Bei ChatGPT gefunden werden: GEO einfach erklärt für Selbstständige

Bei ChatGPT gefunden werden: GEO einfach erklärt für Selbstständige

Was hast du gemacht, als du zuletzt ganz schnell etwas wissen wolltest? Gegoogelt? Oder ChatGPT gefragt?

Ich bin da ehrlich gesagt noch ziemlich klassisch. Wenn ich etwas wissen will, lande ich fast immer zuerst bei Google. Damit bin ich inzwischen aber eher die Ausnahme. Viele meiner Kundinnen erzählen mir, dass sie kaum noch googeln. Sie fragen „Chatti“, egal ob es um ein Rezept, die nächste Reise oder ein Coaching-Angebot geht. Oder sie lesen bei Google nur noch den KI-Kasten ganz oben und scrollen gar nicht mehr weiter.

Und spätestens da wird es für dich als Selbstständige spannend: Wenn deine Wunschkundinnen so suchen, wirst du dann noch gefunden? Taucht dein Name auf, wenn jemand ChatGPT nach deinem Thema fragt?

Dazu schwirren gerade jede Menge neue Abkürzungen herum: GEO, AEO, LLMO. Und mittendrin Agenturen, die dir erzählen, SEO sei tot. In diesem Artikel sortiere ich das für dich. Du erfährst, was hinter den Begriffen steckt, wie KI-Suchen zu ihren Antworten kommen, warum GEO und SEO viel näher beieinanderliegen als oft behauptet und welche Basics du an deiner Website prüfen kannst. Auch ohne Technikexpertin zu sein.

💡 Das Wichtigste in Kürze

GEO (Generative Engine Optimization) heißt, dafür zu sorgen, dass du in KI-Antworten von ChatGPT, Google und Co. vorkommst. Im Kern ist das einfach gutes SEO, denn KI-Suchen greifen auf Suchindizes zurück. Wer bei Google nicht gefunden und verstanden wird, wird auch von der KI kaum genannt. Entscheidend sind saubere Website-Basics, echte Antworten mit eigener Erfahrung und sichtbares Vertrauen.

Was ist GEO – und was haben SEO, AEO und LLMO damit zu tun?

GEO steht für Generative Engine Optimization und meint alles, was dafür sorgt, dass du in einer KI-Antwort erwähnt oder verlinkt wirst. „Generativ“ heißt: Die Suchmaschine formuliert die Antwort selbst, statt dir zehn Links hinzulegen. Geprägt hat den Begriff ein Forschungspapier aus dem Jahr 2023.

Die anderen Abkürzungen kurz sortiert:

  • SEO (Search Engine Optimization, auf Deutsch Suchmaschinenoptimierung): alles, was dafür sorgt, dass deine Website bei Google gefunden wird. Zum Beispiel, indem du Seiten und Blogartikel auf passende Suchbegriffe ausrichtest.
  • AEO (Answer Engine Optimization): die Optimierung für „Antwortmaschinen“.
  • LLMO (Large Language Model Optimization): Ein Large Language Model, kurz LLM, ist das Sprachmodell, das hinter Tools wie ChatGPT oder Claude steckt.

Für dich als Selbstständige reicht es, wenn du dir eins merkst: GEO, AEO und LLMO sind drei Namen für ein und dieselbe Frage. Komme ich in KI-Antworten vor?

Bei Google heißen die KI-Funktionen auf Deutsch „Übersicht mit KI“, das ist der Kasten ganz oben in den Suchergebnissen, und „KI-Modus“. Der KI-Modus ist ein eigener Reiter, in dem du mit der Suche chatten kannst. Ihn gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit dem 8. Oktober 2025, also inzwischen seit über einem Jahr.

Wie kommen ChatGPT, Google und Perplexity zu ihren Antworten?

Wenn diese Systeme eine aktuelle Frage beantworten, wissen sie die Antwort nicht einfach. Vielmehr suchen sie im Netz, lesen einige Seiten und fassen dann zusammen, was sie gelesen haben. Wie genau, unterscheidet sich je nach Anbieter:

  • Google: Die Übersicht mit KI und der KI-Modus greifen laut Google auf den ganz normalen Google-Suchindex zurück, also auf dieselbe riesige Datenbank wie die klassische Suche. Im Hintergrund schickt die KI mehrere verwandte Suchanfragen los, um deine Frage von mehreren Seiten zu beleuchten. Google nennt das „Query Fan-out“.
  • ChatGPT: Die ChatGPT-Suche arbeitet mit externen Suchanbietern zusammen und schickt deine Frage in umformulierter Form dorthin. Einer dieser Anbieter ist Microsoft Bing. Dazu kommt ein eigener Crawler, also ein Programm, das Webseiten abliest: der OAI-SearchBot.
  • Perplexity: Perplexity ist eine Antwortmaschine, die das Netz durchsucht und die Quellen direkt zu jeder Antwort anzeigt.

Du kannst dir die KI vorstellen wie eine superschnelle Rechercheurin. Sie liest ein paar Quellen quer und gibt dir dann eine Zusammenfassung. Für dich zählen also zwei Fragen: Ist deine Seite unter den Quellen, die sie gelesen hat? Und fand sie deine Seite gut genug, um sie zu nennen?

Was ist der Unterschied zwischen GEO und SEO?

Der Unterschied ist viel kleiner, als dir viele weismachen wollen. Google sagt es selbst sehr deutlich: Aus Sicht der Google-Suche ist die Optimierung für KI-Suche eine Optimierung für die Suche und damit weiterhin SEO. Du brauchst keine speziellen Dateien, keine besondere Auszeichnung und keinen Geheimcode.

Und was ist mit dieser llms.txt?

Vielleicht hast du davon schon gelesen. Die llms.txt ist eine kleine Textdatei, die du auf deiner Website ablegen kannst. Sie funktioniert wie ein Inhaltsverzeichnis speziell für KI: Darin steht in einfacher Form, wer du bist, was du anbietest und welche Seiten deiner Website die wichtigsten sind.

Vorgeschlagen hat die Idee der KI-Entwickler Jeremy Howard im September 2024. Und das Wort „vorgeschlagen“ ist wichtig, denn es ist kein offizieller Standard, an den sich alle halten. Die Google-Suche, und damit auch die Übersicht mit KI und der KI-Modus, ignoriert die Datei. Sie schadet dort also nicht, sie hilft aber auch nicht. Wenn dir jemand eine llms.txt als Muss für deine KI-Sichtbarkeit verkaufen will, darfst du gern skeptisch sein.

SEO ist das Fundament, auf dem GEO steht

Dass SEO und GEO so nah beieinanderliegen, ist logisch, wenn du dir anschaust, wie die Systeme arbeiten. Googles KI sucht im Google-Index, ChatGPT sucht unter anderem über externe Suchmaschinen. Wenn deine Website in der klassischen Suche nicht gefunden oder nicht verstanden wird, ist sie für die KI in aller Regel auch keine Quelle.

Was gleich bleibt: Deine Seite sollte technisch erreichbar, klar formuliert, hilfreich und vertrauenswürdig sein. Das galt für Google schon immer.

Was aber anders ist, ist die Betrachtungsweise an drei Stellen:

  1. Von der Platzierung zur Antwort. Früher war die Frage, ob du für ein Suchwort auf Seite 1 stehst. Jetzt kommt dazu: Ist deine Seite eine gute Antwort auf eine echte Frage deiner Wunschkundin?
  2. Von Allgemeinwissen zu deiner Sicht. Weil die KI mehrere Quellen vergleicht, gewinnt das, was nur du sagen kannst: deine Erfahrung, deine Fälle, deine Haltung. Google nennt eigene, wertvolle Inhalte ausdrücklich als den Punkt mit dem größten Einfluss auf deine Sichtbarkeit in der KI-Suche.
  3. Von deiner Website ins ganze Netz. KI-Antworten zeigen auch, was anderswo über dich gesagt wird, etwa in Blogs, Videos oder Foren.

Die unbequeme Seite: weniger Klicks

Wenn oben eine KI-Antwort steht, klicken Menschen seltener auf die Ergebnisse darunter. Eine Studie des Pew Research Center mit 900 Erwachsenen in den USA hat gezeigt: Mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzerinnen und Nutzer in 8 Prozent der Fälle auf ein klassisches Suchergebnis, ohne in 15 Prozent. Also ungefähr halb so oft. Das sind US-Daten aus dem März 2025, und Google bestreitet die Methodik der Studie. Ich sehe die Richtung aber auch bei meinen eigenen Webseiten und Blogartikeln. Vielleicht ist sie dir in deiner Search Console auch schon aufgefallen.

Sichtbar sein heißt also nicht mehr automatisch, Besuche zu bekommen. Umso wichtiger wird, dass du auf echte Fragen richtig gute Antworten hast und dass andere über dich schreiben und dich verlinken.

Und die GEO-Pakete?

Wer dir gerade ein komplett neues GEO-Paket verkaufen will, den darfst du ruhig fragen, was daran genau anders ist als gute Suchmaschinenoptimierung. Google selbst warnt vor Tools, die „interne“ Google-Daten versprechen: Kein externes Tool hat Zugriff auf Googles Ranking- oder KI-Systeme. Es kann also niemand ganz genau wissen, was bei Google passiert. Auch ich nicht.

Dass solche „GEO-Hacks“ so verlockend wirken, hat übrigens auch mit deinem Kopf zu tun. Regeln, die sich ständig ändern, fühlen sich für dein Gehirn nach Kontrollverlust an. Eine Liste mit zehn Hacks verspricht dir diese Kontrolle zurück. Das Gefühl von Kontrolle bekommst du aber eher, wenn du weißt, worauf du dich verlassen kannst. Und das sind die Basics.

Welche Website-Basics brauchst du, damit Google und KI dich verstehen?

Du brauchst vor allem eine Website, auf der klar erkennbar ist, worum es geht und für wen sie ist. Nicht, weil Google dich sonst gar nicht registriert, sondern weil Google und KI sonst nicht verstehen, was du anbietest. Und was nicht verstanden wird, kann auch nicht als Quelle ausgewählt werden.

