Früher habe ich ständig gedacht, ich müsste. Ich müsste auf jedem Kanal aktiv sein. Ich müsste jeden Trend mitnehmen. Ich müsste den perfekten Redaktionsplan haben, bevor ich überhaupt loslege. Meine gedankliche To-Do-Liste im Marketing wurde immer länger, nie kürzer. Und mit ihr auch mein Stresspegel.
Inzwischen habe ich gelernt: Das stimmt so gar nicht.
Und ich habe gelernt, Marketing-Druck loszulassen – Schritt für Schritt.
Und ich sehe dieses Muster nicht nur bei mir selbst. Auch bei meinen Kundinnen erlebe ich es immer wieder: Die Marketing-To-Do-Liste wächst und wächst, statt kleiner zu werden und mit jedem neuen Punkt steigt der Stress ein Stück weiter. Dabei wäre oft schon viel gewonnen, wenn wir einfach mal hinterfragen würden, was wirklich sein muss.
Kurzer Ausflug ins Gehirn, weil mich das fasziniert:
Die Amygdala ist ein kleines, mandelförmiges Areal tief im Inneren unseres Gehirns, im sogenannten limbischen System. Sie ist so etwas wie unser emotionaler Alarmsensor. Ihre Hauptaufgabe ist es, Gefahren blitzschnell zu erkennen, noch bevor wir bewusst darüber nachdenken können. Das war evolutionär gesehen enorm wichtig: Wer schneller auf einen Säbelzahntiger reagierte, überlebte eher. Heute lauern zwar keine Raubtiere mehr im Homeoffice, aber die Amygdala unterscheidet nicht besonders fein zwischen echter Lebensgefahr und gefühlter Bedrohung. Ein „Ich muss“ kann sie ganz ähnlich einstufen wie eine reale Gefahr und dann schaltet sie in den Alarmmodus: Stresshormone wie Cortisol werden ausgeschüttet, unser Körper macht sich bereit für Kampf oder Flucht.
Das Ergebnis: Wir verkrampfen innerlich, statt kreativ und klar zu denken.
Erleben wir dieselbe Aufgabe dagegen als selbstgewählt, sieht es im Gehirn ganz anders aus: Dann wird stattdessen unser Belohnungssystem aktiv, und Botenstoffe wie Dopamin sorgen für Motivation und sogar Freude. Zwei völlig unterschiedliche Zustände und in Wirklichkeit oft dieselbe Aufgabe. Nur die Haltung dazu ist eine andere.
Als ich Silkes Einladung zur Blogparade „Einen Scheiß muss ich!“ gelesen habe, hat es bei mir deshalb sofort klick gemacht. Denn genau darum geht es in meiner Arbeit mit Selbstständigen auch: um die Frage, was wirklich sein muss und was nur so klingt.
Hier also meine Liste all der Dinge, die ich im Marketing für Selbstständige nicht mehr als Muss sehe sondern als Wahl. Und eine Wahl bedeutet immer, dass du entscheiden darfst. Das ist dein Job – der Rest ergibt sich dann von selbst 😉
Lies die folgenden Punkte gerne langsam. Vielleicht magst du bei jedem kurz innehalten und spüren, ob sich darin etwas für dich anfühlt. Vielleicht ein leises „Ja, genau“ oder ein „Stimmt eigentlich gar nicht für mich“. Beides ist richtig und das eine nicht besser oder schlechter als das andere. Bewusstsein ist der Schlüssel.
Podcast-Episode #202: Einen Scheiß muss ich – Was dein Gehirn von Marketing-Druck hält
10 Wege, Marketing-Druck loszulassen
Du musst nicht auf jedem Kanal aktiv sein. Instagram, LinkedIn, TikTok, Pinterest, YouTube, Facebook – die Liste der Kanäle ist lang, und gefühlt „müsste“ man überall sein. Aber ein Kanal, den du wirklich bespielst, bringt mehr als fünf, die vor sich hin dümpeln. Wähle den, der zu dir und deiner Zielgruppe passt und lass den Rest bewusst sein.
Du musst nicht täglich posten. Regelmäßigkeit ist wichtig, aber regelmäßig heißt nicht täglich. Ein Post pro Woche, den du mit Substanz und Freude erstellst, wirkt oft stärker als sieben hastig produzierte.
Du musst nicht jeden Trend mitmachen. Erinnerst du dich an Clubhouse? Für ein paar Monate hieß es, ohne diese App wärst du raus aus dem Rennen. Dann verschwand die Plattform fast so schnell, wie sie gekommen war. Genauso ging es vielen mit NFTs im Business-Kontext oder mit Threads, das ebenfalls mit riesigem Hype startete und dann leiser wurde. Nicht jeder Trend passt zu deinem Business, deiner Zielgruppe oder deiner Energie. Ein bewusstes Nein zum Trend ist genauso strategisch wie ein Ja.
Du musst nicht extrovertiert sein, um sichtbar zu sein. Sichtbarkeit hat viele Gesichter. Du kannst leise, nachdenklich, schriftlich sichtbar sein. Ein Blogartikel wirkt genauso wie ein Reel, nur anders. Sichtbarkeit heißt nicht: laut sein müssen.
Du musst nicht schon alles wissen, bevor du anfängst. Der perfekte Plan, die durchdachte Strategie, die komplette Klarheit bevor überhaupt der erste Post rausgeht? Das ist selten realistisch. Vieles klärt sich erst im Tun. Oder mit ein bisschen Unterstützung von außen.
Du musst nicht perfekt formulieren, um veröffentlichen zu dürfen. Der ideale Satz, das treffende Wort, die fehlerfreie Formulierung. Wer darauf wartet, veröffentlicht nie. Ein authentischer, unperfekter Text erreicht Menschen oft mehr als ein glattgeschliffener.
Du musst nicht ständig erreichbar sein. Sofort auf jede Nachricht, jeden Kommentar, jede Anfrage reagieren? Das mag sich wichtig anfühlen, ist es aber selten. Erreichbarkeit darf Grenzen haben, ohne dass dein Business darunter leidet. Da darf ich auch gerne noch mehr drauf achten…
Du musst nicht mit jedem KI-Tool experimentieren, das gerade hypt. Jede Woche ein neues Tool, das angeblich alles revolutioniert. Du darfst abwarten, beobachten, und dir erst dann ein Tool anschauen, wenn es wirklich zu deinem Workflow passt, statt jedem Hype hinterherzulaufen. Oder du fuchst dich einfach in ein Tool rein und wirst damit richtig gut. Auch das ist absolut okay.
Du musst nicht so klingen wie die Konkurrenz, die gerade erfolgreich wirkt. Der Vergleich mit anderen ist verlockend, gerade wenn deren Content gut läuft. Aber deine Stimme, dein Stil, dein Blick auf die Dinge. Das ist genau das, was dich unterscheidet und deine Wunschkundinnen anzieht.
Du musst nicht alles allein herausfinden. Der Anspruch, sich jedes Thema selbst zu erarbeiten, jede Frage allein zu klären, kostet oft mehr Zeit und Nerven als nötig. Austausch, Begleitung oder einfach eine andere Perspektive dürfen sein. Solltest du dir eine andere Perspektive oder den Blick von außen wünschen, dann buch dir doch einfach eine Standortbestimmung mit mir – 30 Minuten, kostenfrei.
Schluss
Wenn ich heute auf diese Liste schaue, merke ich: Jeder einzelne Punkt war mal ein „Ich muss“ in meinem Kopf. Und jeder einzelne Punkt hat sich erst dann leichter angefühlt, als ich ihn in ein „Ich darf“ oder „Ich will“ übersetzt habe.
Erinnerst du dich an die Amygdala von vorhin, unseren kleinen inneren Alarmsensor? Sie merkt tatsächlich, wenn sich ein Muss in eine Wahl verwandelt. Der Alarmmodus schaltet sich ab, das Belohnungssystem übernimmt und plötzlich fühlt sich dieselbe Aufgabe nicht mehr nach Zwang an, sondern nach Entscheidung. Das ist kein Zufall und auch keine Einbildung, sondern messbar in unserem Nervensystem.
Marketing-Druck loslassen heißt also nicht, weniger zu tun oder weniger ambitioniert zu sein. Es heißt, genauer hinzuschauen: Was davon ist wirklich meine Entscheidung und was nur eine Gewohnheit, die sich wie Zwang anfühlt, es aber gar nicht ist? Und welches Marketing-Muss ist vielleicht gar nicht deins, sondern jemand anderes meint, dass du das unbedingt machen musst, weil du sonst keinen Erfolg haben kannst?
Welcher Punkt aus meiner Liste hat bei dir am meisten geklungen? Und was würdest du deiner eigenen Liste noch hinzufügen? Ich lese sehr gerne, was bei dir als Nächstes von der Muss- auf die Will-Liste wandert.
Dieser Artikel ist Teil der Blogparade „Einen Scheiß muss ich!“ von Silke Geissen. Schau gerne auch bei ihr und den anderen Teilnehmerinnen vorbei. Dort gibt es noch viele weitere, ganz unterschiedliche Perspektiven auch in Bezug auf andere Themen.
200 Folgen Podcast. Über vier Jahre „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing“.
Wenn ich das so aufschreibe, wird mir selbst noch mal bewusst, wie viel Zeit da eigentlich vergangen ist. Heute gibt’s trotzdem keine Best-of-Liste und auch keine „Konfettistimmung“ – auch wenn ich super happy über und stolz auf dieses Jubiläum bin.
Ich möchte diesen Meilenstein lieber nutzen, um ganz ehrlich zurückzuschauen. Nicht auf die einzelnen Themen, sondern auf das, was sich in meinem Denken über all diese Folgen hinweg wirklich verändert hat, wie ich auf Marketing Blockaden gestoßen bin und was das für die weiteren 200 😉 Episoden von „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing“ bedeutet.
