In diesem ausführlichen Interview bei ALLES IM GRIFF im Online-Marketing teil meine liebe Kollegin und Expertin für Positionierung und Kommunikation Eve Hoyer ihre Erfahrungen, wie sie selbst ChatGPT für ihre eigene neue Positionierung nutzt und wie andere Selbstständige dies auch tun können. Eve’s Geschichte zeigt, wie aus einer herausfordernden Situation neue Chancen entstehen können und wie KI dabei hilfreiche Unterstützung leisten kann.
Podcast-Episode #142: Positionierung leicht gemacht: ChatGPT als dein Sparringspartner – Interview mit Eve Hoyer
Von der Medienwelt zur Selbstständigkeit: Eve’s Weg zur Kommunikationsexpertin
Die Anfänge in der Medienwelt
„Kommunikation war schon immer mein ureigenstes Thema“, erzählt Eve zu Beginn unseres Gesprächs. Nach ihrem Medienkultur-Studium führte ihr Weg sie zunächst in die Radiowelt. Nicht ans Mikrofon, sondern in den Bereich Vertrieb und Marketing. „Auch da muss man ja kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren“, erinnert sie sich lächelnd. In dieser Zeit entwickelte sie mit Kunden Kommunikationskonzepte und kreative Ideen für Radiowerbung jenseits klassischer Werbeblöcke.
Der Weg in die Selbstständigkeit
Nach einer Station bei Volkswagen, wo sie im Marketing tätig war, kam ein einschneidender Moment in Eve’s Leben: die Geburt ihres Sohnes. „Vorher war mein Beruf mein Leben, dann war mein Sohn mein Leben“, beschreibt sie diese Veränderung. Die Herausforderung bestand nun darin, Beruf und Familie zu vereinbaren. Der Weg in die Selbstständigkeit schien die ideale Lösung.
💡 Eve’s Learnings aus der Anfangszeit:
Selbstständigkeit bedeutet nicht automatisch mehr Freiheit
Ein klarer Fokus ist wichtiger als breite Streuung
Authentische Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg
Die Corona-Wendung: Wenn Krisen zu Chancen werden
Der unerwartete Einschnitt
Die ersten zwei Jahre der Selbstständigkeit liefen vielversprechend. Eve hatte sich als Kommunikationsberaterin für kleine Unternehmen etabliert. „Ich war auf einem guten Weg, da war Licht am Horizont“, erinnert sie sich. Dann kam Corona – und mit der Pandemie die erste große Krise ihrer Selbstständigkeit.
Die erzwungene Neuorientierung
„Die Unternehmen haben zuerst da gespart, wo es am leichtesten war: bei Freiberuflern und in der Kommunikation“, beschreibt Eve die damalige Situation. Ein Moment, der sie zwang, neu zu denken. Sie nutzte die Zeit für Weiterbildungen und landete schließlich in einem Forschungsprojekt, das sich mit KI im Bildungsbereich beschäftigte.
Der Einstieg in die KI-Welt: Von der Skepsis zur Begeisterung
Erste Berührungspunkte mit KI
„Als ich in dem Forschungsprojekt anfing, war KI für mich etwas für Experten“, erinnert sich Eve. „Ich traf dort auf Menschen, die wirklich KIs bauen, und dachte erst: Bahnhof, nochmal Bahnhof und vielleicht noch Flughafen.“ Dann kam ChatGPT, und plötzlich wurde KI greifbar – nicht nur für Eve, sondern für alle.
Von der Beobachterin zur aktiven Nutzerin
„Was mich besonders faszinierte, war die Geschwindigkeit“, erzählt Eve begeistert. „Wie schnell eine KI ‚denkt‘, wie schnell man Output hat – wahnsinn!“ Diese Erfahrung führte zu einer wichtigen Erkenntnis: KI könnte mehr sein als nur ein Werkzeug – sie könnte ein echter Sparringspartner werden.
🔑 Wichtig zu wissen: „KI ist immer nur gut in Kombination mit deinem Verstand. Sie kann ein unglaublicher Turbo sein, aber niemals ein Ersatz für deine Expertise und Erfahrung.“
Die praktische Anwendung: KI als Positionierungs-Coach
Der innovative Ansatz
Eve beschreibt ihren ungewöhnlichen Weg: „Ich hatte diese ganzen tollen Zertifikate und einen ausführlichen Lebenslauf. Den habe ich – nach Bereinigung persönlicher Daten – einfach mal bei ChatGPT hochgeladen.“ Ein mutiger Schritt, der sich als wegweisend erweisen sollte.
Der strukturierte Dialog mit der KI
„Was dann passierte, war erstaunlich“, berichtet Eve. „ChatGPT gab mir verschiedene Möglichkeiten aus, und ich konnte in einen echten Dialog einsteigen.“ Sie beschreibt den Prozess detailliert:
Grundlagen schaffen:
Beruflicher Werdegang einbringen
Persönliche Werte definieren
Bisherige Erfahrungen dokumentieren
Dialog entwickeln:
Gezielte Fragen stellen
Verschiedene Optionen erkunden
Feedback geben und verfeinern
Ideen verfeinern:
Vorschläge kritisch prüfen
An eigenen Werten messen
Praktische Umsetzbarkeit evaluieren
Der sichere Umgang mit ChatGPT in der Positionierungsarbeit
Datenschutz und Privatsphäre
„Viele haben Bedenken, ihre geschäftlichen Überlegungen mit einer KI zu teilen“, erklärt Eve. „Aber man kann ChatGPT wie einen geschützten Raum nutzen.“ Sie erklärt die wichtigsten Sicherheitsaspekte:
Persönliche Einstellungen anpassen
Datenübertragung deaktivieren
Sensitive Informationen vorab bereinigen
Die richtige Herangehensweise
Eve betont die Bedeutung einer strukturierten Vorgehensweise:
📌 Praktischer Tipp: „Fang mit dem an, was sicher ist. Was weißt du definitiv über dich und dein Business? Das ist dein Fundament für das Gespräch mit der KI.“
Die Kunst des KI-Dialogs
Effektive Prompts entwickeln
Eve teilt ihre Erfahrungen mit der Formulierung von Anfragen:
Klare Ausgangssituation beschreiben: „Ich bin [Profession] und möchte [Ziel]. Hier ist meine aktuelle Situation: [Details]“
Konkrete Anweisungen geben:
Anzahl der gewünschten Vorschläge festlegen
Spezifische Branchen/Zielgruppen nennen
Besondere Anforderungen formulieren
Iterativ arbeiten: „Wenn die erste Antwort nicht passt, präzisiere deine Anfrage. Sage der KI, was dir gefällt und was nicht.“
Beispiel eines Dialog-Ablaufs
Eve demonstriert anhand eines konkreten Beispiels:
„Nehmen wir an, du möchtest einen LinkedIn-Post erstellen. Du könntest so starten:
Erste Anfrage: Grundlegende Postidee
Feedback: ‚Das ist zu werblich, ich kommuniziere lieber auf Augenhöhe‘
Verfeinerung: Werte und Tonalität einbringen
Weiteres Feedback: Fachliche Tiefe anpassen“
Von der Theorie zur Praxis: Eve’s persönliche Erfolgsgeschichte
Die überraschenden Effekte
„Was mich am meisten überrascht hat“, erzählt Eve, „ist die neue Leichtigkeit im Umgang mit Veränderungen. Früher habe ich endlos an Formulierungen gefeilt. Heute weiß ich: Ich kann jederzeit neue Ideen generieren und Dinge ausprobieren.“
Die Transformation des eigenen Business
Vom Konzept zur Umsetzung
„Inzwischen habe ich meine Grundpositionierung klar“, berichtet Eve. „Ich habe zwei Zielgruppen in die engere Auswahl gefasst und arbeite an konkreten Angeboten.“ Sie betont dabei die Bedeutung des Prozesscharakters: „Es ist ein schöner Prozess, weil er Spaß macht. Ich kann jederzeit in den Chat gehen und weitermachen, wenn ich Lust dazu habe.“
💡 Eve’s wichtigste Learnings:
Positionierung ist ein kontinuierlicher Prozess
Die KI nimmt den Druck aus der Entwicklung
Authentizität bleibt der wichtigste Maßstab
Die neue Leichtigkeit im Business
Der Weg von der Theorie in die Praxis
Eve beschreibt die praktischen Auswirkungen ihrer KI-gestützten Positionierungsarbeit:
Schnellere Entscheidungsfindung
Mehr Mut zum Experimentieren
Weniger Perfektionismus-Blockaden
„Ich habe nicht mehr die Scheu, Dinge einfach mal rauszuhauen und auszuprobieren“, erklärt sie. „Die Möglichkeiten, etwas anzupassen oder zu verändern, sind ja praktisch unendlich.“
Tipps für den eigenen Start mit KI
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren
Zeit nehmen: „Positionierung geht an die Grundfesten der Persönlichkeit. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.“
Prozess respektieren: „Manchmal muss man sich von bestimmten Vorstellungen verabschieden. Das braucht Zeit zum Reifen.“
Authentisch bleiben: „Die KI ist Sparringspartner, aber die Entscheidungen triffst immer du.“
Konkrete nächste Schritte
Praktische Umsetzungshilfen
Eve arbeitet aktuell an einem PDF-Guide, der anderen Selbstständigen den Einstieg in die KI-gestützte Positionierungsarbeit erleichtern soll. „Ich möchte zeigen, wie man seinen Verstand mit der Kreativität der KI optimal verknüpft.“
Der Guide wird enthalten:
Konkrete Prompt-Vorlagen
Checklisten für die Vorbereitung
Praktische Beispiele aus der Praxis
Persönlicher Ausklick: This or That
Um das intensive Gespräch locker ausklingen zu lassen, stelle ich Eve noch einige schnelle Entweder-Oder-Fragen:
Kaffee oder Tee? „Kaffee!“
Meer oder Berge? „Berge – wenn Schnee drauf liegt!“
Blog oder Podcast? „Podcast!“
Instagram oder LinkedIn? „LinkedIn!“
Apple oder Windows? „Apple!“
Nutella mit oder ohne Butter? „Ich mag gar kein Nutella – DDR-Sozialisierung! Lieber Pflaumenmus mit Butter!“
Fazit und Ausblick
Eve’s Geschichte zeigt eindrücklich, wie die Verbindung von menschlicher Expertise und KI-Unterstützung neue Wege in der Positionierung eröffnen kann. Ihr Ansatz macht deutlich: Es geht nicht darum, die Verantwortung an die KI abzugeben, sondern sie als kluges Werkzeug für die eigene Entwicklung zu nutzen.