Ich weiß, viele dieser Punkte klingen nach Basics. Sie sind trotzdem der größte Hebel. Hier ist dein Quick-and-dirty-Check:

1. Bist du überhaupt im Index? Gib bei Google site: und direkt dahinter deine Domain ein, also zum Beispiel site:deinname.de. Dann siehst du, welche Seiten Google von dir kennt. Taucht wenig oder nichts auf, ist das deine erste Baustelle.

2. Richte dir die Google Search Console ein. Das ist ein kostenloses Werkzeug von Google, das dir zeigt, wie Google deine Website sieht. Bei mir hat die Einrichtung nur wenige Minuten gedauert. Inzwischen gibt es dort auch einen eigenen Bericht für die KI-Funktionen.

3. Prüf die KI-Einstellung in der Search Console. Unter „Einstellungen“ findest du die Einstellung für die generativen KI-Funktionen der Google-Suche. Damit legst du fest, ob deine Website in der Übersicht mit KI und im KI-Modus überhaupt vorkommen darf. Normalerweise ist das erlaubt, du musst also nichts extra einschalten. Schau aber einmal nach, ob niemand „Ausschließen“ gewählt hat, zum Beispiel bei einem Website-Relaunch oder über eine Agentur.

KI-Einstellung in der Google Search Console, in der die Website für generative KI-Funktionen einbezogen ist

4. Melde dich bei den Bing Webmaster Tools an. Weil ChatGPT unter anderem auf Bing zurückgreift, lohnt sich auch hier ein Blick. Die Bing Webmaster Tools sind ebenfalls kostenlos. Ehrlich gesagt steht dieser Punkt auch noch auf meiner eigenen Liste.

5. Gib jeder Seite einen eigenen, klaren Titel. Gemeint ist der blaue, klickbare Text in den Suchergebnissen. Google nutzt dafür vor allem den Titel, den du in deinem Website-Baukasten oder in WordPress einträgst. Bei vielen steht da nur „Home“ oder „Startseite“. Besser: was du machst, für wen und dein Name. Also zum Beispiel „Marketingcoach für Selbstständige | Silke Schönweger“.

6. Schreib eine Meta-Beschreibung. Das ist der kurze Text unter dem Titel in den Suchergebnissen. Google nimmt sie nicht immer, oft holt es sich lieber einen passenden Satz direkt aus deiner Seite. Trotzdem lohnen sich ein, zwei klare Sätze pro Seite, geschrieben für Menschen, nicht für Maschinen.

7. Eine klare Hauptüberschrift pro Seite. Sie sagt, worum es auf der Seite geht. Ich weiß, wir haben oft wunderbar kreative Namen für unsere Programme. In die Hauptüberschrift gehören sie trotzdem nicht.

8. Benenne deine Bilder sinnvoll. Ein Dateiname wie silke-schoenweger-marketing-workshop.jpg statt IMG_4711.jpg ist ein kleiner Hinweis für Google und schnell gemacht. Noch wichtiger ist der Alt-Text, also die kurze Bildbeschreibung, die du im Baukasten hinterlegst. Google nutzt ihn, um zu verstehen, was auf dem Bild zu sehen ist, und er hilft Menschen, die sich Websites vorlesen lassen. Ich geb's zu: Bei den Alt-Texten habe ich auf meiner Website total geschlampt. Ich ziehe sie jetzt nach.

9. Was wichtig ist, gehört als Text auf deine Website. Für viele von uns ist das ein riesiger Hebel. Wenn dein Angebot, deine Preise oder deine Kundenstimmen nur in einer Canva-Grafik stehen, können Google und KI sie viel schlechter lesen und zuordnen. Mach dir die Mühe und hinterleg das Wichtige als Text.

10. Sperr KI-Bots nicht aus Versehen aus. Wenn deine Website über einen Schutzdienst wie Cloudflare läuft oder du ein Sicherheits-Plugin nutzt, schau nach, was dort zu KI-Bots eingestellt ist. Cloudflare hat zum Beispiel 2025 begonnen, KI-Crawler standardmäßig zu blockieren. Wer den Such-Crawler von ChatGPT aussperrt, taucht in den Suchantworten von ChatGPT nicht auf. Wenn du unsicher bist, frag die Person, die deine Website betreut. Ob du ChatGPT auf deine Seite lässt, ist eine Entscheidung, die du einmal bewusst treffen solltest.

Wenn du tiefer in die Suchmaschinenoptimierung einsteigen willst, findest du mehr in meinem Artikel Wie du SEO und Content-Marketing strategisch nutzt. Und wie SEO zu deinen Werten passen kann, darüber habe ich mit Laura Filz gesprochen: Grünes SEO: Der nachhaltige Weg zur Sichtbarkeit.

Was ist E-E-A-T – und wie zeigst du, dass man dir vertrauen kann?

E-E-A-T ist ein Qualitätsmaßstab von Google und steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Auf Deutsch ungefähr: Erfahrung, Fachwissen, Ansehen und Vertrauenswürdigkeit. Google sucht nach einer Mischung von Hinweisen, ob ein Inhalt diese Eigenschaften hat. Am wichtigsten davon ist Vertrauen.

Einen E-E-A-T-Wert, den du messen oder einstellen kannst, gibt es nicht. Praktisch heißt das für dich: Auf deiner Website sollte klar sein, wer hinter den Inhalten steht. Dazu gehören:

  • eine echte Über-mich-Seite,
  • ein Impressum und eine Kontaktmöglichkeit,
  • dein Name unter deinen Blogartikeln, am besten mit einer kurzen Autorinnenbox,
  • Inhalte, in denen deine eigene Erfahrung steckt und nicht nur das, was überall steht.

Genau das macht dich für KI-Suchen interessant. Wenn eine KI zwischen fünf Quellen wählt, ist die naheliegendere die, bei der klar ist, wer da schreibt und warum sie das beurteilen kann. Wie du das mit Inhalten sichtbar machst, darüber habe ich mit Birgit Schultz in Folge 179 über Content-Marketing zu Zeiten von KI gesprochen.

Die Frage „Wer ist das eigentlich?“ beantworten KI-Suchen oft über deine Über-mich-Seite. Was wirklich daraufgehört und was nicht, darum geht es in Folge 215 am 19. November.

Beantworte echte Fragen mit deiner Erfahrung

Das kannst du auch ganz ohne Website-Umbau tun. Listen wie „7 Tipps für mehr Sichtbarkeit“ schreibt eine KI inzwischen in Sekunden selbst. Google nennt genau solche Listen sogar als Beispiel für austauschbaren Content, der kaum etwas Eigenes beiträgt.

Was die KI nicht kann: deinen Weg zeigen, deine Fälle, deine Haltung. Alles, was du selbst erlebt hast und weitergeben kannst. Darauf darfst du dein Hauptaugenmerk legen.

Werd woanders erwähnt, aber echt

Gastbeiträge, Interviews, Gespräche in anderen Podcasts oder Einträge in Branchenverzeichnissen zeigen, dass du über deine eigene Website hinaus relevant bist. Wichtig ist das Wort „echt“. Gekaufte oder künstlich gestreute Erwähnungen bringen laut Google weniger, als man denkt, weil die KI-Funktionen auf dieselben Qualitäts- und Spamfilter setzen wie die normale Suche.

Ein Sonderfall ist alles, was du nur sprichst, also Podcast-Folgen oder Videos. Darüber erzähle ich dir in Folge 216 am 3. Dezember mehr.

Wie findest du heraus, ob du in KI-Antworten vorkommst?

Am besten, indem du so suchst wie deine Wunschkundin. Nimm dir dafür am Wochenende oder zwischendurch eine halbe Stunde Zeit:

  1. Schreib dir drei Fragen auf, die deine Wunschkundin stellen würde, bevor sie deinen Namen kennt. Zum Beispiel: „Wie finde ich als Coach meine ersten Kundinnen online?“
  2. Stell diese Fragen so, wie deine Kundin es tun würde. Fragt sie eher Chatti als Google, fang mit ChatGPT an. Stell die Fragen danach auch im Google KI-Modus.
  3. Schau zuerst nicht, ob du vorkommst, sondern wer vorkommt. Welche Quellen werden genannt: Blogs, Foren, Verzeichnisse, YouTube? Und was fehlt in der Antwort, das du besser oder anders erklären könntest?
  4. Frag zum Schluss nach dir: „Wer ist [dein Name], und wofür ist sie bekannt?“ Was da steht, zeigt dir ziemlich ehrlich, wie klar dein Auftritt im Netz ist.

Sieh das Ergebnis als Momentaufnahme, nicht als Messung deiner Qualität oder deines Könnens. KI-Antworten ändern sich von Mal zu Mal.

Für echte Zahlen gibt es zwei einfache Wege. In Google Analytics erkennst du Besuche aus ChatGPT an der Quelle chatgpt.com, denn ChatGPT hängt diese Kennung automatisch an seine Links an. Und in der Search Console zeigt dir der Bericht für generative KI, wie oft deine Seiten in Googles KI-Funktionen auftauchen.

Musst du jetzt deinen Blog umbauen?

Nein, zumindest nicht sofort und nicht aus Panik. Ich bin aber ehrlich: Ich selbst bin gerade mittendrin.

Seit 2022 begleite ich Selbstständige als Online-Marketing-Coach, und mein Podcast hat inzwischen über 200 Folgen. Über die Jahre sind dabei viele einzelne Blogartikel entstanden, die alle im selben Wasser schwimmen und ein bisschen dasselbe sagen. Diese Artikel fasse ich jetzt zusammen. Statt vieler kleiner Beiträge soll es weniger geben, die dafür ein Thema richtig tief abdecken. Wie solche Themen-Cluster funktionieren, habe ich dir in Folge 149 erklärt.