200 Episoden Podcast „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing
Der Blick zurück auf den Anfang
Als ich mit diesem Podcast gestartet bin, war mein Fokus ziemlich klar umrissen: Es ging natürlich um Marketing, um Strategie, um Struktur. Aber auch um Sichtbarkeit, um Positionierung, um Content-Planung. Newsletter aufbauen, Blogartikel schreiben, Podcasts produzieren. Themen, zu denen ich nach wie vor zu hundert Prozent stehe, die wichtig und richtig sind.
Gutes Marketing braucht eine Grundlage. Es braucht Klarheit über das eigene Angebot. Es braucht eine Wunschkundin vor Augen, an die sich alles richtet. Und es braucht eine bewusste Reduktion auf die Kanäle, die wirklich zu einem passen, damit man sich nicht verzettelt und damit man sich authentisch zeigen kann. Dauerhaft. Diese Basics sind bis heute nicht falsch geworden.
Aber irgendwann, ich könnte gar nicht genau festmachen, wann das war, ist mir etwas aufgefallen. Ich hatte das Gefühl, dass diese Ebene alleine oft nicht ausgereicht.
Über diese Erkenntnisse und darüber, wie sich der Podcast weiterhin entwickeln darf, spreche ich in der aktuellen Podcast-Episode #200. Viel Spaß beim Reinhören:
Wenn Wissen allein nicht reicht
Besonders in meinen langen Mentoring Begleitungen im Rahmen des „Alles im Griff Marketing Mentoring“ ist mir das mit der Zeit immer deutlicher geworden. Da haben meine Kundinnen und ich über Monate hinweg gemeinsam an Strategie, Positionierung und Content-Planung gearbeitet. Wir haben uns alle wichtigen Assets für ein solides Fundament im Online-Marketing angeschaut, egal ob Website, Content-Marketing, E-Mail-Marketing, Newsletter usw.
Und meine Kundinnen haben es verstanden. Es war für sie schlüssig, es hat für sie Sinn ergeben. Sie konnten mir haargenau spiegeln, wie ihr Fahrplan aussieht und warum dieser Fahrplan, den sie sich selbst entwickelt haben, der richtige für sie ist.
Trotzdem hat es nach der gemeinsamen Zeit oft an der Umsetzung gehakt.
Diese Diskrepanz zwischen dem, was jemand weiß, und dem, was jemand tatsächlich tut, ließ sich nicht einfach wegerklären. Es lag nicht daran, dass die Strategie falsch war.
Ich konnte einer Kundin in unseren Terminen vielfach sagen, dass sie sichtbar sein darf, dass sie gut ist in dem, was sie tut, dass sie sich nicht verstecken muss. Sie hat genickt und mir auf der rationalen Ebene geglaubt. Aber es gibt eben auch eine weitere Ebene. Und solange dort diese tiefe Einsicht fehlt, hilft der beste Marketingplan wenig.
Genau an diesem Punkt habe ich angefangen, von Marketing Blockaden zu sprechen, wenn ich mit Kundinnen über dieses Phänomen rede. Denn es geht nicht um fehlendes Wissen, sondern um etwas, das im Weg steht, obwohl der Weg selbst längst klar ist.
An diesem Punkt wurde mir klar: Es gibt eine Ebene unter der Strategie, die sich mit reinem Marketingwissen allein nicht erreichen lässt. Wenn ich meinen Kundinnen wirklich helfen möchte, reicht das Was nicht aus. Es braucht auch das Warum. Warum komme ich nicht in die Umsetzung? Was hält mich auf?
Deshalb habe ich mich im Frühjahr entschieden, zusätzlich eine Ausbildung zum Neuro Coach zu machen. Nicht als Ersatz für meine Arbeit als Online Marketing Coach, das bleibt weiterhin der Kern von dem, was ich tue. Sondern als eine zweite, noch intensivere Ebene dazu.
Zwei Beispiele aus dem Alltag
Nehmen wir Prokrastination. Früher habe ich gesagt: such dir einen fixen Termin, schreib den Newsletter, trau dich, ihn abzuschicken.
Das stimmt nach wie vor, und ich stehe voll dahinter. Aber es greift zu kurz.
Wenn jemand einen Newsletter immer wieder aufschiebt, kann das daran liegen, dass sich das Veröffentlichen für sie gefährlich anfühlt. Dann ist die eigentliche Frage nicht, wann man schreibt, sondern was man eigentlich vermeiden möchte, indem man es nicht abschickt.
Oder nehmen wir die Positionierung. Ich habe immer gesagt: kläre, wem du hilfst und womit.
Auch das stimmt weiterhin. Aber manchmal bleibt jemand in ihrer Positionierung unscharf, nicht weil ihr das Wissen fehlt, sondern weil Klarheit bedeutet, sich festzulegen. Und sich festzulegen bedeutet, sich zu zeigen. Gesehen zu werden kann sich verletzlich anfühlen.
Unser Gehirn ist gleichzeitig geniale und ziemlich tückische Maschine. Es versucht genau das zu vermeiden, wenn es einmal eine Erfahrung gemacht hat, bei der Sichtbarkeit mit Kritik oder Ablehnung verbunden war. Und dann kann ich mir noch so oft sagen, dass mir nichts passieren wird. Wenn diese Botschaft in meinem System nicht ankommt, verändert sich nichts.
Und natürlich muss man auch erstmal verstehen und akzeptieren, dass man nicht einfach faul oder undiszipliniert ist, wenn man nicht in die Umsetzung kommt sondern dass oftmals etwas anderes dahintersteckt.
Es stimmt nichts nicht mit dir
Wenn ich dir aus dieser Jubiläumsfolge nur einen Satz mitgeben könnte, dann diesen:
Es stimmt nichts nicht mit dir.
Was du erlebst, hat einen Grund. Dieser Grund liegt meistens nicht in deiner Strategie, sondern tiefer, in Mustern, die sich während deines bisherigen Lebens eingeprägt haben und seither unterbewusst mitlaufen.
Das Gute daran, diese Muster sind nicht für immer. Sie lassen sich verstehen. Und schon das Verstehen verändert etwas.
Ich möchte dir mit diesem Podcast in Zukunft noch mehr dabei helfen, genau diese Zusammenhänge zu erkennen. Nicht, weil ich glaube, dass du unbedingt ein Coaching brauchst, sondern weil ich weiß, dass viele von euch diese Diskrepanz kennen.
Das Gefühl, eigentlich zu wissen, was zu tun wäre, und trotzdem nicht ins Tun zu kommen. Und die gefährliche Frage, die sich daraus oft ergibt: was stimmt eigentlich nicht mit mir, dass ich das nicht hinbekomme.
Hör dir die Jubiläumsfolge an
Wenn du diese Episode in voller Länge hören möchtest, findest du sie hier: https://alles-im-griff.podigee.io/200-neue-episode. Ich erzähle darin noch ausführlicher, wie sich mein Blick auf Marketing über die Jahre verändert hat, welche Learnings mich in meiner aktuellen Ausbildung besonders beschäftigt haben und was das ganz konkret für deine eigene Arbeit bedeuten kann.
Was von 200 Folgen bleibt
200 Folgen, über vier Jahre, fast jede Woche ein neuer Impuls. Wenn ich darauf zurückblicke, bin ich vor allem dankbar. Dankbar für all die Kundinnen, die mir ihre Fahrpläne, ihre Zweifel und ihre kleinen und großen Fortschritte anvertraut haben. Und dankbar für dich, weil du hier liest und dich mit diesen Themen auseinandersetzt, ganz gleich, ob du meinen Podcast schon lange verfolgst oder gerade erst über diesen Artikel dazugestoßen bist.
Was ich aus diesen 200 Folgen vor allem mitnehme, ist diese eine Erkenntnis: gutes Marketing braucht beides. Die Strategie an der Oberfläche und das Verständnis für das, was darunter liegt. Genau dort möchte ich in Zukunft noch genauer hinschauen, gemeinsam mit dir.
Wenn du wissen möchtest, wo du mit deinem Marketing gerade wirklich stehst und was für dich der nächste sinnvolle Schritt sein könnte, dann lade ich dich herzlich zu meiner kostenlosen Marketing-Standortbestimmung ein. Und wenn du regelmäßig Impulse wie in diesem Artikel möchtest, dann abonniere gerne meine „MarketingPost“, meinen Newsletter.
Du hast einen Beitrag veröffentlicht. Einen, bei dem du wirklich nachgedacht hast, der dir wichtig war, bei dem du die Formulierung dreimal umgeschrieben hast. Und dann: nichts. Drei Likes, vielleicht. Kein Kommentar, keine Anfrage, keine E-Mail.
💡 Das Wichtigste in Kürze
Was ist die Hauptaussage? Content ohne Reaktion bedeutet nicht, dass dein Marketing nicht wirkt – die meiste Wirkung passiert unsichtbar und braucht Zeit.
Warum ist das wichtig? Wer Stille mit Scheitern gleichsetzt, hört auf zu zeigen – dabei baut sich Vertrauen bei deinen Wunschkundinnen oft genau in dieser scheinbar leeren Zeit auf.
Wie setzt man es um? Klarheit vor Sichtbarkeit schaffen, einen Kanal wirklich konsequent bespielen und dranbleiben – in der eigenen Sprache, ohne den Druck, sofort messbare Reaktionen zu erzwingen.
Du lehnst dich zurück und denkst: Vielleicht war er nicht gut genug. Vielleicht bin ich nicht laut genug. Vielleicht mache ich grundsätzlich irgendetwas falsch.
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Content ohne Reaktion ist eine der häufigsten Frustrationen, die mir Selbständige beschreiben. Und gleichzeitig eine, die ganz oft missverstanden wird.