🎯 Kernbotschaft: „Die Messlatte bist immer du selbst. KI ist ein Werkzeug, das dir hilft, deine eigenen Ideen zu entwickeln und zu schärfen.“
Kontakt und weitere Informationen
Wer mehr von Eve erfahren oder ihren Guide erhalten möchte, kann sie per E-Mail kontaktieren. Die Kontaktdaten finden sich in den Show Notes dieser Episode.
In einer Welt, in der digitale Präsenz immer wichtiger wird, stellt sich für viele die Frage, wie man erfolgreich online sichtbar werden kann. Frank Katzer, bekannt als „der Technik-Mentor„, teilt in diesem exklusiven Interview wertvolle Einblicke in die Kunst der Online-Sichtbarkeit und verrät, wie er seinen erfolgreichen Mitgliederbereich aufgebaut hat.
Podcast-Episode #134: Sichtbar werden ohne Perfektionismus – Interview mit Technik-Mentor Frank Katzer über Tools, Technik und erste Schritte ins Online-Marketing
Vom Website-Entwickler zum Technik-Mentor: Frank Katzers Weg in die digitale Sichtbarkeit
Frank Katzer ist vielen als Experte für Online-Sichtbarkeit und Technik bekannt. Doch sein Weg begann ganz anders – mit einer Agentur für Website-Erstellung. Nach über 250 umgesetzten Projekten spürte er, dass er eine neue Herausforderung brauchte. „Irgendwann ist das Thema durch“, beschreibt Frank seine damalige Situation. Mit einem Mitarbeiter, einem Azubi und einem repräsentativen Büro hatte er sich zwar ein solides Geschäft aufgebaut, fühlte sich aber nicht mehr erfüllt.
Die Wende kam etwa nach der Geburt seines Sohnes im Jahr 2010, als er seine Agentur auflöste. Der Weg zu seiner heutigen Tätigkeit war allerdings alles andere als geradlinig. „Ich war danach ziemlich planlos, also völlig planlos eigentlich unterwegs“, gibt Frank offen zu. Rückblickend räumt er ein, dass er damals nicht alle Kundenprojekte so sauber abgeschlossen hat, wie es wünschenswert gewesen wäre – eine wertvolle Lektion für seinen weiteren Weg.
Was dann folgte, war ein organischer Entwicklungsprozess: Frank begann, in Facebook-Gruppen Fragen zu beantworten – ohne den typischen Hinweis „schreib mir eine PN für mehr Infos“. Dieses authentische Engagement wurde zu seinem wichtigsten Marketing-Instrument. „Das hat halt gut funktioniert“, erinnert er sich. Parallel dazu veröffentlichte er einige Tutorials auf YouTube, die gut ankamen. So baute er sich nach und nach einen Namen auf, ohne eine konkrete Strategie zu verfolgen.
Die Geburt der Online-Technik-Challenge und des Membership-Modells
Ein entscheidender Wendepunkt in Franks Karriere war die Einführung seiner Online-Technik-Challenge, die mittlerweile zum 13. Mal stattgefunden hat. Seit Ende 2018/Anfang 2019 führt er diese zwei- bis dreimal jährlich durch. Die Idee dazu kam nicht von ihm selbst: „Die Birgit Quirchmayr hat mal gesagt, mach doch mal so eine Challenge, fünf Tage irgendwas, Technik irgendwas. Und dann war das nächste Ding geboren.“
Das Konzept der Challenge ist einfach, aber effektiv: Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer täglich eine oder mehrere Aufgaben, bei denen sie verschiedene Tools ausprobieren können. Die Hauptaktivität findet in einer Facebook-Gruppe statt, obwohl diese nicht zwingend notwendig ist. Der Clou: Die Teilnehmer werden „aus Versehen“ sichtbar, weil sie mit den Tools experimentieren und dabei Content veröffentlichen. „Das sind so Sachen, wo man die Leute so ein bisschen über Tool-Spielereien mal ein bisschen in die Sichtbarkeit schiebt“, erklärt Frank.
Besonders erfolgreich ist die Challenge zum Jahreswechsel, wenn viele Menschen neue Vorsätze fassen und etwas Neues ausprobieren möchten. Interessanterweise funktioniert sie aber auch gut, wenn sie zeitlich nah an Weihnachten liegt – entgegen allen Erwartungen. „Gar nicht mal so sehr auf Timing-Überlegungen hören“, rät Frank daher, „weil es manchmal wirklich sehr nah an Weihnachten und Leute machen trotzdem mit, weil es halt Spaß macht.“
Mittlerweile hat Frank die Challenge um Sprechstunden erweitert, bei denen Teilnehmer in einer Zoom-Sitzung ihre Fragen stellen können. Dies gibt ihnen einen Einblick in den Ablauf seiner Membership, wo Sprechstunden ein zentrales Element darstellen.
Ähnlich verhielt es sich mit seinem Membership-Modell. Auch hier brauchte es einen Anstoß von außen: „Die Marit Alke hat auch mal gesagt, jetzt mach mal, jetzt müssen wir einfach mal, du musst mal irgendwas umsetzen.“ Den Namen „Technik-Mentor“ verdankt er Silvia Chytil, die erkannte, dass es nicht nur um Technik, sondern auch um Begleitung geht – eine wichtige Erkenntnis für Franks Selbstverständnis.
Die wahre Herausforderung der Online-Sichtbarkeit
Entgegen der verbreiteten Meinung, dass technisches Know-how die größte Hürde bei der Online-Sichtbarkeit sei, sieht Frank das Problem woanders:
„Letztendlich geht es bei dem, was ich mache, nicht um Tools oder den ganzen Kram, sondern letztendlich geht es darum, dass du dich vor die Kamera traust.“
Er betont, dass wir eigentlich alles haben, was wir zum Starten brauchen. Alles andere sei „Pille-Palle“ und oft nur eine Ausrede, um nicht loszulegen. „Der Rest ist eigentlich Blödsinn, was man sich dann noch denkt machen zu müssen, sichtbar zu werden“, bringt er es auf den Punkt. Natürlich macht es trotzdem Spaß, mit verschiedenen Tools zu experimentieren und neue Möglichkeiten auszuprobieren – wie in seinen Challenges.