Ob das in ChatGPT messbar etwas bringt, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Dafür fehlen mir noch die Erfahrungswerte. Meine Überlegung ist: Eine KI liest bei einer Frage lieber eine Seite, die das Thema wirklich durchdringt, als fünf, die es nur anreißen. Google rät außerdem ausdrücklich davon ab, für jede Variante einer Frage eine eigene Seite zu bauen. Wie es bei mir weitergeht, erzähle ich dir hier.

Für dich heißt das: Fang mit dem Basics-Check von oben an und stell die Fragen, die deine Kundinnen stellen würden. Wenn du danach an deinen Blog ranwillst, kannst du ihn ganz in Ruhe nach und nach ausdünnen und vertiefen.

GEO ist kein neues Schulfach

GEO ist nichts, was du jetzt auch noch lernen musst. Im Kern ist es gute Suchmaschinenoptimierung mit einem etwas anderen Blick: Sag klar, wer du bist und für wen. Beantworte echte Fragen mit deiner Erfahrung. Und stell die Basics auf deiner Website so auf, dass Google und KI dich verstehen. Man muss es ihnen ja nicht unnötig schwer machen.

Mein Vorschlag für diese Woche: Gib einmal site: plus deine Domain bei Google ein und stell ChatGPT eine Frage, die deine Wunschkundin stellen würde. Diese zehn Minuten sagen dir mehr als jede GEO-Checkliste.

Und wenn du dabei merkst, dass du gar nicht genau weißt, wo deine Website gerade steht, schauen wir uns das gern gemeinsam an. In der kostenlosen Marketing-Standortbestimmung haben wir 30 Minuten per Zoom. Wir schauen genauer hin, und ich beantworte deine Fragen.

👉 Hier buchst du deine kostenlose Marketing-Standortbestimmung

FAQ: Bei ChatGPT gefunden werden

  • Ist SEO durch die KI-Suche tot?

    Nein. Googles KI-Funktionen greifen auf den normalen Suchindex zurück, und Google sagt selbst, dass die Optimierung dafür weiterhin SEO ist. Auch ChatGPT sucht unter anderem über externe Suchmaschinen. Gutes SEO ist deshalb die Grundlage dafür, dass KI-Suchen dich überhaupt finden.

  • Brauche ich eine llms.txt für meine Website?

    Für Google nicht. Die Google-Suche, inklusive Übersicht mit KI und KI-Modus, ignoriert die Datei. Sie schadet nicht, hilft dort aber auch nicht. Deine Zeit steckst du besser in die Website-Basics und in Inhalte mit deiner eigenen Erfahrung.

  • Kann ich verhindern, dass ChatGPT mit meinen Texten trainiert wird, ohne aus der ChatGPT-Suche zu verschwinden?

    Ja. OpenAI nutzt zwei getrennte Crawler: GPTBot für das Training und OAI-SearchBot für die Suche. Du kannst GPTBot sperren und OAI-SearchBot zulassen. Am einfachsten geht das über die robots.txt deiner Website. Lass dir dabei von der Person helfen, die deine Website betreut.

  • Lohnt sich ein GEO-Paket von einer Agentur?

    Frag vorher, was daran anders ist als gute Suchmaschinenoptimierung. Kein externes Tool hat laut Google Zugriff auf Googles Ranking- oder KI-Systeme. Versprechen wie „garantiert in ChatGPT“ darfst du also kritisch sehen.

Über die Autorin

Silke Schönweger ist seit 2022 Online-Marketing-Coach für selbstständige Frauen im DACH-Raum und lebt in Südtirol. Sie hilft ihren Kundinnen, Klarheit und Struktur in ihr Marketing zu bringen, ohne Druck und ohne sich zu verbiegen. Dabei verbindet sie Marketing-Strategie mit Wissen darüber, was im Kopf passiert, wenn Marketing sich schwer anfühlt. In ihrem Podcast „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing“ teilt sie seit über 200 Folgen, was sie selbst ausprobiert und gelernt hat.

Regelmäßige Impulse für dein Marketing bekommst du in ihrem Newsletter: Hier geht's zur MarketingPost.

Marketing-Druck loslassen: Einen Scheiß muss ich!

Marketing-Druck loslassen: Einen Scheiß muss ich!

Früher habe ich ständig gedacht, ich müsste. Ich müsste auf jedem Kanal aktiv sein. Ich müsste jeden Trend mitnehmen. Ich müsste den perfekten Redaktionsplan haben, bevor ich überhaupt loslege. Meine gedankliche To-Do-Liste im Marketing wurde immer länger, nie kürzer. Und mit ihr auch mein Stresspegel.

Inzwischen habe ich gelernt: Das stimmt so gar nicht.

Und ich habe gelernt, Marketing-Druck loszulassen – Schritt für Schritt.

Und ich sehe dieses Muster nicht nur bei mir selbst. Auch bei meinen Kundinnen erlebe ich es immer wieder: Die Marketing-To-Do-Liste wächst und wächst, statt kleiner zu werden und mit jedem neuen Punkt steigt der Stress ein Stück weiter. Dabei wäre oft schon viel gewonnen, wenn wir einfach mal hinterfragen würden, was wirklich sein muss.

Kurzer Ausflug ins Gehirn, weil mich das fasziniert:

Die Amygdala ist ein kleines, mandelförmiges Areal tief im Inneren unseres Gehirns, im sogenannten limbischen System. Sie ist so etwas wie unser emotionaler Alarmsensor. Ihre Hauptaufgabe ist es, Gefahren blitzschnell zu erkennen, noch bevor wir bewusst darüber nachdenken können. Das war evolutionär gesehen enorm wichtig: Wer schneller auf einen Säbelzahntiger reagierte, überlebte eher. Heute lauern zwar keine Raubtiere mehr im Homeoffice, aber die Amygdala unterscheidet nicht besonders fein zwischen echter Lebensgefahr und gefühlter Bedrohung. Ein „Ich muss" kann sie ganz ähnlich einstufen wie eine reale Gefahr und dann schaltet sie in den Alarmmodus: Stresshormone wie Cortisol werden ausgeschüttet, unser Körper macht sich bereit für Kampf oder Flucht.

Das Ergebnis: Wir verkrampfen innerlich, statt kreativ und klar zu denken.

Erleben wir dieselbe Aufgabe dagegen als selbstgewählt, sieht es im Gehirn ganz anders aus: Dann wird stattdessen unser Belohnungssystem aktiv, und Botenstoffe wie Dopamin sorgen für Motivation und sogar Freude. Zwei völlig unterschiedliche Zustände und in Wirklichkeit oft dieselbe Aufgabe. Nur die Haltung dazu ist eine andere.

Als ich Silkes Einladung zur Blogparade „Einen Scheiß muss ich!" gelesen habe, hat es bei mir deshalb sofort klick gemacht. Denn genau darum geht es in meiner Arbeit mit Selbstständigen auch: um die Frage, was wirklich sein muss und was nur so klingt.

Hier also meine Liste all der Dinge, die ich im Marketing für Selbstständige nicht mehr als Muss sehe sondern als Wahl. Und eine Wahl bedeutet immer, dass du entscheiden darfst. Das ist dein Job - der Rest ergibt sich dann von selbst 😉

Lies die folgenden Punkte gerne langsam. Vielleicht magst du bei jedem kurz innehalten und spüren, ob sich darin etwas für dich anfühlt. Vielleicht ein leises „Ja, genau" oder ein „Stimmt eigentlich gar nicht für mich". Beides ist richtig und das eine nicht besser oder schlechter als das andere. Bewusstsein ist der Schlüssel.

Frau lächelt über die verschiedenen Weg, den Marketing-Druck loslassen zu können

Podcast-Episode #202: Einen Scheiß muss ich - Was dein Gehirn von Marketing-Druck hält

10 Wege, Marketing-Druck loszulassen

Du musst nicht auf jedem Kanal aktiv sein.
Instagram, LinkedIn, TikTok, Pinterest, YouTube, Facebook – die Liste der Kanäle ist lang, und gefühlt "müsste" man überall sein. Aber ein Kanal, den du wirklich bespielst, bringt mehr als fünf, die vor sich hin dümpeln. Wähle den, der zu dir und deiner Zielgruppe passt und lass den Rest bewusst sein.

Du musst nicht täglich posten.
Regelmäßigkeit ist wichtig, aber regelmäßig heißt nicht täglich. Ein Post pro Woche, den du mit Substanz und Freude erstellst, wirkt oft stärker als sieben hastig produzierte.

Du musst nicht jeden Trend mitmachen.
Erinnerst du dich an Clubhouse? Für ein paar Monate hieß es, ohne diese App wärst du raus aus dem Rennen. Dann verschwand die Plattform fast so schnell, wie sie gekommen war. Genauso ging es vielen mit NFTs im Business-Kontext oder mit Threads, das ebenfalls mit riesigem Hype startete und dann leiser wurde. Nicht jeder Trend passt zu deinem Business, deiner Zielgruppe oder deiner Energie. Ein bewusstes Nein zum Trend ist genauso strategisch wie ein Ja.

Du musst nicht extrovertiert sein, um sichtbar zu sein.
Sichtbarkeit hat viele Gesichter. Du kannst leise, nachdenklich, schriftlich sichtbar sein. Ein Blogartikel wirkt genauso wie ein Reel, nur anders. Sichtbarkeit heißt nicht: laut sein müssen.

Du musst nicht schon alles wissen, bevor du anfängst.
Der perfekte Plan, die durchdachte Strategie, die komplette Klarheit bevor überhaupt der erste Post rausgeht? Das ist selten realistisch. Vieles klärt sich erst im Tun. Oder mit ein bisschen Unterstützung von außen.

Du musst nicht perfekt formulieren, um veröffentlichen zu dürfen.
Der ideale Satz, das treffende Wort, die fehlerfreie Formulierung. Wer darauf wartet, veröffentlicht nie. Ein authentischer, unperfekter Text erreicht Menschen oft mehr als ein glattgeschliffener.