Kürzlich bekam ich eine Nachricht, die mich länger beschäftigt hat als erwartet. Eine Frau schrieb mir, dass sie seit fast einem Jahr meinen Newsletter, die MarketingPost, liest, und zwar jede Ausgabe, jede Woche. Sie meldete sich zum allerersten Mal, weil sie das Gefühl hatte, mich schon lange zu kennen, obwohl wir nie miteinander gesprochen hatten. Sie wollte mir mitteilen, dass sie ein bestimmtes Thema besonders angesprochen hat und dass sie es mag, wenn ich ein bisschen von meinem Leben in Südtirol berichte.
Das hat mich gefreut und gleichzeitig zum Nachdenken gebracht. Denn ich hatte keine Ahnung, dass sie da ist. Ich habe diese Wirkung nicht gesehen. Und genau das ist der Kern von dem, worüber ich in diesem Artikel schreiben möchte: Was passiert eigentlich zwischen dem Moment, in dem wir etwas rausschicken, und dem Moment, in dem jemand reagiert? Und warum tut uns die Stille dazwischen so weh?
Der stille Resonanzschmerz
Ich nenne es so, weil es genau das ist: ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Kein lauter Schmerz, sondern ein stiller. Du weißt, dass es kein Scheitern ist. Du weißt, dass drei fehlende Likes nichts über deinen Wert aussagen. Und trotzdem fühlt sich diese Stille an wie ein Urteil.
Viele Frauen, mit denen ich arbeite, beschreiben das so: Sie sind nicht faul, sie sind nicht planlos. Sie schreiben, sie posten, sie zeigen sich und trotzdem passiert scheinbar nichts.
Das Hinterhältige daran ist, dass es sich total persönlich anfühlt. Als wäre das Schweigen da draußen eine Aussage über dich, über dein Angebot, über deine Kompetenz und über deine Experise. Ich verstehe, warum das so ist. Wir sind sozialisiert worden zu glauben, dass Resonanz sofort kommen soll, möglichst schnell, sichtbar, messbar. Kommentare, Likes, Anfragen. Wenn das ausbleibt, schreiben wir dem Ausbleiben eine Bedeutung zu. Und zwar meistens eine, die sich gegen uns selbst richtet.
Dabei haben wir schlicht verinnerlicht, was soziale Medien uns beibringen: Wirkung ist, was man zählen kann. Aber nachhaltiges Marketing funktioniert anders. Eher wie das Säen in einem Garten: Du bereitest vor, du pflanzt, du gießt und dann heißt es warten. Leider siehst du nicht jeden Tag Wachstum. Das bedeutet aber nicht, dass nichts passiert.
Resonanz ist keine Belohnung für Aufwand. Sie entsteht nicht durch Menge und Aufwand, sondern dadurch, dass das, was du teilst, wirklich zu bestimmten Menschen passt.
Podcast-Episode #189: Viel Mühe, wenig Wirkung – Was steckt dahinter?
Warum guter Content trotzdem nicht ankommt
Hier wird es jetzt kurz mal unbequem für uns. Aber ich meine das durchaus konstruktiv.
Es gibt einen Unterschied zwischen gutem Content und wirkungsvollem Content. Und dieser Unterschied liegt nicht in der Qualität der Inhalte selbst, sondern darin, wie dieser Inhalt von jemandem aufgenommen wird, der dich noch nicht kennt. Dass du Content ohne Reaktion bekommst, hat meistens eine von drei konkreten Ursachen, Und das Gute dabei ist, dass keine davon hat mit deinem Wert als Expertin zu tun hat.
Das erste Muster: Der Inhalt geht am eigentlichen Bedarf vorbei. Als Expertin siehst du Zusammenhänge, die andere noch gar nicht sehen können. Du weißt, was die eigentliche Lösung wäre. Und genau deshalb schreibst du darüber. Das ist aber nicht unbedingt das, was deine Wunschkundin gerade beschäftigt. Jemand, die sich fragt, warum sie keine Anfragen bekommt, sucht nach einer Antwort auf genau diese Frage. Wenn du in diesem Moment über strategische Positionierung schreibst – auch wenn das die richtige Antwort wäre –, fühlt sie sich nicht abgeholt. Der Inhalt ist gut, aber er trifft nicht den Punkt, an dem sie gerade steht. Der Abstand zwischen deiner Perspektive und ihrer Perspektive ist zu groß und diesen Abstand gilt es zu schließen.
Das zweite Muster: Die Botschaft ist nicht greifbar. Manchmal ist das Thema passend, aber es bleibt trotzdem unklar: Für wen ist das jetzt genau? Was soll ich damit anfangen? Was ändert sich für mich, wenn ich das gelesen habe? Jeder Mensch stellt sich diese Frage unbewusst, bei jedem Content-Stück, das er konsumiert: Was hat das mit mir zu tun?Wenn dein Inhalt diese Frage nicht innerhalb der ersten Sekunden beantwortet – durch Ton, Thema oder Formulierung –, scrollt die Person weiter. Das liegt nicht daran, dass sie grundsätzlich kein Interesse hätte, sondern daran, dass sie in drei Sekunden nicht erkannt hat, warum das für sie relevant ist. Deine Botschaft muss das sofort leisten sonst ist die potentielle Kundin oder der potentielle Kunde weg.
Das dritte Muster: Der Kontext fehlt. Einzelne, gute Beiträge funktionieren im Vakuum oft nicht. Wirkung entsteht durch Wiederholung, durch Erkennbarkeit, durch einen roten Faden, der sich durch alles zieht, was du veröffentlichst. Man spricht davon, dass ein Mensch etwa sieben Berührungspunkte, sogenannte „touch points“ mit dir braucht, bevor sich genug Vertrauen aufgebaut hat, um zu kaufen. Ein einzelner Beitrag kann das nicht leisten. Da ist es unter Strich egal wie gut er ist. Wenn jemand dein Profil besucht oder ein paar Folgen hört und danach noch immer nicht sagen kann, wofür du stehst, dann fehlt dieser Rahmen.
Und jetzt zum eigentlichen Perspektivenwechsel: Marketing findet nicht in deinem Kopf statt, sondern im Kopf deiner Leserin. Das klingt erst mal selbstverständlich – aber für die meisten von uns ist es das nicht, wenn wir ehrlich sind. Denn wir legen den Fokus beim Erstellen von Content fast automatisch auf das, was wir wissen und für richtig halten. Wir fragen uns: Stimmt das? Ist es vollständig? Ist es gut genug? Wir fragen uns dabei viel seltener: Versteht meine Wunschkundin sofort, warum das für sie wichtig ist? Fühlt sie sich in dem Moment abgeholt, in dem sie liest? Das ist der Unterschied zwischen Content, der zwar wahr ist aber nicht ankommt und Content, der wirklich ankommt.
Podcast-Episode #190: Warum guter Content trotzdem nicht funktioniert
Strukturproblem oder Nervensystem? Zwei Ebenen, die beide zählen
Und jetzt wird es wirklich spannend, denn ich möchte einen Schritt weitergehen, und zwar über die übliche „Marketingstrategie“ hinaus.
Wenn du merkst, dass du dich immer seltener zeigst, Entwürfe nicht abschickst, Blogartikel nicht online stellst – und das nicht aus einer strategischen Überlegung heraus, sondern weil da ein Widerstand in dir ist, der sich kaum in Worte fassen lässt –, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn es gibt zwei Ebenen, auf denen Unsichtbarkeit entstehen kann bzw. aus denen Sichtbarkeit nicht stattfindet.
Die strukturelle Ebene ist die, die sich leichter greifen lässt. Hier geht es um konkrete, lösbare Fragen: Ist klar, wem ich helfe und was sich für diese Person konkret verändert? Ist meine Botschaft konsistent und erkennbar? Gibt es einen roten Faden, der alles zusammenhält? Wenn das nicht stimmt, dann hast du nicht versagt sondern das ist nur ein Hinweis, dass im Marketingaufbau noch etwas fehlt. Und das ist sogar eine gute Nachricht, weil man da direkt ansetzen kann (z.B. mit einer Marketing-Standortbestimmung).
Dann gibt es die neurologische Ebene. Weil ich gerade eine Ausbildung zur Neuro-Coachin mache und dabei unter anderem mit EMDR arbeite, habe ich ein zunehmend klares Bild davon, wie tief manche Muster sitzen können. Frühere Erfahrungen – manchmal alte, manchmal scheinbar kleine Dinge, die jemand mehr oder weniger im Vorbeigehen zu uns gesagt hat – können als körperliche Reaktion im Nervensystem gespeichert bleiben. Das ist keine Erinnerung, sondern eher ein Reflex. Und auch hier kann man natürlich etwas machen, was auch gar nicht so lang dauert. Es heißt nur, dass man an einer anderen Stelle hinschauen muss.
Sich zu zeigen bedeutet, wahrgenommen werden zu wollen. Und nicht wahrgenommen zu werden ist für uns als soziale Wesen ein uraltes Signal und das Gehirn kennt das. Wenn es eine Situation wiedererkennt, die ihm bekannt vorkommt, aktiviert es alte Schutzstrategien. Sätze wie „Wer bin ich denn, das zu sagen“ oder „Wen interessiert das schon“ kommen nicht aus dem Nichts. Sie haben eine Geschichte, z.B. dass der Deutschlehrer in der 8. Klasse zu einem sagt, dass „niemanden deine Meinung interessiert“.
Was mich in meiner bisherigen Arbeit oft beschäftigt hat: Ich habe mit meinen Kundinnen sehr erfolgreich an der Struktur ihres Marketings gearbeitet. Dennoch gab es manchmal eine Grenze, an der wir nicht einfach weitermachen konnten. Eine Grenze, hinter der etwas lag, das tiefer saß als Strategie. Genau deshalb mache ich jetzt diese Ausbildung. Denn beides verdient Aufmerksamkeit: die strukturelle Klarheit und das, was unter der Oberfläche passiert. Marketing wird dann wirklich leichter, wenn beides stimmt und man sich trotz Findens einer klaren Strategie nicht mehr mit negativen Glaubenssätzen oder unbewussten Blockaden herumschlagen muss.
