit im Feed verschwinden.
Ihre Strategie umfasst:
SEO-optimierte eigene Website: Als Basis für langfristige Sichtbarkeit
Podcast-Interviews: Als Gästin in thematisch passenden Podcasts (wie unserem Gespräch)
Gastartikel: Beiträge für andere Websites und Blogs in ihrer Nische
SEO-Coworking: Ein Format, das sowohl der Netzwerkbildung als auch dem Wissensaustausch dient
Diese Kombination schafft nachhaltige Sichtbarkeit ohne den ständigen Druck, auf Social-Media-Plattformen aktiv sein zu müssen.
Zusammenfassung: Sichtbarkeit nach den eigenen Regeln
Lauras Ansatz zur Online-Sichtbarkeit verkörpert perfekt den Kern des grünen Marketings: Es geht nicht darum, allen vermeintlichen „Regeln“ zu folgen, sondern bewusste Entscheidungen zu treffen, die sowohl effektiv als auch mit den eigenen Werten und der eigenen Energie im Einklang stehen.
This or That: Die persönliche Seite von Laura
Zum Abschluss des Interviews führte ich mit Laura die in meinem Podcast übliche „This or That“-Runde durch, bei der Gäste spontan zwischen zwei Optionen wählen müssen.
Kaffee oder Tee? „Kaffee.“
Das Meer oder die Berge? „Berge mittlerweile.“ (Obwohl sie erst einmal in den Bergen war, haben sie sie beeindruckt.)
Blog oder Podcast? „Podcast. Ich habe keinen eigenen, aber privat höre ich dann auch selbst einen Podcast.“
Instagram oder LinkedIn? „Keins.“ (Das führte zu unserer vorherigen Diskussion über Social Media.)
Apple oder Windows? „Ich habe einen Apple Laptop.“
Buch oder Film? „Buch.“
Nutella mit oder ohne Butter? „Also wenn dann mit.“
Gemeinsame Vision für ein authentisches Marketing
Im Laufe unseres gesamten Gesprächs wurde deutlich, dass Laura und ich eine gemeinsame Vision teilen: Ein Marketing, das auf Authentizität, Ethik und Nachhaltigkeit basiert. Wir sind beide überzeugt, dass Marketing auch ohne Druck und manipulative Taktiken funktionieren kann und dass es wichtig ist, nur solche Methoden einzusetzen, die sich für einen selbst stimmig anfühlen.
Laura zeigt mit ihrem Ansatz des grünen SEO einen Weg, wie Online-Sichtbarkeit auch nachhaltig und ethisch umgesetzt werden kann – von der Toolauswahl über die Kommunikation bis hin zur Entscheidung, welche Plattformen man nutzen möchte.
Unser Gespräch bot praktische Tipps für SEO und nachhaltigeres Marketing, aber auch Denkanstöße zur grundsätzlichen Herangehensweise an die Online-Präsenz. Es ging nicht nur um die Frage, wie man etwas tun sollte, sondern auch darum, ob man bestimmte Dinge überhaupt tun muss oder ob es Alternativen gibt, die besser zu den eigenen Werten und der eigenen Arbeitsweise passen.
Farben wirken – immer. Sie entscheiden mit, ob jemand deiner Marke vertraut, ob sie einladend, professionell oder sympathisch wahrgenommen wird. Und das passiert oft in Sekundenbruchteilen.
In der Business-Welt sind Farben also mehr als nur Dekoration. Sie sind ein kraftvolles Kommunikationsmittel, das Werte, Haltung und Positionierung sichtbar macht – lange bevor jemand deine Texte liest oder mit dir spricht.
Und vielleicht kennst du auch das Gefühl, vor der Entscheidung zu stehen, welche Farben du für dein Business verwenden sollst? Vielleicht tendierst du zu deinen Lieblingsfarben oder folgst spontanen Eingebungen.
In der neuesten Folge meines Podcasts „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing“ habe ich die Designerin und Expertin für visuelle Kommunikation Silke Jacobi zu Gast. Silke liebt es, stimmige Konzepte zu entwickeln, die einen echten Wow-Effekt auslösen. Gemeinsam tauchen wir tief in die Bedeutung von Farben im Marketing ein – und warum du deine Lieblingsfarbe besser nicht für dein Branding verwenden solltest. Sie ist übrigens der Grund, warum meine Call-to-Action-Buttons heute orange sind und nicht mehr altrosa.
Podcast-Episode #162: Die Macht der Farben im Branding – Interview mit Designerin Silke Jacobi zu Branding und Farben im Business
Warum deine Lieblingsfarbe nicht ins Branding gehört
„Nimm bloß nicht deine Lieblingsfarbe. Bitte, bitte, bitte, bitte!“, betont Silke gleich zu Beginn unseres Gesprächs. Der Grund dafür ist einleuchtend: Bei deinem Branding geht es nicht um dich, sondern um deine Kunden.
Silke erklärt es mit einem treffenden Sprichwort: „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ Wir sollten nicht von unseren persönlichen Vorlieben ausgehen, sondern die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Zielgruppe verstehen.
Sie bringt ein anschauliches Beispiel: Eine Pflegerin, die mit Senioren arbeitet, braucht ein anderes Farbkonzept als jemand, der eine Kita betreibt. Beide könnten dieselbe Lieblingsfarbe haben – aber diese würde nicht gleichermaßen zu beiden Zielgruppen passen.
Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Bei meiner Gründung habe ich Farben gewählt, die mir gefielen, ohne über deren Wirkung nachzudenken. Das Ergebnis? Ich fühlte mich mit meinem Branding unwohl, und es weckte bei meiner Zielgruppe nicht die gewünschten Assoziationen.
Du wirst mit deiner Farbe gesehen – und sie hat immer eine Wirkung!
Die richtige Zeit für ein professionelles Branding
Wichtig ist auch Silkes klare Aussage: „Ich sage tatsächlich jedem Solopreneur, der startet: Du brauchst am Anfang kein Logo.“
Statt in Design zu investieren, empfiehlt sie Neugründern, ihr Angebot zu testen und ihre Zielgruppe besser kennenzulernen. „Gehe raus und teste deine Dienstleistung, sammle Erfahrungen mit deinen Kunden“, rät Silke. Denn gerade im ersten Jahr oder in den ersten anderthalb Jahren verändert sich oft noch viel bei der Dienstleistung und der Zielgruppe.
Ich musste schmunzeln, als ich überlegte, wann ich selbst zur Designerin gegangen bin – es war ziemlich genau nach anderthalb Jahren. Damals hatte ich mich auf Podcaster spezialisiert und wollte ein Branding, das diese Positionierung unterstützt. Und genau das bekam ich auch.
Wenn du nach einem Designer suchst, gibt Silke einen wertvollen Tipp: „Ein Designer ist dann gut, wenn er mehr zuhört als redet in eurem Erstgespräch.“ Eine gute Designerin sollte tief in dein Business eintauchen, Informationen sammeln und verstehen, worum es dir wirklich geht.
„Wenn du überzeugt bist davon, dass du den Unterschied machst, dann ist es deine Aufgabe rauszugehen und dich zu zeigen.“ (Silke Jacobi)
Wie Farben die Zielgruppenansprache beeinflussen
Jede Farbe transportiert Gefühle und löst etwas in uns aus – das ist Farbpsychologie. Silke erklärt, dass Banken oft Blau verwenden, weil diese Farbe für Vertrauen und Sicherheit steht.