Du musst nicht ständig erreichbar sein.
Sofort auf jede Nachricht, jeden Kommentar, jede Anfrage reagieren? Das mag sich wichtig anfühlen, ist es aber selten. Erreichbarkeit darf Grenzen haben, ohne dass dein Business darunter leidet. Da darf ich auch gerne noch mehr drauf achten...

Du musst nicht mit jedem KI-Tool experimentieren, das gerade hypt.
Jede Woche ein neues Tool, das angeblich alles revolutioniert. Du darfst abwarten, beobachten, und dir erst dann ein Tool anschauen, wenn es wirklich zu deinem Workflow passt, statt jedem Hype hinterherzulaufen. Oder du fuchst dich einfach in ein Tool rein und wirst damit richtig gut. Auch das ist absolut okay.

Du musst nicht so klingen wie die Konkurrenz, die gerade erfolgreich wirkt.
Der Vergleich mit anderen ist verlockend, gerade wenn deren Content gut läuft. Aber deine Stimme, dein Stil, dein Blick auf die Dinge. Das ist genau das, was dich unterscheidet und deine Wunschkundinnen anzieht.

Du musst nicht alles allein herausfinden.
Der Anspruch, sich jedes Thema selbst zu erarbeiten, jede Frage allein zu klären, kostet oft mehr Zeit und Nerven als nötig. Austausch, Begleitung oder einfach eine andere Perspektive dürfen sein. Solltest du dir eine andere Perspektive oder den Blick von außen wünschen, dann buch dir doch einfach eine Standortbestimmung mit mir - 30 Minuten, kostenfrei.

Schluss

Wenn ich heute auf diese Liste schaue, merke ich: Jeder einzelne Punkt war mal ein „Ich muss" in meinem Kopf. Und jeder einzelne Punkt hat sich erst dann leichter angefühlt, als ich ihn in ein „Ich darf" oder „Ich will" übersetzt habe.

Erinnerst du dich an die Amygdala von vorhin, unseren kleinen inneren Alarmsensor? Sie merkt tatsächlich, wenn sich ein Muss in eine Wahl verwandelt. Der Alarmmodus schaltet sich ab, das Belohnungssystem übernimmt und plötzlich fühlt sich dieselbe Aufgabe nicht mehr nach Zwang an, sondern nach Entscheidung. Das ist kein Zufall und auch keine Einbildung, sondern messbar in unserem Nervensystem.

Marketing-Druck loslassen heißt also nicht, weniger zu tun oder weniger ambitioniert zu sein. Es heißt, genauer hinzuschauen: Was davon ist wirklich meine Entscheidung und was nur eine Gewohnheit, die sich wie Zwang anfühlt, es aber gar nicht ist? Und welches Marketing-Muss ist vielleicht gar nicht deins, sondern jemand anderes meint, dass du das unbedingt machen musst, weil du sonst keinen Erfolg haben kannst?

Und falls du merkst, dass du trotz weniger Druck nicht ins Tun kommst: Woran das liegen kann und was wirklich hilft, habe ich in Marketing aufschieben – woran es liegt und was hilft zusammengefasst.

Welcher Punkt aus meiner Liste hat bei dir am meisten geklungen? Und was würdest du deiner eigenen Liste noch hinzufügen? Ich lese sehr gerne, was bei dir als Nächstes von der Muss- auf die Will-Liste wandert.

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade „Einen Scheiß muss ich!" von Silke Geissen. Schau gerne auch bei ihr und den anderen Teilnehmerinnen vorbei. Dort gibt es noch viele weitere, ganz unterschiedliche Perspektiven auch in Bezug auf andere Themen.

200 Podcast-Episoden später: Was ich heute anders sehe

200 Podcast-Episoden später: Was ich heute anders sehe

200 Folgen Podcast. Über vier Jahre „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing".

Wenn ich das so aufschreibe, wird mir selbst noch mal bewusst, wie viel Zeit da eigentlich vergangen ist. Heute gibt's trotzdem keine Best-of-Liste und auch keine "Konfettistimmung" - auch wenn ich super happy über und stolz auf dieses Jubiläum bin.

Ich möchte diesen Meilenstein lieber nutzen, um ganz ehrlich zurückzuschauen. Nicht auf die einzelnen Themen, sondern auf das, was sich in meinem Denken über all diese Folgen hinweg wirklich verändert hat, wie ich auf Marketing Blockaden gestoßen bin und was das für die weiteren 200 😉 Episoden von "ALLES IM GRIFF im Online-Marketing" bedeutet.

200 Episoden Podcast "ALLES IM GRIFF im Online-Marketing

Der Blick zurück auf den Anfang

Als ich mit diesem Podcast gestartet bin, war mein Fokus ziemlich klar umrissen: Es ging natürlich um Marketing, um Strategie, um Struktur. Aber auch um Sichtbarkeit, um Positionierung, um Content-Planung. Newsletter aufbauen, Blogartikel schreiben, Podcasts produzieren. Themen, zu denen ich nach wie vor zu hundert Prozent stehe, die wichtig und richtig sind.

Gutes Marketing braucht eine Grundlage. Es braucht Klarheit über das eigene Angebot. Es braucht eine Wunschkundin vor Augen, an die sich alles richtet. Und es braucht eine bewusste Reduktion auf die Kanäle, die wirklich zu einem passen, damit man sich nicht verzettelt und damit man sich authentisch zeigen kann. Dauerhaft. Diese Basics sind bis heute nicht falsch geworden.

Aber irgendwann, ich könnte gar nicht genau festmachen, wann das war, ist mir etwas aufgefallen. Ich hatte das Gefühl, dass diese Ebene alleine oft nicht ausgereicht.

Über diese Erkenntnisse und darüber, wie sich der Podcast weiterhin entwickeln darf, spreche ich in der aktuellen Podcast-Episode #200. Viel Spaß beim Reinhören:

Wenn Wissen allein nicht reicht

Besonders in meinen langen Mentoring Begleitungen im Rahmen des "Alles im Griff Marketing Mentoring" ist mir das mit der Zeit immer deutlicher geworden. Da haben meine Kundinnen und ich über Monate hinweg gemeinsam an Strategie, Positionierung und Content-Planung gearbeitet. Wir haben uns alle wichtigen Assets für ein solides Fundament im Online-Marketing angeschaut, egal ob Website, Content-Marketing, E-Mail-Marketing, Newsletter usw.

Und meine Kundinnen haben es verstanden. Es war für sie schlüssig, es hat für sie Sinn ergeben. Sie konnten mir haargenau spiegeln, wie ihr Fahrplan aussieht und warum dieser Fahrplan, den sie sich selbst entwickelt haben, der richtige für sie ist.

Trotzdem hat es nach der gemeinsamen Zeit oft an der Umsetzung gehakt.

Diese Diskrepanz zwischen dem, was jemand weiß, und dem, was jemand tatsächlich tut, ließ sich nicht einfach wegerklären. Es lag nicht daran, dass die Strategie falsch war.

Ich konnte einer Kundin in unseren Terminen vielfach sagen, dass sie sichtbar sein darf, dass sie gut ist in dem, was sie tut, dass sie sich nicht verstecken muss. Sie hat genickt und mir auf der rationalen Ebene geglaubt. Aber es gibt eben auch eine weitere Ebene. Und solange dort diese tiefe Einsicht fehlt, hilft der beste Marketingplan wenig.

Genau an diesem Punkt habe ich angefangen, von Marketing Blockaden zu sprechen, wenn ich mit Kundinnen über dieses Phänomen rede. Denn es geht nicht um fehlendes Wissen, sondern um etwas, das im Weg steht, obwohl der Weg selbst längst klar ist.

An diesem Punkt wurde mir klar: Es gibt eine Ebene unter der Strategie, die sich mit reinem Marketingwissen allein nicht erreichen lässt. Wenn ich meinen Kundinnen wirklich helfen möchte, reicht das Was nicht aus. Es braucht auch das Warum. Warum komme ich nicht in die Umsetzung? Was hält mich auf?

Deshalb habe ich mich im Frühjahr entschieden, zusätzlich eine Ausbildung zum Neuro Coach zu machen. Nicht als Ersatz für meine Arbeit als Online Marketing Coach, das bleibt weiterhin der Kern von dem, was ich tue. Sondern als eine zweite, noch intensivere Ebene dazu.

Zwei Beispiele aus dem Alltag

Nehmen wir Prokrastination. Früher habe ich gesagt: such dir einen fixen Termin, schreib den Newsletter, trau dich, ihn abzuschicken.

Das stimmt nach wie vor, und ich stehe voll dahinter. Aber es greift zu kurz.

Wenn jemand einen Newsletter immer wieder aufschiebt, kann das daran liegen, dass sich das Veröffentlichen für sie gefährlich anfühlt. Dann ist die eigentliche Frage nicht, wann man schreibt, sondern was man eigentlich vermeiden möchte, indem man es nicht abschickt.

Oder nehmen wir die Positionierung. Ich habe immer gesagt: kläre, wem du hilfst und womit.

Auch das stimmt weiterhin. Aber manchmal bleibt jemand in ihrer Positionierung unscharf, nicht weil ihr das Wissen fehlt, sondern weil Klarheit bedeutet, sich festzulegen. Und sich festzulegen bedeutet, sich zu zeigen. Gesehen zu werden kann sich verletzlich anfühlen.

Unser Gehirn ist gleichzeitig geniale und ziemlich tückische Maschine. Es versucht genau das zu vermeiden, wenn es einmal eine Erfahrung gemacht hat, bei der Sichtbarkeit mit Kritik oder Ablehnung verbunden war. Und dann kann ich mir noch so oft sagen, dass mir nichts passieren wird. Wenn diese Botschaft in meinem System nicht ankommt, verändert sich nichts.

Und natürlich muss man auch erstmal verstehen und akzeptieren, dass man nicht einfach faul oder undiszipliniert ist, wenn man nicht in die Umsetzung kommt sondern dass oftmals etwas anderes dahintersteckt.