Die Frage, die ich dir mitgeben möchte: Wenn du an die Momente denkst, in denen du zurückruderst oder zögerst – fühl mal nach, wo das sitzt. Ist es Klarheit und Struktur, die fehlen? Oder ist es ein Muster, das immer wieder auftaucht, unabhängig davon, wie gut dein Konzept gerade ist?
Nicht jede Unsichtbarkeit ist strukturell – und nicht jeder innere Widerstand bedeutet, dass du mehr an deiner Strategie arbeiten musst.
Podcast-Episode #191: Strukturproblem oder Nervensystem?
Die Stille lügt – meistens jedenfalls
Zurück zu der Nachricht, mit der ich begonnen habe. Die Frau, die seit einem Jahr meinen Newsletter liest und sich erst jetzt meldet.
Sie hat sich nicht deshalb so lange nicht gemeldet, weil sie nicht interessiert gewesen wäre. Sondern weil der Moment schlicht noch nicht da war. Kein konkreter Anlass, kein Auslöser, kein Zeitpunkt, an dem es für sie gepasst hätte. Und dann war er da.
Das ist kein Einzelfall. Ich erlebe das regelmäßig: Menschen kommen zum Erstgespräch und erzählen mir, dass sie seit einem halben Jahr meinen Podcast hören oder seit drei Monaten meinen Newsletter lesen. Dass irgendetwas, das ich gesagt oder geschrieben habe, sich in ihnen verankert hat. Und dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist.
Marketing wirkt zu einem großen Teil unsichtbar. Außer, du bist ganz viel auf Instagram und TikTok unterwegs, dann mag das anders sein. Aber sonst melden sich die meisten Menschen, die deine Inhalte aufnehmen, nicht. Sie kommentieren nicht, sie klicken nicht sofort auf einen Link. Aber sie lesen. Sie hören zu. Sie speichern Beiträge. Und manchmal kommen sie drei Wochen später wieder, oder drei Monate später ohne dass du je gewusst hättest, dass sie überhaupt da waren. Überleg mal selbst, wann du das letzte Mal einen Kommentar unter einen Blogartikel oder einen Post gesetzt hast?
Wir haben gelernt, Wirkung an Likes und Klickzahlen zu messen, weil die sich zählen lassen. Aber dabei passiert etwas Trügerisches: Wir verwechseln das Messbare mit der Wirkung selbst. Das stille Vertrauen, das sich aufbaut, wenn du regelmäßig und authentisch kommunizierst, ist nicht messbar. Es passiert im Kopf deiner Leserinnen, vielleicht auch in ihrem Herzen. Aber es passiert, auch wenn du es nicht siehst.
Zwischen dem Moment, in dem jemand etwas von dir liest, und dem Moment, in dem sie sich meldet, liegt oft sehr viel Zeit. Das ist kein Zeichen, dass es nicht wirkt. Es ist der normale, langsame Prozess des Vertrauensaufbaus, der manchmal nur schwer auszuhalten ist, sich aber nicht wirklich beschleunigen lässt. Aber er lässt sich unterstützen: indem du dranbleibst, konsequent und konsistent, in deiner eigenen Sprache.
Stell dir vor, du wüsstest gerade jetzt mit Sicherheit, dass jemand deinen letzten Newsletter liest und nickt. Oder dass jemand beim Spazierengehen deine letzte Podcast-Episode hört und denkt: Endlich jemand, der das auf den Punkt bringt. Wie würde sich das auf deinen nächsten Text auswirken? Auf die Frage, ob du diesen Entwurf jetzt abschickst oder doch wieder löschst?
Diese Person existiert wahrscheinlich wirklich. Auch wenn du sie gerade nicht siehst.
Podcast-Episode #192: Unsichtbare Wirkung
Was das konkret für dein Marketing bedeutet
Ich möchte dir drei Gedanken mitgeben, die ich selbst immer wieder brauche, gerade dann, wenn es besonderes „still“ ist.
Erstens: Klarheit vor Sichtbarkeit. Bevor du mehr postest, mehr schreibst, mehr tust schau mal, ob wirklich klar ist, wem du hilfst, womit du hilfst und warum das wichtig ist. So klar, dass du es einem wildfremden Menschen in zwei Sätzen erklären könntest. Wenn das noch nicht sitzt, bringt mehr Sichtbarkeit wenig, denn dann zeigst du dich zwar, aber das Bild bleibt unscharf.
Zweitens: Tiefe statt Breite. Lieber einen Kanal wirklich gut bespielen als fünf mittelmäßig. Lieber ein Thema wirklich durchdenken als zwanzig oberflächlich streifen. Das fühlt sich am Anfang nach Verlust an, so als würde man etwas aufgeben oder eine Chance verpassen. Das ist aber in Wirklichkeit nicht so. Stattdessen entlastet es total.
Drittens: Dranbleiben in deiner eigenen Sprache. Du musst nicht lauter werden, du musst nicht alles umwerfen. Nur konsequent präsent sein. Damit die Menschen, die dich suchen, wissen: Da ist jemand.
Nachhaltiges Marketing ist kein Schaufenster, in dem du wartest, dass jemand hereinkommt. Es ist eher ein Licht, das du anknipst, damit die, die es suchen, wissen, dass da jemand ist und dich finden können.
Wenn du gerade an einem Punkt bist, an dem du dir nicht ganz sicher bist, ob dein Marketing bei den richtigen Menschen ankommt, oder ob da ein Widerstand sitzt, der tiefer liegt als Strategie, dann biete ich dir die kostenlose Marketing-Standortbestimmung an: eine halbe Stunde, keine Verkaufsagenda, aber ein Stückchen mehr Klarheit. Versprochen. Den Kalender für die Terminbuchung findest du hier unter dem Blogartikel ⬇️
Du bist nicht untätig, ganz im Gegenteil. Du postest, du planst, du probierst aus. Vielleicht hast du schon Kurse zum Marketing gemacht, einen Redaktionsplan erstellt oder dir vorgenommen, endlich regelmäßiger sichtbar zu sein.
💡 Das Wichtigste in Kürze
Was ist die Hauptaussage? Gutes Marketing entsteht dann, wenn du anfängst, Entscheidungen zu treffen.
Warum ist das wichtig? Solange du keine aktiven Entscheidungen dein Marketing betreffend triffst, fließt deine Energie in diese „offenen Gestalten“ und du kannst nicht in die Umsetzung kommen.
Wie setzt man es um? Ehrlich hinschauen, wo du solchen Marketingentscheidungen aus dem Weg gehst und Schritt-für-Schritt Klarheit in deine Marketingstrategie bringen.
Und trotzdem bleibt dieses Gefühl: Irgendwas stimmt nicht. Du investierst Zeit und Energie, aber am Ende des Tages fragst du dich, ob das alles wirklich irgendwohin führt.
Wenn du das kennst, dann möchte ich dir gleich zu Beginn etwas sagen, das ich wirklich ernst meine:
Es liegt nicht an dir.
Es liegt nicht an dir – und auch nicht an deinem Wissen
Du weißt genug über Marketing. Wirklich. Du kennst die Kanäle, du hast von Zielgruppen gehört, du weißt, dass Regelmäßigkeit wichtig ist.
Das Problem ist nicht, dass du zu wenig weißt. Du brauchst auch keine weiteren Kurse oder Freebies, damit du Marketing verstehst. Das Problem liegt an einer anderen Stelle und genau darum geht es in diesem Artikel.
Denn die meisten Selbstständigen, die mir erzählen, dass ihr Marketing nicht funktioniert, sind keine Marketing-Anfängerinnen. Sie haben investiert, gelernt, ausprobiert. Und trotzdem drehen sie sich im Kreis.
Nicht weil sie etwas falsch machen. Sondern weil sie eine ganz bestimmte Art von Entscheidung noch nicht getroffen haben.
Warum Marketing sich so chaotisch anfühlt, obwohl du so viel machst
Zu viele Optionen, zu wenig Entscheidung – das ist das eigentliche Problem
Schau mal ehrlich hin: Wie viele Marketingmöglichkeiten gibt es für dich gerade? Newsletter, Blog, Instagram, LinkedIn, TikTok, Podcast, Reels, SEO, Webinare, Funnels. Die Liste ist schier endlos.
Und ständig kommt etwas Neues dazu. Jeden Tag neue Impulse, neue Strategien, neue Versprechen.
Das Ergebnis ist ein stiller, aber sehr wirksamer Erschöpfungszustand. Nicht weil du zu viel tust, sondern weil du ständig abwägst. Weil du dich fragst, ob du wirklich das Richtige tust. Weil du nie ganz sicher bist, ob du vielleicht doch diesen einen Kanal vergisst, der alles verändern würde.
Dieses innere Abwägen kostet enorm viel Energie. Mehr als das eigentliche Marketing selbst.
„Ich mache so viel Marketing und trotzdem weiß ich nie, ob ich wirklich das Richtige tue.“
Das höre ich so oft von meinen Kundinnen. Und aus ihren Worten höre ich die Verzweiflung. Ich spüre sie.
Mehr Wissen macht das Marketing-Chaos oft noch größer
Paradoxerweise macht mehr Wissen das Chaos manchmal sogar schlimmer. Je mehr du über Marketing lernst, desto mehr Möglichkeiten siehst du. Desto mehr Dinge fallen dir ein, die du eigentlich noch machen müsstest. Desto größer wird die innere Liste.
Ich kenne das selbst sehr gut. Ich habe früher auch geplant, optimiert, angepasst und mich ständig gefragt, welche Strategie mir noch fehlt oder welcher Kanal vielleicht zusätzlich sinnvoll wäre.