Aber was passiert, wenn alle in deiner Branche dieselbe Farbe nutzen? „Dann bist du nur eine von vielen“, erklärt Silke. Ein brillantes Beispiel für Differenzierung durch Farbe ist die Telekom mit ihrem markanten Magenta. In einem Markt, wo niemand Pink verwendete, traute sich die Telekom, anders zu sein. Das Ergebnis: Jedes pinke T wird sofort mit der Telekom in Verbindung gebracht.
Silke klärt auch die Begriffe Brand und Branding: „Eine Brand, die Marke, ist das Bild, das dein Kunde von dir in seinem Kopf hat. Branding ist das, was dein Kunde da draußen von dir sieht und wahrnimmt.“
Die Farbwahl kann auch von natürlichen Assoziationen beeinflusst werden. Silke würde beispielsweise einer Bäckerei mit ökologischen Lebensmitteln nie empfehlen, Gelb zu verwenden – denn in der Natur ist Gelb eine Warnfarbe für Gift, wie bei Wespen oder auf Warnschildern für Chemikalien. Auch Blau verbinden wir nicht mit gesunden Lebensmitteln.
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Die Wirkung einzelner Farben im Überblick
Farben sprechen eine eigene Sprache – und zwar überall dort, wo Menschen visuell kommunizieren. Silke Jacobi macht deutlich: Jede Farbe trägt eine bestimmte Bedeutung in sich. Wer Farben gezielt einsetzt, kann damit gezielt Assoziationen und Emotionen auslösen.
Dies sind typische Wirkungen von Farben:
Blau: strahlt Ruhe, Klarheit und Seriosität aus. Häufig genutzt in Bereichen, die Vertrauen aufbauen wollen – zum Beispiel in der Finanz- oder Coachingbranche.
Grün: steht für Natürlichkeit, Wachstum und Nachhaltigkeit. Ideal für alle, die mit Lebendigkeit oder Veränderung arbeiten.
Rot: wirkt aktivierend, energisch und präsent. Rot fällt auf – aber kann auch schnell als aggressiv empfunden werden.
Gelb: wird mit Frische, Optimismus und Kreativität verbunden. In Kombination mit Grau kann es sehr edel wirken.
Pink: hat eine große Bandbreite – von verspielt bis selbstbewusst. Je nach Nuance kann es Stärke, Sichtbarkeit oder auch Leichtigkeit transportieren.
Schwarz: vermittelt Eleganz, Tiefe und Kontrast. In Kombination mit Weiß wirkt es besonders markant.
Braun- und Beigetöne: erzeugen Wärme, Bodenständigkeit und Authentizität. Gerade in Coaching- oder Handmade-Businesses beliebt.
Silke betont: Es gibt keine „richtigen“ oder „falschen“ Farben – aber es gibt Farben, die zu deiner Haltung und Positionierung passen oder eben nicht. Wichtig ist, bewusst zu wählen und sich über die Wirkung im Klaren zu sein.
Der Einfluss von Branding auf Preisakzeptanz
Ein überzeugendes Branding beeinflusst nicht nur, wie andere dich wahrnehmen, sondern auch, wie du dich selbst siehst. Silke spricht vom „Halo-Effekt“: Wir schließen vom äußeren Erscheinungsbild auf die Expertise.
Sie erzählt von einer Kundin, die nach ihrem Branding-Prozess sagte: „Das bin ich? Das sieht ja echt professionell aus.“ Silkes Antwort: „Du bist professionell.“ Dieses Beispiel zeigt, wie ein professionelles Branding das eigene Selbstbild stärken kann.
Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel: Silke arbeitete mit einer bekannten Astrologin zusammen und gestaltete deren Ausbildungsmaterialien neu. Mit diesem Rebranding erhöhte die Kundin den Preis ihrer Ausbildung um ein Drittel – und hatte selbst das Gefühl, dass es diesen Mehrwert jetzt auch wirklich wert sei.
Das Erstaunliche daran: Die Inhalte selbst hatten sich nicht verändert, aber die Wertigkeit wurde nun auch nach außen transportiert. Gleichzeitig stärkte das neue Branding das Selbstbewusstsein der Anbieterin.
Sichtbarkeit als Selbstständige
Was ist mit Unternehmerinnen, die zögern, sich selbst in den Vordergrund zu stellen? Silke kann das gut nachvollziehen: „Ich war selbst 20 Jahre lang unsichtbar, habe mich immer hinter meinem Rechner versteckt.“
Sie appelliert: „Mit der Entscheidung, Unternehmerin zu werden, haben wir schon einen Schritt getan. In dem Moment, wo wir uns für eine Selbstständigkeit entschieden haben, haben wir auch gesagt: Ich bin es selbst und ich nehme das jetzt wirklich in die Hand.“
Silke vergleicht es mit einer wertvollen Medizin: „Wenn du ein Mittel gegen Krebs hättest, wo nach kurzer Einnahme der Patient geheilt wäre – würdest du damit hinterm Berg halten? Das würde keiner machen. Genauso ist es mit deiner Dienstleistung. Wenn du überzeugt bist, dass du den Unterschied machst, dann ist es deine Aufgabe, rauszugehen und dich zu zeigen.“
Ein wichtiger Bestandteil des Brandings sind für Silke professionelle Fotos. Sie empfiehlt, ein Bildkonzept zu erstellen, das genau festlegt, wie die Fotos wirken sollen – nah oder distanziert, farbig oder entsättigt. Mit diesem Konzept kann man dann zum Fotografen gehen, was beiden Seiten Sicherheit gibt.
Branding weiterentwickeln, nicht neu erfinden
Ein gutes Branding kann und sollte sich weiterentwickeln. Silke ist ein Fan von Weiterentwicklung, aber kein Befürworter kompletter Neustarts: „Neue Besen kehren gut – und dann wird mal komplett ein Relaunch gemacht, wo die Wiedererkennung überhaupt nicht da ist.“
Sie empfiehlt, wie Nivea vorzugehen: Das Branding wurde über die Jahre angepasst, aber der Wiedererkennungswert blieb erhalten. „Das Bild im Kopf der Kunden wird nicht irritiert.“
Als ich meine Ausrichtung von Pin Your Podcast änderte, behielt ich das Blau bei und entwickelte den Rest weiter. Und lustigerweise kam durch Silke das Orange als Call-to-Action-Farbe dazu, weil sie meinte, wir bräuchten eine „coolere“ Farbe als das bisherige Altrosa. Eine Entscheidung, die ich bis heute liebe!
Die drei wichtigsten Tipps für Starter
Zum Abschluss teilt Silke drei wertvolle Tipps für alle, die gerade starten:
Minimalprinzip oder Experimentieren: Wenn du Spaß am Design hast, tobe dich aus. Falls nicht, halte es einfach: „Nimm deinen Namen und geh raus, kein Logo. Mach und hilf den Menschen mit deiner Dienstleistung.“
Fokus auf die wichtigsten Treiber: „Frage dich, welche drei Dinge bringen mein Business jetzt tatsächlich weiter?“ Das schützt vor Prokrastination und Ablenkung. Silke hat Frauen erlebt, die tagelang nur mit Farben beschäftigt waren und nicht vorankamen.
Erstelle ein Mood Board: Sammle spielerisch Ideen, Farbkarten, Fotografien oder Naturfarben. „Du siehst Veränderungen, aber auch eine bestimmte Entwicklung, wo es hingeht.“
Fazit
Mein Gespräch mit Silke hat mir erneut bestätigt, wie wichtig ein durchdachtes Branding ist – nicht als oberflächliche Verschönerung, sondern als tiefgreifende Auseinandersetzung mit der eigenen Marke und Zielgruppe.