Es stimmt nichts nicht mit dir

Wenn ich dir aus dieser Jubiläumsfolge nur einen Satz mitgeben könnte, dann diesen:

Es stimmt nichts nicht mit dir.

Was du erlebst, hat einen Grund. Dieser Grund liegt meistens nicht in deiner Strategie, sondern tiefer, in Mustern, die sich während deines bisherigen Lebens eingeprägt haben und seither unterbewusst mitlaufen.

Das Gute daran, diese Muster sind nicht für immer. Sie lassen sich verstehen. Und schon das Verstehen verändert etwas.

Ich möchte dir mit diesem Podcast in Zukunft noch mehr dabei helfen, genau diese Zusammenhänge zu erkennen. Nicht, weil ich glaube, dass du unbedingt ein Coaching brauchst, sondern weil ich weiß, dass viele von euch diese Diskrepanz kennen.

Das Gefühl, eigentlich zu wissen, was zu tun wäre, und trotzdem nicht ins Tun zu kommen. Und die gefährliche Frage, die sich daraus oft ergibt: was stimmt eigentlich nicht mit mir, dass ich das nicht hinbekomme.

Hör dir die Jubiläumsfolge an

Wenn du diese Episode in voller Länge hören möchtest, findest du sie hier: https://alles-im-griff.podigee.io/200-neue-episode. Ich erzähle darin noch ausführlicher, wie sich mein Blick auf Marketing über die Jahre verändert hat, welche Learnings mich in meiner aktuellen Ausbildung besonders beschäftigt haben und was das ganz konkret für deine eigene Arbeit bedeuten kann.

Was von 200 Folgen bleibt

200 Folgen, über vier Jahre, fast jede Woche ein neuer Impuls. Wenn ich darauf zurückblicke, bin ich vor allem dankbar. Dankbar für all die Kundinnen, die mir ihre Fahrpläne, ihre Zweifel und ihre kleinen und großen Fortschritte anvertraut haben. Und dankbar für dich, weil du hier liest und dich mit diesen Themen auseinandersetzt, ganz gleich, ob du meinen Podcast schon lange verfolgst oder gerade erst über diesen Artikel dazugestoßen bist.

Was ich aus diesen 200 Folgen vor allem mitnehme, ist diese eine Erkenntnis: gutes Marketing braucht beides. Die Strategie an der Oberfläche und das Verständnis für das, was darunter liegt. Genau dort möchte ich in Zukunft noch genauer hinschauen, gemeinsam mit dir.

Wenn du wissen möchtest, wo du mit deinem Marketing gerade wirklich stehst und was für dich der nächste sinnvolle Schritt sein könnte, dann lade ich dich herzlich zu meiner kostenlosen Marketing-Standortbestimmung ein. Und wenn du regelmäßig Impulse wie in diesem Artikel möchtest, dann abonniere gerne meine „MarketingPost", meinen Newsletter.

Content ohne Reaktion: Warum dein Marketing trotzdem wirkt

Content ohne Reaktion: Warum dein Marketing trotzdem wirkt

Du hast einen Beitrag veröffentlicht. Einen, bei dem du wirklich nachgedacht hast, der dir wichtig war, bei dem du die Formulierung dreimal umgeschrieben hast. Und dann: nichts. Drei Likes, vielleicht. Kein Kommentar, keine Anfrage, keine E-Mail.

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die Hauptaussage? Content ohne Reaktion bedeutet nicht, dass dein Marketing nicht wirkt – die meiste Wirkung passiert unsichtbar und braucht Zeit.
  • Warum ist das wichtig? Wer Stille mit Scheitern gleichsetzt, hört auf zu zeigen – dabei baut sich Vertrauen bei deinen Wunschkundinnen oft genau in dieser scheinbar leeren Zeit auf.
  • Wie setzt man es um? Klarheit vor Sichtbarkeit schaffen, einen Kanal wirklich konsequent bespielen und dranbleiben – in der eigenen Sprache, ohne den Druck, sofort messbare Reaktionen zu erzwingen.

Du lehnst dich zurück und denkst: Vielleicht war er nicht gut genug. Vielleicht bin ich nicht laut genug. Vielleicht mache ich grundsätzlich irgendetwas falsch.

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Content ohne Reaktion ist eine der häufigsten Frustrationen, die mir Selbständige beschreiben. Und gleichzeitig eine, die ganz oft missverstanden wird.

Kürzlich bekam ich eine Nachricht, die mich länger beschäftigt hat als erwartet. Eine Frau schrieb mir, dass sie seit fast einem Jahr meinen Newsletter, die MarketingPost, liest, und zwar jede Ausgabe, jede Woche. Sie meldete sich zum allerersten Mal, weil sie das Gefühl hatte, mich schon lange zu kennen, obwohl wir nie miteinander gesprochen hatten. Sie wollte mir mitteilen, dass sie ein bestimmtes Thema besonders angesprochen hat und dass sie es mag, wenn ich ein bisschen von meinem Leben in Südtirol berichte.

Das hat mich gefreut und gleichzeitig zum Nachdenken gebracht. Denn ich hatte keine Ahnung, dass sie da ist. Ich habe diese Wirkung nicht gesehen. Und genau das ist der Kern von dem, worüber ich in diesem Artikel schreiben möchte: Was passiert eigentlich zwischen dem Moment, in dem wir etwas rausschicken, und dem Moment, in dem jemand reagiert? Und warum tut uns die Stille dazwischen so weh?

Der stille Resonanzschmerz

Ich nenne es so, weil es genau das ist: ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Kein lauter Schmerz, sondern ein stiller. Du weißt, dass es kein Scheitern ist. Du weißt, dass drei fehlende Likes nichts über deinen Wert aussagen. Und trotzdem fühlt sich diese Stille an wie ein Urteil.

Viele Frauen, mit denen ich arbeite, beschreiben das so: Sie sind nicht faul, sie sind nicht planlos. Sie schreiben, sie posten, sie zeigen sich und trotzdem passiert scheinbar nichts.

Das Hinterhältige daran ist, dass es sich total persönlich anfühlt. Als wäre das Schweigen da draußen eine Aussage über dich, über dein Angebot, über deine Kompetenz und über deine Experise. Ich verstehe, warum das so ist. Wir sind sozialisiert worden zu glauben, dass Resonanz sofort kommen soll, möglichst schnell, sichtbar, messbar. Kommentare, Likes, Anfragen. Wenn das ausbleibt, schreiben wir dem Ausbleiben eine Bedeutung zu. Und zwar meistens eine, die sich gegen uns selbst richtet.

Dabei haben wir schlicht verinnerlicht, was soziale Medien uns beibringen: Wirkung ist, was man zählen kann. Aber nachhaltiges Marketing funktioniert anders. Eher wie das Säen in einem Garten: Du bereitest vor, du pflanzt, du gießt und dann heißt es warten. Leider siehst du nicht jeden Tag Wachstum. Das bedeutet aber nicht, dass nichts passiert.

Resonanz ist keine Belohnung für Aufwand. Sie entsteht nicht durch Menge und Aufwand, sondern dadurch, dass das, was du teilst, wirklich zu bestimmten Menschen passt.

Podcast-Episode #189: Viel Mühe, wenig Wirkung - Was steckt dahinter?

Warum guter Content trotzdem nicht ankommt

Hier wird es jetzt kurz mal unbequem für uns. Aber ich meine das durchaus konstruktiv.

Es gibt einen Unterschied zwischen gutem Content und wirkungsvollem Content. Und dieser Unterschied liegt nicht in der Qualität der Inhalte selbst, sondern darin, wie dieser Inhalt von jemandem aufgenommen wird, der dich noch nicht kennt. Dass du Content ohne Reaktion bekommst, hat meistens eine von drei konkreten Ursachen, Und das Gute dabei ist, dass keine davon hat mit deinem Wert als Expertin zu tun hat.

Das erste Muster: Der Inhalt geht am eigentlichen Bedarf vorbei. Als Expertin siehst du Zusammenhänge, die andere noch gar nicht sehen können. Du weißt, was die eigentliche Lösung wäre. Und genau deshalb schreibst du darüber. Das ist aber nicht unbedingt das, was deine Wunschkundin gerade beschäftigt. Jemand, die sich fragt, warum sie keine Anfragen bekommt, sucht nach einer Antwort auf genau diese Frage. Wenn du in diesem Moment über strategische Positionierung schreibst – auch wenn das die richtige Antwort wäre –, fühlt sie sich nicht abgeholt. Der Inhalt ist gut, aber er trifft nicht den Punkt, an dem sie gerade steht. Der Abstand zwischen deiner Perspektive und ihrer Perspektive ist zu groß und diesen Abstand gilt es zu schließen.

Das zweite Muster: Die Botschaft ist nicht greifbar. Manchmal ist das Thema passend, aber es bleibt trotzdem unklar: Für wen ist das jetzt genau? Was soll ich damit anfangen? Was ändert sich für mich, wenn ich das gelesen habe? Jeder Mensch stellt sich diese Frage unbewusst, bei jedem Content-Stück, das er konsumiert: Was hat das mit mir zu tun? Wenn dein Inhalt diese Frage nicht innerhalb der ersten Sekunden beantwortet – durch Ton, Thema oder Formulierung –, scrollt die Person weiter. Das liegt nicht daran, dass sie grundsätzlich kein Interesse hätte, sondern daran, dass sie in drei Sekunden nicht erkannt hat, warum das für sie relevant ist. Deine Botschaft muss das sofort leisten sonst ist die potentielle Kundin oder der potentielle Kunde weg.

Das dritte Muster: Der Kontext fehlt. Einzelne, gute Beiträge funktionieren im Vakuum oft nicht. Wirkung entsteht durch Wiederholung, durch Erkennbarkeit, durch einen roten Faden, der sich durch alles zieht, was du veröffentlichst. Man spricht davon, dass ein Mensch etwa sieben Berührungspunkte, sogenannte "touch points" mit dir braucht, bevor sich genug Vertrauen aufgebaut hat, um zu kaufen. Ein einzelner Beitrag kann das nicht leisten. Da ist es unter Strich egal wie gut er ist. Wenn jemand dein Profil besucht oder ein paar Folgen hört und danach noch immer nicht sagen kann, wofür du stehst, dann fehlt dieser Rahmen.