Das hat mich weitergebracht, ja. Aber es hat mich auch oft angespannt, getrieben und manchmal sogar blockiert.
Was mir damals fehlte, war nicht noch eine Strategie. Es war eine klare Entscheidung.
Marketing ist ein Entscheidungsproblem und kein Wissensproblem
Dass Marketing ein Entscheidungs- und kein Wissensproblem ist, das ist die eigentliche These dieses Artikels. Und ich glaube, sie ist wichtiger als jeder Tipp, den ich dir sonst geben könnte.
Du weißt oft genau, was du tun könntest. Aber du hast noch keine klare Entscheidung getroffen, was du wirklich tust und vor allem auch, was du nicht tust.
Solange diese Entscheidung aussteht, bleibt alles in der Schwebe. Und in der Schwebe lässt sich nicht gut arbeiten.
Meine eigene Geschichte: Als alles perfekt aussah und sich trotzdem falsch anfühlte
Vor einigen Jahren hatte ich eine Positionierung, die auf dem Papier wirklich gut war. Ich habe Pinterest-Marketing für Podcasterinnen gemacht – „Pin Your Podcast“. Klingt spitz, oder? Und das war es auch. Ich hatte einen Blog dazu, einen eigenen Podcast, eine klare Nische. Von außen betrachtet war das ziemlich rund.
Aber innerlich stimmte es schon lange nicht mehr.
Pinterest veränderte sich als Plattform in eine Richtung, die mir nicht gefiel. Meine Hauptargumente für Pinterest – dass es eine Suchmaschine ist, die echten Traffic auf die eigene Website bringt – begannen zu bröckeln, als Pinterest immer „instagrammiger“ wurde. Und ich merkte, dass ich nicht mehr mit voller Überzeugung hinter dem stand, was ich tat.
Aber ich habe die Entscheidung nicht getroffen.
Nicht weil ich sie nicht gesehen hätte. Sondern weil ich Angst hatte, das aufzugeben, was ich aufgebaut hatte. Den Namen, das Branding, den Podcast. Es schien so viel auf dem Spiel zu stehen.
Das Ergebnis war eine Art Lähmung. Ich habe weitergemacht, aber ohne wirkliche Energie. Ich habe sogar ein Programm gelaunt, das ich innerlich gar nicht verkaufen wollte und war im Nachhinein fast erleichtert, dass niemand gekauft hat.
Irgendwann, nach einer Menge Reflexion und einem Coaching für viel Geld (es war jeden Cent wert!), habe ich die Entscheidung getroffen. Pinterest war Vergangenheit. Und mit dieser Entscheidung kam eine Klarheit zurück, die ich lange vermisst hatte.
„Ich habe mich nicht selbständig gemacht, um unglücklich zu sein.“
Was passiert, wenn du eine Entscheidung nicht triffst
Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Ich sehe dasselbe Muster immer wieder bei den Selbstständigen, die zu mir kommen.
Sie wissen eigentlich, was sie wollen. Oder zumindest, was sie nicht mehr wollen. Aber sie treffen die Entscheidung nicht. Weil sie Angst haben, etwas zu verpassen. Weil sie nicht sicher sind, ob sie sich irren. Weil sie das Gefühl haben, dass sie erst mehr wissen müssen, bevor sie entscheiden können.
Und so bleibt alles offen. Alles möglich, aber nichts wirklich entschieden.
Das Ergebnis kennst du vielleicht: Du machst viel, aber nichts fühlt sich wirklich stimmig an. Du bist aktiv, aber nicht wirklich sichtbar. Du investierst Zeit, aber du kommst nicht wirklich voran.
Nicht weil du falsch liegst. Sondern weil du noch nicht entschieden hast.
Der unsichtbare Energiefresser: die brachliegenden Kanäle
Angemeldet, aber nicht aktiv – und trotzdem belastet
Viele Selbstständige haben sich irgendwann bei einer ganzen Reihe von Plattformen angemeldet. Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok und oft auch Xing. Manchmal war das eine bewusste Entscheidung, manchmal einfach das Gefühl, dass man dort irgendwie präsent sein sollte.
Und dann passiert folgendes: Ein oder zwei Kanäle werden halbwegs bespielt. Die anderen liegen brach. Kein Post mehr, kein Update, kein Lebenszeichen.
Aber gelöscht? Nein.
Diese brachliegenden Profile erzeugen ein dauerhaftes, leises schlechtes Gewissen. Immer, wenn du daran denkst, kommt der Gedanke: „Eigentlich müsste ich da auch noch etwas tun.“
Dieser Gedanke kostet Energie. Jeden Tag ein kleines bisschen. Und über Monate und Jahre summiert sich das.
Das Xing-Beispiel: Warum ein bewusstes Nein mehr bewirkt als ein halbherziges Ja
Wenn ich mit Kundinnen arbeite und vorschlage, sich zum Beispiel aktiv von Xing abzumelden, weil die Zielgruppe dort schlicht nicht ist und ihnen dieser Kanal nicht einmal gefällt oder Spaß macht, dann erlebe ich fast jedes Mal dasselbe: eine spürbare Erleichterung.
Nicht weil Xing schlecht ist. Sondern weil die Entscheidung getroffen ist. Weil diese offene Baustelle endlich geschlossen wird.
„Ein bewusstes Nein ist kein Rückschritt. Es ist eine strategische Entscheidung.“
Was du nicht mehr tust, ist genauso strategisch wie das, was du tust
Das ist ein Gedanke, der vielen Selbstständigen zunächst ungewohnt vorkommt, der sich aber sehr schnell als befreiend erweist.
Deine Marketingstrategie besteht nicht nur aus dem, was du tust. Sie besteht genauso aus dem, was du bewusst nicht tust.
Welche Kanäle du nicht bespielst. Welche Formate du nicht produzierst. Welche Trends du nicht mitmachst. Das sind alles Entscheidungen.
Und wenn du sie nicht bewusst triffst, treffen sie sich trotzdem nur eben unbewusst, in Form von Chaos, Schuldgefühlen und Energieverlust.
Frag dich ehrlich: Wie viele Kanäle hast du gerade, die du nicht wirklich bespielst? Und wie viel Energie kostet dich allein der Gedanke daran?
Ich sehe das auch sehr oft beim Thema Content-Kanäle: Viele Kundinnen kommen zu mir mit dem Plan, gleichzeitig einen Blog zu starten, regelmäßig Newsletter zu schreiben, auf LinkedIn aktiver zu werden und vielleicht auch noch einen Podcast zu launchen. Alles auf einmal. Alles sofort.
Das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Überall angefangen, nirgendwo wirklich aufgebaut. Nicht weil die Motivation fehlt, sondern weil die Konzentration auf wenige gute Kanäle fehlt. Und ohne diese Konzentration bleibt alles halb.
Weniger, aber bewusster. Das ist der Weg.
Die eine Frage, die dein Marketing verändert
Von „Was sollte ich tun?“ zu „Was passt wirklich zu mir?“
Irgendwann habe ich aufgehört, mich zu fragen: „Was funktioniert gerade?“ Und ich habe angefangen, mich zu fragen: „Was passt wirklich zu mir und meinem Business?“
Das klingt nach einer kleinen Verschiebung. Aber es ist eine fundamentale.
„Was funktioniert gerade?“ ist eine Frage, die dich immer nach außen schauen lässt. Sie macht dich abhängig von Algorithmen, Trends und dem, was andere gerade erfolgreich zu sein scheinen. Sie erzeugt Unruhe, weil sich die Antwort ständig verändert.
„Was passt wirklich zu mir?“ ist eine Frage, die dich nach innen schauen lässt. Sie fragt nach deinen Stärken, deinen Ressourcen, deinem Rhythmus. Sie gibt dir Orientierung, die unabhängig vom nächsten Trend bleibt.
Stell dir diese Frage einmal ganz konkret: Was wäre eine Form von Sichtbarkeit, die du dir vorstellen könntest, noch in drei Jahren genauso zu machen? Nicht weil du musst, sondern weil sie wirklich zu dir passt?
„Klarheit entsteht nicht durch mehr Struktur, sondern durch weniger inneres Ziehen in alle Richtungen.“
Marketing als Beziehung und nicht als Dauerleistung
Ein Bild, das mir in den letzten Jahren sehr geholfen hat, ist dieses: Marketing ist keine Dauerleistung, die ich irgendwie abspulen muss. Marketing ist eine Beziehung.
Eine Beziehung zu mir selbst und zu meinen Themen, meinen Werten, meiner Art zu arbeiten. Eine Beziehung zu den Menschen, die mir zuhören oder meine Texte lesen. Und eine Beziehung zu meinem Business, das wachsen und sich verändern darf.
Beziehungen brauchen Kontinuität, ja. Aber sie brauchen keine Perfektion. Sie brauchen keine tägliche Präsenz auf fünf Kanälen gleichzeitig. Sie brauchen Echtheit und Verlässlichkeit.
Wenn du Marketing so denkst, verändert sich auch, wie du darüber entscheidest. Du fragst dich nicht mehr: „Was müsste ich noch alles tun?“ Sondern: „Was möchte ich meinen Leserinnen, Zuhörerinnen, Wunschkundinnen geben – auf eine Weise, die zu mir passt?“
Das ist ein grundlegend anderer Ausgangspunkt.
Nicht jede gute Idee gehört in dein Marketing
Dieser Satz hat mein Marketing wirklich ruhiger gemacht. Denn vielleicht geht’s dir wie mir: Du siehst täglich gute Ideen. Andere Selbstständige machen etwas, das dich begeistert. Du liest einen Artikel, der dich inspiriert. Du hörst eine Podcast-Episode, die dich auf eine neue Möglichkeit aufmerksam macht.
Und sofort ist da dieser Impuls: Das will ich auch machen.