Die Wahl der richtigen Farben ist dabei nur ein Teil des Ganzen, aber ein sehr mächtiger. Farben sprechen direkt zu unseren Emotionen und können Vertrauen schaffen oder auch Skepsis auslösen.
Wichtig ist vor allem: Verliere dich nicht in endlosen Design-Entscheidungen, wenn du am Anfang stehst. Konzentriere dich auf deine Kunden und dein Angebot. Das professionelle Branding wird zum richtigen Zeitpunkt kommen – und dann kannst du es voll auskosten und dich von ihm tragen lassen.
Möchtest du mehr von Silke erfahren? In der vollständigen Podcast-Episode teilt sie noch viele weitere wertvolle Tipps zur Bedeutung von Farben im Marketing. Und falls du Fragen hast, kannst du Silke auch direkt kontaktieren – selbst wenn du noch nicht bereit für ein komplettes Branding bist, beantwortet sie gerne deine Fragen.
Was ist die Hauptaussage? Emotionale Intelligenz ist Haltung, nicht Taktik. Verstehe dich und deine Kundinnen so gut wie möglich und handle empathisch.
Warum ist das wichtig? Du baust Verbindung und Vertrauen auf, gewinnst treue Kundinnen, kannst authentischeres Marketing machen und verkaufst leichter.
Wie setzt man es um? Kläre deine Mission und den Nutzen. Höre zu. Spiegle die Sprache deiner WunschkundInnen, erzähle Geschichten und hole dir Feedback.
„Emotionale Intelligenz ist keine Marketing-Taktik. Sie ist Haltung.“
Du hast Content erstellt, der inhaltlich auf den Punkt ist – doch statt Resonanz bleibt es still. Kein Feedback, keine Interaktion, kein Verkauf. Fachlich stimmt alles, trotzdem entsteht keine Verbindung.
In vielen Marketing-Strategien liegt der Fokus auf Zahlen, Daten, Funktionen. Was dabei oft fehlt? Das Gefühl, gesehen und verstanden zu werden. Genau hier kommt emotionale Intelligenz ins Spiel.
Wenn du beginnst, nicht nur über dein Angebot zu sprechen, sondern die Emotionen deiner Zielgruppe wirklich wahrzunehmen und anzusprechen, verändert sich vieles. Plötzlich entsteht Nähe. Vertrauen. Wirkung.
In diesem Artikel zeige ich dir:
was emotionale Intelligenz im Marketing bedeutet,
wie du damit echtes Interesse und Vertrauen aufbaust
und wie du Schritt für Schritt empathischer, klarer und erfolgreicher kommunizierst.
Was bedeutet emotionale Intelligenz – und warum ist sie im Marketing so entscheidend?
Emotionale Intelligenz bedeutet, dass du nicht nur deine eigenen Gefühle verstehst, sondern auch die Emotionen anderer Menschen erkennst und angemessen darauf reagierst. Es geht um Selbstwahrnehmung, Empathie, Selbstregulierung und soziale Fähigkeiten. Und ja – genau das spielt auch im Marketing eine zentrale Rolle.
Denn Kaufentscheidungen werden selten rational getroffen – selbst wenn wir es gern glauben möchten. Studien zeigen: Bis zu 95 % unserer Entscheidungen passieren unbewusst, emotional. Erst im Nachhinein suchen wir nach logischen Argumenten, um unsere Wahl zu rechtfertigen.
Das bedeutet für dein Marketing:
Es reicht nicht, die Vorteile deines Angebots sachlich aufzuzählen.
Du musst spürbar machen, was sich für deine Kundin verändert, wenn sie mit dir arbeitet.
Du musst zeigen, dass du verstehst, was sie wirklich bewegt.
Emotionale Intelligenz hilft dir, genau diese Verbindung aufzubauen. Und das wirkt sich direkt auf deinen Erfolg aus:
Du erreichst mehr Menschen auf einer tieferen Ebene.
Du wirst als empathische, echte Expertin wahrgenommen.
Du stärkst die Kundenbindung, bekommst mehr Weiterempfehlungen und verkaufst leichter.
Denn wer sich verstanden fühlt, bleibt. Und empfiehlt dich weiter.
Praxisbeispiel: Wie emotionale Intelligenz Buchungen verdoppelt
Maria ist Hochzeitsfotografin. Technisch ist sie top, ihre Bilder sind gestochen scharf, perfekt bearbeitet – und trotzdem blieben die Buchungen hinter ihren Erwartungen zurück.
Der Wendepunkt kam, als sie erkannte: Es geht ihren Kunden nicht nur um schöne Fotos. Es geht um Emotionen. Um das Herzklopfen vor dem Ja-Wort. Um den Tränenmoment bei der Rede des Vaters. Um das ungestellte Lächeln beim ersten Tanz.
Maria hat ihre Kommunikation daraufhin komplett verändert:
Auf ihrer Website spricht sie nicht mehr über Objektive und Bearbeitungszeiten, sondern über die Magie des Moments.
In Vorgesprächen fragt sie gezielt, welche Stimmung ihre Kund*innen auf den Bildern sehen wollen – nicht nur, wie viele Gruppenfotos sie brauchen.
Auf Social Media teilt sie echte Geschichten ihrer Paare – samt Aufregung, Freude und Lieblingsmomenten.
Die Wirkung? Ihre Buchungsrate hat sich innerhalb weniger Wochen verdoppelt. Aber nicht nur das: Ihre Kund*innen empfehlen sie heute aktiv weiter – weil sie sich nicht nur fotografiert, sondern wahrgenommen und verstanden fühlen.
Dieses Beispiel zeigt: Emotionale Intelligenz im Marketing ist kein nettes Extra. Sie ist oft der entscheidende Hebel, um aus Interesse echte Kaufentscheidungen zu machen.
Du musst keine geborene Empathin sein, um emotionale Intelligenz in deinem Marketing zu nutzen. Diese Fähigkeit lässt sich lernen – Schritt für Schritt. Hier sind fünf Ansätze, mit denen du sofort starten kannst:
1. Deine Zielgruppe wirklich verstehen – zwischen den Zeilen lesen
Viele definieren ihre Zielgruppe nach Alter, Beruf oder Familienstand. Doch das reicht nicht. Wenn du wirklich berühren willst, musst du tiefer blicken.
Frage dich:
Was frustriert sie aktuell am meisten?
Welche Gedanken halten sie nachts wach?
Wonach sehnen sie sich – emotional?
Sprich mit deinen Wunschkund*innen. Führe Interviews, starte Umfragen, höre in Facebook-Gruppen zu. Und achte besonders auf das, was zwischen den Zeilen mitschwingt – denn genau dort liegen oft die wahren Beweggründe.
2. Empathie üben – und ehrlich meinen
Versetze dich in deine potenzielle Kundin hinein: Wo steht sie gerade? Was erlebt sie, wenn sie über ihr Marketing nachdenkt? Was wünscht sie sich insgeheim?
Empathie bedeutet, nicht über sie zu sprechen, sondern aus ihrer Perspektive zu kommunizieren. Nicht: „Du brauchst diesen Kurs, um XY zu erreichen.“ Sondern: „Ich sehe, dass du gerade feststeckst – und ich weiß, wie sich das anfühlt.“
Empathie im Marketing schafft Verbindung – ohne Druck.