Und jetzt zum eigentlichen Perspektivenwechsel: Marketing findet nicht in deinem Kopf statt, sondern im Kopf deiner Leserin. Das klingt erst mal selbstverständlich – aber für die meisten von uns ist es das nicht, wenn wir ehrlich sind. Denn wir legen den Fokus beim Erstellen von Content fast automatisch auf das, was wir wissen und für richtig halten. Wir fragen uns: Stimmt das? Ist es vollständig? Ist es gut genug? Wir fragen uns dabei viel seltener: Versteht meine Wunschkundin sofort, warum das für sie wichtig ist? Fühlt sie sich in dem Moment abgeholt, in dem sie liest? Das ist der Unterschied zwischen Content, der zwar wahr ist aber nicht ankommt und Content, der wirklich ankommt.

Kontinuität im Marketing ist wichtiger als einzelne brillante Posts, damit du keinen Content ohne Reaktion hast

Podcast-Episode #190: Warum guter Content trotzdem nicht funktioniert

Strukturproblem oder Nervensystem? Zwei Ebenen, die beide zählen

Und jetzt wird es wirklich spannend, denn ich möchte einen Schritt weitergehen, und zwar über die übliche "Marketingstrategie" hinaus.

Wenn du merkst, dass du dich immer seltener zeigst, Entwürfe nicht abschickst, Blogartikel nicht online stellst – und das nicht aus einer strategischen Überlegung heraus, sondern weil da ein Widerstand in dir ist, der sich kaum in Worte fassen lässt –, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn es gibt zwei Ebenen, auf denen Unsichtbarkeit entstehen kann bzw. aus denen Sichtbarkeit nicht stattfindet.

Die strukturelle Ebene ist die, die sich leichter greifen lässt. Hier geht es um konkrete, lösbare Fragen: Ist klar, wem ich helfe und was sich für diese Person konkret verändert? Ist meine Botschaft konsistent und erkennbar? Gibt es einen roten Faden, der alles zusammenhält? Wenn das nicht stimmt, dann hast du nicht versagt sondern das ist nur ein Hinweis, dass im Marketingaufbau noch etwas fehlt. Und das ist sogar eine gute Nachricht, weil man da direkt ansetzen kann (z.B. mit einer Marketing-Standortbestimmung).

Dann gibt es die neurologische Ebene. Weil ich gerade eine Ausbildung zur Neuro-Coachin mache und dabei unter anderem mit EMDR arbeite, habe ich ein zunehmend klares Bild davon, wie tief manche Muster sitzen können. Frühere Erfahrungen – manchmal alte, manchmal scheinbar kleine Dinge, die jemand mehr oder weniger im Vorbeigehen zu uns gesagt hat – können als körperliche Reaktion im Nervensystem gespeichert bleiben. Das ist keine Erinnerung, sondern eher ein Reflex. Und auch hier kann man natürlich etwas machen, was auch gar nicht so lang dauert. Es heißt nur, dass man an einer anderen Stelle hinschauen muss.

Sich zu zeigen bedeutet, wahrgenommen werden zu wollen. Und nicht wahrgenommen zu werden ist für uns als soziale Wesen ein uraltes Signal und das Gehirn kennt das. Wenn es eine Situation wiedererkennt, die ihm bekannt vorkommt, aktiviert es alte Schutzstrategien. Sätze wie „Wer bin ich denn, das zu sagen" oder „Wen interessiert das schon" kommen nicht aus dem Nichts. Sie haben eine Geschichte, z.B. dass der Deutschlehrer in der 8. Klasse zu einem sagt, dass "niemanden deine Meinung interessiert".

Was mich in meiner bisherigen Arbeit oft beschäftigt hat: Ich habe mit meinen Kundinnen sehr erfolgreich an der Struktur ihres Marketings gearbeitet. Dennoch gab es manchmal eine Grenze, an der wir nicht einfach weitermachen konnten. Eine Grenze, hinter der etwas lag, das tiefer saß als Strategie. Genau deshalb mache ich jetzt diese Ausbildung. Denn beides verdient Aufmerksamkeit: die strukturelle Klarheit und das, was unter der Oberfläche passiert. Marketing wird dann wirklich leichter, wenn beides stimmt und man sich trotz Findens einer klaren Strategie nicht mehr mit negativen Glaubenssätzen oder unbewussten Blockaden herumschlagen muss.

Die Frage, die ich dir mitgeben möchte: Wenn du an die Momente denkst, in denen du zurückruderst oder zögerst – fühl mal nach, wo das sitzt. Ist es Klarheit und Struktur, die fehlen? Oder ist es ein Muster, das immer wieder auftaucht, unabhängig davon, wie gut dein Konzept gerade ist?

Nicht jede Unsichtbarkeit ist strukturell – und nicht jeder innere Widerstand bedeutet, dass du mehr an deiner Strategie arbeiten musst.

Podcast-Episode #191: Strukturproblem oder Nervensystem?

Die Stille lügt – meistens jedenfalls

Zurück zu der Nachricht, mit der ich begonnen habe. Die Frau, die seit einem Jahr meinen Newsletter liest und sich erst jetzt meldet.

Sie hat sich nicht deshalb so lange nicht gemeldet, weil sie nicht interessiert gewesen wäre. Sondern weil der Moment schlicht noch nicht da war. Kein konkreter Anlass, kein Auslöser, kein Zeitpunkt, an dem es für sie gepasst hätte. Und dann war er da.

Das ist kein Einzelfall. Ich erlebe das regelmäßig: Menschen kommen zum Erstgespräch und erzählen mir, dass sie seit einem halben Jahr meinen Podcast hören oder seit drei Monaten meinen Newsletter lesen. Dass irgendetwas, das ich gesagt oder geschrieben habe, sich in ihnen verankert hat. Und dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist.

Marketing wirkt zu einem großen Teil unsichtbar. Außer, du bist ganz viel auf Instagram und TikTok unterwegs, dann mag das anders sein. Aber sonst melden sich die meisten Menschen, die deine Inhalte aufnehmen, nicht. Sie kommentieren nicht, sie klicken nicht sofort auf einen Link. Aber sie lesen. Sie hören zu. Sie speichern Beiträge. Und manchmal kommen sie drei Wochen später wieder, oder drei Monate später ohne dass du je gewusst hättest, dass sie überhaupt da waren. Überleg mal selbst, wann du das letzte Mal einen Kommentar unter einen Blogartikel oder einen Post gesetzt hast?

Wir haben gelernt, Wirkung an Likes und Klickzahlen zu messen, weil die sich zählen lassen. Aber dabei passiert etwas Trügerisches: Wir verwechseln das Messbare mit der Wirkung selbst. Das stille Vertrauen, das sich aufbaut, wenn du regelmäßig und authentisch kommunizierst, ist nicht messbar. Es passiert im Kopf deiner Leserinnen, vielleicht auch in ihrem Herzen. Aber es passiert, auch wenn du es nicht siehst.

Zwischen dem Moment, in dem jemand etwas von dir liest, und dem Moment, in dem sie sich meldet, liegt oft sehr viel Zeit. Das ist kein Zeichen, dass es nicht wirkt. Es ist der normale, langsame Prozess des Vertrauensaufbaus, der manchmal nur schwer auszuhalten ist, sich aber nicht wirklich beschleunigen lässt. Aber er lässt sich unterstützen: indem du dranbleibst, konsequent und konsistent, in deiner eigenen Sprache.

Stell dir vor, du wüsstest gerade jetzt mit Sicherheit, dass jemand deinen letzten Newsletter liest und nickt. Oder dass jemand beim Spazierengehen deine letzte Podcast-Episode hört und denkt: Endlich jemand, der das auf den Punkt bringt. Wie würde sich das auf deinen nächsten Text auswirken? Auf die Frage, ob du diesen Entwurf jetzt abschickst oder doch wieder löschst?

Diese Person existiert wahrscheinlich wirklich. Auch wenn du sie gerade nicht siehst.

Podcast-Episode #192: Unsichtbare Wirkung

Was das konkret für dein Marketing bedeutet

Ich möchte dir drei Gedanken mitgeben, die ich selbst immer wieder brauche, gerade dann, wenn es besonderes "still" ist.

Erstens: Klarheit vor Sichtbarkeit. Bevor du mehr postest, mehr schreibst, mehr tust schau mal, ob wirklich klar ist, wem du hilfst, womit du hilfst und warum das wichtig ist. So klar, dass du es einem wildfremden Menschen in zwei Sätzen erklären könntest. Wenn das noch nicht sitzt, bringt mehr Sichtbarkeit wenig, denn dann zeigst du dich zwar, aber das Bild bleibt unscharf.

Zweitens: Tiefe statt Breite. Lieber einen Kanal wirklich gut bespielen als fünf mittelmäßig. Lieber ein Thema wirklich durchdenken als zwanzig oberflächlich streifen. Das fühlt sich am Anfang nach Verlust an, so als würde man etwas aufgeben oder eine Chance verpassen. Das ist aber in Wirklichkeit nicht so. Stattdessen entlastet es total.

Drittens: Dranbleiben in deiner eigenen Sprache. Du musst nicht lauter werden, du musst nicht alles umwerfen. Nur konsequent präsent sein. Damit die Menschen, die dich suchen, wissen: Da ist jemand.

Nachhaltiges Marketing ist kein Schaufenster, in dem du wartest, dass jemand hereinkommt. Es ist eher ein Licht, das du anknipst, damit die, die es suchen, wissen, dass da jemand ist und dich finden können.