Aber eine gute Idee ist noch keine gute Idee für dich. Ideen umzusetzen kostet Zeit, Energie und Aufmerksamkeit. Und diese Ressourcen fehlen dann an anderer Stelle – an der Stelle, die vielleicht schon funktioniert und nur etwas mehr Kontinuität bräuchte.
Ein hilfreicher Filter lautet: Passt diese Idee zu dem, was wirklich zu mir passt? Passt sie zu meiner Zielgruppe, meinem Angebot, meinem Rhythmus? Wenn ja, wunderbar. Wenn nein, dann darf sie eine gute Idee für jemand anderen bleiben.
Vier Entscheidungen, die dein Marketing strukturieren
Zielgruppe, Angebot, Hauptkanal, Content – die vier Bausteine im Überblick
Wenn wir von Marketingstrategie sprechen, dann ist damit kein 47-seitiger Plan gemeint, der im Ordner verstaubt. Es geht um vier konkrete Entscheidungen, die alles andere strukturieren.
Zielgruppe: Für wen machst du Marketing wirklich? Nicht theoretisch, sondern ganz konkret. Welche Person sitzt vor dir, wenn du schreibst oder sprichst? Was beschäftigt sie? Was braucht sie gerade?
Angebot im Fokus: Was steht gerade im Vordergrund? Du hast vielleicht mehrere Angebote, aber welches soll in den nächsten Monaten Priorität haben? Wer überall wirbt, wirbt nirgendwo.
Hauptkanal: Auf welchem Kanal bist du wirklich aktiv und warum? Nicht weil man es muss, sondern weil er zu dir, deiner Zielgruppe und deiner Art zu arbeiten passt.
Content-Struktur: Was erstellst du, wann und wie oft? Nicht als starrer Plan, sondern als verlässlicher Rahmen, der auch in vollen Wochen funktioniert.
Diese vier Entscheidungen hängen zusammen. Wenn du sie getroffen hast, entsteht eine klare Linie und plötzlich wird vieles andere deutlich einfacher. Du musst nicht mehr jeden neuen Trend bewerten. Du weißt, was zu dir passt und was nicht.
„Weniger Optionen. Mehr Entscheidungen. Endlich ein klarer Weg.“
Du musst nicht alles auf einmal entscheiden. Aber du solltest unbedingt anfangen
Das ist vielleicht der wichtigste Satz in diesem Artikel.
Klarheit entsteht nicht durch perfekte Vorbereitung. Sie entsteht durch Entscheidungen und zwar auch dann, wenn sie noch nicht endgültig sind. Auch wenn du noch nicht alles weißt. Auch wenn du dir nicht hundertprozentig sicher bist.
Eine Entscheidung, die du heute triffst und morgen nachjustierst, ist immer besser als eine Entscheidung, die du nie triffst, weil du noch mehr wissen wolltest.
Fang an. Mit dem, was du jetzt weißt.
Dein nächster Schritt: Weniger, aber bewusster
Mini-Reflexion: Mach dir jetzt eine ehrliche Liste deiner Kanäle
Nimm dir nach diesem Artikel fünf Minuten und mach dir eine ehrliche Liste.
Schreib auf, bei welchen Plattformen und Kanälen du angemeldet bist oder präsent sein wolltest. Instagram, LinkedIn, Facebook, Xing, TikTok, Blog, Newsletter, Podcast – was auch immer auf dich zutrifft.
Und dann markiere, was du in den letzten drei Monaten wirklich regelmäßig bespielt hast.
Was übrig bleibt, also die Kanäle ohne Markierung, das sind deine offenen Baustellen. Deine stillen Energiefresser.
Für jeden dieser Kanäle darfst du jetzt eine Entscheidung treffen: Entweder du reaktivierst ihn bewusst und mit einem konkreten Plan. Oder du verabschiedest dich davon, und zwar ganz bewusst, aktiv und ohne schlechtes Gewissen.
Beides ist eine gute Entscheidung. Das Einzige, was keine gute Entscheidung ist, ist das Nichts-Entscheiden.
Was sich verändert, wenn du anfängst zu entscheiden
Ich erlebe es bei meinen Kundinnen immer wieder: In dem Moment, in dem eine klare Entscheidung getroffen ist, auch wenn es nur die Entscheidung ist, sich von Xing abzumelden, verändert sich etwas spürbar.
Der Kopf wird ruhiger. Das schlechte Gewissen hört auf. Die Energie, die vorher in diffuses Grübeln geflossen ist, steht plötzlich für die Dinge zur Verfügung, die wirklich wichtig sind.
Und langfristig passiert noch etwas Schöneres: Marketing fängt an, sich nicht mehr wie eine Dauerbaustelle anzufühlen. Es bekommt eine klare Linie. Es wird verlässlich. Es funktioniert – nicht weil man alles richtig gemacht hat, sondern weil man angefangen hat zu entscheiden.
Fazit: Klarheit im Marketing beginnt mit einer Entscheidung
Marketingstrategie bedeutet nicht, alles zu wissen. Sie bedeutet, zu entscheiden.
Zu entscheiden, für wen du sichtbar sein willst. Was du anbieten möchtest. Auf welchem Kanal du wirklich präsent bist. Und was du ganz bewusst nicht mehr tust.
Diese Entscheidungen machen dein Marketing nicht kleiner. Sie machen es klarer. Und Klarheit ist die Voraussetzung für alles andere: für Konstanz, für Sichtbarkeit, für Vertrauen und letztlich für Kundinnen, die wirklich zu dir passen.
Du brauchst dein Marketing nicht neu zu erfinden. Du darfst es neu ausrichten.
Wenn du Klarheit in dein Marketing bringen möchtest – lass uns reden
Wenn du beim Lesen dieses Artikels gemerkt hast, dass du dir diese Klarheit wünschst, aber nicht ganz weißt, wo du anfangen sollst, dann lade ich dich herzlich ein zu einem kostenfreien 20-minütigen Gespräch mit mir.
Kein Verkaufsgespräch. Kein Druck. Sondern ein ehrlicher Blick auf dein Marketing: wo du gerade stehst, was dir fehlt und welche Entscheidungen dein Marketing wieder in eine klare Richtung bringen würden.
Ein Interview mit der Online-Marketing-Erfahrenen Birgit Schultz darüber, wie du mit klaren Themen, Vertrauen und smartem Content-Marketing auch im KI-Zeitalter sichtbar bleibst.
💡 Das Wichtigste in Kürze
Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI funktioniert am besten, wenn du deinen Blog als dein Content-Zuhause verstehst – nicht als Ablage für alles, was dir einfällt.
Mit klaren Kernthemen baust du eine erkennbare Topical Authority auf und machst es deinen Wunschkundinnen, Suchmaschinen und KI-Tools leichter, dich einzuordnen.
E‑E‑A‑T (Expertise, Erfahrung, Autorität, Vertrauenswürdigkeit) entsteht durch ehrliche Einblicke, eine starke Über-mich-Seite, eine Autorenbox und regelmäßigen, gut strukturierten Content.
Durch bewusste Conversion-Ziele und Einladungen (z.B. Newsletter, weiterführende Artikel, Angebote) arbeitet dein Content nicht nur für Reichweite, sondern auch für dein Business.
Social Media darf Bühne und Dialograum sein – aber dein Blog bleibt der Ort, an dem du langfristig sichtbar bist und deinen eigenen Marketing-Fahrplan in der Hand behältst.
Podcast-Episode #179: Interview mit Birgit Schultz
Wenn KI plötzlich zwischen dir und deinen Leserinnen stand
Vielleicht hast du es auch gemerkt: Auf einmal hat Google angefangen, Antworten direkt oben in einem kleinen Kasten anzuzeigen. Statt wie früher durch die ersten Suchergebnisse zu klicken, haben viele Menschen diese KI-Zusammenfassung gelesen und waren „fertig“. Gleichzeitig ist in den sozialen Netzwerken die organische Reichweite immer weiter zurückgegangen.
In meinem Interview mit Birgit Schultz haben wir uns genau darüber unterhalten: Was hat sich im Online-Marketing in den letzten Jahren verändert? Was bedeutet das für Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI? Und wie kann dein Blog trotzdem – oder gerade jetzt – wieder für dich arbeiten?
Birgit hat über 30 Jahre Marketing-Erfahrung, mehr als 20 Jahre Selbstständigkeit und mit Marketing Zauber seit 10 Jahren ein eigenes Online-Business aufgebaut. Sie hat die Entwicklung von den „goldenen Zeiten“ der organischen Reichweite bis hin zu KI-Suchmaschinen miterlebt. Und genau dieses Wissen hat sie in unserem Gespräch geteilt.
Was sich im Online-Marketing in den letzten Jahren verändert hat
Als ich Birgit gefragt habe, was sich in den letzten drei bis fünf Jahren im Online-Marketing verändert hat, ist sie direkt tief eingestiegen. Sie hat beobachtet, dass zwei Entwicklungen besonders stark waren:
Algorithmusbasierte Social-Media-Plattformen haben die Daumenschrauben immer enger angezogen. Die organische Sichtbarkeit ist Stück für Stück zurückgegangen. Was vor zehn Jahren noch traumhafte Reichweiten gebracht hat, erreicht heute oft nur einen Bruchteil der Followerinnen.
Künstliche Intelligenz ist im Alltag der Nutzerinnen angekommen, und zwar sowohl bei der Content-Erstellung als auch beim Suchverhalten.
Auf einmal nutzen Menschen nicht mehr nur Google, sondern stellen ihre Fragen direkt an ChatGPT, Claude oder Perplexity. Und selbst Google hat mit KI nachgezogen:
Oben in den Suchergebnissen erscheinen sogenannte AI Overviews, also KI-generierte Zusammenfassungen.
In den USA ist zusätzlich ein KI-Modus („AI Mode“) ausgerollt worden, der wie die Oberfläche eines klassischen KI-Tools aussieht.