„Ich sehe dich. Ich verstehe, wo du stehst. Und ich habe eine Lösung.“
3. Deine eigenen Emotionen wahrnehmen – und nutzen
Emotionale Intelligenz beginnt bei dir selbst. Wenn du frustriert bist, weil dein Marketing nicht funktioniert, schau genau hin: Woran liegt es wirklich?
Vielleicht passt die Strategie nicht zu dir. Vielleicht sprichst du mit einem Ton, der sich nicht echt anfühlt. Oder du bist müde vom ständigen Content-Hamsterrad.
Diese Selbsterkenntnis ist Gold wert. Denn erst, wenn du dich selbst ehrlich reflektierst, kannst du authentisch kommunizieren – und wirklich berühren.
→Und wenn du hierbei Unterstützung brauchst, dann ist vielleicht das 1:1 Marketing Mentoring das Richtige für dich.
4. Die Sprache der Emotionen nutzen
Worte wirken – vor allem, wenn sie Bilder im Kopf erzeugen. Statt: „Du wirst mit diesem Kurs effizienter“, lieber: „Stell dir vor, wie es sich anfühlt, endlich Zeit für das zu haben, was dir wirklich wichtig ist.“
Streiche Floskeln und Fachbegriffe. Sprich klar, bildhaft und menschlich. So entsteht Nähe – und Vertrauen.
5. Storytelling einsetzen – gezielt und echt
Geschichten verbinden. Vor allem, wenn sich deine Zielgruppe darin wiederfindet. Du brauchst keine Märchen zu erfinden – erzähle echte Geschichten:
Von dir und deinem Weg
Von deinen Kund*innen (mit Erlaubnis)
Von typischen Situationen, die deine Zielgruppe erlebt
Gute Geschichten brauchen:
eine Hauptfigur (mit der sich deine Leser*innen identifizieren können)
eine Herausforderung (die das Problem widerspiegelt)
eine Lösung (die du anbietest)
So machst du klar: Ich sehe dich. Ich kenne dein Problem. Und ich kann dir helfen.
So bringst du emotionale Intelligenz in deinen Content
Emotionale Intelligenz zeigt sich nicht nur in Gesprächen, sondern auch in deinem geschriebenen und visuellen Content. Wenn du es schaffst, Gefühle bewusst anzusprechen, stärkst du die Verbindung zu deinen Leser*innen – und machst dein Marketing wirkungsvoller.
Hier sind vier konkrete Wege, wie du das umsetzen kannst:
1. Emotionen gezielt im Text ansprechen
Bevor du einen Text schreibst – egal ob Social-Media-Post, E-Mail oder Blogartikel – überlege dir: Welche Emotion möchte ich auslösen?
Typische emotionale Einstiegspunkte sind:
Überforderung („Du hast alles versucht, aber es fühlt sich an, als würdest du auf der Stelle treten?“)
Sehnsucht („Du wünschst dir mehr Struktur und Leichtigkeit in deinem Marketing?“)
Erleichterung („Endlich ein Plan, der funktioniert – ohne dich zu überfordern.“)
Wähle eine Hauptemotion pro Text und bleibe klar in der Ansprache. So entsteht ein roter Faden – und echte Wirkung.
2. Mit visuellen Elementen Gefühle verstärken
Worte wirken – Bilder aber oft noch schneller. Achte darauf, dass deine visuelle Gestaltung zur Botschaft passt.
Beispiele:
Wenn du Ruhe vermitteln möchtest, nutze sanfte Farben, klare Strukturen, harmonische Bilder.
Willst du Begeisterung wecken, dürfen Farben kraftvoll und lebendig sein.
Vermeide Widersprüche. Ein hektisch gestalteter Instagram-Post über Achtsamkeit erzeugt Verwirrung – und senkt die Glaubwürdigkeit.
3. Persönlich kommunizieren – auch wenn’s länger dauert
Automatisierung ist bequem. Aber nichts ersetzt den Effekt einer persönlichen Nachricht. Eine Antwort per DM, ein Kommentar mit echtem Bezug oder eine individuelle E-Mail zeigen: Ich sehe dich. Du bist nicht nur eine Nummer in meinem Funnel.
Gerade in einem Markt, in dem vieles standardisiert ist, machst du mit ehrlicher, persönlicher Kommunikation den Unterschied.
4. Feedback aktiv suchen – und wertschätzend reagieren
Auch das ist emotionale Intelligenz: Kritik nicht als Angriff, sondern als Geschenk zu sehen.
Frage deine Kund*innen regelmäßig, was ihnen gefallen hat – und was nicht. Und wenn mal etwas kritisch zurückkommt: Hinhören statt verteidigen.
„Danke für deine Rückmeldung – das nehme ich mit.“ kann eine Beziehung stärken. Vorausgesetzt, es ist ehrlich gemeint.
Häufige Fehler im Umgang mit Emotionen im Marketing
Emotionale Intelligenz im Marketing ist kraftvoll – aber nur, wenn sie authentisch angewendet wird. Sonst entsteht schnell der gegenteilige Effekt: Misstrauen statt Verbindung. Damit dir das nicht passiert, zeige ich dir hier die drei häufigsten Stolperfallen – und wie du sie vermeidest.
1. Emotionen nur oberflächlich einsetzen
Ein paar gefühlige Phrasen reichen nicht aus, um Vertrauen zu schaffen. Menschen spüren, ob du es ernst meinst – oder ob du nur versuchst, durch emotionales Framing mehr zu verkaufen.
Typisches Beispiel: Eine Landingpage, die mit dem Wort „Herz“ um sich wirft, aber keinerlei echtes Verständnis für die Probleme der Zielgruppe zeigt.
Was stattdessen hilft: Sprich nicht nur über Emotionen – sondern zeige, dass du wirklich verstehst, wie sich deine Zielgruppe fühlt. Das braucht echtes Zuhören, echtes Mitfühlen – und den Mut, auch unangenehme Themen anzusprechen.
„Authentizität lässt sich nicht faken. Sie wird gespürt – oder eben nicht.“
2. Zu viele Emotionen auf einmal
Wenn du versuchst, alle Gefühle gleichzeitig anzusprechen – von Angst über Hoffnung bis zu Freude und Dankbarkeit – wirkt dein Content schnell überladen und diffus.
Was stattdessen hilft: Fokussiere dich auf eine zentrale Emotion pro Inhalt. Frag dich: Was soll bei meiner Leserin ankommen? Was soll sie fühlen – und warum?
So entsteht Klarheit. Und die braucht es, damit eine echte Verbindung entstehen kann.
3. Die falschen Emotionen ansprechen
Nicht jede Emotion passt zu jedem Angebot. Eine Anzeige für Steuerberatung mit einem Witz über Chaos im Büro mag kreativ wirken – aber sie verfehlt womöglich die Zielgruppe, die sich gerade nach Klarheit und Sicherheit sehnt.
Was stattdessen hilft: Überlege dir bewusst, welche Emotionen zu deinem Angebot und deiner Zielgruppe passen. Bei einem Mentoring für überforderte Selbständige könnte das zum Beispiel sein:
Wunsch nach Leichtigkeit
Frust über fehlende Struktur
Sehnsucht nach Kontrolle und Klarheit
Bleib bei den Gefühlen, die dein Angebot wirklich anspricht – und nicht bei denen, die gerade in der Werbewelt „gut funktionieren“.