Marketingstrategie für Selbstständige: Wie du aus Marketing-Chaos einen klaren Fahrplan machst

Marketingstrategie für Selbstständige: Wie du aus Marketing-Chaos einen klaren Fahrplan machst

Du bist nicht untätig, ganz im Gegenteil. Du postest, du planst, du probierst aus. Vielleicht hast du schon Kurse zum Marketing gemacht, einen Redaktionsplan erstellt oder dir vorgenommen, endlich regelmäßiger sichtbar zu sein.

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die Hauptaussage? Gutes Marketing entsteht dann, wenn du anfängst, Entscheidungen zu treffen.
  • Warum ist das wichtig? Solange du keine aktiven Entscheidungen dein Marketing betreffend triffst, fließt deine Energie in diese "offenen Gestalten" und du kannst nicht in die Umsetzung kommen.
  • Wie setzt man es um? Ehrlich hinschauen, wo du solchen Marketingentscheidungen aus dem Weg gehst und Schritt-für-Schritt Klarheit in deine Marketingstrategie bringen.

Und trotzdem bleibt dieses Gefühl: Irgendwas stimmt nicht. Du investierst Zeit und Energie, aber am Ende des Tages fragst du dich, ob das alles wirklich irgendwohin führt.

Wenn du das kennst, dann möchte ich dir gleich zu Beginn etwas sagen, das ich wirklich ernst meine:

Es liegt nicht an dir.

Es liegt nicht an dir – und auch nicht an deinem Wissen

Du weißt genug über Marketing. Wirklich. Du kennst die Kanäle, du hast von Zielgruppen gehört, du weißt, dass Regelmäßigkeit wichtig ist.

Das Problem ist nicht, dass du zu wenig weißt. Du brauchst auch keine weiteren Kurse oder Freebies, damit du Marketing verstehst. Das Problem liegt an einer anderen Stelle und genau darum geht es in diesem Artikel.

Denn die meisten Selbstständigen, die mir erzählen, dass ihr Marketing nicht funktioniert, sind keine Marketing-Anfängerinnen. Sie haben investiert, gelernt, ausprobiert. Und trotzdem drehen sie sich im Kreis.

Nicht weil sie etwas falsch machen. Sondern weil sie eine ganz bestimmte Art von Entscheidung noch nicht getroffen haben.

Warum Marketing sich so chaotisch anfühlt, obwohl du so viel machst

Zu viele Optionen, zu wenig Entscheidung – das ist das eigentliche Problem

Schau mal ehrlich hin: Wie viele Marketingmöglichkeiten gibt es für dich gerade? Newsletter, Blog, Instagram, LinkedIn, TikTok, Podcast, Reels, SEO, Webinare, Funnels. Die Liste ist schier endlos.

Und ständig kommt etwas Neues dazu. Jeden Tag neue Impulse, neue Strategien, neue Versprechen.

Das Ergebnis ist ein stiller, aber sehr wirksamer Erschöpfungszustand. Nicht weil du zu viel tust, sondern weil du ständig abwägst. Weil du dich fragst, ob du wirklich das Richtige tust. Weil du nie ganz sicher bist, ob du vielleicht doch diesen einen Kanal vergisst, der alles verändern würde.

Dieses innere Abwägen kostet enorm viel Energie. Mehr als das eigentliche Marketing selbst.

„Ich mache so viel Marketing und trotzdem weiß ich nie, ob ich wirklich das Richtige tue."

Das höre ich so oft von meinen Kundinnen. Und aus ihren Worten höre ich die Verzweiflung. Ich spüre sie.

Mehr Wissen macht das Marketing-Chaos oft noch größer

Paradoxerweise macht mehr Wissen das Chaos manchmal sogar schlimmer. Je mehr du über Marketing lernst, desto mehr Möglichkeiten siehst du. Desto mehr Dinge fallen dir ein, die du eigentlich noch machen müsstest. Desto größer wird die innere Liste.

Ich kenne das selbst sehr gut. Ich habe früher auch geplant, optimiert, angepasst und mich ständig gefragt, welche Strategie mir noch fehlt oder welcher Kanal vielleicht zusätzlich sinnvoll wäre.

Das hat mich weitergebracht, ja. Aber es hat mich auch oft angespannt, getrieben und manchmal sogar blockiert.

Was mir damals fehlte, war nicht noch eine Strategie. Es war eine klare Entscheidung.

Marketing ist ein Entscheidungsproblem und kein Wissensproblem

Dass Marketing ein Entscheidungs- und kein Wissensproblem ist, das ist die eigentliche These dieses Artikels. Und ich glaube, sie ist wichtiger als jeder Tipp, den ich dir sonst geben könnte.

Du weißt oft genau, was du tun könntest. Aber du hast noch keine klare Entscheidung getroffen, was du wirklich tust und vor allem auch, was du nicht tust.

Solange diese Entscheidung aussteht, bleibt alles in der Schwebe. Und in der Schwebe lässt sich nicht gut arbeiten.

Meine eigene Geschichte: Als alles perfekt aussah und sich trotzdem falsch anfühlte

Vor einigen Jahren hatte ich eine Positionierung, die auf dem Papier wirklich gut war. Ich habe Pinterest-Marketing für Podcasterinnen gemacht – „Pin Your Podcast". Klingt spitz, oder? Und das war es auch. Ich hatte einen Blog dazu, einen eigenen Podcast, eine klare Nische. Von außen betrachtet war das ziemlich rund.

Aber innerlich stimmte es schon lange nicht mehr.

Pinterest veränderte sich als Plattform in eine Richtung, die mir nicht gefiel. Meine Hauptargumente für Pinterest - dass es eine Suchmaschine ist, die echten Traffic auf die eigene Website bringt - begannen zu bröckeln, als Pinterest immer "instagrammiger" wurde. Und ich merkte, dass ich nicht mehr mit voller Überzeugung hinter dem stand, was ich tat.

Aber ich habe die Entscheidung nicht getroffen.

Nicht weil ich sie nicht gesehen hätte. Sondern weil ich Angst hatte, das aufzugeben, was ich aufgebaut hatte. Den Namen, das Branding, den Podcast. Es schien so viel auf dem Spiel zu stehen.

Das Ergebnis war eine Art Lähmung. Ich habe weitergemacht, aber ohne wirkliche Energie. Ich habe sogar ein Programm gelaunt, das ich innerlich gar nicht verkaufen wollte und war im Nachhinein fast erleichtert, dass niemand gekauft hat.

Irgendwann, nach einer Menge Reflexion und einem Coaching für viel Geld (es war jeden Cent wert!), habe ich die Entscheidung getroffen. Pinterest war Vergangenheit. Und mit dieser Entscheidung kam eine Klarheit zurück, die ich lange vermisst hatte.

„Ich habe mich nicht selbständig gemacht, um unglücklich zu sein."

Was passiert, wenn du eine Entscheidung nicht triffst

Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Ich sehe dasselbe Muster immer wieder bei den Selbstständigen, die zu mir kommen.

Sie wissen eigentlich, was sie wollen. Oder zumindest, was sie nicht mehr wollen. Aber sie treffen die Entscheidung nicht. Weil sie Angst haben, etwas zu verpassen. Weil sie nicht sicher sind, ob sie sich irren. Weil sie das Gefühl haben, dass sie erst mehr wissen müssen, bevor sie entscheiden können.

Und so bleibt alles offen. Alles möglich, aber nichts wirklich entschieden.

Das Ergebnis kennst du vielleicht: Du machst viel, aber nichts fühlt sich wirklich stimmig an. Du bist aktiv, aber nicht wirklich sichtbar. Du investierst Zeit, aber du kommst nicht wirklich voran.

Nicht weil du falsch liegst. Sondern weil du noch nicht entschieden hast.

Der unsichtbare Energiefresser: die brachliegenden Kanäle

Angemeldet, aber nicht aktiv – und trotzdem belastet

Viele Selbstständige haben sich irgendwann bei einer ganzen Reihe von Plattformen angemeldet. Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok und oft auch Xing. Manchmal war das eine bewusste Entscheidung, manchmal einfach das Gefühl, dass man dort irgendwie präsent sein sollte.

Und dann passiert folgendes: Ein oder zwei Kanäle werden halbwegs bespielt. Die anderen liegen brach. Kein Post mehr, kein Update, kein Lebenszeichen.

Aber gelöscht? Nein.

Diese brachliegenden Profile erzeugen ein dauerhaftes, leises schlechtes Gewissen. Immer, wenn du daran denkst, kommt der Gedanke: „Eigentlich müsste ich da auch noch etwas tun."

Dieser Gedanke kostet Energie. Jeden Tag ein kleines bisschen. Und über Monate und Jahre summiert sich das.

Das Xing-Beispiel: Warum ein bewusstes Nein mehr bewirkt als ein halbherziges Ja

Wenn ich mit Kundinnen arbeite und vorschlage, sich zum Beispiel aktiv von Xing abzumelden, weil die Zielgruppe dort schlicht nicht ist und ihnen dieser Kanal nicht einmal gefällt oder Spaß macht, dann erlebe ich fast jedes Mal dasselbe: eine spürbare Erleichterung.

Nicht weil Xing schlecht ist. Sondern weil die Entscheidung getroffen ist. Weil diese offene Baustelle endlich geschlossen wird.

„Ein bewusstes Nein ist kein Rückschritt. Es ist eine strategische Entscheidung."

Was du nicht mehr tust, ist genauso strategisch wie das, was du tust

Das ist ein Gedanke, der vielen Selbstständigen zunächst ungewohnt vorkommt, der sich aber sehr schnell als befreiend erweist.

Deine Marketingstrategie besteht nicht nur aus dem, was du tust. Sie besteht genauso aus dem, was du bewusst nicht tust.

Welche Kanäle du nicht bespielst. Welche Formate du nicht produzierst. Welche Trends du nicht mitmachst. Das sind alles Entscheidungen.

Und wenn du sie nicht bewusst triffst, treffen sie sich trotzdem nur eben unbewusst, in Form von Chaos, Schuldgefühlen und Energieverlust.