Was viele brauchen, ist jemand, der sie antreibt: „Du brauchst immer mal Leute, die dir in den Hintern treten und sagen, du brauchst das im Moment grad nicht, mach einfach das scheiß Video fertig und geh damit raus.“ Diese Rolle als Motivator und Begleiter hat Frank für seine Mitglieder übernommen. „Nichts anderes tue ich“, fasst er seine Arbeit zusammen – er hilft Menschen dabei, ihre Hemmungen zu überwinden und endlich in die Sichtbarkeit zu kommen.
Wie eine Membership erfolgreich wird – Franks Erfahrungen
Als Frank seine Membership startete, hatte er durchaus Bedenken: „Wenn ich jetzt starte und keiner interessiert, das ist doof. Wenn ich starte und ich habe jetzt 50 Buchungen und jeder fragt am Tag zehn Fragen, dann ist auch doof, weil dann schaffe ich das nicht.“ Ein Dilemma, das viele kennen, die über ein Membership-Modell nachdenken.
Dennoch wagte er den Schritt – und 41 „Verrückte“ ließen sich darauf ein. Dabei kostet seine Membership heute etwa viermal so viel wie zu Beginn – ein Zeichen für den gestiegenen Wert und die Etablierung seines Angebots. Heute weiß er: „Es ist leichter zu starten, als es dauerhaft gescheit am Laufen zu halten.“
Seine wichtigste Erkenntnis für angehende Membership-Anbieter: „Ich würde jedem empfehlen, so simpel wie möglich zu starten, dann überfordert man sich selber nicht und auch die Mitglieder nicht.“ Die Gefahr besteht darin, zu viele Formate und Inhalte anzubieten, die sowohl den Anbieter als auch die Mitglieder überfordern können.
Die größte Herausforderung sieht er darin, dass Mitglieder oft überfordert sind, wenn zu viele Formate oder Angebote vorhanden sind. „Du hast ja keinen Bock, dich jetzt als neues Mitglied erstmal in alle möglichen Formate oder Angebote einzuarbeiten“, erklärt Frank aus der Perspektive eines Mitglieds. Die häufigste Abbruchursache sei tatsächlich eine Überforderung, nicht mangelnder Nutzen.
Gleichzeitig gibt es Mitglieder, die von Anfang an dabei sind und die Gemeinschaft schätzen – ein Element, das Frank auch im Zeitalter der KI als entscheidenden Vorteil seines Angebots sieht.
Corona als Katalysator – Tägliche Sprechstunden als Erfolgskonzept
Während der Corona-Pandemie intensivierte Frank sein Angebot und führte tägliche Sprechstunden ein – nicht zuletzt, um selbst Struktur in seinen Tag zu bringen: „9 Uhr war die Sprechstunde, 10 Uhr war sie zu Ende. Sonst wäre das alles sehr undefiniert geblieben.“
Dieses Format hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen und existiert bis heute, wenn auch in reduzierter Form: montags, mittwochs und freitags. Besonders clever ist die Art, wie Frank die Teilnahme gestaltet: Wer möchte, kann direkt in Zoom teilnehmen und Fragen stellen. Wer lieber passiv dabei sein möchte, kann den Livestream in der Facebook-Gruppe verfolgen und dort Kommentare hinterlassen.
Diese flexible Teilnahmemöglichkeit nimmt eine wichtige Hürde: „Manchmal ist man morgens 9 Uhr halt nicht parat, in Zoom jetzt hier Fragen stellen zu können“, weiß Frank aus eigener Erfahrung. Er erinnert sich noch gut an sein erstes Zoom-Erlebnis: „Irgendein Zoom-Link geklickt, aufgemacht und gesagt, Webcam, Mikrofon freigeben, nee, alles wieder zu, alles zumachen, alle Fenster zu, weg da.“ Diese Hemmschwelle berücksichtigt er bei seinem eigenen Angebot.
Mittlerweile können Mitglieder sogar feste Termine buchen, was die Planbarkeit erhöht: „9.40 Mittwoch bin ich dran. Alles klar, weiß ich, muss ich einschalten.“ Ein durchdachtes System, das die Bedürfnisse seiner Zielgruppe optimal berücksichtigt.
Membership – Die Königsklasse des Angebots?
Obwohl Memberships oft als „Königsklasse“ des Online-Angebots bezeichnet werden, sieht Frank das differenzierter: „Muss nicht immer unbedingt die Königsklasse sein.“ Er betont die Flexibilität des Modells: „Du kannst dir das Modell so zurecht stricken, wie du es hinbekommst, wie du es haben möchtest.“
Eine Membership könne ganz unterschiedliche Formen annehmen – von monatlichen Tutorials mit Q&A-Sessions über WhatsApp-Gruppen bis hin zu einfachen Unterstützermodellen, wie man sie von YouTube-Kanälen kennt. Entscheidend sei, dass man als Anbieter eine gewisse „Meinungsführerschaft“ für ein bestimmtes Thema übernimmt und Vertrauen aufbaut.
Was den Umgang mit wiederkehrenden Fragen betrifft, hat Frank einen pragmatischen Ansatz: „Ich breche mir da auch keinen ab, wenn die Frage zum hundertsten Mal gestellt wird.“ Den Versuch, das gesammelte Wissen irgendwie auffindbar zu hinterlegen, hat er aufgegeben: „Das macht überhaupt keinen Sinn, weil es einfach so viel Veränderungen gibt und so viele kleine Fragen.“
Erste Schritte in die Online-Sichtbarkeit – Franks Empfehlungen
Für alle, die ihre Online-Präsenz stärken möchten, hat Frank klare Empfehlungen. Während er früher zum Bloggen geraten hätte, sieht er das heute anders: „Das ist mittlerweile nachgelagert, vorsichtig ausgedrückt. Auch wenn es nach wie vor wichtig wäre und wir hätten es gerne alle viel wichtiger, dass wir nicht so abhängig wären von Facebook und so weiter.“
Stattdessen schlägt er einen stufenweisen Einstieg in die Sichtbarkeit vor:
Reagieren: „Das Einfachste wäre natürlich, mindestens ein Level wäre halt zu reagieren, wenn du einen Artikel siehst, den du gut findest, dass du da ein Like drunter drückst oder sowas.“
Kommentieren: „Möglichst schlau auch kommentieren. Nicht nur sagen, toller Artikel oder schön hast du das geschrieben, sondern vielleicht noch einen Punkt dazuliefern oder sagen, nee, bei mir war das ganz anders.“ Gerade LinkedIn bietet hier gute Möglichkeiten zur inhaltlichen Diskussion.
Selbst veröffentlichen: „Das muss nicht gleich ein Video sein, das kann auch mal ein Zweizeiler sein“, betont Frank. Er plädiert für Einfachheit statt Perfektion: „Es muss nicht immer das super schicke Canva Bildchen sein, wo man zwei Tage dran gesessen hat. Die Aussage ist wichtiger.“
Persönlicher werden: „Nächster Level ist dann natürlich klar, Foto von sich selber oder Audio oder dann eben Video.“ Live-Videos bezeichnet er als den „höchsten Level“.
Interessanterweise sind es oft gerade die nicht perfekten Inhalte, die am besten ankommen:
„Das Beste passiert, wenn du ein bisschen Magenschmerzen hattest beim Veröffentlichen. Das sind die Sachen, die meistens am besten funktionieren.“
Er teilt eine persönliche Erfahrung: „Wo du dir ganz sicher bist, dass es toll ist und jedem gefällt und super durchgearbeitet, interessiert an niemanden. Und wo du mal sagst, das war mir jetzt mal super wichtig und ich habe das jetzt hier total und es verwackelt und man hört mich kaum, das sind die Sachen, die funktionieren, weil das ist echt.“
KI als Helfer für die Online-Sichtbarkeit – Chancen und Grenzen
Ein Thema, das auch im Bereich der Online-Sichtbarkeit immer wichtiger wird, ist Künstliche Intelligenz. Frank nutzt KI-Tools wie Claude AI und DeepSeek für verschiedene Aufgaben und sieht darin großes Potenzial: „Die Ausrede, nicht zu wissen, was man macht, die gibt’s nun definitiv nicht mehr. Die ist weg durch KI.“
Er experimentiert regelmäßig mit verschiedenen KI-Tools und teilt seine Erkenntnisse in seiner Membership: „Dienstagabends ist immer der Kienstag sozusagen bei uns. Da geht es immer um KI-Themen.“ Dabei zeigt er sowohl verspielten Anwendungen als auch praktische Nutzungsmöglichkeiten – wie beispielsweise das Klonen seiner eigenen Stimme, die für seine Mitglieder nicht vom Original zu unterscheiden war.
Grundsätzlich wechselt Frank zwischen verschiedenen KI-Tools je nach Anwendungsfall. Besonders angetan ist er von Claude AI: „Das Tool formuliert einfach schön, ist nicht so roboterhaft in den Antworten, labert aber auch nicht zu viel.“ Für besonders detaillierte Denkprozesse nutzt er DeepSeek: „Dem kannst du zumindest auf Englisch beim Denken zugucken.“
Gleichzeitig sieht er in der KI keine Konkurrenz für seinen Mitgliederbereich, denn: „Was uns gegenüber KI unterscheidet, ist die Gemeinschaft und das Einordnen, wie ich jemandem einen bestimmten Lösungsweg mitgebe. Du gehst nicht bei einer KI in eine Gemeinschaft.„
Bei aller Begeisterung für KI zeigt sich Frank aber auch kritisch gegenüber bestimmten Anwendungen: „Was ich halt nicht mag, ist Dinge automatisieren oder sowas, die einem anderen vorgaukeln, dass das personalisiert ist.“ Er berichtet von automatisierten Nachrichten, die vorgeben, persönlich zu sein, aber offensichtlich KI-generiert wurden – ein Ansatz, den er ablehnt: „Sowas finde ich doof. Weil das ist ein blöder Anfang, wenn ich hier veräppelt werde mit was, was so pseudo-individuell umgesetzt ist.“
Tools und Technik – Was wirklich wichtig ist
Trotz seiner Rolle als „Technik-Mentor“ überrascht Frank mit einem eher minimalistischen Ansatz, wenn es um Tools geht. Auf die Frage nach seinen persönlichen Favoriten antwortet er: „Das sind ganz banale Sachen. Das ist ein Screenshot-Tool. Und das ist so was wie Loom oder so was, wo du schnell ein Video aufnimmst und das verschicken kannst.“
Er betont, dass es oft nicht um komplexe Anwendungen geht, sondern um grundlegende Hilfsmittel, die den Arbeitsalltag erleichtern. Selbst bei seinem Smartphone nutzt er hauptsächlich Basis-Funktionen: „Außer Video gucken auf YouTube und Facebook ein bisschen. Das Ding ist völlig unterfordert bei mir.“
Diese Einstellung passt zu seiner Philosophie, dass nicht das perfekte Tool entscheidend ist, sondern die Fähigkeit, mit dem Vorhandenen zu arbeiten und ins Tun zu kommen. „Letztendlich, wenn ich mir organisieren und ich tippe die Sachen in die Notiz-App rein und hab dann meine Liste stehen, dann reicht das meistens“, erklärt er.
Er warnt vor überkomplexen Systemen, die am Ende mehr Zeit für die Einrichtung als für die eigentliche Arbeit verschlingen: „Viel besser als irgendein Asana-Sonstwas-Tool mit allen möglichen tollen Sachen, die du dann nicht benutzt, weil es dich erschlägt von den Funktionen, weil du dann nur am Einrichten bist und das Eingerichtete dann überhaupt nicht verwendest.“
Fazit: Authentizität als Schlüssel zur erfolgreichen Online-Präsenz
Das wichtigste Fazit aus dem Gespräch mit Frank Katzer: Der Aufbau einer Online-Präsenz beginnt heute auf Social Media, nicht mehr mit einer Website. „Website ist erst mal völlig egal, würde ich mittlerweile sagen“, betont er – eine Kehrtwende zu früheren Empfehlungen.
Dabei ist es entscheidend, dass die eigene Persönlichkeit durchscheint:
„Letztendlich folgt man der Person und nicht dem Fachwissen – das Fachwissen ist austauschbar.“
Dies ist eine zentrale Erkenntnis für alle, die online sichtbarer werden möchten.
Um langfristig erfolgreich zu sein, empfiehlt er den Aufbau einer E-Mail-Liste von Menschen, die sich freiwillig für die Inhalte interessieren. Dies setze voraus, „dass du dich auch selber zeigst und dass sich die Leute darüber halt auch gut aussuchen können.“
Mit diesem Rat schließt Frank das Gespräch ab – ein Plädoyer für Authentizität in einer immer digitaler werdenden Welt. Sichtbarkeit beginnt demnach nicht mit perfekten Tools oder ausgefeilter Technik, sondern mit dem Mut, die eigene Persönlichkeit zu zeigen und mit der Bereitschaft, kleine, kontinuierliche Schritte in Richtung mehr Präsenz zu gehen.
Frank Katzer ist Online-Experte und bekannt für seine Online-Technik-Challenge. In seiner Mitgliedschaft hilft er Menschen dabei, die passenden Tools zu finden und ihre Online-Sichtbarkeit zu erhöhen. Die nächste Online-Technik-Challenge wird voraussichtlich im Mai/Juni 2025 stattfinden. Wer Interesse hat, kann sich auf der Warteliste eintragen.
This or That mit Frank Katzer
Kaffee oder Tee? Kaffee
Das Meer oder die Berge? Meer
Blog oder Podcast? Podcast (obwohl er aktuell keinen hat)
Instagram oder LinkedIn? LinkedIn („Instagram habe ich irgendwie keinen Griff dran“)
Apple oder Windows? Apple („Wobei Windows auch mittlerweile gut ist“)
Nutella mit oder ohne Butter? Mit Butter, unbedingt! (Obwohl er mittlerweile eine gesündere Alternative mit Schokoladenpulver, Cashewmus und Datteln herstellt)
Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von „Alles im Griff im Online-Marketing“. Heute habe ich die besondere Freude, gleich zwei besondere Gäste bei mir im Podcast zu begrüßen: Simone und Frank Sarodnick. Beide sind absolute Profis auf dem Gebiet der organischen Suchmaschinenoptimierung sowie der Google Ads. Ich kenne die beiden von einem Barcamp und freue mich sehr, dass sie heute hier sind.
Podcast-Episode #130: Google Ads & SEO: Expertenwissen von Simone und Frank Sarodnick
Der Weg in das Online-Marketing
Frage: Wie seid ihr zum Thema Online-Marketing und Google gekommen?
Simone: „Unsere Reise begann Ende der 90er Jahre, als wir intensiv Google für Vertrieb und Marketing einsetzten. Google war nicht die Suchmaschine, wie wir sie heute kennen. Vieles hat sich entwickelt. 2015, als unsere Kinder aus dem Haus waren, habe ich mich auf SEO und SEA spezialisiert und erkannt, dass das mein Ding ist. Google ist für mich eine Akquise-Maschine.“
Frank: „Für mich ist Googles beständiges Mantra faszinierend: Das beste Resultat für den Suchenden bereitstellen. Trotz technischer Fortschritte ist das Ziel geblieben. Die ständige Innovation – sei es Audio oder KI – eröffnet immer wieder neue Möglichkeiten.“
Die Faszination für Google
Frage: Was ist es, das euch an Google fasziniert?
Simone: „Google ist der beste Mitarbeiter für die Akquise. Seine richtige Nutzung führt zu großer Sichtbarkeit.“
Frank: „Die Tatsache, dass es bei Google immer darum geht, den besten Inhalt für den Suchenden zu präsentieren. Die Technik entwickelt sich stetig weiter, was es sehr spannend macht.“
Dienstleistungen von Alsa Digital
Frage: Was bietet ihr mit Alsa Digital an?
Simone: „Unsere Dienstleistungen zielen darauf ab, Kunden über Google sichtbar zu machen. Der erste Schritt ist die Sichtbarkeit. Es folgt der Besuch der Webseite und die Zielerreichung, die sogenannte Conversion. Wir helfen Kunden, sich über Google zu positionieren und ihren Umsatz zu steigern.“
Silke: „Und was ist der erste Schritt?“
Simone: „Wir lernen den Kunden kennen, definieren die Zielgruppe, und beginnen dann mit der Keyword-Recherche. Der Rest ist Handwerk.“
Keyword-Recherche und ihre Bedeutung für Google
Frage: Warum sind Keywords so wichtig?
Simone: „Google basiert auf einem Suchschlitz, in den Nutzer Suchbegriffe eingeben. Suchvolumen und Relevanz sind entscheidend, um die richtige Zielgruppe zu erreichen. Wir achten sehr auf das Suchverhalten und die Suchintention der Nutzer.“
Frank: „Oft denken Unternehmen, ihre Fachbegriffe werden gesucht, aber die Realität sieht anders aus. Ein Lackierer wollte für ‚Heizkörper lackieren‘ ranken, aber gesucht wird ‚Heizung streichen‘.“
Optimierung und erste Schritte bei Google
Frage: Welche Schritte sind am wichtigsten für die Website-Optimierung?
Simone: „SEO beginnt bei der Website-Planung. Leider kommen oft Kunden mit fertigen Seiten, die nicht ranken. Der Nutzer sollte sofort erkennen können, wie die Seite hilft. Oft sind Webseiten zu ich-bezogen und verlieren den Kundenfokus.“
Zeit für Google Ads?
Frage: Wann sind Google Ads sinnvoll?
Frank: „Das hängt vom Unternehmen und den Produkten ab. Große Pläne können durch Google Ads forciert werden, besonders wenn Sichtbarkeit schnell erreicht werden muss. Bei Dienstleistungen ist es ebenso wertvoll. Wir bieten Erstgespräche an, um die Strategie zu erarbeiten.“
Silke: „Und im Online-Business?“
Simone: „Auch da, etwa beim Aufbau eines Funnels mit einem Freebie. Wir nutzen Ads auch zur Validierung von Geschäftsideen.“
Unterschiede zwischen Meta-Ads und Google Ads
Frage: Was sind die Unterschiede zwischen Meta- und Google-Ads?
Simone: „Bei Meta handelt es sich um Push-Marketing – der Nutzer wird ‚geschubst‘. Google ist Pull-Marketing – der Nutzer sucht gezielt. Google bietet auch Performance-Max-Kampagnen, die eine Mischung bieten.“
Was zeichnet eine gute Kampagne bei Google aus?
Frage: Was macht eine gute Google-Kampagne aus?
Simone: „Effizienz. Für jeden ausgegebenen Werbe-Euro sollte der Return of Advertising Spend (ROAS) über eins liegen. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung der Kampagnen.“
Frank: „Das technische Verständnis der Website ist entscheidend. Eine Landingpage muss schnell laden und optimal strukturiert sein.“
Technik und Kreativität bei Google Ads
Frage: Wie wichtig sind Technik und Kreativität bei Ads?
Simone: „Kreativität ist entscheidend, besonders bei den stark begrenzten Zeichen für Anzeigentitel. KI kann helfen, aber Technik bleibt essenziell.“
Braucht man einen Experten für Google Ads?
Frage: Ist es machbar, Google Ads alleine zu meistern?
Simone: „Es ist komplex. Google suggeriert, dass vieles selbst gemacht werden kann, aber ohne Experten geht oft Geld verloren.“
Frank: „Regelmäßige Anpassungen sind nötig. Ohne den Überblick kann man schnell den Anschluss verlieren.“
Trends und Ausblick
Frage: Wie entwickelt sich die Zukunft von SEO und Google Ads?
Simone: „Die organische Suche bleibt relevant, aber KI-Tools verändern den Markt. Alle Kanäle zahlen aufeinander ein. Google bleibt stark vorherrschend.“
Frank: „Die Veränderung einzelner Kanäle zu einem Puzzle aus vielen Teilen wird stärker. Unterschiedliche Inhalte tragen zur Gesamtstrategie bei.“
Abschließende Gedanken
Simone: „Optimiere stets für den Nutzer, nicht für Google. Google gibt nur die Tools dazu.“
This or That – Persönliches von Simone und Frank
Zum Abschluss eine kleine Runde „This or That“:
Kaffee oder Tee? Beide: Kaffee
Meer oder Berge? Frank: Meer, Simone: Meer
Blog oder Podcast? Beide: Podcast
Instagram oder LinkedIn? Beide: LinkedIn
Apple oder Windows? Beide: Apple
Nutella mit oder ohne Butter? Frank: Ohne, Simone: Das überrascht mich jetzt!
In meinem neuesten Interview durfte ich mit Claudia Werian über eines der zentralen Themen für jedes gut laufende Online-Business sprechen: Business-Organisation. Claudia ist Mentorin für Business-Organisation und arbeitet mit Selbstständigen und Unternehmer:innen daran, Struktur und Leichtigkeit in deren Berufsalltag zu bringen. Was das Geheimnis erfolgreicher Organisation ist, wie du mit einfachen Schritten für mehr Produktivität sorgen kannst und welche Tools dabei helfen – all das verrät Claudia in unserem spannenden Gespräch.
Wenn du also das Gefühl hast, deine To-do-Liste wächst schneller als du sie abarbeiten kannst, oder dich fragst, wie du dein Business besser organisieren kannst, dann ist dieser Artikel genau richtig für dich.
Podcast-Episode #125: Interview mit Mentorin für Business-Organisation Claudia Werian
Was bedeutet Businessorganisation wirklich?
Meine erste Frage an Claudia drehte sich darum, wie sie den Begriff „Businessorganisation“ definiert. Ihre Antwort war klar strukturiert: „Businessorganisation ist die Art und Weise, wie dein Business so aufgebaut wird, dass es einfach und reibungslos läuft.“
Für Claudia gehören verschiedene Bereiche dazu:
Zielsetzung: Nur wer weiß, wo er hinwill, kann die richtigen Schritte in diese Richtung machen.
Aufgabenmanagement: Eine gut durchdachte Aufgabenpriorisierung sorgt dafür, dass nichts liegen bleibt und gleichzeitig keine Überforderung entsteht.
Zeitmanagement: Strukturierte Tages- und Wochenpläne bringen Ruhe in den Kopf und mehr Fokus in den Tag.
Abläufe: Checklisten und standardisierte Prozesse sparen Energie und verhindern Fehler.
Besonders spannend fand ich Claudias Hinweis darauf, dass auch persönliche Bedürfnisse in die Organisation eingebunden werden müssen: „Jeder Mensch arbeitet anders. Eine Mutter mit kleinen Kindern hat andere Prioritäten und Möglichkeiten als jemand ohne familiäre Verantwortung. Deshalb richte ich Strukturen individuell aus.“
Einer der Hauptgründe für Chaos im Business ist laut Claudia das Fehlen von Prozessen. Sie nennt das Beispiel von Blogartikeln: „Wenn ich jedes Mal neu überlegen muss, ob ich gut genug recherchiert habe, ob die Bilder SEO-optimiert sind oder ob ich die Meta-Beschreibung richtig eingetragen habe, kostet mich das unheimlich viel Energie. Mit einer Checkliste bin ich auf der sicheren Seite, spare Zeit und gehe entspannter bei jeder neuen Aufgabe vor.“
Die Suche nach dem perfekten Tool
Ein wiederkehrendes Thema in puncto Businessorganisation ist die Frage: Welches Tool soll ich nutzen? Claudia selbst arbeitet hauptsächlich mit Asana. „In Asana bilde ich mein gesamtes Business ab, von meiner Wochenplanung über meinen Contentplan bis hin zu Branding-Infos wie Farben oder Schriftarten,“ erklärt sie.
Doch sie hat auch einen wichtigen Tipp parat: „Es gibt nicht nur DAS eine perfekte Tool. Vielmehr muss es zu deinen Bedürfnissen, deinem Alltag und deinem Stil passen.“
Hier schlägt Claudia drei strategische Schritte zur Tool-Auswahl vor:
Kriterienliste erstellen: Was brauche ich von einem Tool? Möchte ich eine Kalenderübersicht? Ist eine mobile Version wichtig? Welche Funktionen sind unerlässlich?
Ausprobieren: Teste verschiedene Tools und ihre Oberflächen. Gefällt dir das Layout? Findest du intuitiv alle Funktionen?
Reflektieren: Nach einer Testphase solltest du aktiv bewerten, ob das Tool deinen Anforderungen entspricht. Wenn ja, bleib dabei. Wenn nicht, schaue dich weiter um.
Eine zusätzliche Anmerkung von Claudia hat mir besonders gefallen: „Das Tool ist nur so gut wie die Organisation in deinem Kopf. Nur weil du eine neue Software nutzt, wirst du nicht automatisch strukturierter. Du musst das Tool mit guten Gedanken und Prozessen füttern.“
Klein anfangen: Ordnung Schritt für Schritt
Claudia empfiehlt unbedingt, klein anzufangen, wenn man sich überfordert fühlt: „Viele meiner Kund:innen wollen gleich alles umkrempeln. Das funktioniert nicht. Stattdessen arbeiten wir uns Stück für Stück voran.“
Ein Beispiel, das Claudia gerne nennt: die Verwaltung von Notizen. Hier rät sie, sich auf einen Sammelort festzulegen – sei es Trello, Asana, Notion oder sogar eine analoge Methode – und sämtliche Gedanken und Ideen konsequent dort zu speichern.
Eine weitere kleine, aber wirkungsvolle Strategie: „Alles sollte seinen festen Platz haben – sei es das Ladekabel in einer Schublade oder wichtige digitale Dokumente in einem bestimmten Ordner.“
Claudias Weg zur Expertin für Businessorganisation
Claudias beruflicher Werdegang zeigt, dass Organisation für sie mehr ist als nur ein Job – es ist eine Leidenschaft. Ursprünglich arbeitete sie über 30 Jahre lang als Assistentin und später im Projektmanagement. Dort war sie für viele organisatorische Herausforderungen verantwortlich: von der Planung der Arbeitsabläufe ihrer Vorgesetzten bis hin zur Einführung neuer Prozesse.
„Organisation ist für mich eine ganz natürliche Fähigkeit und gleichzeitig etwas, das ich immer weiterentwickelt habe,“ sagt Claudia. Der Schritt in die Selbstständigkeit als Mentorin sei für sie also eine logische Weiterentwicklung gewesen.
Dabei setzt sie jedoch auf Individualität: Statt Kunden One-size-fits-all-Lösungen zu präsentieren, sucht sie in intensiven Gesprächen nach den Bedürfnissen, den Zielen und den Herausforderungen jedes Einzelnen.
Claudias Angebot: Der „By-your-Side“-Call
Für alle, die gerade das Gefühl haben, bei der Organisation ihres Business im Chaos zu stecken, bietet Claudia ein besonderes Angebot: den „By-your-Side“-Call.
Dabei handelt es sich um einen 90-minütigen, individuellen Beratungstermin, in dem Claudia mit dir gemeinsam deine aktuellen Herausforderungen angeht – ganz gleich, ob es um Zeitmanagement, Aufgabenplanung oder Prozessoptimierung geht. Was dieses Format so besonders macht, ist die anschließend integrierte WhatsApp-Betreuung.
„Es ist mir wichtig, dass die Teilnehmenden nicht beim Call stehen bleiben, sondern wirklich ins Tun kommen. Deshalb bin ich in den Tagen danach via WhatsApp für sie erreichbar, um sie während der Umsetzung zu begleiten und offene Fragen zu beantworten,“ erklärt Claudia.
Dieser Call ist perfekt für alle, die individuelle Unterstützung suchen und schnell Ergebnisse sehen möchten. Ein großer Vorteil: Der Fokus liegt auf praktischen Lösungen, die direkt im Alltag umgesetzt werden können.
Dranbleiben: Strukturen, die zu dir passen
Ein zentraler Punkt von Claudias Philosophie lautet: „Erfolg in der Organisation braucht kleine Schritte und Disziplin.“ Ihre Kund:innen unterstützt sie dabei mit klaren Prozessen und auf sie abgestimmten Methoden. Doch die Veränderung muss auch innerlich gewollt sein: „Wer nicht bereit ist, sich mit seinen Organisationsherausforderungen auseinanderzusetzen, wird keine langfristigen Verbesserungen erzielen.“
Für alle, die sich leicht entmutigen lassen, hat Claudia noch folgenden Ratschlag: „Manchmal braucht es nur einen kleinen Erfolg, der Mut macht, weiterzumachen. Also lieber mit etwas Kleinem starten und sich dann vorarbeiten.“
Mein persönlicher Austausch mit Claudia in „Alles im Griff“
Claudia war Teilnehmerin meines Programms „Alles im Griff“. Die Fortschritte, die sie während des Programms gemacht hat, sind beachtlich – darunter die Neugestaltung ihrer Website, der Start eines wöchentlichen Newsletters und das Veröffentlichen regelmäßiger Blogartikel.
Besonders stolz war sie darauf, ihre eigenen Marketingprioritäten klar zu definieren: „Für mich steht mein Newsletter an erster Stelle. Blogartikel kommen an zweiter Stelle, und Social Media hat die niedrigste Priorität.“
Claudia beschreibt das als befreiend: „Ich habe jetzt klare Prioritäten. Wenn es stressig wird, kann ich Aufgaben leichter streichen – und zwar ohne ein schlechtes Gewissen.“
Übrigens startet die nächste Runde „Alles im Griff“ am 03.02.2025 – dieses Mal mit 6-monatiger Begleitung. Wenn du dich also auch dabei unterstützen lassen möchtest, dein Marketing in den Griff zu bekommen, sei mit dabei!
Claudia hat mir im Interview noch einmal gezeigt, dass Businessorganisation kein Hexenwerk ist, sondern das Ergebnis von kleinen, bewussten Entscheidungen. Mit den richtigen Werkzeugen, klaren Prioritäten und einer guten Portion Geduld wird Organisation sogar zu einer Sache, die Spaß macht und entlastet.
Für alle, die tiefer in das Thema einsteigen möchten, empfehle ich Claudias Newsletter. Dort teilt sie ihre besten Tipps und macht Lust darauf, die eigene Organisation auf das nächste Level zu bringen.
This or That – Die schnelle Fragerunde
Natürlich durfte am Ende unseres Gesprächs meine Standard-Fragerunde nicht fehlen. Claudias spontane Antworten geben spannende Einblicke in ihre persönlichen Vorlieben:
Kaffee oder Tee? „Beides – aber Kaffee ist für mich ein Genussmittel. Zuhause trinke ich Lupinenkaffee, unterwegs ab und zu einen Latte Macchiato.“
Meer oder Berge? „Meer, definitiv. Wasser entspannt mich unglaublich.“
Blog oder Podcast? „Als Content-Erstellerin: Blog. Aber ich liebe es auch, Podcasts zu hören.“
Instagram oder LinkedIn? „Von der Oberfläche her mag ich Instagram lieber, aber ich weiß, dass meine Zielgruppe auch viel auf LinkedIn zu finden ist.“
Apple oder Windows? „Apple ist für mich die bessere Wahl.“
Nutella-Brot mit oder ohne Butter? „Weder noch – ich esse gar kein Nutella!“
Im Online-Business ist es oft eine Herausforderung, mit der ganzen Technik und den neuen Herausforderungen zurechtzukommen. Jenny Holz begegnet der Angst ihrer Kunden vor der Online-Business-Technik mit Ruhe und Gelassenheit. Als „Techi in Crime“ unterstützt sie Selbstständige dabei, die technischen Hürden im Online-Business zu meistern und dabei authentisch zu bleiben. In unserem ausführlichen Gespräch teilt sie ihre Erfahrungen und gibt wertvolle Einblicke in ihre Arbeit.
Vom Wirtschaftsinformatik-Studium zum Technik Coach für Online-Selbständige
Silke: Jenny, dein Werdegang ist sehr interessant. Wie kam es von der Wirtschaftsinformatik zum Online Business?
Jenny: „Mein Weg begann tatsächlich sehr klassisch mit einem Wirtschaftsinformatik-Studium, Schwerpunkt Logistik. Das bedeutete natürlich, dass ich alle grundlegenden Aspekte sowohl der Informatik als auch der Wirtschaft kennenlernte. Nach dem Studium arbeitete ich zunächst in der Industrie, aber irgendwann spürte ich, dass das nicht mehr meine Welt war.
Parallel hatte ich mich bereits intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, verschiedene Coachings durchlaufen und selbst eine Coach-Ausbildung begonnen. Der Ausstieg aus der Industrie war dann der erste große Schritt in Richtung Selbstständigkeit.
Allerdings war der Start nicht so einfach wie gedacht. Die Online-Business-Welt stellte mich vor völlig neue Herausforderungen. Aber je tiefer ich eintauchte, desto faszinierender wurde es. Es öffnete sich eine magische Welt voller Möglichkeiten, besonders an der Schnittstelle zwischen Technik und Marketing. Diese Kombination kannte ich aus meinem Studium nur oberflächlich, aber sie wurde zu meiner Leidenschaft.“
Die „Techi in Crime“ – Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Silke: Dein Claim „Techi in Crime“ ist sehr einprägsam. Was steckt dahinter?
Jenny: „Der Name entstand aus der Erkenntnis, dass technische Expertise allein nicht ausreicht. Durch meine Coach-Ausbildung kann ich einen ganzheitlicheren Ansatz bieten. Meine Kunden können zu mir kommen und auch mal sagen ‚Heute war alles richtig schlecht‘ – dann schauen wir gemeinsam, woran es liegt und entwickeln Lösungen.
Ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist, dass es bei mir keine dummen Fragen gibt. Jeder Mensch hat sein eigenes Lerntempo und seinen eigenen Weg. Wenn ich etwas mehrmals erklären muss, ist das völlig in Ordnung. Es geht darum, dass sich jeder verstanden und unterstützt fühlt.
Diese Kombination aus technischem Know-how und empathischer Begleitung macht den Unterschied. Viele meiner Kunden haben vorher schlechte Erfahrungen gemacht, weil sie sich von technischen Experten nicht verstanden fühlten. Bei mir finden sie einen sicheren Raum, wo sie alle Fragen stellen können.“
„Bei mir gibt es keine dummen Fragen zur Technik. Jeder hat seinen eigenen Weg und sein eigenes Tempo beim Lernen.“
Tipp vom Technik-Coach: Die wichtigsten Tools für Online Business Starter
Silke: Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Tools für den Start ins Online Business?
Jenny: „Diese Frage ist sehr wichtig, denn die richtige Toolauswahl kann über Erfolg oder Frustration entscheiden. An erster Stelle steht ein gutes Projektmanagement-Tool. Für Einsteiger empfehle ich Trello, weil es sehr intuitiv ist und man innerhalb von 15 Minuten die Grundfunktionen versteht.
Wer bereits mit einem Team oder virtuellen Assistenten arbeitet, für den ist Asana eine gute Wahl. Es bietet mehr Funktionen für die Zusammenarbeit. Der ‚König‘ unter den Projektmanagement-Tools ist für mich Notion. Ich nutze es mittlerweile für alles – von der Wissensdokumentation bis zur Teamkommunikation.
Was viele überrascht: An zweiter Stelle setze ich ein E-Mail-Marketing-Tool – noch vor der eigenen Website! Der Grund ist einfach: Mit einem guten E-Mail-Tool wie MailerLite kann man schnell eine funktionale Landing Page erstellen. Ich hatte kürzlich eine Kundin, mit der wir in nur 30 Minuten eine komplette One-Pager-Website aufgesetzt haben.
Von einer aufwendigen Website rate ich in den ersten 6-9 Monaten sogar ab. Es ist wichtiger, erste Erfahrungen zu sammeln und zu verstehen, mit wem und wie man arbeiten möchte. Die Website kann dann später entsprechend dieser Erkenntnisse entwickelt werden.“
„Es ist besser, drei Tools richtig gut zu beherrschen als zehn nur oberflächlich zu kennen.“
Innovative Freebie-Strategien mit Quiz-Marketing
Silke: Du bist ja eine echte Expertin für Quiz-Freebies. Was macht diese Form des Lead-Magnets so besonders?
Jenny: „Ein Quiz bietet deutlich mehr Vorteile als klassische PDF-Downloads. Bei einem PDF wissen wir oft nicht einmal, ob es überhaupt geöffnet wurde. Ein Quiz dagegen schafft sofortige Interaktion und Engagement.
Ich gestalte meine Quizze bewusst über Alltagssituationen, die das Problem meiner Zielgruppe widerspiegeln. Nehmen wir ein Beispiel aus meiner Coach-Zeit: Ich hatte einen Kurs zum Thema ‚Entspannt Nein sagen ohne schlechtes Gewissen‘ entwickelt. Allerdings war das Interesse zunächst gering. Warum? Weil die Menschen noch nicht erkannt hatten, dass sie ‚zu nett‘ waren. Also entwickelte ich ein Quiz mit dem Titel ‚Bin ich zu nett?‘, das genau diesen Erkenntnisprozess anstoßen sollte.
Das Besondere an Quizzen ist auch die Möglichkeit der Personalisierung. Am Ende erhält jeder Teilnehmer eine auf sein Ergebnis zugeschnittene Lösung. Das fühlt sich für den Nutzer viel wertvoller an als ein Standard-PDF. Zusätzlich gewinnen wir als Unternehmer wertvolle Einblicke in unsere Zielgruppe und können unsere weiteren Angebote gezielt ausrichten.“
Von Live-Workshops zum Selbstlernkurs – Eine Entwicklungsgeschichte
Silke: Du hast deinen Quiz-Workshop mehrfach live durchgeführt, bevor du ihn als Selbstlernkurs entwickelt hast. Warum dieser Weg?
Jenny: „Das war eine sehr bewusste Entscheidung. Ich habe den Workshop fünf oder sechs Mal live durchgeführt und dabei unglaublich viel gelernt. In jeder Runde gab es intensive Gespräche mit den Teilnehmern, ich konnte sehen, wo Fragen aufkamen und welche Aspekte besonders wichtig waren.
Ein einzelner Beta-Durchlauf, wie er oft empfohlen wird, reicht meiner Erfahrung nach nicht aus. Man muss sein Produkt wirklich am Kunden entwickeln und verfeinern. Nur so kann man sicher sein, dass es auch als Selbstlernkurs funktionieren wird.
Jetzt, wo ich den Kurs als Selbstlernvariante anbiete, fließen all diese Erfahrungen ein. Ich weiß genau, an welchen Stellen zusätzliche Erklärungen nötig sind und wo die häufigsten Fragen aufkommen. Das macht den Kurs viel wertvoller für die Teilnehmer.“
Praktische Tipps für Online-Business-Einsteiger
Silke: Was sind deine wichtigsten Tipps für Menschen, die ins Online-Business starten wollen?
Jenny: „Erstens: Nicht zu viel auf einmal wollen. Viele versuchen direkt am Anfang, alles perfekt zu machen – die Website, alle Social-Media-Kanäle, komplexe Marketing-Automation. Das führt oft zu Überforderung.
Zweitens: Mit den grundlegenden Tools beginnen und diese wirklich verstehen lernen. Es ist besser, drei Tools richtig gut zu beherrschen als zehn nur oberflächlich zu kennen.
Drittens: In die Interaktion mit der Zielgruppe gehen, bevor große Investitionen getätigt werden. Ob durch Quiz, E-Mail-Marketing oder Social Media – der direkte Austausch mit potenziellen Kunden ist Gold wert.
Viertens: Sich nicht von jedem neuen Tool-Trend mitreißen lassen. Das ‚Shiny Object Syndrome‘ ist im Online-Business weit verbreitet. Prüft kritisch, ob ein neues Tool wirklich einen Mehrwert für euer Business bringt.
Fünftens: Sich Unterstützung holen, wo sie nötig ist. Niemand muss alles alleine können. Es ist völlig in Ordnung, sich Hilfe zu suchen – sei es bei der Technik, beim Marketing oder bei der Strategie.“
„Wir brauchen alle irgendwie jemand im Business, der uns so ein bisschen zur Seite springt und uns unterstützt an Stellen, wo es halt einfach nicht weitergeht.“
This or That mit Jenny Holz
Zum Abschluss unseres intensiven Gesprächs spielten wir eine lockere Runde „This or That“:
Kaffee oder Tee? → „Definitiv Kaffee!“
Meer oder Berge? → „Meer, keine Frage.“
Blog oder Podcast? → „Nach kurzem Überlegen: Blog.“
Instagram oder LinkedIn? → „Instagram.“
Apple oder Windows? → „Apple all the way.“
Nutella-Brot mit oder ohne Butter? → „Mit Butter – wie sonst?“
Das Gespräch mit Jenny Holz zeigt eindrucksvoll, wie technische Expertise und menschliche Wärme sich ergänzen können. Ihre Entwicklung von der Wirtschaftsinformatikerin zur verständnisvollen Online-Business-Beraterin ist nicht nur inspirierend, sondern macht auch Mut, neue Wege zu gehen. Besonders ihre durchdachte Herangehensweise an Freebies und Online-Kurse gibt wertvolle Einblicke in die erfolgreiche Gestaltung von Online-Angeboten.
Jenny Holz beweist, dass es im Online-Business nicht nur um Technik und Tools geht, sondern vor allem um Menschen und ihre Bedürfnisse. Ihr Ansatz, technisches Know-how mit empathischer Begleitung zu verbinden, könnte wegweisend sein für die weitere Entwicklung der Online-Business-Branche.
Podcast-Episode #122: Techie in Crime – Technik meistern & mit Freebies durchstarten mit Jenny Holz
In der neuesten Folge meines Podcasts „ALLES IM GRIFF im Online-Marketing“ hatte ich einen ganz besonderen Gast: Karin Graf-Kaplaner, Slow Business Mentorin und selbsternannte „Wildblüte und Wikingerbraut“. Kennengelernt habe ich Karin ursprünglich durch ihre Rauhnächte-Kurse, die sie zusammen mit Anja Fischer anbietet. Ihre authentische Art hat mich sofort angesprochen und neugierig auf ihr Business-Konzept gemacht.
Podcast-Episode #118: Authentizität und Selbstfürsorge im Online-Business – Interview mit Karin Graf-Kaplaner
Was bedeutet eigentlich Slow Business?
Als Slow Business Mentorin steht Karin für einen anderen Ansatz als viele Business Coaches da draußen. Ihr Fokus liegt auf Achtsamkeit und Selbstfürsorge im Business – allerdings nicht im Sinne von „auf der Couch liegen und warten“. Vielmehr geht es darum, im eigenen Tempo nachhaltig zu wachsen. „Slow Business bedeutet nicht, dass wir langsam dahin dümpeln“, erklärt Karin. „Es steckt ganz viel Arbeit dahinter, aber eben gepaart mit Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Rücksicht auf das eigene Tempo.“
Der Weg zu diesem Ansatz war für Karin kein leichter: Ein Burnout und die ernüchternde Erkenntnis, trotz Rund-um-die-Uhr-Arbeit kaum Gewinn zu erwirtschaften, waren ihre Wendepunkte. „Als 2017 die Steuerberaterin zu mir sagte, mein Mann solle den Alleinverdienerabsetzbetrag beantragen, obwohl ich das ganze Jahr rund um die Uhr gearbeitet hatte – das war mein Wendepunkt“, erzählt sie. Sie begann, ihre Arbeitszeit zu tracken und in Balance mit dem Umsatz zu bringen. Ein Prozess, der etwa 3-4 Jahre dauerte.
Ich weiß, ich bin die wichtigste Ressource in meinem Unternehmen. Wenn es mir nicht gut geht, funktioniert gar nichts
– Karin Graf-Kaplaner
Der Kampf mit dem Perfektionismus
Wie viele Selbstständige hatte auch Karin lange mit Perfektionismus zu kämpfen. Sie setzte sich selbst extrem hohe Standards und war oft enttäuscht, wenn Kundinnen diese gar nicht in dem Maße würdigten. Heute weiß sie: Zwischen „hingeschludert“ und „perfekt“ gibt es viele Abstufungen. Diese Erkenntnis gibt sie auch an ihre Kundinnen weiter.
Das Problem ist, dass wir immer gezeigt kriegen, was das Ergebnis dieses Weges ist und nicht, was der Weg war.
– Karin Graf-Kaplaner
Authentizität im Marketing
Ein großes Thema unseres Gesprächs war Authentizität im Marketing. Karin steht heute zu ihrer direkten, klaren Art – früher hat sie sich dafür geschämt. „Ich bin sehr klar, sehr offen, teilweise auch sehr laut. Mein Mann sagt, ich spreche die Dinge aus, die eigentlich niemand aussprechen möchte“, erzählt sie lachend. Heute ist es ihr Markenzeichen und der Grund, warum Kundinnen sie als Mentorin wählen.
Sie rät, mit kleinen Schritten zur Authentizität zu finden. Das muss nicht gleich bedeuten, sich komplett zu zeigen – es kann auch erstmal der morgendliche Tee sein oder das tägliche Waldstück beim Hundespaziergang. Wichtig ist ihr dabei die Balance zwischen authentisch und professionell. Emotionale Momente müssen nicht sofort in die Story – manchmal braucht es erst Reflexion.
Die beeindruckenden Zahlen hinter dem Erfolg
Was mich besonders beeindruckt hat: Karin ist sehr transparent mit ihren „Facts and Figures“. Über 600 Newsletter, 500 Blogposts, 170 Podcast-Folgen und 60 Website-Projekte zeigen: Erfolg kommt nicht über Nacht. Diese Zahlen stehen für über 10 Jahre kontinuierliche Arbeit. Ein wichtiger Gegenpol zu den „Werde-über-Nacht-reich“-Versprechen, die man so oft im Online-Marketing sieht.
Warum Unterstützung so wichtig ist
Ein wichtiger Punkt, den Karin anspricht: Viele Selbstständige, besonders Frauen, denken sie müssten alles alleine schaffen. „Wenn dein Klo kaputt ist, holst du auch einen Installateur“, bringt sie es auf den Punkt. „Aber in der Selbstständigkeit gehen viele davon aus, dass sie alles alleine können müssen.“ Das führt oft zu Frustration und einem angeknacksten Selbstwert.
Sich Unterstützung zu holen ist kein Zeichen von Schwäche – im Gegenteil: Es spart Zeit, Energie und verhindert unnötige Umwege. Karin betont: „Wenn du versuchst, alles alleine zu schaffen, brauchst du viel mehr Zeit, viel mehr Energie, du machst viel mehr Fehler. Und wenn du müde und erschöpft bist, kannst du kein erfolgreiches Business führen.“
Eine persönliche Geschichte mit wichtiger Lehre
Karins persönliche Geschichte als ehemalige angehende Sängerin unterstreicht dabei einen wichtigen Punkt: Wenn etwas nicht klappt, liegt es nicht unbedingt an uns selbst, sondern vielleicht an der falschen Unterstützung. Als 18-Jährige wurde ihr gesagt, mit ihrer Figur könne sie keine Musicalsängerin werden – eine Aussage, die sie damals nicht hinterfragte. Heute weiß sie: „Wenn es bei dir im Business nicht läuft, dann liegt es nicht daran, dass du das nicht kannst oder dass du irgendwelche Mängel hast, dann liegt es vielleicht wirklich daran, dass du nicht die richtige Unterstützung hast.“
Podcast-Episode #118 mit Karin Graf-Kaplaner
Das ganze Interview mit Karin kannst du dir hier anhören:
Fazit
Das Gespräch mit Karin hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu gehen – auch wenn er vielleicht langsamer erscheint als der anderer. Nachhaltiges Business-Wachstum braucht Zeit, Authentizität und die richtige Unterstützung. Ihr Slow-Business-Ansatz ist eine erfrischende Alternative zu den üblichen „Schnell-reich-werden“-Versprechen im Online-Marketing.
Wer mehr von Karin erfahren möchte, findet sie auf ihrer Website, im Slow Growth Club oder kann sich ihre Jubeltage App anschauen. Eine inspirierende Unternehmerin, die zeigt, dass es auch anders geht im Online-Business – nämlich nachhaltig, authentisch und mit viel Selbstfürsorge.
Ich bin Silke, Online-Marketing- und Content-Coach für selbstständige Frauen, die gestressten Marketing-Muffeln hilft, ihr Online-Marketing mit Leichtigkeit und Authentizität zu meistern, indem ich mit ihnen maßgeschneiderte Strategien entwickle, die nicht nur effektiv sind, sondern auch Spaß machen und perfekt zu ihrer Persönlichkeit passen."