Fazit: Emotionales Marketing ist kein Trick – sondern echte Verbindung
Emotionale Intelligenz im Marketing bedeutet nicht, geschickter zu verkaufen. Es bedeutet, echter zu kommunizieren. Zu verstehen, was deine Kund*innen bewegt. Und so zu sprechen, dass sie sich gesehen, gehört und gemeint fühlen.
Es geht nicht um Manipulation. Sondern um Empathie. Um den Wunsch, wirklich zu helfen. Um die Bereitschaft, hinter Zahlen, Funnels und Algorithmen wieder den Menschen zu sehen.
Wenn du beginnst, Emotionen nicht nur als Werkzeug, sondern als Verbindungspunkt zu begreifen, ändert sich vieles:
Deine Texte treffen.
Deine Angebote berühren.
Deine Kommunikation wirkt – auf echte Weise.
Du musst dafür nicht lauter oder aufdringlicher werden. Sondern bewusster. Und klarer.
Denn Menschen kaufen nicht wegen Features. Sie entscheiden sich für ein Gefühl.
Silke Schönweger
FAQ: Emotionale Intelligenz im Marketing
Was ist der Unterschied zwischen emotionalem Marketing und Manipulation?
Emotionale Intelligenz im Marketing basiert auf Empathie und Echtheit, nicht auf psychologischen Tricks. Es geht darum, deine Zielgruppe wirklich zu verstehen – nicht darum, sie zu überreden. Manipulation täuscht, emotionale Intelligenz verbindet.
Muss ich dafür sehr persönlich werden?
Nein. Du musst nicht dein ganzes Leben teilen, um emotional zu kommunizieren. Es reicht, wenn du echte Themen ansprichst, die deine Kund*innen beschäftigen – und klar machst: Ich sehe dich. Ich verstehe, wo du stehst.
Welche Emotionen passen zu meinem Business?
Das hängt von deinem Angebot und deiner Zielgruppe ab. Typische Emotionen im Bereich Online-Business sind z. B.:
Frustration über Technik oder fehlende Struktur
Sehnsucht nach Leichtigkeit, Klarheit, Kontrolle
Freude über mehr Zeit, Selbstwirksamkeit, Erfolge
Überlege dir, welches Gefühl du mit deinem Angebot auslösen möchtest – und sprich genau das an.
Kann ich emotionale Intelligenz lernen?
Ja – auf jeden Fall. Du brauchst kein psychologisches Studium. Was du brauchst, ist die Bereitschaft zuzuhören, hinzuschauen und deine eigene Sprache zu reflektieren. Mit Übung wirst du klarer, empathischer – und erfolgreicher kommunizieren.
Podcast-Episode #159: Emotionale Intelligenz im Online-Marketing – Der Weg zu authentischen Kundenbeziehungen
Du sitzt vor dem Computer, starrst auf den leeren Newsletter-Editor und fragst dich: „Worüber soll ich denn schon wieder schreiben?“ Kennst du dieses Gefühl? Regelmäßig Newsletter schreiben, scheint für viele Selbstständige eine echte Herausforderung zu sein. Dabei ist der Newsletter eines der wirkungsvollsten Tools, um mit deiner Zielgruppe in Kontakt zu bleiben und kontinuierlich Mehrwert zu bieten.
Das Problem liegt oft nicht daran, dass dir die Themen fehlen. Es liegt daran, dass du keine Struktur und keinen Plan hast. In diesem Artikel teile ich 7 praxiserprobte Tipps mit dir, die dir dabei helfen, regelmäßig Newsletter zu schreiben – ohne dass es dir schwer fällt und ohne dass du jede Woche aufs Neue überlegen musst, was du schreibst.
Du erfährst, wie du mit einem klaren System kontinuierlich relevante und ansprechende Inhalte produzierst, die deine Leser wirklich interessieren. Das Beste daran: Newsletter schreiben wird zu einem Handwerk, das dir immer leichter von der Hand geht.
Ich selbst schreibe seit 5 Jahren jede Woche Newsletter, mit nur ganz wenigen Ausnahmen. Deshalb gebe ich dir in diesem Blogartikel meine besten Tipps mit, wie auch du es schaffen kannst, regelmäßig Newsletter zu schreiben.
Definiere klare Ziele für deinen Newsletter
Bevor du auch nur eine Zeile schreibst, solltest du dir unbedingt klarwerden, welche Ziele du mit deinem Newsletter verfolgst. Du kannst aus ganz unterschiedlichen Gründen einen Newsletter schreiben: Möchtest du über dein Thema informieren? Etwas Unterhaltsames schreiben? Oder möchtest du Produkte verkaufen – was für Selbstständige völlig normal ist, sonst wäre das Ganze ja ein Hobby.
Eine klare Zielsetzung bedeutet, dass du den Fokus behalten kannst, auch während du den Newsletter schreibst. Notiere dir gerne in deinem Redaktionsplan, welches Ziel du mit diesem wöchentlichen oder 14-tägigen Newsletter erreichen möchtest.
Der Hintergrund ist einfach: Wenn du einfach drauflos schreibst, kann es sein, dass du dich verhaspelst – je nachdem, wie viel oder wie wenig Übung du hast. Wenn du dir aber vor dem Schreiben überlegst, welches Ziel du erreichen möchtest, dann hast du so etwas wie einen Leitstern, einen Fokus, und das wird dir das Ganze sehr deutlich erleichtern.
Erstelle einen Redaktionsplan für mehr Struktur
Ich sage es ganz klar: Es ist nicht möglich, kontinuierlich, regelmäßig mehrwertigen Content zu liefern, wenn du keinen Redaktionsplan hast. Einfach weil dir die Übersicht fehlt. Ohne Redaktionsplan kommst du sehr schnell in die Reaktion und kannst nicht gut agieren, weil du einfach nicht weißt, welche Aufgaben auf deinem Plan stehen.
Wenn du keinen Redaktionsplan hast, fängt es schon damit an, dass du erst überlegen musst, worüber du denn schreiben möchtest. Dann gehst du in die Themenfindung, verdattelst dich während dieser Themenfindung, kommst von Hölzchen auf Stöckchen und machst dann alles – aber nicht Content produzieren.
Die Lösung ist einfach: Setze dich einmal hin und erstelle einen Redaktionsplan. Zum Beispiel alle drei Monate für das nächste Quartal. Dann gehst du raus und weißt, was du in den nächsten drei Monaten perspektivisch für Content veröffentlichst und in welchen Formaten.
Natürlich ist dieser Plan nicht in Stein gemeißelt – er ist abänderbar. Aber keinen Plan zu haben ist einfach suboptimal. Die Struktur, die dir ein Redaktionsplan gibt, ist der Schlüssel zur Regelmäßigkeit.
Nimm auch deinen Newsletter mit in den Redaktionsplan auf. Wenn du zum Beispiel jede Woche eine Podcast-Episode veröffentlichst, ist fast gesetzt, dass du in deinem Newsletter etwas zu dieser Episode schreibst. Du möchtest schließlich auch den Menschen, die deinen Podcast noch nicht abonniert haben, sagen: „Achtung, hier ist eine neue Podcast-Episode rausgekommen. Kostenloser Mehrwert für dich.“
Ja, ich weiß – das Thema „Zielgruppe“ ist ausgelutscht. Trotzdem ist es mega wichtig, dass du weißt, wer deine Zielgruppe ist. Noch besser ist es, wenn du dir einen Kunden-Avatar erstellst.
Warum ist das so? Je mehr du über deine Zielgruppe weißt oder über deinen Wunschkunden, desto besser und gezielter kannst du natürlich Inhalte gestalten. Und was ich noch viel wichtiger finde: Wenn du deinen Newsletter schreibst und versuchst, thematisch, inhaltlich und von der Tonalität her eine Vielzahl von Menschen anzusprechen, dann wirst du dich so schwertun.
Wenn du aber einen Newsletter schreibst für eine Person – nämlich für deinen Wunschkunden – und du möchtest genau diesem Wunschkunden erzählen, welche neuen Content-Inhalte es von dir gibt, was bei dir passiert ist, was sich in deinem Business tut, dann ist es so viel leichter, das einer Person zu erzählen, als zu versuchen, es einer Menge von Personen zu erzählen.
Wenn du deine Zielgruppe, deinen Kunden-Avatar genau kennst und ihre Bedürfnisse kennst, ihre Fragen, ihre Interessen, dann kannst du darauf im Newsletter direkt eingehen. Du kannst quasi so etwas sagen wie: „Wenn du mal XY möchtest…“ – weil du weißt, dass das eines der Interessen oder eines der Bedürfnisse deines Kunden-Avatars ist.
Das ist so wichtig, damit dein Gegenüber sich unbewusst denkt: „Ach, die kennt mich, die weiß genau, was ich brauche. Mega, hier lese ich weiter und von der kaufe ich etwas – im besten Fall.“
Nutze Storytelling authentisch (aber nicht krampfhaft)
Geschichten haben eine ganz einzigartige Kraft, Menschen zu fesseln. Wenn du eine Geschichte erzählst mit einem coolen Mehrwert – denk nur mal an Märchen –, dann kannst du dieses Storytelling im Newsletter auch integrieren, um eine persönliche Verbindung zur Community aufzubauen.
Wichtig ist nur, dass du das nicht auf Biegen und Brechen machst. Ich persönlich finde nichts schlimmer, als wenn ich bei den ersten drei Sätzen merke: „Oh mein Gott, da hat sich jemand eine Story an den Haaren herbeigezogen“, um auf sein Produkt oder sein Ziel des Newsletters hinzuarbeiten. Und es liest sich schon so abgehoben, dass ich weiß, dass es niemals so passiert ist, wie diese Person das gerade beschreibt. Das ist der worst case.
Wenn du das Gefühl hast, Storytelling kannst du nicht, dann schreibe etwas aus deinem Leben. Nichts anderes mache ich in meinem Newsletter. Ich baue diese Verbindung zu meiner Newsletter-Community auf, indem ich erzähle, was ich so getan habe in letzter Zeit, was mich beschäftigt hat. Da geht auch Privates: Wenn ich mal wieder nach Deutschland gefahren bin oder wenn ich hier wandern war, wenn ich etwas Schönes gesehen habe, etwas Interessantes erlebt habe, wenn in meinem Business vielleicht irgendetwas Besonderes passiert ist.
Da fällt dir sicherlich etwas ein, wovon du erzählen kannst, wo sich die Menschen wiedererkennen, wo die Menschen vielleicht auch einfach unterhalten sind. Dann nutze das zum Einstieg in den Newsletter und lass konstruiertes Storytelling einfach weg. Entweder es fällt dir etwas ein und du kannst ein schönes Storytelling als Einleitung machen – und wenn nicht, dann lass es einfach weg.
Vielfalt im Newsletter ist wichtig, aber ich möchte damit keinen Druck erzeugen. Vielfalt könnte man ja auch so verstehen, dass es immer mega abwechslungsreich sein muss und etwas ganz Neues. Das ist toll, wenn es so ist, aber du kannst auch schon das Newsletter-Tool benutzen, das dich dabei unterstützt.
Bei ActiveCampaign zum Beispiel oder auch bei Brevo (ehemals Sendinblue) hast du die Möglichkeit, Blöcke abzuspeichern. Ich zum Beispiel habe einen Modul oder Block, der heißt „Blogartikel“. Dann habe ich ein Modul, das heißt „Podcast-Episode“. Dann habe ich ein Modul für meine Quick-Tipps, ein Modul für Marketing-Tipps, ein Modul für Tipps aus meiner Business-Bubble.
So habe ich mir quasi für jeden Themenbereich – und da kommen auch immer wieder neue dazu – ein Modul abgespeichert. Dann kann ich meinen Newsletter mehr oder weniger zusammenwürfeln und dadurch abwechslungsreich und schön gestalten. Das Gute dabei ist: Wenn du das so machst mit diesen Modulen oder Themenblöcken, bist du auch sehr viel schneller, weil du die Gestaltung, also das Design des Newsletters, schon fertig hast.
Apropos Design des Newsletters: Viele sagen, je schlichter, desto besser. Ich persönlich bin aber so jemand, der nicht gerne völlig ungestaltete Newsletter liest. Ich mag das, wenn ein Header-Bild drin ist. Ich mag das auch, wenn die Links ein bisschen netter gestaltet sind oder als Button gestaltet sind. Mach es einfach so, wie es dir gefällt.
Wenn du einmal das Design angelegt hast, dann duplizierst du einfach diese Kampagne oder diesen Newsletter und nutzt dieses Design fürs nächste Mal wieder. Das heißt, das ist nichts, was du jede Woche wieder machen musst, sondern das machst du einmal – und gut ist.
Finde deinen festen Versandzeitpunkt
Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass du einen Versandzeitpunkt findest, der gut zu deiner Zielgruppe passt. Du brauchst zum Beispiel nicht deinen Newsletter Samstagvormittag verschicken, wenn du ausschließlich B2B arbeitest, also mit anderen Selbstständigen und Unternehmern. Denn ich hoffe, dass die nicht unbedingt samstags und sonntags arbeiten.
Deswegen verschicke ich meinen Newsletter am Donnerstag um 12:12 Uhr. Dann können die Leute sich am Donnerstagmittag oder Freitag durchlesen, und dann passt es auch. Wenn du aber zum Beispiel wie eine Kundin von mir Hundetrainerin bist und B2C arbeitest, also mit Endkunden, dann ergibt es durchaus Sinn, den Newsletter Freitagnachmittag zu verschicken. Da können dann die Leute am Freitag oder am Wochenende in den Newsletter reinschauen.
Wenn du diesen Versandzeitpunkt einmal gefunden hast und ihn eine ganze Weile durchziehst, dann ist dieser Versandzeitpunkt so eingebrannt – im positivsten Sinne –, dass du regelmäßig zu diesem Zeitpunkt Newsletter rausschickst. Da wird auch nicht geschoben und „mache ich mal später“ und „mache ich mal dann“, sondern der Newsletter geht raus.
Deswegen versende ich mindestens 50 Newsletter pro Jahr, weil ich mich einmal dazu entschlossen und mich damit committed habe, den Versandzeitpunkt festzulegen.
Falls du meinen Newsletter, die MarketingPost, noch nicht abonniert hast, kannst du das hier nachholen: MarketingPost abonnieren
Menschen mögen Routine. Mir ist es in diesem Jahr zweimal passiert, dass mein Newsletter nicht um 12:12 Uhr rausgegangen ist. Einmal, weil ich mich vertan habe und ihn um 9:09 Uhr rausgeschickt habe. Ich habe tatsächlich Zuschriften bekommen, und die Leute haben gesagt: „Ich habe mich erschrocken, ich dachte, es wäre schon Mittag, als dein Newsletter in meinem Postfach trudelte.“
Das heißt, die Leute sind es so gewöhnt – wenn du ihnen das anbietest und sie freuen sich darauf, dann werden sie darauf achten.
Zur Häufigkeit des Versandes: Ganz oft höre ich, dass Leute sagen: „Ja, ich will maximal einmal im Monat einen Newsletter verschicken, ich möchte ja auch niemanden nerven.“ Warum in aller Welt solltest du jemanden nerven, der von dir kostenfrei mehrwertige Inhalte in sein E-Mail-Postfach bekommt, die er entweder lesen und für sich nutzen oder einfach löschen kann?
Mir ist nicht klar, woher dieser Gedanke kommt, dass man Menschen mit Mehrwert nerven könnte. Wenn sich Menschen von deinem Thema oder deiner Art zu schreiben genervt fühlen, dann werden sie auch nicht deine Kunden werden. Dann ist es fein, wenn sie sich aus deinem Newsletter austragen.
Scheue dich bitte nicht, jede Woche, mindestens aber alle zwei Wochen einen Newsletter zu schreiben. Wenn du nur einmal im Monat schreibst und dann alle zwei oder drei Newsletter mal auf ein Angebot aufmerksam machst – dann möchtest du nur einmal im Quartal erzählen, was du anzubieten hast. Ist das nicht ein bisschen wenig?
Wenn du öfter Newsletter schreibst, dann ist das eine gute Möglichkeit, ganz viel Mehrwert zu bieten und dennoch in relativ hoher Frequenz auf deine Angebote aufmerksam zu machen. Es kommt immer nur auf den Mehrwert an, weil sich jeder Mensch unbewusst fragt: „What’s in it for me?“ Dein Newsletter-Leser soll wertvollen Input, Mehrwert und Tipps bekommen, und er soll natürlich auch erfahren, wenn er über den normalen kostenlosen Mehrwert hinaus bei dir etwas kaufen kann. Das ist vollkommen okay.
Aber bitte nicht einmal im Monat schreiben und dann demjenigen deine Produkte und Angebote um die Ohren hauen. Das ist für mich persönlich z.B. ein Abmeldegrund, weil mich das nervt.
Fordere zur Interaktion auf
Interaktivität im Newsletter ist super wichtig und eine ganz tolle Möglichkeit, dich mit deiner Community auszutauschen. Das schafft nicht nur Engagement, sondern gibt dir auch wertvolles Feedback.
Du kannst zum Beispiel die Leser dazu auffordern, Fragen zu stellen. Du kannst sie bitten, an Umfragen teilzunehmen oder auf sonstige Art und Weise ihre Meinung zu teilen. Menschen mögen es, ihre Meinung kundzutun – immer. Und wenn du sie dazu aufforderst, dann noch mal umso mehr.
Es ist auch eine gute Möglichkeit, sich einfach mit Menschen mal in einem Zoom-Call zu treffen und auszutauschen.
Viele sagen, man sollte in seinen Newslettern nicht mehr als einen Call-to-Action packen. Dann habe ich natürlich schon ein Problem. Denn wenn ich zum Beispiel auf meinen Content aufmerksam mache und im „schlimmsten“ Fall in einer Woche einen Blogartikel und eine Podcast-Episode veröffentlicht habe, dann gehen dafür ja schon zwei Call-to-Actions drauf. Und ich packe dann trotzdem noch einen dritten rein.
Ich bin da vollkommen unbedarft und höre total auf mein Bauchgefühl. Ich glaube, strikte Regeln bringen dich nicht weiter. Du musst für dich herausfinden, was der beste Weg ist und wie es sich für dich gut anfühlt.
Wenn du Content teilst, dann würde ich sagen, zählen diese Call-to-Actions – „hör dir meine Podcast-Episode an“ oder „lies dir meinen Blogartikel durch“ – nicht zu den Call-to-Actions, die du zählen solltest. Nur wenn sich jemand für ein Webinar anmelden soll oder etwas kaufen soll, dann wäre das ein Call-to-Action, den ich zählen würde. Aber auch das musst du für dich selbst herausfinden.
Newsletter schreiben ist ein Handwerk
Das Wichtigste zum Schluss: Newsletter schreiben ist ein Handwerk. Das heißt, je öfter du es machst, desto schneller wirst du und desto leichter geht es dir von der Hand.
Bitte scheue dich nicht, Newsletter zu schreiben – am besten wöchentlich, mindestens alle zwei Wochen. Experimentiere, lerne aus dem Feedback deiner Community und verbessere deinen Newsletter immer weiter.
Fazit
Regelmäßig Newsletter zu schreiben ist keine Kunst – es ist Handwerk. Mit den sieben Tipps aus diesem Artikel hast du eine klare Struktur, die dir dabei hilft, kontinuierlich wertvollen Content zu produzieren:
Definiere klare Ziele, erstelle einen Redaktionsplan, kenne deine Zielgruppe, nutze authentisches Storytelling, setze auf Vielfalt mit System, finde deinen festen Versandzeitpunkt und fordere zur Interaktion auf.
Das Geheimnis liegt in der Konsistenz und Qualität. Je öfter du schreibst, desto leichter wird es dir fallen. Deine Newsletter-Community wird es dir danken – mit Engagement, Vertrauen und letztendlich auch mit Aufträgen.
Also: Worauf wartest du noch? Fang heute an und schreibe regelmäßig Newsletter, die deine Leser wirklich weiterbringen. Und wenn du magst, dann schicke mir die Anmeldedaten zu deinem Newsletter, ich lese super gerne rein!
Podcast-Episode #062: So schreibst du regelmäßig Newsletter – 7 hilfreiche Tipps
FAQ
Wie oft sollte ich Newsletter versenden? Optimal ist wöchentlich, mindestens aber alle zwei Wochen. Viele scheuen sich vor zu häufigem Versand, aber solange du Mehrwert bietest, nervst du niemanden. Menschen, die sich genervt fühlen, wären sowieso keine Kunden geworden.
Was mache ich, wenn mir die Themen ausgehen? Das passiert nicht, wenn du einen Redaktionsplan hast. Plane deine Themen quartalsweise im Voraus. Orientiere dich an deinem sonstigen Content: Wenn du Blogartikel oder Podcast-Episoden veröffentlichst, hast du automatisch Newsletter-Inhalte. Schaue auch gerne nochmal hier zu Themenideen: Newsletter schreiben leicht gemacht: 9 Themen, die deine Zielgruppe lieben wird
Brauche ich ein aufwendiges Design? Nein, aber ein bisschen Gestaltung schadet nicht. Erstelle einmal ein Design mit Modulen für verschiedene Themen und dupliziere es dann. Das spart Zeit und sorgt für Wiedererkennungswert.
Wie finde ich den richtigen Versandzeitpunkt? Das hängt von deiner Zielgruppe ab: B2B funktioniert gut unter der Woche (z.B. Donnerstag mittags), B2C kann auch am Wochenende verschickt werden. Wichtig ist Konsistenz – halte den einmal gewählten Zeitpunkt ein.
Dieser Blogartikel basiert auf dem Transkript des Interviews mit Julia Zichner zur Podcast-Episode #156 des ALLES IM GRIFF im Online-Marketing-Podcasts zum Thema „Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“.
Warum Authentizität jetzt zählt (& Gastporträt)
Silke Schönweger: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von „Alles im Griff im Online-Marketing“. Heute freue ich mich sehr auf ein besonderes Interview – und zwar mit Julia Zichner, Gründerin von Fooducation, Ökotrophologin mit Fokus auf Ernährung & Leistung, ambitionierte Sportlerin und meine geschätzte Kundin aus der Beta-Runde. Unser Thema: „Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“. Warum Authentizität im Business und Marketing so essenziell ist – darum drehen sich unsere heutigen Einblicke.
Julia Zichner: Danke, liebe Silke. Es ist schön, heute über mein anderes Lieblingsthema zu sprechen – nämlich darüber, wie wir authentisch bleiben können in Business und Marketing.
Julia erzählt von ihrem Business – Sporternährung trifft Marketing
Silke: Du begleitest Profis und ambitionierte Sportler:innen dabei, mit Ernährung ihr Potenzial optimal zu nutzen. Magst du kurz erzählen, worin genau deine Arbeit besteht?
Julia: Sehr gerne. Ich habe Ökotrophologie in Fulda studiert – damals hieß das „Haushalts- und Ernährungswirtschaft“. Heute sage ich der Einfachheit halber oft einfach „Ernährungswissenschaftlerin“. Mein Fokus liegt auf der Verbindung Ernährung × Leistung: Was braucht der Körper wirklich, damit Ernährung, Regeneration und Training in der Praxis zusammenspielen?
Ich arbeite vor allem mit Ausdauersportler:innen – Radsport, Laufen, Triathlon – oft kombiniert mit Krafttraining. Dabei schaue ich mir nicht nur Ernährung, sondern auch Blutwerte, Diagnostik und Training im Gesamtzusammenhang an. Ernährung ist nur ein Teil des Puzzles.
Sichtbarkeit: Online vs. Offline & die richtigen Kanäle
Silke: Du bist sowohl online als auch offline sichtbar. Wie erlebst du das?
Julia: Offline nimmt man Gestik und Persönlichkeit noch stärker wahr – das hilft besonders im Erstkontakt, z. B. mit Jugendlichen am Olympiastützpunkt. Online ist es für Erwachsene aber genauso wirksam.
Silke: Und was ist mit Marketing-Kanalwahl?
Julia: Online ist effizient: Mit wenigen Klicks Reichweite erzeugen – allerdings nur, wenn die richtigen Leute erreicht werden. Ich schalte keine Ads. Meine Kanäle: Podcast, Newsletter, Instagram – Facebook läuft eher beiläufig. Wichtig: Weniger ist mehr. Alte Kanäle wie Xing oder Twitter habe ich konsequent gestrichen. Mein Fokus liegt darauf, wo ich sein will und was ich nachhaltig leisten kann.
„Weniger ist mehr. Alte Kanäle wie Xing oder Twitter habe ich konsequent gestrichen.“
Julia Zichner
Der eigene Weg statt Schablone: Angebote, Preise & Branchenrealität
Silke: Du hast gesagt: „Lass dir von Dritten keine ach so tolle Methode einreden…” – wie kam das?
Julia: Das kam aus der Erfahrung: Irgendwann drängt der Wunsch nach Umsatz und man wird empfänglich für „erprobte“ Hochpreis-Formeln. Ich habe mich mal gegen mein Bauchgefühl in ein Programm geklickt, das eher verkaufstechnisch als inhaltlich war – das fühlte sich nicht nach mir an und ich habe abgebrochen.
Ich habe daraus gelernt: Nicht jede Methode passt zu mir – wie bei Ernährung, die wir individuell gestalten.
Silke: Und heute: Angebotsformate und Preisgestaltung?
Julia: Ich arbeite vor allem 1:1, weil Ernährung sehr persönlich ist. Ergänzend biete ich auch Kurzcoachings (½–1 h) für akute Fragen – eine Lösung, die flexibel ist. Preismäßig taste ich mich langsam heran. In der Gesundheitsbranche sind Preise tendenziell geringer – viele orientieren sich an Physiotherapie-Stunden. Dennoch: Wert anerkennen und kalkulieren. Frauen sollten mutiger in der Preisgestaltung sein – auch das ist Teil der Reise.
Content-Strategie & Effizienz im Alltag
Silke: Wie gestaltest du deine Inhalte – Blog, Podcast, Newsletter – inhaltlich und effizient?
Julia: Meine Zielgruppe kennt sich oft schon aus. Meine Inhalte sollen Substanz bieten, aber nicht zur kostenlosen Weiterbildung werden. Zu viel allgemeiner Content macht keinen Unterschied – der wahre Transfer entsteht im 1:1. Daher: Qualität in Form und Menge halten, die ich regelmäßig liefern kann.
Das Thema Effizienz war mir besonders wichtig: Früher habe ich Ernährungsprotokolle langwierig in Software ausgewertet – mit fragwürdiger Genauigkeit. Heute arbeite ich mit App-Screenshots oder Tracking-Ergebnissen – die reichen für die wichtigsten Hebel wie Energiezufuhr und Makroverteilung. So bleibt mehr Zeit für Analyse, Interpretation und tatsächliche Veränderungen im Coaching.
Praktische Tipps für Selbständige, die authentisch sein wollen
Silke: Du hast super Praxis-Tipps – was würdest du jemandem sagen, der gerade nicht weiß, wie er authentisch weitergehen soll?
Auf die Intuition hören! Immer wenn ich mein Bauchgefühl ignorierte, wurde es unruhig. Wenn ich ihm folge – fühlt es sich stimmig an.
Aussortieren: Mach einen Schritt zurück, pausier das, was dich nervt, und schau: Vermisst du es?
Neu ausprobieren mit Bedacht: Externe Unterstützung ist toll, aber bitte maßgeschneidert. Kein One-size-fits-all.
Regelmäßige Bestandsaufnahme: Was bringt dir aktuell fachlich und auch finanziell etwas – was kannst du streichen?
Geduld: Erfolg entsteht über Jahre – nicht über Nacht. Kleine regelmäßige Schritte führen weiter.
„Immer wenn ich mein Bauchgefühl ignorierte, wurde es schwierig. Wenn ich ihm folgte, war es stimmig.“
Julia Zichner
Podcast-Episode #156: Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt
This or That – Die spontane Runde zum Schluss
Zum Abschluss: meine „This or That“-Runde – sechs schnelle Fragen:
Kaffee oder Tee? – Kaffee.
Meer oder Berge? – Beides, aber eher Meer.
Blog oder Podcast? – Podcast.
Hören oder Lesen? – Ich höre Podcasts und nutze YouTube; Blogs manchmal bei gezielter Suche.
Instagram oder LinkedIn? – Instagram.
Apple oder Windows? – Apple.
Nutella mit oder ohne Butter? – Kommt aufs Brot an: Wenn Butter nicht schmilzt – gern mit; sonst ohne. Grundsätzlich selten, aber im Hotel gern mal.
Abschlussgedanken & Kontakt
Julia hat eindrücklich gezeigt, dass authentisches Marketing nicht Selbstoptimierung, sondern Selbsterkenntnis ist – ein Weg, der Intuition, klare Entscheidungen und Zeit braucht. Wenn du dranbleiben willst, bleib bei dir.
Ich bin Silke, Online-Marketing- und Content-Coach für selbstständige Frauen, die gestressten Marketing-Muffeln hilft, ihr Online-Marketing mit Leichtigkeit und Authentizität zu meistern, indem ich mit ihnen maßgeschneiderte Strategien entwickle, die nicht nur effektiv sind, sondern auch Spaß machen und perfekt zu ihrer Persönlichkeit passen."