Für Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI bedeutet das:
Viele Nutzerinnen geben sich mit der ersten, schnell gelieferten Antwort zufrieden.
Sie klicken weniger auf die klassischen „zehn blauen Links“.
Der Traffic auf vielen Webseiten ist zurückgegangen.
Google hat dazu sinngemäß gesagt: Ja, es wird weniger Traffic geben, aber der wird hochwertiger sein. Ob das wirklich so ist, steht aus unserer Sicht noch im Raum – die Zeit wird es zeigen. Sicher ist: Die Spielregeln haben sich spürbar verschoben.
Warum sich Bloggen trotzdem gelohnt hat
Trotz all dieser Veränderungen war Birgits Antwort auf meine Frage „Lohnt es sich überhaupt noch zu bloggen?“ sehr klar: Ja, unbedingt.
Für sie war Bloggen:
immer noch die nachhaltigste Form von Content-Marketing,
eine der wichtigsten Möglichkeiten, Expertise sichtbar zu machen,
und für kleine Unternehmen und Solopreneurinnen häufig alternativlos.
Denn:
Viele von uns haben nicht das Budget für große Kampagnen, Fernseh- oder Radiowerbung.
Auch Anzeigen in Social Media sind nicht für jede dauerhaft leistbar oder passend.
Ein Blog hat dagegen langfristig gearbeitet – oft über Jahre. Selbst wenn SEO nicht perfekt war, haben sich Leserinnen über Suchmaschinen oder Weiterempfehlungen den Weg gebahnt.
Birgit und ich waren uns einig: Für Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI ist ein Blog immer noch ein starkes Fundament. Vor allem dann, wenn du:
die SEO-Basics beachtest (z.B. saubere Überschriftenstruktur, lesbare Texte, klare Struktur),
und deine Inhalte so aufbereitest, dass sie nicht nur für Menschen, sondern auch für Maschinen verständlich sind.
Spannend war an dieser Stelle auch der Hinweis von Birgit: Strukturiert aufbereitete Inhalte helfen nicht nur Google, sondern auch den KI-Tools, die auf reale Inhalte zugreifen und sie zusammenfassen. Dein sauber strukturierter Blogartikel hat der KI also überhaupt erst die Chance gegeben, dich sinnvoll zu „zitieren“.
E‑E‑A‑T: Wie du Vertrauen und Expertise sichtbar gemacht hast
Im nächsten Schritt sind wir in ein Thema eingestiegen, das im Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI immer wichtiger geworden ist und wo die Begrifflichkeit den meisten vermutlich noch nicht klar ist: E‑E‑A‑T.
Birgit hat erklärt, wofür die Buchstaben stehen:
E – Expertise
E – Experience (Erfahrung)
A – Authoritativeness (Autorität)
T – Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit)
Oder, wie sie es zusammengefasst hat:
„Es geht darum, den Suchmaschinen klarzumachen, wer wir sind, was wir können, dass wir cool sind und dass der Content, den sie gefunden haben, wirklich von uns stammt.“ – Birgit Schultz
Für dich bedeutet das ganz konkret:
Du zeigst, wer du bist und woher deine Expertise kommt.
Du belegst deine Erfahrung (z.B. seit wann du im Business bist, mit wem du gearbeitet hast).
Du baust Autorität auf, vor allem durch Inhalte, die in die Tiefe gehen und anderen weiterhelfen.
Du sorgst für Vertrauen, indem du regelmäßig hochwertigen Content veröffentlichst.
Ein paar ganz praktische Hebel haben wir im Gespräch genannt:
Eine coole Über-mich-Seite, die nicht nur deinen Lebenslauf runterbetet, sondern deutlich macht, warum genau du zu deinem Thema etwas zu sagen hast.
Eine Autorenbox unter deinen Blogartikeln, die kurz erklärt, wer du bist und warum dieser Artikel von dir stammt.
Backlinks und Erwähnungen: Wenn andere dich verlinkt oder interviewt haben, zeigt das Suchmaschinen und KI-Tools, dass du als Quelle wahrgenommen wirst.
Birgit hat auch betont, wie wichtig es ist, dass du dich nicht nur auf ein einziges Format verlässt:
Blogartikel
Podcast-Folgen
YouTube-Videos
All das kann zusammenwirken und deine E‑E‑A‑T stärken, denn je mehr hochwertige Inhalte es von dir zu einem Thema gibt, desto klarer wirst du als verlässliche Stimme wahrgenommen.
Sie hat an dieser Stelle schon die Brücke geschlagen zu einem Thema, das später noch einmal kam: Content Repurposing und Content Recycling. Inhalte nicht nur einmal zu erstellen und dann in der Schublade verschwinden zu lassen, sondern sie in unterschiedlichen Formaten zu nutzen.
Topical Authority: Wofür du wirklich stehen wolltest
Ein weiterer zentraler Begriff in unserem Gespräch war Topical Authority, also deine Themenautorität. Die Frage dahinter: Für welches Thema willst du wirklich stehen?
Birgit hat dafür ein sehr persönliches Beispiel geteilt. Als sie vor zehn Jahren mit ihrem Blog „Marketing Zauber“ gestartet ist, hat sie über ganz viele verschiedene Marketingthemen gebloggt, weil sie zeigen wollte, dass sie kein „One-Trick-Pony“ ist.
Sie hat über Social Media, Content-Marketing, Wissensmanagement, Facebook Ads und vieles mehr geschrieben. Alles Themen aus dem Marketing-Kosmos, aber sehr breit gestreut.
Ihre Erkenntnis:
„Das ist zwar ganz nett, aber es ist keine Topical Authority.“ – Birgit Schultz
Für dich als Solopreneurin ist das eine wichtige Einladung:
Statt „alles“ abzudecken, wird es immer wichtiger, dich auf 2–3 Kernthemen zu fokussieren.
Das bedeutet nicht, dass du all dein Wissen verleugnen musst. Aber nach außen darf klar erkennbar sein, wofür du in erster Linie stehst.
Sehr bildhaft fand ich den Vergleich, den Birgit genutzt hat:
Ein Blog mit klarem Fokus ist wie ein Romanprojekt mit rotem Faden.
Ein Blog mit „von allem etwas“ ist eher wie eine Anthologie aus vielen Kurzgeschichten. Auch spannend, aber weniger einprägsam.
„Wir schreiben lieber ein Romanprojekt auf unserem Blog als eine Anthologie.“ – Birgit Schultz
Ich habe im Gespräch geteilt, dass ich selbst meinen Blog einmal ordentlich „ausgemistet“ habe. Viele Artikel waren thematisch zwar irgendwo bei mir angesiedelt, haben aber nicht mehr auf meine aktuellen Schwerpunkte wie authentisches Marketing und nachhaltige Sichtbarkeit eingezahlt.
Spannend war:
Das Ausmisten hat mir innerlich mehr Klarheit geschenkt.
Ich musste mich nicht jedes Mal wieder völlig neu in Themen einarbeiten.
Ich konnte Schritt für Schritt in ein großes Themenbecken eintauchen und dort in die Tiefe gehen.
Meine innere Kritikerin hat zwar kurz „Laaaaaangweilig, immer über das gleiche Thema schreiben!“ gerufen. In der Praxis habe ich aber gemerkt: Je tiefer ich in mein Kernthema eingestiegen bin, desto spannender und klarer ist es geworden, und war sowohl für mich und für meine Leserinnen.
Bestehenden Content ausmisten – mit und ohne KI
Ein wichtiger, sehr praktischer Teil unseres Gesprächs drehte sich darum, was du mit deinem bestehenden Content machen kannst. Also all den Blogartikeln, die schon auf deiner Website liegen.
Birgit hat erzählt, dass sie selbst einen sehr umfangreichen Blog mit rund 180–200 Beiträgen hatte und dass sie angefangen hat, radikal auszumisten:
Artikel, die nicht mehr zu ihren Kernthemen gepasst haben, hat sie auf Entwurf gestellt oder gelöscht.
Beiträge, die thematisch noch gut passten, aber zu dünn waren, hat sie ausgebaut.
Sehr lange Artikel mit 8.000–9.000 Wörtern wollte sie neu strukturieren, weil einige KI-Tools mit so langen Texten Schwierigkeiten hatten.
Ihr Ansatz:
„Der effizienteste Weg ist, erstmal das alte Zeug aufzubereiten, bevor ich neue Inhalte produziere.“ – Birgit Schultz
Ich habe an dieser Stelle ergänzt, dass KI-Tools beim Sortieren und Bewerten deiner Inhalte sehr hilfreich sein können – im Sinne von:
Artikel nach Themenclustern sortieren lassen
Vorschläge bekommen, welche Beiträge du behalten, überarbeiten oder löschen könntest
Die entscheidende Bewertung triffst du aber selbst.
Deine persönliche Erfahrung, deine Geschichten und deine Haltung kann und soll dir keine KI abnehmen.
Birgit hat außerdem empfohlen, nicht nur mit einem einzigen Tool zu arbeiten:
„Verlass dich nicht auf dein Leib-und-Magen-KI-Tool. Stell dieselbe Aufgabe verschiedenen Tools und vergleiche die Ergebnisse.“ – Birgit Schultz
So bleibst du kritisch, nutzt die Stärken der Tools, ohne deine eigene Verantwortung für deinen Content abzugeben.
CRO: Wie dein Content wirklich für dich gearbeitet hat
Ein weiterer großer Block in unserem Gespräch war CRO – Conversion Rate Optimierung. Klingt technisch, ist aber im Kern eine sehr einfache Frage:
„Was soll dieser eine Content-Teil für dich tun?“
Birgit hat erzählt, dass viele Jahre lang das Motto im Content-Marketing war: „Teile dein Wissen großzügig.“ Daran ist auch nichts falsch. Aber in Zeiten von KI hat sich etwas verschoben:
Wissen ist noch verfügbarer geworden, z.B. durch Bücher, Blogs, Onlinekurse und eben auch KI.
Wenn dein Content nur aus Wissenshäppchen besteht, ist er austauschbar.
Deshalb war es wichtig, bei jedem Blogartikel (oder jeder Podcastfolge, jedem Video) bewusst zu entscheiden:
Soll dieser Beitrag vor allem Leserinnen binden?
z.B. durch Kommentare, Austausch und Gespräche
Soll er Newsletter-Abonnentinnen gewinnen?
z.B. durch eine gezielte Einladung in deine E-Mail-Community
Soll er auf ein konkretes Angebot hinführen oder direkt verkaufen?
z.B. durch einen Artikel, der ein Programm oder einen Kurs ausführlich erklärt
Birgit hat das mit der klassischen Funnel-Struktur verknüpft:
Top of the Funnel (ToFu):
Reine Wissensartikel – „Wie du …“-Beiträge, die eine erste Frage beantworten.
Middle of the Funnel (MoFu):
Inhalte, die bei einer Kaufentscheidung helfen – z.B. „Worauf du achten solltest, wenn du dir einen Online-Yoga-Kurs kaufst.“
Bottom of the Funnel (BoFu):
Beiträge, die ein konkretes Angebot vorstellen, für Menschen, die quasi schon mit dem Portemonnaie in der Hand dastehen.
Ein Punkt war uns beiden besonders wichtig: CRO bedeutet nicht, in jeden Beitrag fünf aggressive Kaufaufforderungen zu packen. Stattdessen kannst du dir bei jedem Stück Content überlegen:
Was ist der nächste sinnvolle Schritt für meine Leserin?
Wie kann ich sie freundlich dazu einladen?
Ich habe es so zusammengefasst:
„Es geht nicht darum, dass du Druck machst, sondern dass du Menschen, die schon auf deiner Website sind, nicht im luftleeren Raum stehen lässt.“
Statt gar keine Call-to-Actions zu nutzen, kannst du z.B.:
am Ende eines Wissensartikels auf einen vertiefenden Beitrag verlinken,
in der Mitte eines Blogposts sanft auf deinen Newsletter hinweisen,
bei sehr themennahen Artikeln auf ein passendes Angebot aufmerksam machen.
Birgit hat an der Stelle noch ergänzt, dass viele KIs bei Call-to-Actions sehr altmodische Formulierungen vorschlagen („Kaufe jetzt!“, „Sichere dir…“). Sie hat betont, wie wichtig es ist, auch hier deine eigene Tonalität zu wahren:
„Wenn du es dir wie eine Einladung an eine gute Freundin vorstellst, klingt es automatisch weniger nach Befehl.“ – frei nach Birgit Schultz
Social Media vs. Blog: Wo dein Content zu Hause war
Gegen Ende des Interviews sind wir noch einmal auf ein Thema eingegangen, das viele Solopreneurinnen stark beschäftigt: Social Media.
Denn vielleicht kommt dir das folgenden Szenario irgendwie bekannt vor:
Du brauchst ewig, um ein Reel, einen Post oder ein Karussell zu erstellen.
Du klickst auf „Veröffentlichen“ und nach ein paar Stunden ist der Beitrag in der Versenkung verschwunden.
Birgit hat es sehr klar formuliert:
Die Halbwertszeit von Social-Media-Content ist oft extrem kurz.
Das steht in keinem Verhältnis zu der Zeit, die viele in die Erstellung stecken.
Für sie ist Social Media deshalb vor allem eins, nämlich ein Kommunikationsraum, in dem du mit Menschen in Kontakt kommst und kein Ort, an dem dein wichtigster, tiefster Content dauerhaft leben sollte.
Ein spannendes Beispiel von ihr ist, dass ein ein einziger Kommentar von ihr auf LinkedIn eine fünfstellige Reichweite hatte, während sie sonst bei eigenen Posts im Schnitt nur eine dreistellige Reichweite erreicht.
Daraus kannst du für dein Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI einiges mitnehmen:
Dein Blog (oder Podcast/YouTube) ist dein Content-Zuhause, dein Content-Hub.
Social Media ist die Bühne, auf der du Ausschnitte zeigst und Gespräche anstößt.
Kommentare können oft sichtbarer und nachhaltiger sein als noch ein eigener Post.
Ich habe im Gespräch betont, dass es wichtig ist, deine eigene Energie im Blick zu behalten:
„Wir haben alle begrenzte Zeit, begrenzte Energie und begrenzte Lust auf bestimmte Kanäle. Es lohnt sich genau hinzuschauen, was wirklich zu dir passt.“
Wenn du Social Media also nutzen möchtest, kannst du es dir leicht machen, zum Beispiel so (und vielleicht sehen wir uns bei der Gelegenheit mal auf LinkedIn 🤗):
Dir morgens mit deinem Kaffee 10–15 Minuten nehmen.
Durch deinen Feed scrollen und gezielt kommentieren, wo du wirklich etwas beizutragen hast.
Nicht den Anspruch haben, überall präsent zu sein.
Gleichzeitig darfst du Prioritäten setzen und dich fragen, was dir langfristig mehr Sichtbarkeit und Tiefgang bringt und wo du deine Expertise wirklich zeigen kannst.
In unserem Gespräch war die Antwort klar: Dein Blog und dein Longform-Content sind der Ort, an dem du als Expertin erkennbar und auffindbar geblieben bist, auch in einer Welt, in der KI immer mehr Antworten ausspuckt.
Birgit Schultz
Wenn du mehr zu und über Birgit erfahren möchtest, dann findest du die wichtigsten Links hier:
FAQ zu Content-Marketing für Solopreneurinnen zu Zeiten von KI
Brauche ich für erfolgreiches Content-Marketing als Solopreneurin zwingend einen Blog? Du brauchst nicht zwingend einen Blog, aber ein eigenes „Content-Zuhause“ ist extrem hilfreich – gerade, wenn KI und Social-Media-Algorithmen sich ständig verändern. Im Gespräch mit Birgit ist deutlich geworden: Ein Blog ist für viele Solopreneurinnen die nachhaltigste und realistischste Möglichkeit, eigene Inhalte aufzubauen, die nicht nach ein paar Stunden verschwinden und über die du langfristig gefunden wirst. Podcast und YouTube können dieses Zuhause ergänzen, ersetzen es aber selten komplett, weil Texte für Suchmaschinen und KI-Tools besonders gut auswertbar sind.
Wie viele Themen darf ich im Blog abdecken, ohne meine Topical Authority zu verwässern? Birgit hat empfohlen, dich nach außen auf 2–3 Kernthemen zu fokussieren. Das heißt nicht, dass du all dein übriges Wissen „wegschmeißen“ musst. Aber für Leserinnen, Suchmaschinen und KI-Tools sollte erkennbar sein, wofür du in erster Linie stehst. Je klarer dein thematischer Fokus, desto eher baust du eine echte Topical Authority auf – also Themenautorität, die dich als Expertin sichtbar macht.
Was mache ich mit alten Blogartikeln, die nicht mehr zu meinem Fokus passen? Du musst nicht alles sofort löschen (puuuuuh!). Du hast mehrere Möglichkeiten:
Beiträge, die gar nicht mehr zu deinem Fokus passen, kannst du auf Entwurf stellen oder entfernen.
Artikel, die thematisch passen, aber veraltet oder zu dünn sind, kannst du aktualisieren und ausbauen.
Inhalte, die zwar nicht mehr auf deine Kernthemen einzahlen, dir aber wichtig sind, kannst du z.B. in ein E-Book, ein Buch oder Gastartikel verwandeln.
Wichtig ist, dass du deinen Blog Stück für Stück so sortierst, dass er wie ein „Roman mit rotem Faden“ wirkt und nicht wie eine zufällige Sammlung irgendwie interessanter Themen wirkt.
Wie kann ich KI nutzen, ohne dass meine Texte austauschbar werden? KI eignet sich sehr gut als Unterstützung beim Sortieren, Strukturieren und Analysieren deines vorhandenen Contents. Du kannst dir z.B. helfen lassen beim Clustern deiner Artikel zu Themenblöcken, beim Bewerten, welche Beiträge du überarbeiten oder löschen könntest und auch beim Auffinden von Lücken in deiner Themenabdeckung.
Die eigentlichen Texte – vor allem deine Erfahrungen, Beispiele und Geschichten solltest du aber weiterhin selbst schreiben oder zumindest stark überarbeiten. Genau diese persönliche Ebene unterscheidet deine Inhalte von generischen KI-Texten. Birgit hat außerdem empfohlen, mehrere KI-Tools zu vergleichen und ihre Vorschläge kritisch zu prüfen.
Reicht es nicht, wenn ich einfach Social Media mache und mir das Bloggen spare? Eine oft gestellte Frage… Social Media kann sichtbar machen, was du tust, aber die Inhalte dort haben meist eine sehr kurze Lebensdauer. Ein aufwendiges Reel oder ein Karussell kann nach wenigen Stunden schon wieder verschwunden sein. Dein Blog dagegen kann über Jahre hinweg gefunden werden – von Menschen, von Suchmaschinen und von KI-Tools. Im Gespräch mit Birgit wurde deutlich: Social Media ist ideal als Dialog- und Netzwerkraum, aber dein langfristig wertvollster Content gehört auf eine Plattform, die dir gehört – in den meisten Fällen: deine Website und dein Blog.
Ich bin Silke, Online-Marketing- und Content-Coach für selbstständige Frauen, die gestressten Marketing-Muffeln hilft, ihr Online-Marketing mit Leichtigkeit und Authentizität zu meistern, indem ich mit ihnen maßgeschneiderte Strategien entwickle, die nicht nur effektiv sind, sondern auch Spaß machen und perfekt zu ihrer Persönlichkeit passen."