Frag dich ehrlich: Wie viele Kanäle hast du gerade, die du nicht wirklich bespielst? Und wie viel Energie kostet dich allein der Gedanke daran?

Ich sehe das auch sehr oft beim Thema Content-Kanäle: Viele Kundinnen kommen zu mir mit dem Plan, gleichzeitig einen Blog zu starten, regelmäßig Newsletter zu schreiben, auf LinkedIn aktiver zu werden und vielleicht auch noch einen Podcast zu launchen. Alles auf einmal. Alles sofort.

Das Ergebnis ist fast immer dasselbe: Überall angefangen, nirgendwo wirklich aufgebaut. Nicht weil die Motivation fehlt, sondern weil die Konzentration auf wenige gute Kanäle fehlt. Und ohne diese Konzentration bleibt alles halb.

Weniger, aber bewusster. Das ist der Weg.

Die eine Frage, die dein Marketing verändert

Von „Was sollte ich tun?" zu „Was passt wirklich zu mir?"

Irgendwann habe ich aufgehört, mich zu fragen: „Was funktioniert gerade?" Und ich habe angefangen, mich zu fragen: „Was passt wirklich zu mir und meinem Business?"

Das klingt nach einer kleinen Verschiebung. Aber es ist eine fundamentale.

„Was funktioniert gerade?" ist eine Frage, die dich immer nach außen schauen lässt. Sie macht dich abhängig von Algorithmen, Trends und dem, was andere gerade erfolgreich zu sein scheinen. Sie erzeugt Unruhe, weil sich die Antwort ständig verändert.

„Was passt wirklich zu mir?" ist eine Frage, die dich nach innen schauen lässt. Sie fragt nach deinen Stärken, deinen Ressourcen, deinem Rhythmus. Sie gibt dir Orientierung, die unabhängig vom nächsten Trend bleibt.

Stell dir diese Frage einmal ganz konkret: Was wäre eine Form von Sichtbarkeit, die du dir vorstellen könntest, noch in drei Jahren genauso zu machen? Nicht weil du musst, sondern weil sie wirklich zu dir passt?

„Klarheit entsteht nicht durch mehr Struktur, sondern durch weniger inneres Ziehen in alle Richtungen."

Marketing als Beziehung und nicht als Dauerleistung

Ein Bild, das mir in den letzten Jahren sehr geholfen hat, ist dieses: Marketing ist keine Dauerleistung, die ich irgendwie abspulen muss. Marketing ist eine Beziehung.

Eine Beziehung zu mir selbst und zu meinen Themen, meinen Werten, meiner Art zu arbeiten. Eine Beziehung zu den Menschen, die mir zuhören oder meine Texte lesen. Und eine Beziehung zu meinem Business, das wachsen und sich verändern darf.

Beziehungen brauchen Kontinuität, ja. Aber sie brauchen keine Perfektion. Sie brauchen keine tägliche Präsenz auf fünf Kanälen gleichzeitig. Sie brauchen Echtheit und Verlässlichkeit.

Wenn du Marketing so denkst, verändert sich auch, wie du darüber entscheidest. Du fragst dich nicht mehr: „Was müsste ich noch alles tun?" Sondern: „Was möchte ich meinen Leserinnen, Zuhörerinnen, Wunschkundinnen geben – auf eine Weise, die zu mir passt?"

Das ist ein grundlegend anderer Ausgangspunkt.

Nicht jede gute Idee gehört in dein Marketing

Dieser Satz hat mein Marketing wirklich ruhiger gemacht. Denn vielleicht geht's dir wie mir: Du siehst täglich gute Ideen. Andere Selbstständige machen etwas, das dich begeistert. Du liest einen Artikel, der dich inspiriert. Du hörst eine Podcast-Episode, die dich auf eine neue Möglichkeit aufmerksam macht.

Und sofort ist da dieser Impuls: Das will ich auch machen.

Aber eine gute Idee ist noch keine gute Idee für dich. Ideen umzusetzen kostet Zeit, Energie und Aufmerksamkeit. Und diese Ressourcen fehlen dann an anderer Stelle - an der Stelle, die vielleicht schon funktioniert und nur etwas mehr Kontinuität bräuchte.

Ein hilfreicher Filter lautet: Passt diese Idee zu dem, was wirklich zu mir passt? Passt sie zu meiner Zielgruppe, meinem Angebot, meinem Rhythmus? Wenn ja, wunderbar. Wenn nein, dann darf sie eine gute Idee für jemand anderen bleiben.

Vier Entscheidungen, die dein Marketing strukturieren

Zielgruppe, Angebot, Hauptkanal, Content – die vier Bausteine im Überblick

Wenn wir von Marketingstrategie sprechen, dann ist damit kein 47-seitiger Plan gemeint, der im Ordner verstaubt. Es geht um vier konkrete Entscheidungen, die alles andere strukturieren.

Zielgruppe: Für wen machst du Marketing wirklich? Nicht theoretisch, sondern ganz konkret. Welche Person sitzt vor dir, wenn du schreibst oder sprichst? Was beschäftigt sie? Was braucht sie gerade?

Angebot im Fokus: Was steht gerade im Vordergrund? Du hast vielleicht mehrere Angebote, aber welches soll in den nächsten Monaten Priorität haben? Wer überall wirbt, wirbt nirgendwo.

Hauptkanal: Auf welchem Kanal bist du wirklich aktiv und warum? Nicht weil man es muss, sondern weil er zu dir, deiner Zielgruppe und deiner Art zu arbeiten passt.

Content-Struktur: Was erstellst du, wann und wie oft? Nicht als starrer Plan, sondern als verlässlicher Rahmen, der auch in vollen Wochen funktioniert.

Diese vier Entscheidungen hängen zusammen. Wenn du sie getroffen hast, entsteht eine klare Linie und plötzlich wird vieles andere deutlich einfacher. Du musst nicht mehr jeden neuen Trend bewerten. Du weißt, was zu dir passt und was nicht.

„Weniger Optionen. Mehr Entscheidungen. Endlich ein klarer Weg."

Du musst nicht alles auf einmal entscheiden. Aber du solltest unbedingt anfangen

Das ist vielleicht der wichtigste Satz in diesem Artikel.

Klarheit entsteht nicht durch perfekte Vorbereitung. Sie entsteht durch Entscheidungen und zwar auch dann, wenn sie noch nicht endgültig sind. Auch wenn du noch nicht alles weißt. Auch wenn du dir nicht hundertprozentig sicher bist.

Eine Entscheidung, die du heute triffst und morgen nachjustierst, ist immer besser als eine Entscheidung, die du nie triffst, weil du noch mehr wissen wolltest.

Fang an. Mit dem, was du jetzt weißt.

Dein nächster Schritt: Weniger, aber bewusster

Mini-Reflexion: Mach dir jetzt eine ehrliche Liste deiner Kanäle

Nimm dir nach diesem Artikel fünf Minuten und mach dir eine ehrliche Liste.

Schreib auf, bei welchen Plattformen und Kanälen du angemeldet bist oder präsent sein wolltest. Instagram, LinkedIn, Facebook, Xing, TikTok, Blog, Newsletter, Podcast – was auch immer auf dich zutrifft.

Und dann markiere, was du in den letzten drei Monaten wirklich regelmäßig bespielt hast.

Was übrig bleibt, also die Kanäle ohne Markierung, das sind deine offenen Baustellen. Deine stillen Energiefresser.

Für jeden dieser Kanäle darfst du jetzt eine Entscheidung treffen: Entweder du reaktivierst ihn bewusst und mit einem konkreten Plan. Oder du verabschiedest dich davon, und zwar ganz bewusst, aktiv und ohne schlechtes Gewissen.

Beides ist eine gute Entscheidung. Das Einzige, was keine gute Entscheidung ist, ist das Nichts-Entscheiden.

Was sich verändert, wenn du anfängst zu entscheiden

Ich erlebe es bei meinen Kundinnen immer wieder: In dem Moment, in dem eine klare Entscheidung getroffen ist, auch wenn es nur die Entscheidung ist, sich von Xing abzumelden, verändert sich etwas spürbar.

Der Kopf wird ruhiger. Das schlechte Gewissen hört auf. Die Energie, die vorher in diffuses Grübeln geflossen ist, steht plötzlich für die Dinge zur Verfügung, die wirklich wichtig sind.

Und langfristig passiert noch etwas Schöneres: Marketing fängt an, sich nicht mehr wie eine Dauerbaustelle anzufühlen. Es bekommt eine klare Linie. Es wird verlässlich. Es funktioniert – nicht weil man alles richtig gemacht hat, sondern weil man angefangen hat zu entscheiden.

Fazit: Klarheit im Marketing beginnt mit einer Entscheidung

Marketingstrategie bedeutet nicht, alles zu wissen. Sie bedeutet, zu entscheiden.

Zu entscheiden, für wen du sichtbar sein willst. Was du anbieten möchtest. Auf welchem Kanal du wirklich präsent bist. Und was du ganz bewusst nicht mehr tust.

Diese Entscheidungen machen dein Marketing nicht kleiner. Sie machen es klarer. Und Klarheit ist die Voraussetzung für alles andere: für Konstanz, für Sichtbarkeit, für Vertrauen und letztlich für Kundinnen, die wirklich zu dir passen.

Du brauchst dein Marketing nicht neu zu erfinden. Du darfst es neu ausrichten.

Wenn du Klarheit in dein Marketing bringen möchtest – lass uns reden

Wenn du beim Lesen dieses Artikels gemerkt hast, dass du dir diese Klarheit wünschst, aber nicht ganz weißt, wo du anfangen sollst, dann lade ich dich herzlich ein zu einem kostenfreien 20-minütigen Gespräch mit mir.

Kein Verkaufsgespräch. Kein Druck. Sondern ein ehrlicher Blick auf dein Marketing: wo du gerade stehst, was dir fehlt und welche Entscheidungen dein Marketing wieder in eine klare Richtung bringen würden.

Hier kannst du dir deinen Termin sichern.

Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner