Klarheit vor Planung

Klarheit vor Planung

Marketing darf sich leichter anfühlen

Der Jahresanfang fühlt sich oft nach Neuanfang an, nach frischer Energie, neuen Möglichkeiten, einem inneren „Jetzt aber“. Und vielleicht spürst du genau das gerade auch. Gleichzeitig liegt da dieses leise Gefühl im Hintergrund: dass dieses Jahr endlich klarer, strukturierter, erfolgreicher laufen sollte. Vielleicht, weil du mit dem Vorjahr nicht so happy warst. Vielleicht aber auch nicht, weil du unzufrieden bist sondern weil du weißt, dass da mehr möglich wäre. Wenn sich Marketing nicht jedes Mal so schwer anfühlen würde.

Viele selbstständige Frauen starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr (ich übrigens auch) und merken nach wenigen Wochen, dass genau diese Vorsätze zusätzlichen Druck erzeugen. Nicht, weil sie zu wenig tun sondern weil sie versuchen, ihr Marketing zu planen, bevor klar ist, wie es sich überhaupt anfühlen soll.

Dieser Artikel ist keine Anleitung für einen perfekten Jahresstart. Er ist eine Einladung, dein Marketing für 2026 anders zu denken: ruhiger, bewusster – und so, dass es zu deinem Leben passt.

💡 Das Wichtigste in Kürze

In diesem Artikel geht es nicht darum, dein Marketing neu zu erfinden, sondern darum, es neu auszurichten.

Du liest hier, warum der Jahresanfang oft mehr Druck als Klarheit erzeugt. Warum das, was du bewusst nicht tust, ein starkes Markensignal sein kann. Und wie eine ruhige, tragfähige Struktur dir Sicherheit gibt – ohne dich anzutreiben.

Damit Marketing 2026 nicht lauter wird. Sondern stimmiger und authentischer.

Warum das neue Jahr neben Chancen auch Stolpersteine bietet

Der Jahresanfang hat immer eine besondere Energie, wie ein kollektiver Verstärker. Das kennst du vielleicht auch: Auf einmal fühlt es sich so an, als wäre alles möglich. Als könnte man komplett neu anfangen und Dinge ab jetzt „richtig“ machen. Neue Ziele, neue Routinen, neue Marketingpläne. So ähnlich wie zu Schulzeiten am Beginn eines neuen Schuljahres, wenn man mit frischen Heften und Stiften in die Schule gegangen und sich vorgenommen hat, dass man ab jetzt immer ganz ordentlich ist und schreibt. Und ich liebe diese Neuanfangsgedanken sehr, weil sie unheimlich viel Power und Energie mit sich bringen können.

Auf der anderen Seite bringt der Jahreswechsel oft etwas mit, was sich auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so deutlich zeigt, nämlich Druck. Der ist nicht immer laut und auch nicht immer offensichtlich. Das ist mehr so ein Ziehen im Hintergrund und diese innere Stimme, die sagt: „Dieses Jahr muss es aber besser laufen.“ oder „Dieses Jahr musst du es aber richtig machen.“ Da ist der Druck, diesmal strukturierter vorzugehen, sichtbarer zu werden, konstanter zu sein und natürlich unterm Strich erfolgreicher.

Und wenn wir ehrlich sind kommt dieser Druck selten nur von außen. Klar, da sind auf Social Media vor allem überall Posts, Podcastfolgen, Jahresplanungsworkshops und „So erreichst du deine Ziele“-Programme. Und vieles davon ist nicht einmal böse gemeint – jedenfalls nicht meine Podcast-Episoden und mein Jahresplanungsworkshop 😉

Das Problem ist aber eher, dass unser Kopf aus diesen vielen Impulsen schnell eine Art Pflichtprogramm macht. Als gäbe es eine richtige Art, ins neue Jahr zu starten und als müsse man sofort beweisen, dass und wie ernst man es meint. Und oft führt das dazu, dass aus dem positiven Gefühl des Jahresbeginns statt positiver Energie eher das Gefühl entsteht, dass man schon hinterherlaufen würde. Das liegt aber nicht daran, dass du zu wenig Motivation hast oder dir die Disziplin fehlt.

Es liegt daran, dass der Jahresanfang Erwartungen bündelt – oft unbewusst. Erwartungen daran, wie sichtbar man sein sollte, wie klar das eigene Business sein müsste und wie strukturiert man jetzt endlich arbeiten sollte.

Diese Erwartungen entstehen selten aus dem Nichts sondern sie speisen sich aus dem, was wir sehen: Da gibt es diejenigen, die scheinbar genau wissen, wohin sie wollen. Contentpläne, die längst fertiggestellt sind oder Marketingaktivitäten, die unabhängig von Feiertagen und Jahreswechsel weiterlaufen, als hätte es nie eine Pause gegeben und als müsste es auch nie eine geben. Und plötzlich ist da dieser innere Vergleich, der uns oft gar nicht aktiv auffällt. Es ist mehr so ein Gefühl oder eine leise Frage im Hintergrund: Bin ich schon weit genug? Mache ich es richtig? Müsste ich nicht eigentlich…?

Gerade im Marketing zeigt sich das besonders deutlich, denn Marketing ist sichtbar und alles, was sichtbar ist, lädt unweigerlich zum Vergleich ein. Viele starten deshalb mit einem starken Impuls ins neue Jahr, dass jetzt aufgeräumt wird, geplant und das Marketing endlich ernstgenommen wird. Und dann kippt der Jahresanfang oft in den Aktionismus, der sich am Anfang sogar gut anfühlt. Denn man tut etwas, kommt ins Handeln, hat das Gefühl, die Kontrolle zurückzugewinnen und eine Macherin zu sein.

Was aber, wenn Aktionismus ohne Klarheit stattfindet? Dann kann er höchstens für einen Moment wirken.

Denn wenn wir anfangen zu planen, ohne wirklich zu wissen, was zu unserem Leben, unserem Arbeitsalltag und unserer aktuellen Energie passt, entstehen Pläne, die von Anfang an unter Druck stehen. Sie sind oft zu voll, zu ambitioniert oder zu sehr an einem Ideal ausgerichtet, das im Alltag kaum Platz findet. Dann passiert etwas sehr Typisches: Der Plan ist durchdacht, vielleicht sogar richtig gut – aber er bleibt Theorie. Er liegt da, wird immer wieder angeschaut, vielleicht auch innerlich kommentiert, aber nicht wirklich gelebt.

Ein Plan, der nicht aus deinem Leben heraus entsteht, wird früher oder später zur Belastung.

Und mit jedem Tag, an dem er nicht umgesetzt wird, entsteht ein ungutes Gefühl. Kein lauter Frust, sondern eher dieses leise Ziehen im Hintergrund: schlechtes Gewissen, Zweifel, Selbstkritik. Nicht, weil der Plan an sich falsch wäre, sondern weil er nicht aus dem echten Leben heraus entstanden ist.

Viele Frauen, die zu mir kommen, beschreiben genau das. Sie wissen, was sie tun könnten. Sie haben Strategien verstanden, Kurse besucht, Inhalte konsumiert. Sie haben ausprobiert, angepasst, optimiert. Und trotzdem fühlt sich Marketing immer wieder schwer an. Das Problem ist dabei selten fehlendes Wissen. Viel häufiger fehlt die Verbindung zwischen Marketing und dem eigenen Alltag. Zwischen dem, was theoretisch sinnvoll wäre, und dem, was sich praktisch umsetzen lässt.

Der Jahresanfang verstärkt genau diese Lücke. Er suggeriert: Jetzt ist der richtige Moment, alles neu aufzusetzen. Was dabei oft zu kurz kommt, ist eine viel grundlegendere Frage: Passt das, was ich mir vornehme, wirklich zu mir – und zu meinem Leben?

Vielleicht ist genau das der Grund, warum so viele gute Vorsätze schon im Februar leiser werden. Nicht, weil sie falsch waren. Sondern weil sie auf einer Grundlage entstanden sind, die zu wenig mit der eigenen Realität zu tun hatte. Denn ein Jahr beginnt nicht mit einem Plan. Es beginnt mit einer inneren Ausrichtung. Solange diese Ausrichtung fehlt, wird jeder Plan früher oder später zur Belastung. Nicht, weil du ihn nicht einhältst, sondern weil er zu einem Maßstab wird, an dem du dich ständig misst.

Und genau hier liegt der entscheidende Perspektivwechsel:
Marketing darf dich nicht permanent daran erinnern, was du noch alles tun solltest. Es darf dich unterstützen, dir Orientierung geben und dich durch dein Jahr begleiten. Dafür braucht es etwas anderes als neue To-do-Listen oder ambitionierte Vorsätze. Es braucht Klarheit. Nicht darüber, was du alles machen willst. Sondern darüber, wie du sichtbar sein willst – und was du bewusst nicht mehr zu deinem Marketing zählen möchtest.

Klarheit vor Planung

Nach dem Jahresanfang und all den Erwartungen, die damit einhergehen, entsteht oft der Wunsch nach einem Plan. Nach etwas Festem und nach einer Struktur, an der man sich orientieren kann. Das ist verständlich und grundsätzlich auch sinnvoll. Problematisch wird es erst dann, wenn Planung zu früh kommt. Denn ein Plan beantwortet viele organisatorische Fragen. Er sagt dir, wann du etwas tun willst, wie oft und vielleicht sogar auf welchem Kanal. Was er nicht beantworten kann, ist eine viel grundlegendere Frage: Warum genau das – und nicht etwas anderes?

Genau hier setzt Klarheit an.

Klarheit bedeutet nicht, alles schon zu wissen oder sich für immer festzulegen. Es geht nicht um eine endgültige Entscheidung für die nächsten zwölf Monate. Es geht darum, dir bewusst zu machen, wofür du sichtbar sein möchtest – und wofür nicht.

Diese Unterscheidung klingt einfach, ist aber erstaunlich wirkungsvoll. Viele Marketingentscheidungen fühlen sich schwer an, weil sie aus einem diffusen „Man müsste mal“ entstehen. Man müsste sichtbarer sein. Man müsste regelmäßiger posten. Man müsste dieses oder jenes ausprobieren. Solange dieses „müsste“ im Raum steht, bleibt alles unscharf. Und Unsicherheit kostet Energie.

Klarheit bringt Ruhe, weil sie Grenzen setzt. Nicht im Sinne von Einschränkung, sondern im Sinne von Orientierung. Wenn du weißt, wofür du sichtbar sein willst, wird vieles automatisch leichter. Du musst nicht mehr jede neue Idee prüfen. Du musst nicht mehr jeden Trend bewerten. Du musst nicht mehr alles in Betracht ziehen, nur weil es theoretisch funktionieren könnte. Gleichzeitig gehört zur Klarheit immer auch die andere Seite: das bewusste Nein. Wofür möchtest du nicht sichtbar sein? Welche Themen, Formate oder Erwartungen möchtest du 2026 nicht mehr bedienen?

Diese Fragen werden oft ausgelassen, weil sie unbequem sind. Ein Nein fühlt sich schnell wie ein Risiko an. Wie ein Verzicht. Wie eine vertane Chance. In Wahrheit ist ein klares Nein häufig die Voraussetzung dafür, dass dein Ja überhaupt Wirkung entfalten kann.

Klarheit bedeutet auch, dir ehrlich einzugestehen, was zu deinem Leben passt – und was nicht. Nicht zu einem idealisierten Business-Alltag, sondern zu dem, den du tatsächlich lebst. Vielleicht hast du wenig Lust auf tägliche Präsenz, vielleicht brauchst du Phasen von Rückzug, um gute Inhalte zu entwickeln oder vielleicht funktioniert dein Marketing besser, wenn es ruhiger, fokussierter und weniger häufig ist.

All das sind keine Schwächen. Es sind Rahmenbedingungen. Und genau diese Rahmenbedingungen dürfen Teil deiner Marketing-Entscheidungen sein. Ohne diese Klarheit entsteht Planung schnell aus einem äußeren Maßstab heraus: aus dem, was andere tun, empfehlen oder vormachen. Mit Klarheit entsteht Planung aus dir selbst heraus. Du merkst das ganz konkret im Alltag. Entscheidungen fühlen sich weniger zäh an. Du grübelst weniger. Du erklärst dich seltener. Und du hast schneller ein Gefühl dafür, ob etwas zu dir passt oder nicht.

Marketing darf sich leichter anfühlen.
Nicht weniger professionell – sondern stimmiger.

Klarheit ist damit keine Vorstufe zur Planung, die man schnell abhakt. Sie ist das Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut. Und sie ist nichts Abstraktes. Sie zeigt sich ganz praktisch in Fragen wie:

  • Möchte ich 2026 lieber weniger Formate, dafür mehr Tiefe?
  • Möchte ich mich zu bestimmten Themen klar positionieren – und andere bewusst außen vor lassen?
  • Möchte ich Marketing so gestalten, dass es mich auch in vollen Phasen trägt?

Wenn du diese Fragen für dich beantwortest, muss dein Marketing nicht jedes Mal neu erfunden werden. Es bekommt einen inneren Rahmen. Und dieser Rahmen gibt Sicherheit – nicht nur für dich, sondern auch für die Menschen, die dir folgen. Erst aus dieser Klarheit heraus macht es Sinn, weiterzudenken. Zu schauen, was bleiben darf. Und was gehen kann. Denn Klarheit führt ganz automatisch zum nächsten Schritt: zum bewussten Weglassen.

Wenn du die Inhalte dieses Blogartikels lieber anhören möchtest, findest du im Podcast ALLES IM GRIFF im Online-Marketing eine zusammenhängende Serie genau zu diesem Thema.

Podcast-Episode #172: Klarheit vor Planung

Weglassen als Markensignal

Wenn Klarheit da ist, passiert oft etwas sehr Spannendes und ganz Natürliches: Du beginnst, Dinge zu hinterfragen, die du bisher einfach mitgemacht hast. Nicht aus Trotz oder Ablehnung, sondern aus einem neuen Bewusstsein heraus. Plötzlich stellst du dir Fragen wie: Brauche ich das wirklich? Passt das noch zu mir? Oder mache ich das vor allem, weil man es so macht?

Genau an diesem Punkt kommt das Weglassen ins Spiel. Und obwohl Weglassen oft wie ein Rückschritt wirkt, ist es in Wahrheit eine sehr bewusste Entscheidung. Eine, die viel über dich und deine Marke aussagt. Denn Marketing besteht nicht nur aus dem, was du zeigst, teilst oder anbietest. Es besteht genauso aus dem, was du bewusst nicht tust. Welche Kanäle du nutzt – und welche nicht. Welche Themen du immer wieder aufgreifst – und welche du außen vor lässt. Welche Erwartungen du erfüllst – und welche du nicht mehr bedienst. Diese Entscheidungen sind kein Zufall, sie senden vielmehr ein Signal. Ein Signal an dich selbst, aber auch an die Menschen, die dir folgen. Sie zeigen, wofür du stehst. Und wofür eben nicht.

Viele selbstständige Frauen zögern beim Weglassen, weil sie Angst haben, etwas zu verlieren. Reichweite. Sichtbarkeit. Möglichkeiten. Vielleicht auch Anerkennung. Diese Sorge ist nachvollziehbar. Schließlich wird uns oft vermittelt, dass Marketing vor allem eines braucht: Präsenz. Doch Präsenz allein schafft noch keine Wirkung. Wirkung entsteht eher durch Klarheit und Wiedererkennbarkeit. Wenn alles möglich ist, wird nichts greifbar. Wenn du überall ein bisschen bist, bist du selten wirklich da.

Weglassen hilft dabei, diese Zerstreuung zu beenden. Es bündelt deine Energie. Und es macht dein Marketing verständlicher, und zwar für dich und für andere. Dabei geht es nicht darum, radikal alles zu streichen oder sich künstlich zu verknappen. Weglassen bedeutet nicht Verzicht um jeden Preis. Es bedeutet, ehrlich hinzuschauen: Was zahlt wirklich auf das ein, wofür ich sichtbar sein möchte?

Vielleicht stellst du fest, dass bestimmte Kanäle dich mehr stressen, als sie dir bringen. Vielleicht merkst du, dass manche Formate zwar gut funktionieren, sich aber nicht mehr nach dir anfühlen. Vielleicht erkennst du, dass du Themen bedienst, die Aufmerksamkeit bringen, aber nicht die richtigen Menschen anziehen. All das darf hinterfragt werden.

Weglassen ist in diesem Zusammenhang kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Reife. Es zeigt, dass du nicht jedem Impuls folgen musst. Dass du Entscheidungen triffst, die nicht nur kurzfristig sinnvoll erscheinen, sondern langfristig tragen. Und genau deshalb ist Weglassen ein Markensignal und es signalisiert: Ich kenne meine Schwerpunkte. Ich weiß, was mir wichtig ist. Und ich erlaube mir, nicht alles mitzumachen. Diese Haltung schafft Vertrauen. Denn sie wirkt ruhig. Klar. Verlässlich.

Für viele entsteht hier eine große Erleichterung. Denn mit jedem bewussten Nein wird das Ja klarer. Entscheidungen werden einfacher. Marketing fühlt sich weniger nach Dauerbewertung an und mehr nach einem Rahmen, in dem du dich bewegen kannst. Weglassen schafft Platz. Platz für Tiefe statt Breite. Platz für Qualität statt Quantität. Platz für eine Sichtbarkeit, die sich nicht nach Anstrengung anfühlt. Und genau dieser Platz ist wichtig für den nächsten Schritt. Denn wenn klar ist, was bleibt und was gehen darf, stellt sich eine neue Frage: Wie halte ich das im Alltag?

Hier kommt Struktur ins Spiel. Nicht als starres System, sondern als etwas, das dich trägt.

Podcast-Episode #173: Fokussiert statt verzettelt Der Mut zum Weglassen

Struktur, die trägt

Wenn Klarheit da ist und du weißt, was du bewusst weglassen möchtest, entsteht oft ein neues Bedürfnis: nach Halt. Nicht nach Kontrolle, sondern nach etwas, das dir im Alltag Orientierung gibt. Genau hier kommt Struktur ins Spiel. Und genau hier wird sie oft missverstanden. Viele verbinden Struktur mit festen Plänen, vollen Kalendern oder detaillierten To-do-Listen. Mit etwas, das antreibt, überwacht oder ständig daran erinnert, was noch zu tun ist. Kein Wunder also, dass Struktur für viele eher Druck als Entlastung bedeutet.

Dabei kann Struktur auch etwas ganz anderes sein. Eine Struktur, die trägt, ist kein Plan zum Abarbeiten. Sie ist ein innerer Rahmen, der dir hilft, Entscheidungen zu treffen – auch dann, wenn dein Alltag voll ist oder deine Energie schwankt. Ein solcher Marketing-Fahrplan beantwortet nicht jede Detailfrage. Er sagt dir nicht, was du an welchem Tag posten musst. Aber er hilft dir, einzuordnen, ob etwas gerade zu dir passt oder nicht.

Vielleicht kennst du diese Momente, in denen eine neue Idee auftaucht oder vielleicht ein Impuls von außen. Ein Trend, über den gerade alle sprechen. Und sofort stellt sich die Frage: Sollte ich das auch machen? Ohne Struktur beginnt dann oft das Grübeln. Mit Struktur entsteht eine andere innere Bewegung. Du kannst prüfen: Passt das zu meiner Klarheit? Zu dem, was ich bleiben lassen möchte? Zu dem Rahmen, den ich mir gesetzt habe? Struktur wirkt in diesem Sinne wie ein Filter. Sie nimmt dir Entscheidungen nicht ab, aber sie macht sie leichter.

Wichtig ist dabei: Diese Struktur muss zu deinem Leben passen. Nicht zu einem idealisierten Arbeitsalltag, sondern zu deinem echten. Zu Tagen mit Terminen, zu Phasen mit wenig Raum, zu Momenten, in denen Marketing eher im Hintergrund läuft. Eine tragende Struktur darf deshalb flexibel sein. Sie darf sich anpassen und vor allem darf sie mitwachsen.

Sie erinnert dich nicht daran, was du alles noch nicht geschafft hast sondern daran, was dir wichtig ist und viele erleben an diesem Punkt eine große Erleichterung. Marketing fühlt sich nicht mehr wie ein Dauerprojekt an, das ständig Aufmerksamkeit fordert. Es wird zu etwas, das dich begleitet – ruhig, verlässlich, ohne ständigen Druck.

Das bedeutet nicht, dass es keine Verbindlichkeit mehr gibt. Im Gegenteil, denn die braucht es unbedingt. Aber gerade die Struktur schafft Verbindlichkeit, aber nicht über Zwang, sondern über Passung. Du bleibst eher dran, weil sich das, was du dir vornimmst, tragen lässt. Und genau hier liegt ein wichtiger Unterschied: Struktur, die antreibt, arbeitet gegen dich. Struktur, die trägt, arbeitet mit dir. Sie erlaubt dir, Pausen zu machen, ohne alles infrage zu stellen. Sie hilft dir, wieder einzusteigen, ohne von vorne anfangen zu müssen und sie sorgt dafür, dass Sichtbarkeit nicht jedes Mal neu aufgebaut werden muss.

Ein Marketing-Fahrplan in diesem Sinne ist kein starres Dokument. Er ist eher ein innerer Kompass. Etwas, das dir Orientierung gibt, auch wenn nicht alles klar ist. Und vielleicht ist genau das die Art von Struktur, die viele im Marketing suchen, ohne sie bisher so benannt zu haben.

Wenn du diese Art von Struktur für dich entwickelst, entsteht etwas Wichtiges: Sicherheit. Nicht die Sicherheit, alles im Griff zu haben. Sondern die Sicherheit, mit deinem Marketing umgehen zu können – auch dann, wenn es mal holpert. Damit ist der Rahmen gesetzt und genau aus diesem Rahmen heraus darf der Start ins Jahr leicht sein.

Ein sanfter 30-Tage-Start (ohne Checkliste)

Nach all den Gedanken zu Klarheit, Weglassen und Struktur stellt sich oft eine ganz praktische Frage: Und wie starte ich jetzt konkret ins Jahr, ohne direkt wieder in alte Muster zu fallen?

Die Antwort darauf ist vielleicht überraschend einfach: Nicht mit einem Plan für alles und auch nicht mit einer Liste von Dingen, die du „durchziehen“ willst. Ein sanfter Start ins Jahr bedeutet, dem Marketing Zeit zu geben, sich neu zu sortieren. Nicht durch Stillstand, sondern durch bewusste Aufmerksamkeit. Die ersten 30 Tage dürfen ein Übergang sein – kein Sprint.

Statt Wochenplänen oder Tageszielen können dir drei ruhige Impulse Orientierung geben.

Der erste Impuls ist Beobachtung.
Nicht im Sinne von Analyse oder Bewertung, sondern als ehrliches Hinsehen. Wie fühlt sich dein Marketing gerade an? Wo fließt es leicht, wo stockt es? Welche Gedanken tauchen auf, wenn du an Sichtbarkeit denkst? Diese Beobachtungen müssen nicht sofort zu Konsequenzen führen. Es reicht, sie wahrzunehmen.

Der zweite Impuls ist Vereinfachung.
In den ersten Wochen des Jahres darfst du bewusst weniger wollen. Weniger Themen, weniger Formate, weniger Erwartungen an dich selbst. Vereinfachung heißt nicht, dass du dich zurückziehst, sondern dass du dir erlaubst, den Fokus enger zu setzen. Was wäre eine Form von Sichtbarkeit, die sich im Moment gut halten lässt?

Der dritte Impuls ist Vertrauen.
Vertrauen darauf, dass Marketing nicht sofort perfekt laufen muss, um wirksam zu sein. Dass Konstanz nicht in den ersten Wochen entsteht, sondern über Zeit. Und dass du nachjustieren darfst, ohne alles infrage zu stellen.

Diese drei Impulse sind keine Aufgaben. Sie sind eher eine Haltung für die ersten Wochen des Jahres. Sie helfen dir, im Kontakt mit deinem Marketing zu bleiben, ohne dich selbst unter Druck zu setzen. Vielleicht merkst du nach 30 Tagen, dass sich etwas verschoben hat. Dass Entscheidungen leichter fallen. Dass du klarer spürst, was bleiben darf und was nicht. Vielleicht hast du noch keine Antworten auf alles aber ein besseres Gefühl für deinen eigenen Rhythmus. Und genau darum geht es.

Klarheit ist kein Schritt vor der Planung. Sie ist die Grundlage dafür.

Ein guter Start ins Jahr zeigt sich nicht daran, wie viel du umsetzt. Sondern daran, ob das, was du tust, zu dir passt. Wenn Marketing sich nicht wie ein zusätzlicher Kraftakt anfühlt, sondern wie etwas, das dich begleitet, entsteht langfristig mehr Stabilität. Nicht durch Tempo, sondern durch Stimmigkeit.

Wenn du mehr zum Thema authentisches Marketing lesen möchtest, empfehle ich dir diesen Artikel: Authentizität im Marketing – was sie wirklich bedeutet

Abschluss & Einladung

Mir ist ganz wichtig, dass es bei diesem Artikel nicht darum geht, dein Marketing neu zu erfinden. Nicht darum, alles besser, schneller oder effizienter zu machen. Sondern darum, einen anderen Blick darauf zu entwickeln. Einen Blick, der Klarheit vor Planung stellt. Der Weglassen nicht als Verlust, sondern als Entscheidung versteht und der Struktur als etwas sieht, das trägt und nicht antreibt.

Wenn du mit diesem Gedanken ins Jahr 2026 startest, darf Marketing leiser werden. Nicht weniger wichtig, aber weniger fordernd. Es darf sich stärker an deinem Leben orientieren, an deinem Rhythmus, an dem, was für dich realistisch ist.

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass du dir genau das wünschst:

  • mehr innere Sicherheit in deinen Marketing-Entscheidungen.
  • weniger Druck, alles „richtig“ zu machen.
  • und einen Rahmen, der dir hilft, sichtbar zu bleiben, ohne dich selbst dabei zu verlieren.

Dann nimm diesen Artikel gerne als Orientierung und als Einladung, dein Marketing Schritt für Schritt stimmiger zu gestalten.

Wenn du diese Gedanken weiter vertiefen möchtest, findest du im Podcast ALLES IM GRIFF im Online-Marketing die passenden Folgen zu diesem Thema. Dort spreche ich im Januar ausführlich über Klarheit, Weglassen, Struktur und Sichtbarkeit als zusammenhängende Serie, die dich durch diesen Prozess begleitet.

Und wenn du dir eine regelmäßige, ruhige Begleitung für dein Marketing wünschst, lade ich dich herzlich ein, meinen Newsletter zu abonnieren. Dort teile ich Gedanken, Einordnungen und Impulse rund um authentisches, alltagstaugliches Marketing – ohne Hektik, ohne Daueroptimierung.

Emotionale Intelligenz im Marketing: So erreichst du deine Kunden wirklich

Emotionale Intelligenz im Marketing: So erreichst du deine Kunden wirklich

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die Hauptaussage? Emotionale Intelligenz ist Haltung, nicht Taktik. Verstehe dich und deine Kundinnen so gut wie möglich und handle empathisch.
  • Warum ist das wichtig? Du baust Verbindung und Vertrauen auf, gewinnst treue Kundinnen, kannst authentischeres Marketing machen und verkaufst leichter.
  • Wie setzt man es um? Kläre deine Mission und den Nutzen. Höre zu. Spiegle die Sprache deiner WunschkundInnen, erzähle Geschichten und hole dir Feedback.

„Emotionale Intelligenz ist keine Marketing-Taktik. Sie ist Haltung.“

Du hast Content erstellt, der inhaltlich auf den Punkt ist – doch statt Resonanz bleibt es still. Kein Feedback, keine Interaktion, kein Verkauf. Fachlich stimmt alles, trotzdem entsteht keine Verbindung.

In vielen Marketing-Strategien liegt der Fokus auf Zahlen, Daten, Funktionen. Was dabei oft fehlt? Das Gefühl, gesehen und verstanden zu werden. Genau hier kommt emotionale Intelligenz ins Spiel.

Wenn du beginnst, nicht nur über dein Angebot zu sprechen, sondern die Emotionen deiner Zielgruppe wirklich wahrzunehmen und anzusprechen, verändert sich vieles. Plötzlich entsteht Nähe. Vertrauen. Wirkung.

In diesem Artikel zeige ich dir:

  • was emotionale Intelligenz im Marketing bedeutet,
  • wie du damit echtes Interesse und Vertrauen aufbaust
  • und wie du Schritt für Schritt empathischer, klarer und erfolgreicher kommunizierst.

Was bedeutet emotionale Intelligenz – und warum ist sie im Marketing so entscheidend?

Emotionale Intelligenz bedeutet, dass du nicht nur deine eigenen Gefühle verstehst, sondern auch die Emotionen anderer Menschen erkennst und angemessen darauf reagierst. Es geht um Selbstwahrnehmung, Empathie, Selbstregulierung und soziale Fähigkeiten. Und ja – genau das spielt auch im Marketing eine zentrale Rolle.

Denn Kaufentscheidungen werden selten rational getroffen – selbst wenn wir es gern glauben möchten. Studien zeigen: Bis zu 95 % unserer Entscheidungen passieren unbewusst, emotional. Erst im Nachhinein suchen wir nach logischen Argumenten, um unsere Wahl zu rechtfertigen.

Das bedeutet für dein Marketing:

  • Es reicht nicht, die Vorteile deines Angebots sachlich aufzuzählen.
  • Du musst spürbar machen, was sich für deine Kundin verändert, wenn sie mit dir arbeitet.
  • Du musst zeigen, dass du verstehst, was sie wirklich bewegt.

Emotionale Intelligenz hilft dir, genau diese Verbindung aufzubauen. Und das wirkt sich direkt auf deinen Erfolg aus:

  • Du erreichst mehr Menschen auf einer tieferen Ebene.
  • Du wirst als empathische, echte Expertin wahrgenommen.
  • Du stärkst die Kundenbindung, bekommst mehr Weiterempfehlungen und verkaufst leichter.

Denn wer sich verstanden fühlt, bleibt. Und empfiehlt dich weiter.

Praxisbeispiel: Wie emotionale Intelligenz Buchungen verdoppelt

Maria ist Hochzeitsfotografin. Technisch ist sie top, ihre Bilder sind gestochen scharf, perfekt bearbeitet – und trotzdem blieben die Buchungen hinter ihren Erwartungen zurück.

Der Wendepunkt kam, als sie erkannte: Es geht ihren Kunden nicht nur um schöne Fotos. Es geht um Emotionen. Um das Herzklopfen vor dem Ja-Wort. Um den Tränenmoment bei der Rede des Vaters. Um das ungestellte Lächeln beim ersten Tanz.

Maria hat ihre Kommunikation daraufhin komplett verändert:

  • Auf ihrer Website spricht sie nicht mehr über Objektive und Bearbeitungszeiten, sondern über die Magie des Moments.
  • In Vorgesprächen fragt sie gezielt, welche Stimmung ihre Kund*innen auf den Bildern sehen wollen – nicht nur, wie viele Gruppenfotos sie brauchen.
  • Auf Social Media teilt sie echte Geschichten ihrer Paare – samt Aufregung, Freude und Lieblingsmomenten.

Die Wirkung? Ihre Buchungsrate hat sich innerhalb weniger Wochen verdoppelt. Aber nicht nur das: Ihre Kund*innen empfehlen sie heute aktiv weiter – weil sie sich nicht nur fotografiert, sondern wahrgenommen und verstanden fühlen.

Dieses Beispiel zeigt: Emotionale Intelligenz im Marketing ist kein nettes Extra. Sie ist oft der entscheidende Hebel, um aus Interesse echte Kaufentscheidungen zu machen.

Emotionale Intelligenz entwickeln – 5 konkrete Schritte

Du musst keine geborene Empathin sein, um emotionale Intelligenz in deinem Marketing zu nutzen. Diese Fähigkeit lässt sich lernen – Schritt für Schritt. Hier sind fünf Ansätze, mit denen du sofort starten kannst:

1. Deine Zielgruppe wirklich verstehen – zwischen den Zeilen lesen

Viele definieren ihre Zielgruppe nach Alter, Beruf oder Familienstand. Doch das reicht nicht. Wenn du wirklich berühren willst, musst du tiefer blicken.

Frage dich:

  • Was frustriert sie aktuell am meisten?
  • Welche Gedanken halten sie nachts wach?
  • Wonach sehnen sie sich – emotional?

Sprich mit deinen Wunschkund*innen. Führe Interviews, starte Umfragen, höre in Facebook-Gruppen zu. Und achte besonders auf das, was zwischen den Zeilen mitschwingt – denn genau dort liegen oft die wahren Beweggründe.

2. Empathie üben – und ehrlich meinen

Versetze dich in deine potenzielle Kundin hinein: Wo steht sie gerade? Was erlebt sie, wenn sie über ihr Marketing nachdenkt? Was wünscht sie sich insgeheim?

Empathie bedeutet, nicht über sie zu sprechen, sondern aus ihrer Perspektive zu kommunizieren. Nicht: „Du brauchst diesen Kurs, um XY zu erreichen.“ Sondern: „Ich sehe, dass du gerade feststeckst – und ich weiß, wie sich das anfühlt.“

Empathie im Marketing schafft Verbindung – ohne Druck.

„Ich sehe dich. Ich verstehe, wo du stehst. Und ich habe eine Lösung.“

3. Deine eigenen Emotionen wahrnehmen – und nutzen

Emotionale Intelligenz beginnt bei dir selbst. Wenn du frustriert bist, weil dein Marketing nicht funktioniert, schau genau hin: Woran liegt es wirklich?

Vielleicht passt die Strategie nicht zu dir. Vielleicht sprichst du mit einem Ton, der sich nicht echt anfühlt. Oder du bist müde vom ständigen Content-Hamsterrad.

Diese Selbsterkenntnis ist Gold wert. Denn erst, wenn du dich selbst ehrlich reflektierst, kannst du authentisch kommunizieren – und wirklich berühren.

Und wenn du hierbei Unterstützung brauchst, dann ist vielleicht das 1:1 Marketing Mentoring das Richtige für dich.

4. Die Sprache der Emotionen nutzen

Worte wirken – vor allem, wenn sie Bilder im Kopf erzeugen. Statt:
„Du wirst mit diesem Kurs effizienter“,
lieber:
„Stell dir vor, wie es sich anfühlt, endlich Zeit für das zu haben, was dir wirklich wichtig ist.“

Streiche Floskeln und Fachbegriffe. Sprich klar, bildhaft und menschlich. So entsteht Nähe – und Vertrauen.

5. Storytelling einsetzen – gezielt und echt

Geschichten verbinden. Vor allem, wenn sich deine Zielgruppe darin wiederfindet. Du brauchst keine Märchen zu erfinden – erzähle echte Geschichten:

  • Von dir und deinem Weg
  • Von deinen Kund*innen (mit Erlaubnis)
  • Von typischen Situationen, die deine Zielgruppe erlebt

Gute Geschichten brauchen:

  • eine Hauptfigur (mit der sich deine Leser*innen identifizieren können)
  • eine Herausforderung (die das Problem widerspiegelt)
  • eine Lösung (die du anbietest)

So machst du klar: Ich sehe dich. Ich kenne dein Problem. Und ich kann dir helfen.

So bringst du emotionale Intelligenz in deinen Content

Emotionale Intelligenz zeigt sich nicht nur in Gesprächen, sondern auch in deinem geschriebenen und visuellen Content. Wenn du es schaffst, Gefühle bewusst anzusprechen, stärkst du die Verbindung zu deinen Leser*innen – und machst dein Marketing wirkungsvoller.

Hier sind vier konkrete Wege, wie du das umsetzen kannst:

1. Emotionen gezielt im Text ansprechen

Bevor du einen Text schreibst – egal ob Social-Media-Post, E-Mail oder Blogartikel – überlege dir: Welche Emotion möchte ich auslösen?

Typische emotionale Einstiegspunkte sind:

  • Überforderung („Du hast alles versucht, aber es fühlt sich an, als würdest du auf der Stelle treten?“)
  • Sehnsucht („Du wünschst dir mehr Struktur und Leichtigkeit in deinem Marketing?“)
  • Erleichterung („Endlich ein Plan, der funktioniert – ohne dich zu überfordern.“)

Wähle eine Hauptemotion pro Text und bleibe klar in der Ansprache. So entsteht ein roter Faden – und echte Wirkung.

2. Mit visuellen Elementen Gefühle verstärken

Worte wirken – Bilder aber oft noch schneller. Achte darauf, dass deine visuelle Gestaltung zur Botschaft passt.

Beispiele:

  • Wenn du Ruhe vermitteln möchtest, nutze sanfte Farben, klare Strukturen, harmonische Bilder.
  • Willst du Begeisterung wecken, dürfen Farben kraftvoll und lebendig sein.

Vermeide Widersprüche. Ein hektisch gestalteter Instagram-Post über Achtsamkeit erzeugt Verwirrung – und senkt die Glaubwürdigkeit.

3. Persönlich kommunizieren – auch wenn’s länger dauert

Automatisierung ist bequem. Aber nichts ersetzt den Effekt einer persönlichen Nachricht. Eine Antwort per DM, ein Kommentar mit echtem Bezug oder eine individuelle E-Mail zeigen: Ich sehe dich. Du bist nicht nur eine Nummer in meinem Funnel.

Gerade in einem Markt, in dem vieles standardisiert ist, machst du mit ehrlicher, persönlicher Kommunikation den Unterschied.

Frau liegt auf dem Boden, schreibend, denkt über persönliche Kommunikation mit ihren potentiellen Kundinnen nach

4. Feedback aktiv suchen – und wertschätzend reagieren

Auch das ist emotionale Intelligenz: Kritik nicht als Angriff, sondern als Geschenk zu sehen.

Frage deine Kund*innen regelmäßig, was ihnen gefallen hat – und was nicht. Und wenn mal etwas kritisch zurückkommt: Hinhören statt verteidigen.

„Danke für deine Rückmeldung – das nehme ich mit.“ kann eine Beziehung stärken. Vorausgesetzt, es ist ehrlich gemeint.

Häufige Fehler im Umgang mit Emotionen im Marketing

Emotionale Intelligenz im Marketing ist kraftvoll – aber nur, wenn sie authentisch angewendet wird. Sonst entsteht schnell der gegenteilige Effekt: Misstrauen statt Verbindung. Damit dir das nicht passiert, zeige ich dir hier die drei häufigsten Stolperfallen – und wie du sie vermeidest.

1. Emotionen nur oberflächlich einsetzen

Ein paar gefühlige Phrasen reichen nicht aus, um Vertrauen zu schaffen. Menschen spüren, ob du es ernst meinst – oder ob du nur versuchst, durch emotionales Framing mehr zu verkaufen.

Typisches Beispiel: Eine Landingpage, die mit dem Wort „Herz“ um sich wirft, aber keinerlei echtes Verständnis für die Probleme der Zielgruppe zeigt.

Was stattdessen hilft:
Sprich nicht nur über Emotionen – sondern zeige, dass du wirklich verstehst, wie sich deine Zielgruppe fühlt. Das braucht echtes Zuhören, echtes Mitfühlen – und den Mut, auch unangenehme Themen anzusprechen.

„Authentizität lässt sich nicht faken. Sie wird gespürt – oder eben nicht.“

2. Zu viele Emotionen auf einmal

Wenn du versuchst, alle Gefühle gleichzeitig anzusprechen – von Angst über Hoffnung bis zu Freude und Dankbarkeit – wirkt dein Content schnell überladen und diffus.

Was stattdessen hilft:
Fokussiere dich auf eine zentrale Emotion pro Inhalt. Frag dich: Was soll bei meiner Leserin ankommen? Was soll sie fühlen – und warum?

So entsteht Klarheit. Und die braucht es, damit eine echte Verbindung entstehen kann.

3. Die falschen Emotionen ansprechen

Nicht jede Emotion passt zu jedem Angebot. Eine Anzeige für Steuerberatung mit einem Witz über Chaos im Büro mag kreativ wirken – aber sie verfehlt womöglich die Zielgruppe, die sich gerade nach Klarheit und Sicherheit sehnt.

Was stattdessen hilft:
Überlege dir bewusst, welche Emotionen zu deinem Angebot und deiner Zielgruppe passen. Bei einem Mentoring für überforderte Selbständige könnte das zum Beispiel sein:

  • Wunsch nach Leichtigkeit
  • Frust über fehlende Struktur
  • Sehnsucht nach Kontrolle und Klarheit

Bleib bei den Gefühlen, die dein Angebot wirklich anspricht – und nicht bei denen, die gerade in der Werbewelt „gut funktionieren“.

Fazit: Emotionales Marketing ist kein Trick – sondern echte Verbindung

Emotionale Intelligenz im Marketing bedeutet nicht, geschickter zu verkaufen. Es bedeutet, echter zu kommunizieren. Zu verstehen, was deine Kund*innen bewegt. Und so zu sprechen, dass sie sich gesehen, gehört und gemeint fühlen.

Es geht nicht um Manipulation. Sondern um Empathie. Um den Wunsch, wirklich zu helfen. Um die Bereitschaft, hinter Zahlen, Funnels und Algorithmen wieder den Menschen zu sehen.

Wenn du beginnst, Emotionen nicht nur als Werkzeug, sondern als Verbindungspunkt zu begreifen, ändert sich vieles:

  • Deine Texte treffen.
  • Deine Angebote berühren.
  • Deine Kommunikation wirkt – auf echte Weise.

Du musst dafür nicht lauter oder aufdringlicher werden. Sondern bewusster. Und klarer.

Denn Menschen kaufen nicht wegen Features. Sie entscheiden sich für ein Gefühl.

Silke Schönweger

FAQ: Emotionale Intelligenz im Marketing

Was ist der Unterschied zwischen emotionalem Marketing und Manipulation?

Emotionale Intelligenz im Marketing basiert auf Empathie und Echtheit, nicht auf psychologischen Tricks. Es geht darum, deine Zielgruppe wirklich zu verstehen – nicht darum, sie zu überreden. Manipulation täuscht, emotionale Intelligenz verbindet.

Muss ich dafür sehr persönlich werden?

Nein. Du musst nicht dein ganzes Leben teilen, um emotional zu kommunizieren. Es reicht, wenn du echte Themen ansprichst, die deine Kund*innen beschäftigen – und klar machst: Ich sehe dich. Ich verstehe, wo du stehst.

Welche Emotionen passen zu meinem Business?

Das hängt von deinem Angebot und deiner Zielgruppe ab. Typische Emotionen im Bereich Online-Business sind z. B.:

  • Frustration über Technik oder fehlende Struktur
  • Sehnsucht nach Leichtigkeit, Klarheit, Kontrolle
  • Freude über mehr Zeit, Selbstwirksamkeit, Erfolge

Überlege dir, welches Gefühl du mit deinem Angebot auslösen möchtest – und sprich genau das an.

Kann ich emotionale Intelligenz lernen?

Ja – auf jeden Fall. Du brauchst kein psychologisches Studium. Was du brauchst, ist die Bereitschaft zuzuhören, hinzuschauen und deine eigene Sprache zu reflektieren. Mit Übung wirst du klarer, empathischer – und erfolgreicher kommunizieren.

Podcast-Episode #159: Emotionale Intelligenz im Online-Marketing – Der Weg zu authentischen Kundenbeziehungen

„Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“ – Interview mit Julia Zichner

„Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“ – Interview mit Julia Zichner

Dieser Blogartikel basiert auf dem Transkript des Interviews mit Julia Zichner zur Podcast-Episode #156 des ALLES IM GRIFF im Online-Marketing-Podcasts zum Thema „Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“.

Warum Authentizität jetzt zählt (& Gastporträt)

Silke Schönweger: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von „Alles im Griff im Online-Marketing“. Heute freue ich mich sehr auf ein besonderes Interview – und zwar mit Julia Zichner, Gründerin von Fooducation, Ökotrophologin mit Fokus auf Ernährung & Leistung, ambitionierte Sportlerin und meine geschätzte Kundin aus der Beta-Runde. Unser Thema: „Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt“. Warum Authentizität im Business und Marketing so essenziell ist – darum drehen sich unsere heutigen Einblicke.

Julia Zichner: Danke, liebe Silke. Es ist schön, heute über mein anderes Lieblingsthema zu sprechen – nämlich darüber, wie wir authentisch bleiben können in Business und Marketing.

Julia erzählt von ihrem Business – Sporternährung trifft Marketing

Silke: Du begleitest Profis und ambitionierte Sportler:innen dabei, mit Ernährung ihr Potenzial optimal zu nutzen. Magst du kurz erzählen, worin genau deine Arbeit besteht?

Julia: Sehr gerne. Ich habe Ökotrophologie in Fulda studiert – damals hieß das „Haushalts- und Ernährungswirtschaft“. Heute sage ich der Einfachheit halber oft einfach „Ernährungswissenschaftlerin“. Mein Fokus liegt auf der Verbindung Ernährung × Leistung: Was braucht der Körper wirklich, damit Ernährung, Regeneration und Training in der Praxis zusammenspielen?

Ich arbeite vor allem mit Ausdauersportler:innen – Radsport, Laufen, Triathlon – oft kombiniert mit Krafttraining. Dabei schaue ich mir nicht nur Ernährung, sondern auch Blutwerte, Diagnostik und Training im Gesamtzusammenhang an. Ernährung ist nur ein Teil des Puzzles.

Sichtbarkeit: Online vs. Offline & die richtigen Kanäle

Silke: Du bist sowohl online als auch offline sichtbar. Wie erlebst du das?

Julia: Offline nimmt man Gestik und Persönlichkeit noch stärker wahr – das hilft besonders im Erstkontakt, z. B. mit Jugendlichen am Olympiastützpunkt. Online ist es für Erwachsene aber genauso wirksam.

Silke: Und was ist mit Marketing-Kanalwahl?

Julia: Online ist effizient: Mit wenigen Klicks Reichweite erzeugen – allerdings nur, wenn die richtigen Leute erreicht werden. Ich schalte keine Ads. Meine Kanäle: Podcast, Newsletter, Instagram – Facebook läuft eher beiläufig. Wichtig: Weniger ist mehr. Alte Kanäle wie Xing oder Twitter habe ich konsequent gestrichen. Mein Fokus liegt darauf, wo ich sein will und was ich nachhaltig leisten kann.

„Weniger ist mehr. Alte Kanäle wie Xing oder Twitter habe ich konsequent gestrichen.“

Julia Zichner

Der eigene Weg statt Schablone: Angebote, Preise & Branchenrealität

Silke: Du hast gesagt: „Lass dir von Dritten keine ach so tolle Methode einreden…” – wie kam das?

Julia: Das kam aus der Erfahrung: Irgendwann drängt der Wunsch nach Umsatz und man wird empfänglich für „erprobte“ Hochpreis-Formeln. Ich habe mich mal gegen mein Bauchgefühl in ein Programm geklickt, das eher verkaufstechnisch als inhaltlich war – das fühlte sich nicht nach mir an und ich habe abgebrochen.

Ich habe daraus gelernt: Nicht jede Methode passt zu mir – wie bei Ernährung, die wir individuell gestalten.

Silke: Und heute: Angebotsformate und Preisgestaltung?

Julia: Ich arbeite vor allem 1:1, weil Ernährung sehr persönlich ist. Ergänzend biete ich auch Kurzcoachings (½–1 h) für akute Fragen – eine Lösung, die flexibel ist.
Preismäßig taste ich mich langsam heran. In der Gesundheitsbranche sind Preise tendenziell geringer – viele orientieren sich an Physiotherapie-Stunden. Dennoch: Wert anerkennen und kalkulieren. Frauen sollten mutiger in der Preisgestaltung sein – auch das ist Teil der Reise.

Content-Strategie & Effizienz im Alltag

Silke: Wie gestaltest du deine Inhalte – Blog, Podcast, Newsletter – inhaltlich und effizient?

Julia: Meine Zielgruppe kennt sich oft schon aus. Meine Inhalte sollen Substanz bieten, aber nicht zur kostenlosen Weiterbildung werden. Zu viel allgemeiner Content macht keinen Unterschied – der wahre Transfer entsteht im 1:1. Daher: Qualität in Form und Menge halten, die ich regelmäßig liefern kann.

Das Thema Effizienz war mir besonders wichtig: Früher habe ich Ernährungsprotokolle langwierig in Software ausgewertet – mit fragwürdiger Genauigkeit. Heute arbeite ich mit App-Screenshots oder Tracking-Ergebnissen – die reichen für die wichtigsten Hebel wie Energiezufuhr und Makroverteilung. So bleibt mehr Zeit für Analyse, Interpretation und tatsächliche Veränderungen im Coaching.

Praktische Tipps für Selbständige, die authentisch sein wollen

Silke: Du hast super Praxis-Tipps – was würdest du jemandem sagen, der gerade nicht weiß, wie er authentisch weitergehen soll?

  • Auf die Intuition hören! Immer wenn ich mein Bauchgefühl ignorierte, wurde es unruhig. Wenn ich ihm folge – fühlt es sich stimmig an.
  • Aussortieren: Mach einen Schritt zurück, pausier das, was dich nervt, und schau: Vermisst du es?
  • Neu ausprobieren mit Bedacht: Externe Unterstützung ist toll, aber bitte maßgeschneidert. Kein One-size-fits-all.
  • Regelmäßige Bestandsaufnahme: Was bringt dir aktuell fachlich und auch finanziell etwas – was kannst du streichen?
  • Geduld: Erfolg entsteht über Jahre – nicht über Nacht. Kleine regelmäßige Schritte führen weiter.

„Immer wenn ich mein Bauchgefühl ignorierte, wurde es schwierig. Wenn ich ihm folgte, war es stimmig.“

Julia Zichner

Podcast-Episode #156: Authentisch sein war nie wichtiger als jetzt

This or That – Die spontane Runde zum Schluss

Zum Abschluss: meine „This or That“-Runde – sechs schnelle Fragen:

  • Kaffee oder Tee? – Kaffee.
  • Meer oder Berge? – Beides, aber eher Meer.
  • Blog oder Podcast? – Podcast.
  • Hören oder Lesen? – Ich höre Podcasts und nutze YouTube; Blogs manchmal bei gezielter Suche.
  • Instagram oder LinkedIn? – Instagram.
  • Apple oder Windows? – Apple.
  • Nutella mit oder ohne Butter? – Kommt aufs Brot an: Wenn Butter nicht schmilzt – gern mit; sonst ohne. Grundsätzlich selten, aber im Hotel gern mal.

Abschlussgedanken & Kontakt

Julia hat eindrücklich gezeigt, dass authentisches Marketing nicht Selbstoptimierung, sondern Selbsterkenntnis ist – ein Weg, der Intuition, klare Entscheidungen und Zeit braucht. Wenn du dranbleiben willst, bleib bei dir.

Mehr erfahren?

Authentizität im Marketing – was sie wirklich bedeutet

Authentizität im Marketing – was sie wirklich bedeutet

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die Hauptaussage? Authentisches Marketing heißt: Zeig deine Werte, deine Stimme und deine Haltung – nicht einfach nur was gerade Trend ist.
  • Warum ist das wichtig? Weil so Vertrauen entsteht – du ziehst die richtigen Menschen an und wirkst glaubwürdig und professionell.
  • Wie setzt man es um? Identifiziere deine Werte, wähle Kanäle, die zu dir passen, und kommuniziere klar und ehrlich – ohne Show, ohne Druck.

Du hast es sicher auch schon oft gehört: „Sei einfach du selbst, dann klappt das mit dem Marketing schon.“ Klingt gut – aber was bedeutet das eigentlich in der Praxis? Und wo verläuft die Grenze zwischen echtem Auftreten und strategischer Selbstdarstellung?

Gerade im Marketing-Bereich ist „Authentizität“ zum Buzzword geworden. Jeder spricht darüber, viele setzen es voraus – aber nur wenige erklären konkret, was wirklich dahintersteckt. Wenn du als selbstständige Unternehmerin sichtbar sein willst, ohne dich zu verbiegen, stehst du vielleicht genau an diesem Punkt: Du willst dich zeigen – aber bitte nicht aufgesetzt oder überinszeniert. Du willst Nähe schaffen – aber deine Privatsphäre wahren. Und vor allem willst du Marketing machen, das zu dir passt. Ohne Show. Ohne Stress. Und ohne Burnout.

In diesem Artikel erfährst du:

  • was Authentizität im Marketing nicht ist,
  • wie du herausfindest, was wirklich zu dir passt,
  • und warum Authentizität nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine bewusste Entscheidung ist.

Am Ende hast du nicht nur Klarheit darüber, wie du in deinem Marketing echt und professionell auftreten kannst – du wirst auch merken, wie entlastend es ist, nicht mehr allen Trends hinterherlaufen zu müssen.

Was Authentizität im Marketing nicht ist

Es gibt viele Missverständnisse rund um das Thema Authentizität – vor allem im Online-Marketing. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt: „Muss ich jetzt ständig persönliche Geschichten teilen, um echt zu wirken?“ Oder: „Bin ich nur dann authentisch, wenn ich alles ungefiltert zeige – auch das Chaos hinter den Kulissen?“

Lass uns direkt ein paar Mythen aus dem Weg räumen:

Authentizität ist kein Freibrief für Unprofessionalität

„Ich bin halt so“ ist keine Ausrede für schlampige Texte, unklare Angebote oder eine vernachlässigte Website. Authentisch zu sein bedeutet nicht, dass du keine Standards brauchst. Es geht nicht um Nachlässigkeit – sondern um Klarheit und Ehrlichkeit.

Du musst nicht ständig sichtbar sein

Nur weil andere täglich posten oder in Storys präsent sind, heißt das nicht, dass du es genauso machen musst. Sichtbarkeit ist kein Dauerlauf. Authentisch zu sein bedeutet auch, auf deine Energie zu achten und deine Kanäle bewusst zu wählen.

„Perfekt unperfekt“ ist auch nur eine Inszenierung

Das trendige „Ich zeig mich jetzt ungeschminkt und mit Kaffeefleck auf dem Pulli“-Marketing wirkt nur dann echt, wenn es wirklich deinem Wesen entspricht. Wenn es aber nur ein neues „So-muss-man-heute-sein“-Ideal erfüllt, ist es genauso unauthentisch wie Hochglanz-Perfektion.

Du musst kein Drama teilen, um Nähe zu schaffen

Manche glauben, sie müssten schmerzhafte Geschichten oder private Tiefpunkte preisgeben, um als nahbar zu gelten. Doch du entscheidest, was du teilst. Echtheit zeigt sich nicht in der Tiefe deiner Offenbarung, sondern in der Stimmigkeit deiner Kommunikation.

Kurz gesagt: Authentizität heißt nicht „alles zeigen“ – sondern das Richtige zeigen. Was du nach außen gibst, sollte zu dir passen. Und vor allem: zu deiner Haltung, deinem Tempo und deinen Kundinnen.

Was echte Authentizität im Marketing bedeutet

Wenn wir all die Missverständnisse zur Seite legen – was bleibt dann eigentlich übrig? Was ist echte Authentizität im Marketing?

Es geht nicht darum, alles preiszugeben oder ständig präsent zu sein. Sondern darum, dich selbst, deine Werte und deine Art des Arbeitens klar zu kommunizieren – und zwar so, dass es sich für dich richtig anfühlt. Nicht für den Algorithmus. Nicht für die Konkurrenz. Sondern für dich und die Menschen, die du erreichen willst.

Echt ist, wenn es zu dir passt

Authentizität beginnt bei dir. Bei deinen Werten, deinen Stärken, deiner Persönlichkeit. Wenn du ein ruhiger Mensch bist, musst du nicht plötzlich laut auftreten. Wenn du tiefgründig arbeitest, brauchst du keine oberflächlichen Tipps posten. Deine Kommunikation darf so sein wie du: klar, leise, bunt, strukturiert – was immer dich ausmacht.

Ehrliche Kommunikation – ohne Show

Du musst niemandem etwas beweisen. Authentisch zu kommunizieren heißt nicht, dich zu inszenieren, sondern deine Haltung zu zeigen. Deine Themen. Deine Sicht auf die Dinge. Ohne Druck, aber mit Haltung.

Langfristig denken statt kurzfristig performen

Authentisches Marketing ist kein Sprint. Es geht nicht um virale Posts oder kurzfristige Aufmerksamkeit. Sondern darum, über Zeit Vertrauen aufzubauen. Wiedererkannt zu werden. Und Menschen anzuziehen, die wirklich zu dir passen.

Authentizität wirkt wie ein Filter

Wenn du dich zeigst, wie du bist, ziehst du die richtigen Menschen an – und schreckt andere ab. Und das ist gut so! Denn echtes Marketing ist kein Casting für Massen, sondern eine Einladung an die, mit denen du wirklich arbeiten willst.

Authentizität ist nicht die Kür, sondern die Basis für alles, was du im Marketing tust. Wenn du bei dir bleibst, musst du dich nie verstellen – und das ist nicht nur befreiend, sondern auch wirksam.

Der Weg zur eigenen Marketingstimme

Vielleicht spürst du: Ja, ich will mich authentisch zeigen. Aber wie finde ich heraus, was wirklich zu mir passt? Authentizität fällt nicht vom Himmel – sie entsteht, wenn du dir selbst auf die Spur kommst. Und wenn du den Mut hast, genau so zu kommunizieren, wie es deiner Persönlichkeit entspricht.

Hier ein kleiner Fahrplan, wie du deine Marketingstimme finden kannst – und zwar ohne dich zu verbiegen:

Werte und Stärken identifizieren

Wofür stehst du? Was ist dir im Kontakt mit deinen Kundinnen wichtig? Und welche Eigenschaften machen dich in deiner Arbeit aus? Wenn du deine Werte und Stärken kennst, wird es viel leichter, klare Botschaften zu formulieren – und dich mit diesen wohlzufühlen.

Fragen, die dir helfen können:

  • Was bringe ich mit, das meine Kundinnen schätzen?
  • Welche Prinzipien gelten für mich – auch dann, wenn’s schwierig wird?

Die passenden Kanäle wählen

Nicht jeder Kanal passt zu jedem Menschen. Du musst nicht auf TikTok tanzen oder jeden Tag Storys machen, wenn du dich dort nicht wohlfühlst. Wähle Kommunikationsformen, die zu deiner Energie und deinem Arbeitsalltag passen. Weniger ist oft mehr – solange es dein Medium ist.

Erfahrungen und Expertise ehrlich teilen

Du musst nicht alles wissen oder perfekt sein. Aber du darfst zeigen, was du gelernt hast – und wie du arbeitest. Teile Geschichten aus deinem Alltag, Einsichten aus deiner Praxis, kleine Aha-Momente. Das schafft Nähe und zeigt: Du weißt, wovon du sprichst.

Grenzen setzen – und klar kommunizieren

Du musst nicht alles mit der Welt teilen. Du darfst entscheiden, wo deine Grenze zwischen „persönlich“ und „privat“ verläuft. Authentisch sein heißt nicht, transparent bis zur Schmerzgrenze zu sein. Es heißt: Du bestimmst, wie viel du teilst – und auf welche Weise.

Kurz gesagt: Deine Marketingstimme ist nichts, was du erfinden musst. Sie ist schon da – du darfst sie nur freilegen. Und dann Schritt für Schritt lernen, ihr Raum zu geben.

Praktische Tipps für mehr Authentizität im Marketing

Jetzt, wo du weißt, was Authentizität bedeutet – und was nicht –, fragst du dich vielleicht: Wie setze ich das konkret um? Wie kann mein Marketing sich nach mir anfühlen – und nicht nach einem aufgesetzten „So-macht-man-das“-Baukasten?

Hier kommen ein paar erprobte, alltagstaugliche Tipps, mit denen du deiner echten Stimme im Marketing mehr Raum geben kannst:

Schreib, wie du sprichst

Klingt banal, ist aber wirkungsvoll. Stell dir beim Schreiben vor, du würdest deiner Lieblingskundin eine Sprachnachricht schicken. Weg mit dem Fachjargon, her mit deiner Sprache. Klar. Warm. Auf den Punkt.

Teile deine Warum-Geschichte

Warum machst du, was du machst? Was treibt dich an? Deine Beweggründe sind nicht nur inspirierend – sie machen dich nahbar. Und sie schaffen Verbindung, die über reine Information hinausgeht.

Zeig Einblicke in deinen Arbeitsalltag – wie er wirklich ist

Kein Hochglanz nötig. Zeig, wie du arbeitest, was du vorbereitest, woran du gerade tüftelst. Es geht nicht um Inszenierung, sondern um Einblicke, die Vertrauen schaffen. Das dürfen auch kleine, scheinbar unspektakuläre Momente sein.

Sprich über deine Learnings – ohne Drama

Du musst keine tiefen Krisen auspacken, um authentisch zu wirken. Es reicht, wenn du teilst, was du gelernt hast – auch aus Dingen, die nicht optimal gelaufen sind. Lernprozesse zeigen Entwicklung. Und genau die macht dich greifbar.

Authentisches Marketing lebt von Echtheit in der Sprache, Klarheit im Warum und Nähe durch Alltag. Es geht nicht um mehr Content, sondern um echten Content.

Authentisch sein – und dabei professionell bleiben

Vielleicht spürst du an dieser Stelle: Ich will echt auftreten, aber trotzdem seriös wirken. Ich will nicht beliebig sein – sondern klar, zuverlässig, professionell. Und genau das ist möglich.

Denn Authentizität und Professionalität schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Sie ergänzen sich hervorragend – wenn du bewusst mit beiden umgehst.

Was du besser nicht teilst

Nur weil andere alles zeigen, musst du es nicht auch tun. Es gibt Themen, die gehören in deine privaten Räume – nicht ins Netz. Frag dich bei jedem Post: Dient das meinem Business? Stärkt es meine Botschaft? Oder ist es einfach nur spontan rausgehauen? Authentisch heißt auch: bewusst wählen.

Du musst nicht allen gefallen

Wenn du versuchst, es allen recht zu machen, wirst du irgendwann unklar. Und das wirkt weder echt noch professionell. Steh zu deiner Haltung – auch wenn nicht jeder sie teilt. Die richtigen Menschen werden genau deshalb bleiben.

Mach dir klar: Authentizität im Marketing ist eine Entscheidung

Echt zu sein im Marketing heißt nicht, sich treiben zu lassen. Es ist ein aktiver Prozess. Du entscheidest, wie du dich zeigen willst. Was du teilst. Und worauf du verzichtest. Diese Klarheit wirkt – und macht dich zur verlässlichen Ansprechpartnerin für deine Zielgruppe.

Fazit: Authentizität ist kein Trend – sie ist dein Fundament

Authentizität im Marketing ist weit mehr als ein Buzzword. Es ist keine Masche, kein Stilmittel, kein kurzfristiger Hype – sondern eine bewusste Entscheidung, wie du dein Business nach außen trägst.

Wenn du ehrlich kommunizierst, deine Stärken kennst und deine Werte sichtbar machst, ziehst du automatisch die richtigen Menschen an. Und genauso wichtig: Du schreckt die falschen ab – ganz ohne Drama, ganz ohne Verkaufsdruck.

Marketing darf sich gut anfühlen. Es darf leicht gehen. Es darf deins sein – mit deiner Sprache, deinem Rhythmus, deiner Haltung. Und genau das macht dich glaubwürdig, verbindlich und professionell.

Die wichtigste Erkenntnis?
Du musst nicht lauter, perfekter oder präsenter sein – du darfst einfach du selbst sein. Das ist nicht nur genug. Es ist genau das, was deine Wunschkundinnen sehen wollen.

FAQ: Authentizität im Marketing

Muss ich mein ganzes Leben teilen, um authentisch zu sein?

Nein. Authentizität bedeutet nicht, dass du alles preisgeben musst. Du entscheidest, was du teilst – und was nicht. Wichtig ist nur, dass das, was du teilst, stimmig ist und zu dir passt.

Wie finde ich meine authentische Marketingstimme?

Indem du dich mit deinen Werten, Stärken und Vorlieben beschäftigst – und dir erlaubst, so zu kommunizieren, wie es sich für dich gut anfühlt. Deine Stimme ist schon da. Du darfst sie nur freilegen.

Ist es unprofessionell, über Fehler zu sprechen?

Nein, solange du ehrlich bleibst und daraus ein Learning machst. Fehler zeigen, dass du menschlich bist – und machen dich greifbar. Entscheidend ist wie du darüber sprichst, nicht dass du es tust.

Wie schütze ich meine Energie, ohne unehrlich zu wirken?

Wähle deine Kanäle bewusst. Du musst nicht überall sein. Es reicht, wenn du dort sichtbar bist, wo du dich wohlfühlst. Und wenn du deine Kommunikation klar strukturierst, kannst du gleichzeitig ehrlich und energieeffizient arbeiten.

Podcast-Episode #155: Wie du authentisch bleibst, ohne dich zu verbiegen

Das richtige Angebotsformat finden: Wie du ein Angebot entwickelst, das zu dir und deiner Zielgruppe passt

Das richtige Angebotsformat finden: Wie du ein Angebot entwickelst, das zu dir und deiner Zielgruppe passt

Du kennst das vielleicht: Du hast eine brillante Idee für ein Angebot, etwas, das deiner Zielgruppe wirklich helfen könnte. Aber dann kommt die große Frage – in welches Format sollst du es packen? Soll es ein 1:1-Coaching sein, ein Gruppenprogramm, ein Selbstlernkurs oder vielleicht doch ein Workshop? Die Möglichkeiten scheinen endlos, und die Entscheidung kann wirklich schwierig sein.

Ich erinnere mich noch gut an meine eigenen Anfänge. Als ich meinen ersten Online-Kurs entwickelte, tat ich das hauptsächlich, weil „alle anderen“ das auch taten. Es erschien als der Königsweg im Online-Business – einmal erstellen, unendlich oft verkaufen. Klingt verlockend, oder?

Was ich damals nicht bedacht hatte: Ich bin jemand, der den direkten Austausch liebt. Der persönliche Kontakt, das unmittelbare Feedback, die Möglichkeit, sofort auf Fragen einzugehen – all das fehlte mir bei meinem Selbstlernkurs. Und nicht nur mir fehlte etwas, auch meine Kundinnen kämpften: Viele kauften den Kurs, aber nur wenige schlossen ihn tatsächlich ab.

Diese Erfahrung lehrte mich eine wichtige Lektion: Das Format deines Angebots ist nicht nur ein technisches Detail – es ist entscheidend für deinen Erfolg und deine Zufriedenheit als Unternehmerin.

In diesem Artikel nehme ich dich mit auf eine Reise durch die verschiedenen Angebotsformate. Wir werden gemeinsam erkunden:

  • Warum die Wahl des richtigen Formats so wichtig ist
  • Wie du deine Zielgruppe analysierst, um ihre Bedürfnisse wirklich zu verstehen
  • Die sechs wichtigsten Angebotsformate mit allen Vor- und Nachteilen
  • Praktische Schritte, um das ideale Format für dich zu finden
  • Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Mein Ziel ist es, dir zu helfen, das Format zu finden, das nicht nur zu deinem Wissen und deiner Zielgruppe passt, sondern auch zu dir als Person – zu deinen Stärken, deiner Arbeitsweise und deinem Leben.

Warum die Formatwahl so wichtig ist

Die Wahl des richtigen Angebotsformats mag auf den ersten Blick wie eine rein praktische Entscheidung erscheinen. Doch sie hat tiefgreifende Auswirkungen – auf dich, deine Kundinnen und letztlich auf den Erfolg deines Business.

Deine Arbeitsweise und Motivation

Stell dir vor, du verbringst Wochen damit, einen umfangreichen Online-Kurs zu erstellen, nur um dann festzustellen, dass du dich in den anschließenden Monaten einsam und unerfüllt fühlst oder mangels ausreichend großer E-Mail-Liste nicht weißt, wie du deine Kurse füllen sollst. Oder du richtest ein Gruppenprogramm ein, obwohl du eigentlich am liebsten tiefgehend mit Einzelpersonen arbeitest.

Das richtige Format erlaubt dir, in deiner „Zone der Begeisterung“ zu arbeiten – dort, wo deine Energie fließt, wo die Zeit wie im Flug vergeht und wo du deine besten Leistungen erbringst. Wenn du ein Format wählst, das zu deinen natürlichen Stärken und Vorlieben passt, wird deine Arbeit nicht wie Arbeit anfühlen – sie wird zu etwas, das du mit Freude und Enthusiasmus tust.

Als ich nach meinem ersten reinen Online-Kurs wieder mehr persönliche Beratung und später hybride Formate (wie z.B. mein Alles im Griff-Programm) anbot, war es, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Plötzlich freute ich mich auf jeden Kundenkontakt, hatte neue Ideen und spürte wieder diese Begeisterung, die mich ursprünglich in die Selbstständigkeit geführt hatte.

Auswirkungen auf die Ergebnisse deiner Kundinnen

Das Format deines Angebots beeinflusst maßgeblich, wie gut deine Kundinnen die gewünschten Ergebnisse erzielen können. Ein Format, das nicht zur Lernweise deiner Zielgruppe passt, kann selbst die wertvollsten Inhalte unwirksam machen.

Ein Beispiel: Wenn deine Zielgruppe aus vielbeschäftigten Müttern besteht, die nur in kurzen Zeitfenstern lernen können, wird ein intensives Gruppenprogramm mit festen wöchentlichen Terminen wahrscheinlich nicht optimal funktionieren – selbst wenn der Inhalt genau das ist, was sie brauchen.

Ich habe beobachtet, dass die Abschlussrate und die Ergebnisqualität deutlich steigen, wenn das Format mit den Lebensrealitäten und Lernpräferenzen der Teilnehmerinnen übereinstimmt. Die besten Inhalte sind wertlos, wenn sie nicht konsumiert und umgesetzt werden. Das ist sicher auch nicht dein Anspruch als Unternehmerin, oder?

Bild von einer Coachingcoach mit passendem Text, dass es nicht das perfekte Format gibt.

Die Balance zwischen deinen Stärken und den Bedürfnissen deiner Zielgruppe

Die wahre Kunst besteht darin, ein Format zu finden, das sowohl zu dir als auch zu deiner Zielgruppe passt. Es geht um die goldene Mitte zwischen:

  • Was dir Freude bereitet und deine Stärken zur Geltung bringt
  • Was deine Zielgruppe braucht und in ihren Alltag integrieren kann
  • Was wirtschaftlich tragfähig ist und zu deinen Geschäftszielen passt

Manchmal erfordert dies Kompromisse oder kreative Lösungen. So habe ich beispielsweise festgestellt, dass hybride Formate für mich besonders gut funktionieren. Sie kombinieren die Flexibilität von Selbstlernmaterialien mit der persönlichen Verbindung durch 1:1-Calls – ein „Best of both worlds“-Ansatz, der sowohl mir als auch meinen Kundinnen entgegenkommt.

Ein Format, das mit dir wächst

Nicht zuletzt solltest du bedenken, dass dein ideales Format sich mit der Zeit verändern kann. Mit wachsender Erfahrung, sich ändernden Marktbedingungen oder Verschiebungen in deinem persönlichen Leben können andere Formate attraktiver werden.

Als ich mein Business startete, war das 1:1-Coaching ideal, um schnell Erfahrungen zu sammeln und direktes Feedback zu erhalten. Mit der Zeit und einem wachsenden Kundenstamm wurden Gruppenformate und hybride Modelle zunehmend interessanter – nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch, weil ich erkannte, wie wertvoll der Austausch zwischen den Teilnehmerinnen sein kann.

Die Wahl des Angebotsformats ist daher keine einmalige Entscheidung, sondern ein kontinuierlicher Prozess der Anpassung und Optimierung. Es lohnt sich, diese Entscheidung bewusst und informiert zu treffen – und genau dabei möchte ich dir in diesem Artikel helfen.

Zielgruppenanalyse als Fundament

Bevor wir uns den verschiedenen Angebotsformaten zuwenden, möchte ich einen Schritt zurückgehen und über etwas sprechen, das oft übersehen (oder auch ausgeblendet) wird, aber absolut entscheidend ist: die Zielgruppenanalyse.

Ich kann es nicht oft genug betonen: Das beste Angebotsformat ist immer das, welches die Bedürfnisse deiner spezifischen Zielgruppe optimal erfüllt. Du kannst das perfekte Format für deine Arbeitsweise finden – wenn es nicht mit den Bedürfnissen, Gewohnheiten und Möglichkeiten deiner Zielgruppe übereinstimmt, wird es nicht den erhofften Erfolg bringen.

Warum die Zielgruppenanalyse vor der Formatwahl stehen sollte

Stell dir vor, du entwickelst einen wunderbaren Online-Kurs mit ausführlichen Video-Lektionen, nur um festzustellen, dass deine Zielgruppe hauptsächlich im Auto oder beim Joggen lernen möchte – Situationen, in denen Videos unpraktisch sind. Oder du bietest ein intensives 1:1-Coaching an, obwohl deine Zielgruppe nach einer kostengünstigen Lösung sucht, die sie in ihrem eigenen Tempo umsetzen kann.

Diese Szenarien verdeutlichen, warum die Zielgruppenanalyse der Formatwahl vorausgehen muss. Sie hilft dir, Annahmen zu überprüfen und deine Angebote auf Fakten statt auf Vermutungen zu gründen.

Wichtige Faktoren, die du über deine Zielgruppe wissen solltest

Um das richtige Format zu wählen, solltest du diese Schlüsselfaktoren deiner Zielgruppe kennen:

Lernpräferenzen: Menschen lernen unterschiedlich. Manche bevorzugen visuelle Inhalte, andere auditives Lernen. Einige möchten aktiv diskutieren, während andere lieber in Ruhe nachdenken. Verstehe, wie deine Zielgruppe am liebsten lernt und Informationen aufnimmt.

Verfügbare Zeit: Eine Selbstständige mit flexiblem Zeitplan hat andere Möglichkeiten als eine Angestellte mit kleinen Kindern. Frage dich: Wie viel zusammenhängende Zeit können deine potenziellen Kundinnen investieren? Bevorzugen sie kurze, häufige Lerneinheiten oder längere, seltenere Sessions?

Budget: Das Budget beeinflusst nicht nur, ob jemand dein Angebot kaufen kann, sondern auch, welches Commitment sie eingehen. Ein höherer Preis bedeutet oft höhere Motivation zur Umsetzung, aber auch höhere Erwartungen an Betreuung und Ergebnisse.

Betreuungswunsch vs. Flexibilitätsbedürfnis: Manche Menschen brauchen regelmäßige Begleitung und Feedback, um motiviert zu bleiben. Andere schätzen die Flexibilität, im eigenen Tempo zu arbeiten. Dieses Spektrum solltest du für deine Zielgruppe verstehen.

Erwartete Ergebnisse und Zeitrahmen: Will deine Zielgruppe schnelle, konkrete Ergebnisse oder ist sie bereit, für tiefgreifendere Veränderungen mehr Zeit zu investieren? Die Antwort beeinflusst maßgeblich, welches Format geeignet ist.

Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: Als ich mit Selbständigen in meinem Programm gearbeitet habe, die mehr oder weniger gerade erst starteten, stellte ich fest, dass sie oft unsicher waren und viele Fragen hatten. Sie brauchten jemanden, der ihnen direkt antwortete und sie an die Hand nahm, weil ihnen Erfahrungswerte fehlten. Für diese Gruppe funktionierte ein Gruppenprogramm mit regelmäßigen Calls viel besser als ein reiner Selbstlernkurs.

Praktische Tipps zur Durchführung einer effektiven Zielgruppenanalyse

Wie kannst du nun konkret herausfinden, was deine Zielgruppe wirklich braucht? Hier sind einige bewährte Methoden:

Direkte Befragungen: Führe Gespräche mit bestehenden oder potenziellen Kundinnen. Diese müssen nicht formal sein – manchmal sind die wertvollsten Einsichten jene, die in ungezwungenen Gesprächen entstehen. Frage nicht nur nach Wünschen, sondern auch nach Hindernissen: „Was hat dich bisher davon abgehalten, deine Ziele zu erreichen?“

Online-Umfragen: Nutze Tools wie Google Forms, Typeform oder SurveyMonkey, um strukturiertes Feedback zu sammeln. Halte die Umfragen kurz und fokussiert, um die Teilnahmebereitschaft zu erhöhen. Das klappt auch super, wenn du die Umfrage an deine E-Mail-Liste schickst.

„Nur weil alle in deiner Branche Online-Kurse anbieten, heißt das nicht, dass es auch für dich das Richtige ist. Vertraue auf deine eigenen Stärken und Vorlieben.“

Social-Media-Interaktionen: Stelle deiner Community Fragen in Stories oder Posts. Ich habe zum Beispiel zur Entwicklung meines Alles im Griff-Programms auch auf Instagram eine Umfrage gestartet und gefragt: „Ich möchte ein neues Angebot entwickeln und brauche eure Hilfe. Wer wäre bereit, 15 Minuten mit mir zu sprechen?“ Als Anreiz bot ich ein Mini-Coaching an. Die Resonanz war wirklich gut und die Gespräche haben mir so manches Aha-Erlebnis beschert.

Analyse bisheriger Erfahrungen: Wenn du bereits Angebote hast, analysiere, welche besonders erfolgreich waren und warum. Achte besonders auf Feedback, Abschlussraten und Kundenergebnisse.

Beobachtung der Konkurrenz: Schaue, welche Formate ähnliche Anbieter nutzen, aber – und das ist wichtig – kopiere sie nicht blind. Nutze diese Beobachtungen als Inspirationsquelle und Ausgangspunkt für deine eigenen Überlegungen. Höre auch genau hin, wenn Teilnehmerinnen über andere Programme oder Angebote sprechen. Was hat ihnen gefallen, was weniger.

Ein Fallbeispiel aus meiner Erfahrung

Lass mich ein konkretes Beispiel teilen, wie eine Zielgruppenanalyse meine Entscheidung beeinflusst hat:

Als ich mein Programm „Alles im Griff im Online-Marketing“ entwickelte, dachte ich zunächst an ein klassisches Gruppenprogramm mit wöchentlichen Calls. Ich führte jedoch vorab Gespräche mit meiner Zielgruppe – selbstständigen Frauen, die ihr Online-Marketing verbessern wollten – und entdeckte zwei interessante Muster:

  1. Sie schätzten die Struktur und den klaren Weg eines Programms.
  2. Sie wünschten sich gleichzeitig hochindividuelles Feedback zu ihrer spezifischen Situation.

Viele hatten zudem unregelmäßige Arbeitszeiten und fanden es schwierig, sich an feste wöchentliche Termine zu halten. Einige äußerten auch Bedenken, dass sie sich in Gruppensituationen zu sehr auf die Probleme anderer konzentrieren und ihre eigenen aus dem Blick verlieren würden.

Diese Erkenntnisse führten mich zu einem hybriden Format: Ein strukturierter Selbstlernkurs, den die Teilnehmerinnen in ihrem eigenen Tempo durcharbeiten können, kombiniert mit individuellen 1:1-Calls, die wir nach ihren Bedürfnissen planen. Dieses Format hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen, weil es zu besseren Ergebnissen für die Teilnehmerinnen führte, als frühere, reine Gruppenformate.

Die Zielgruppenanalyse war hier der Schlüssel. Hätte ich einfach ein Format gewählt, das mir persönlich gefiel oder das gerade im Trend lag, hätte ich die spezifischen Bedürfnisse meiner Zielgruppe möglicherweise verfehlt.

Nimm dir daher die Zeit, deine Zielgruppe wirklich zu verstehen, bevor du dich für ein Format entscheidest. Die Investition in diese Analyse zahlt sich mehrfach aus – durch zufriedenere Kundinnen, bessere Ergebnisse und letztlich auch durch ein erfolgreicheres Business für dich.

Die sechs wichtigsten Angebotsformate im Detail

Jetzt haben wir geklärt, warum die Formatwahl so wichtig ist und wie eine gründliche Zielgruppenanalyse als Fundament dient. Nun können wir uns die sechs gängigsten Angebotsformate genauer ansehen. Jedes Format hat seine eigenen Stärken und Herausforderungen – und jedes kann unter den richtigen Umständen brillant funktionieren.

Angebotsformat #1: 1:1-Coaching oder Beratung

Das 1:1-Coaching oder die individuelle Beratung ist oft der natürliche Einstieg für viele Selbstständige – und das aus gutem Grund.

Beschreibung: Beim 1:1-Coaching arbeitest du direkt und individuell mit einer Kundin zusammen. Ihr trefft euch einmalig oder regelmäßig (persönlich oder online), um an ihren spezifischen Herausforderungen und Zielen zu arbeiten. Das Format erlaubt maximale Anpassung an die Bedürfnisse der einzelnen Person.

Vorteile:

  • Höchstmögliche Individualisierung und maßgeschneiderte Unterstützung
  • Tiefere Verbindung und Vertrauensaufbau mit deinen Kundinnen
  • Direktes Feedback und die Möglichkeit, sofort auf Fragen einzugehen
  • Oft schnellere und bessere Ergebnisse durch intensive Betreuung
  • Unmittelbares Lernen für dich als Coach – du erfährst genau, wo deine Kundinnen Schwierigkeiten haben

Herausforderungen:

  • Begrenzte Skalierbarkeit, da deine Zeit der limitierende Faktor ist
  • Höherer Preis für die Kundinnen, was den Kreis potenzieller Klientinnen einschränken kann
  • Risiko des Burnouts, wenn du zu viele Kundinnen gleichzeitig betreust
  • Abhängigkeit von deiner persönlichen Verfügbarkeit (Urlaub, Krankheit)

Für wen es als Anbieterin geeignet ist:
Das 1:1-Format passt ideal zu dir, wenn du den direkten Kontakt und die tiefe Arbeit mit Einzelpersonen liebst. Wenn du flexibel auf individuelle Situationen eingehen kannst, empathisch bist und dich die persönliche Verbindung zu deinen Kundinnen erfüllt, wirst du in diesem Format aufblühen.

Für welche Kundinnen es optimal ist:
Dieses Format eignet sich besonders für Kundinnen, die:

  • Individuelle Herausforderungen haben, die standardisierte Lösungen übersteigen
  • Schnelle Ergebnisse wünschen und bereit sind, dafür zu investieren
  • Persönliche Unterstützung und Feedback schätzen
  • Motivation und Rechenschaftspflicht durch regelmäßige Treffen brauchen

Praxisbeispiel:
In meiner eigenen Praxis biete ich 1:1-Beratungen an, bei denen ich Unternehmerinnen bei spezifischen Marketing-Herausforderungen unterstütze. Was ich dabei besonders schätze, ist die Möglichkeit, genau dort anzusetzen, wo die jeweilige Kundin gerade steht. Bei einer Kundin arbeiten wir vielleicht an ihrer Content-Strategie, während es bei einer anderen um die Optimierung ihres Verkaufsprozesses geht. Diese Flexibilität und die direkte Wirkung meiner Arbeit sind unglaublich befriedigend.

Angebotsformat #2: Gruppenprogramme

Gruppenprogramme bieten eine wunderbare Balance zwischen individueller Betreuung und der Kraft der Gemeinschaft.

Beschreibung: In einem Gruppenprogramm führst du mehrere Teilnehmerinnen gleichzeitig durch einen strukturierten Prozess. Typischerweise gibt es regelmäßige Gruppen-Calls, gemeinsame Lerninhalte und oft auch Möglichkeiten zum Austausch zwischen den Teilnehmerinnen (z.B. in einer Facebook-Gruppe oder via Slack).

Vorteile:

  • Die Teilnehmerinnen lernen nicht nur von dir, sondern auch voneinander
  • Entstehung einer unterstützenden Community mit gemeinsamen Zielen
  • Mehr Reichweite und potenziell höhere Gesamteinnahmen als bei 1:1-Coaching
  • Der „Gruppeneffekt“ kann zu höherer Motivation und Verbindlichkeit führen
  • Für viele Teilnehmerinnen ist der Preis attraktiver als bei 1:1-Coaching

Herausforderungen:

  • Weniger individuell als das 1:1-Format
  • Erfordert gute Moderationsfähigkeiten und Gruppendynamik-Management
  • Die Balance finden zwischen individueller Aufmerksamkeit und Gruppenfortschritt
  • Manche Teilnehmerinnen können „untergehen“ oder sich nicht trauen, ihre Fragen zu stellen
  • Abhängigkeit von festen Terminen, die nicht für alle Teilnehmerinnen passen könnten

Für wen es als Anbieterin geeignet ist:
Gruppenprogramme sind ideal für dich, wenn du gerne Gruppen leitest, von der Energie der Gemeinschaft inspiriert wirst und es liebst, verschiedene Perspektiven zusammenzubringen. Du solltest gut darin sein, alle einzubeziehen und gleichzeitig den roten Faden nicht zu verlieren.

Für welche Kundinnen es optimal ist:
Dieses Format eignet sich besonders für Kundinnen, die:

  • Von der Unterstützung und Inspiration einer Gemeinschaft profitieren
  • Ein ausgewogenes Verhältnis von Struktur und Flexibilität suchen
  • Den Austausch mit Gleichgesinnten schätzen
  • Ein mittleres Preissegment bevorzugen
  • Von der Rechenschaftspflicht in einer Gruppe motiviert werden

Ein wichtiger Hinweis aus meiner Erfahrung:
Bei meinem „Alles im Griff“-Programm habe ich eine interessante Beobachtung gemacht, als ich es als Gruppenprogramm durchführte: Manche Teilnehmerinnen waren so damit beschäftigt, anderen zu helfen und ihre Probleme zu lösen, dass sie sich selbst aus dem Blick verloren. Sie waren so sehr „im Außen“, dass ihre eigene Entwicklung zu kurz kam.

Das hat mich dazu bewogen, dieses Format anzupassen, denn gerade bei einem intensiven Sechs-Monats-Programm ist es mir wichtig, dass die Teilnehmerinnen sich auf sich selbst konzentrieren können. Es geht darum, ihr eigenes Online-Marketing zu entwickeln, nicht das der anderen. Diese Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, das Format immer wieder zu hinterfragen und bei Bedarf anzupassen.

Angebotsformat #3: Online-Kurse (Selbstlernkurse)

Selbstlernkurse sind das Paradebeispiel für skalierbare Angebote im Online-Business.

Beschreibung: Ein Online-Selbstlernkurs bietet strukturierte Lerninhalte, die Teilnehmerinnen in ihrem eigenen Tempo und nach ihrem eigenen Zeitplan durcharbeiten können. Die Inhalte werden typischerweise als Videos, Texte, Workbooks oder Audiodateien auf einer Lernplattform bereitgestellt.

Vorteile:

  • Maximale Skalierbarkeit – theoretisch unbegrenzte Teilnehmerzahl
  • Passive Einkommensmöglichkeit (wenn auch die Erstellung und Pflege Zeit erfordert)
  • Zeitliche und örtliche Flexibilität für die Teilnehmerinnen
  • Einmaliger Aufwand für die Erstellung, dann wiederholte Nutzung möglich
  • Oft niedrigere Preispunkte möglich, was mehr Menschen den Zugang ermöglicht

Herausforderungen:

  • Deutlich weniger persönlicher Kontakt und direktes Feedback
  • Typischerweise höhere Abbruchrate als bei begleiteten Formaten
  • Herausforderung, komplexe oder individualisierungsbedürftige Inhalte zu vermitteln
  • Erfordert anfangs erheblichen Zeitaufwand für die Erstellung
  • Regelmäßige Aktualisierungen notwendig, um den Kurs aktuell zu halten

Für wen es als Anbieterin geeignet ist:
Das Selbstlernformat passt zu dir, wenn du dein Wissen gut strukturieren kannst, gerne Inhalte erstellst und bereit bist, anfangs viel Zeit in die Kursentwicklung zu investieren. Du solltest auch damit zurechtkommen, dass du weniger direktes Feedback erhältst und die unmittelbare Wirkung deiner Arbeit nicht immer siehst.

Für welche Kundinnen es optimal ist:
Dieses Format eignet sich besonders für Kundinnen, die:

  • Zeitliche Flexibilität benötigen und in ihrem eigenen Tempo lernen möchten
  • Selbstdiszipliniert sind und gut eigenständig arbeiten können
  • Basiswissen erwerben möchten, ohne große finanzielle Investition
  • Inhalte mehrfach durchgehen oder zu bestimmten Teilen zurückkehren möchten
  • Klare, spezifische Ziele haben, die sich gut in einem strukturierten Format vermitteln lassen

Praxisbeispiel:
Meine eigene Erfahrung mit meinem ersten Pinterest-Kurs war zwiespältig. Einerseits verkaufte sich der Kurs gut und die Inhalte wurden gelobt. Andererseits vermisste ich den direkten Kontakt und stellte fest, dass viele Teilnehmerinnen den Kurs nicht vollständig durcharbeiteten. Das war ein wichtiger Lernmoment für mich: Selbstlernkurse können wunderbar funktionieren, aber sie erfordern besondere Aufmerksamkeit für Engagement und Motivation der Teilnehmerinnen.

Angebotsformat #4: Membership/Mitgliedschaft

Mitgliedschaften oder Memberships sind ein faszinierendes Format, das kontinuierliche Unterstützung über einen längeren Zeitraum bietet.

Beschreibung: Bei einer Membership zahlen Kundinnen einen regelmäßigen (meist monatlichen) Beitrag und erhalten dafür kontinuierlichen Zugang zu Inhalten, Ressourcen, Community und oft auch Live-Events oder Calls. Im Gegensatz zu einem Kurs mit definiertem Ende ist eine Membership auf Dauer angelegt.

Vorteile:

  • Wiederkehrende, vorhersehbare Einnahmen für dein Business
  • Aufbau einer engen, engagierten Community rund um dein Angebot
  • Möglichkeit, kontinuierlich mit deinen Kundinnen zu wachsen und ihre langfristige Entwicklung zu begleiten
  • Flexibilität, verschiedene Inhaltsformate zu kombinieren (Bibliothek, Live-Calls, Austauschforen)
  • Oft niedrigere Einstiegshürde für Kundinnen durch günstigeren monatlichen Beitrag

Herausforderungen:

  • Erfordert regelmäßige Erstellung neuer, wertvoller Inhalte
  • Konstante Betreuung und Community-Management nötig
  • Herausforderung, sowohl Neueinsteiger als auch langjährige Mitglieder zu bedienen
  • Fluktuation (Churn) kann zur Herausforderung werden
  • Bedeutet ein langfristiges Commitment deinerseits

Für wen es als Anbieterin geeignet ist:
Das Membership-Format passt zu dir, wenn du langfristige Beziehungen aufbauen möchtest, kontinuierlich neue Inhalte erstellen kannst und Freude am Leiten einer Community hast. Du solltest außerdem Ausdauer mitbringen und ein Thema haben, das genug Tiefe und Breite für kontinuierliche Inhalte bietet.

Für welche Kundinnen es optimal ist:
Dieses Format eignet sich besonders für Kundinnen, die:

  • Langfristige Unterstützung und kontinuierliches Lernen suchen
  • Von einer Community Gleichgesinnter profitieren möchten
  • Flexible, budgetfreundliche Zahlungsoptionen bevorzugen
  • Zugang zu einer wachsenden Ressourcenbibliothek schätzen
  • Sich in verschiedenen Phasen ihrer Reise befinden und unterschiedliche Unterstützung benötigen

Ein wichtiger Hinweis:
Memberships sind verführerisch einfach in der Theorie, aber anspruchsvoll in der Praxis. Viele Unternehmerinnen unterschätzen den kontinuierlichen Aufwand für Content-Erstellung und Community-Management. Bei der Planung einer Membership solltest du realistisch einschätzen, wie viel Zeit du langfristig investieren kannst und willst. Aus meiner Sicht sollte die Membership am Ende einer Angebotstreppe stehen, nicht am Anfang.

Angebotsformat #5: Live-Workshops oder Seminare

Live-Workshops bieten eine intensive, fokussierte Lernerfahrung in einem begrenzten Zeitraum.

Beschreibung: Bei einem Workshop oder Seminar arbeitest du mit einer Gruppe für einen definierten, meist kurzen Zeitraum (von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen) intensiv an einem spezifischen Thema. Das Format ist hochkonzentriert und ergebnisorientiert.

Vorteile:

  • Hohe Energiedichte und Fokussierung auf ein konkretes Thema oder Ziel
  • Unmittelbares Feedback und interaktives Lernen
  • Starke Verbindung innerhalb der Gruppe durch die gemeinsame intensive Erfahrung
  • Klarer Anfang und Ende, was Verbindlichkeit schafft
  • Möglichkeit, in kurzer Zeit beeindruckende Ergebnisse zu erzielen

Herausforderungen:

  • Zeitlich und oft auch örtlich gebunden
  • Begrenzte Teilnehmerzahl, besonders bei hohem Interaktionsgrad
  • Hohe Anforderungen an deine Präsentations- und Moderationsfähigkeiten
  • Intensiv in der Vorbereitung und Durchführung
  • Nachhaltigkeit der Ergebnisse kann eine Herausforderung sein

Für wen es als Anbieterin geeignet ist:
Workshops und Seminare passen zu dir, wenn du vor Gruppen aufblühst, spontan auf Fragen reagieren kannst und Energie aus dem direkten Austausch ziehst. Du solltest gut strukturieren können und in der Lage sein, komplexe Themen in verdauliche Einheiten zu zerlegen.

Für welche Kundinnen es optimal ist:
Dieses Format eignet sich besonders für Kundinnen, die:

  • In kurzer Zeit konkrete Ergebnisse erzielen möchten
  • Von der fokussierten, ungestörten Lernumgebung profitieren
  • Den Austausch mit anderen zu einem spezifischen Thema schätzen
  • Einen Anstoß brauchen, um ins Handeln zu kommen
  • Komplexe Themen besser in geführten Gruppen-Settings verstehen

Angebotsformat #6: Hybride Formate

Hybride Formate kombinieren Elemente aus verschiedenen Angebotsformaten und bieten dadurch einzigartige Vorteile.

Beschreibung: Ein hybrides Format könnte beispielsweise ein Selbstlernkurs mit regelmäßigen Gruppen-Calls sein, oder ein 1:1-Coaching kombiniert mit Zugang zu einer Ressourcenbibliothek. Die Möglichkeiten sind vielfältig und können genau auf deine und die Bedürfnisse deiner Zielgruppe zugeschnitten werden.

Vorteile:

  • Vereint das Beste aus verschiedenen Welten
  • Kann unterschiedliche Lerntypen und Bedürfnisse innerhalb deiner Zielgruppe ansprechen
  • Bietet sowohl Struktur als auch Flexibilität
  • Ermöglicht dir, verschiedene Stärken einzubringen
  • Kann schrittweise entwickelt und angepasst werden

Herausforderungen:

  • Kann komplex in der Konzeption und Umsetzung sein
  • Erfordert klare Kommunikation, was genau im Angebot enthalten ist
  • Die verschiedenen Elemente müssen gut aufeinander abgestimmt sein
  • Potenzielle Überforderung der Teilnehmerinnen durch zu viele Optionen
  • Höherer Organisationsaufwand für dich

Für wen es als Anbieterin geeignet ist:
Hybride Formate passen zu dir, wenn du vielseitig bist, verschiedene Lerntypen ansprechen möchtest und Freude daran hast, kreative Lösungen zu entwickeln. Du solltest gut organisiert sein und die Fähigkeit haben, die verschiedenen Elemente zu einem kohärenten Ganzen zu verbinden.

Für welche Kundinnen es optimal ist:
Dieses Format eignet sich besonders für Kundinnen, die:

  • Sowohl Struktur als auch Flexibilität wünschen
  • Verschiedene Lernpräferenzen haben, die ein einzelnes Format nicht vollständig abdecken kann
  • Unterschiedliche Unterstützungsgrade in verschiedenen Phasen ihrer Reise benötigen
  • Bereit sind, in ein umfassenderes Angebot zu investieren
  • Den Wert sowohl von Selbststudium als auch von direkter Unterstützung erkennen


Wie du siehst, hat jedes dieser sechs Formate seine eigenen Stärken und Herausforderungen. Das „beste“ Format ist immer jenes, das optimal zu dir, deinen Stärken, deinem Thema und – ganz wichtig – zu den Bedürfnissen deiner Zielgruppe passt.

Selbstreflexion: Das richtige Format für dich finden

Nachdem wir die verschiedenen Angebotsformate kennengelernt haben, ist es Zeit für den vielleicht wichtigsten Schritt: die Selbstreflexion. Denn letztendlich musst du mit dem gewählten Format arbeiten und glücklich sein. Es sollte nicht nur zu deiner Zielgruppe passen, sondern auch zu dir, deinen Stärken und deinem Leben.

Die fünf entscheidenden Fragen an dich selbst

Hier sind fünf Fragen, die dir helfen können, das Format zu finden, das wirklich zu dir passt. Nimm dir Zeit, diese Fragen ehrlich zu beantworten – idealerweise schriftlich, um deine Gedanken zu ordnen und später darauf zurückgreifen zu können.

1. Was macht dir am meisten Spaß?

Diese Frage mag einfach klingen, aber sie ist fundamental. In welchem Format arbeitest du am liebsten? Wenn du die Wahl zwischen einem tiefgehenden Gespräch mit einer Person oder dem Erstellen von Videoinhalten hättest, was würdest du wählen?

Als ich vor dieser Entscheidung stand, habe ich mich gefragt: „Was mache ich, wenn ich die Zeit vergesse?“ Die Antwort war eindeutig: Gespräche führen und gemeinsam Probleme lösen. In diesen Momenten bin ich völlig präsent und spüre eine tiefe Erfüllung. Diese Erkenntnis hat mir geholfen zu verstehen, dass 1:1-Coaching und kleine Gruppen für mich am besten funktionieren.

Reflektiere über Situationen, in denen du völlig aufgegangen bist, in denen die Arbeit nicht wie Arbeit anfühlte. Was hast du in diesen Momenten getan? Mit wem warst du? In welchem Setting fand es statt?

2. Wo liegen deine Stärken?

Jeder von uns hat natürliche Stärken und Talente. Manche sind geborene Geschichtenerzähler und brillieren in Videos oder Podcasts. Andere haben eine besondere Gabe für tiefgehende Gespräche und das Erkennen verborgener Muster. Wieder andere können komplexe Themen strukturieren und in klare, nachvollziehbare Schritte zerlegen.

Frage dich: Was fällt dir leicht? Worin bist du besonders gut? Was sagen andere über deine Stärken? Welche Komplimente erhältst du immer wieder?

Wenn du zum Beispiel besonders gut darin bist, komplexe Themen einfach zu erklären, könnte ein Kurs oder Workshop zu dir passen. Bist du hingegen empathisch und kannst gut zuhören, liegt deine Stärke vielleicht eher im Coaching.

Es geht nicht darum, nur innerhalb deiner Komfortzone zu bleiben, sondern deine natürlichen Stärken zu nutzen und auf ihnen aufzubauen, anstatt ständig gegen den Strom zu schwimmen.

3. Was braucht deine Zielgruppe wirklich?

Wir haben bereits über die Bedeutung der Zielgruppenanalyse gesprochen. An dieser Stelle ist es wichtig, die Erkenntnisse aus dieser Analyse mit deinen eigenen Präferenzen abzugleichen.

Es geht nicht um das, was du denkst, dass deine Zielgruppe braucht, sondern um das, was sie tatsächlich braucht und wünscht. Und der beste Weg, das herauszufinden, ist direkt zu fragen.

Ich war überrascht, als ich feststellte, dass viele meiner Kundinnen ein strukturiertes Programm mit zeitlicher Flexibilität, aber auch regelmäßigem 1:1-Austausch wünschten. Sie wollten nicht, dass ich ihnen alle Inhalte in Einzelsitzungen vermittle (was zeitlich und finanziell ineffizient wäre), sondern schätzten die Kombination aus Selbststudium und gezielter persönlicher Unterstützung.

Führe Gespräche, stelle Fragen in deinen Social-Media-Kanälen oder deinem Newsletter. Du könntest beispielsweise fragen: „Wenn du etwas über [dein Thema] lernen möchtest, wie würdest du das am liebsten tun?“ oder „Was hat dir bei früheren Kursen oder Coachings besonders gut gefallen oder gefehlt?“

4. Wie sieht dein Leben aus?

Ein oft übersehener Aspekt bei der Formatwahl ist dein eigenes Leben und deine persönlichen Umstände. Dein Angebot muss nicht nur zu deiner Zielgruppe passen, sondern auch zu deinem Alltag, deinen Verpflichtungen und deinem Energiehaushalt.

Frage dich:

  • Wie viel Zeit kannst du realistisch für dein Angebot aufbringen?
  • Wann bist du am produktivsten und energiegeladensten?
  • Welche anderen Verpflichtungen hast du (Familie, andere Projekte)?
  • Wie viel Struktur und Planbarkeit brauchst du in deinem Alltag?

Wenn du beispielsweise kleine Kinder hast und flexible Arbeitszeiten brauchst, könnte ein Selbstlernkurs oder ein hybrides Format mit flexiblen 1:1-Terminen besser geeignet sein als ein festes wöchentliches Gruppenprogramm. Wenn du hingegen vorhersehbare Struktur schätzt, könnte ein regelmäßiges Format mit festen Terminen ideal sein.

Ich selbst habe festgestellt, dass feste wöchentliche Termine für Gruppenprogramme für mich schwierig einzuhalten sind. Die Flexibilität, individuelle 1:1-Termine zu vereinbaren und Selbstlernmaterialien zu erstellen, wenn es in meinen Zeitplan passt, funktioniert viel besser für mich.

5. Was ist dein langfristiges Ziel?

Schließlich solltest du überlegen, wo du langfristig hin willst. Deine Formatwahl sollte nicht nur deinen aktuellen Umständen entsprechen, sondern auch deine langfristigen Geschäftsziele unterstützen.

Willst du ein skalierbares Business aufbauen, das irgendwann auch ohne deine ständige Präsenz funktioniert? Oder bevorzugst du intensive Arbeit mit wenigen, ausgewählten Kunden? Möchtest du eine Community aufbauen oder eher 1:1-Expertin in deinem Bereich sein?

Je nachdem, wo du hin willst, könnte ein anderes Format besser passen. Wenn dein Ziel Skalierbarkeit ist, könnten Kurse oder Memberships langfristig sinnvoller sein. Wenn du hingegen tiefe Expertise und Premium-Positionierung anstrebst, könnte hochwertiges 1:1-Coaching der richtige Weg sein.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass deine Angebote sich mit deinem Business entwickeln können und sollten. Viele erfolgreiche Unternehmerinnen beginnen mit 1:1-Coaching, um Erfahrungen zu sammeln und ihr Angebot zu verfeinern, bevor sie zu skalierbaren Formaten übergehen.

Praktische Übung zur Selbstreflexion

Hier ist eine einfache, aber wirkungsvolle Übung, die dir helfen kann, dein ideales Format zu finden:

  1. Nimm dir ungestörte Zeit – mindestens eine Stunde – und einen Ort, an dem du dich wohlfühlst.
  2. Erstelle eine Tabelle mit den sechs vorgestellten Formaten als Zeilen und folgenden Spalten:
    • Wie viel Freude macht mir dieses Format? (1-10)
    • Wie gut passt es zu meinen Stärken? (1-10)
    • Wie gut entspricht es den Bedürfnissen meiner Zielgruppe? (1-10)
    • Wie gut lässt es sich in mein Leben integrieren? (1-10)
    • Wie gut unterstützt es meine langfristigen Ziele? (1-10)
  3. Bewerte jedes Format ehrlich und aus dem Bauch heraus.
  4. Berechne den Durchschnitt für jedes Format. Die höchsten Werte geben dir einen ersten Hinweis, welche Formate am besten zu dir passen könnten.
  5. Frage dich dann: Was wäre, wenn ich ausschließlich dieses Format anbieten würde? Wie würde sich das anfühlen? Welche Bedenken oder Vorfreude tauchen auf?

Diese Übung ist kein wissenschaftlicher Test, aber sie kann dir helfen, deine eigenen Präferenzen klarer zu sehen und intuitive Entscheidungen mit rationalen Überlegungen zu verbinden.

Denke daran: Es gibt nicht DAS eine perfekte Format. Es geht darum, das Format zu finden, das zu dir, deiner Zielgruppe und deinem Leben passt. Und das Beste ist: Du kannst jederzeit experimentieren, anpassen und wachsen.

Der 5-Schritte-Plan zur Entwicklung deines idealen Angebotsformats

Nachdem du durch Selbstreflexion mehr Klarheit über deine Präferenzen gewonnen hast, ist es Zeit für die praktische Umsetzung. Hier ist ein praktischer 5-Schritte-Plan, der dir hilft, dein ideales Angebotsformat zu entwickeln und erfolgreich zu implementieren.

Grafik mit der Überschrift "Coaching, Kurs oder Workshop", einem Fragezeichen und Sprechblasen mit den 6 Angebotsformaten

Schritt 1: Selbstreflexion vertiefen und dokumentieren

Wir haben bereits über die Bedeutung der Selbstreflexion gesprochen. In diesem ersten Schritt geht es darum, deine Erkenntnisse zu vertiefen und festzuhalten.

So setzt du es um:

  • Nimm dir einen Abend Zeit (oder einen Vormittag, wenn du da kreativer bist) und schaffe eine ruhige, angenehme Atmosphäre.
  • Stelle dir die fünf Fragen aus dem vorherigen Abschnitt und schreibe deine Antworten ausführlich auf.
  • Ergänze diese Überlegungen mit konkreten Beispielen aus deiner bisherigen Arbeit: Was hat gut funktioniert? Was hat dich frustriert?
  • Mache eine ehrliche Bestandsaufnahme deiner Stärken, Schwächen und Vorlieben in Bezug auf verschiedene Arbeitsweisen.

Ein praktischer Tipp: Denke auch an deine Energiequellen. Bei welchen Aktivitäten fühlst du dich nach der Arbeit energiegeladen, bei welchen erschöpft – selbst wenn beide Spaß machen? Zum Beispiel liebe ich sowohl 1:1-Gespräche als auch Workshops, aber nach einem ganzen Tag Workshop brauche ich definitiv Zeit zum Auftanken, während mich einzelne Coaching-Gespräche oft energetisieren.

Schritt 2: Zielgruppenbefragung durchführen

Theorien sind gut, aber nichts ersetzt direktes Feedback von deiner Zielgruppe. Dieser Schritt ist entscheidend, um sicherzustellen, dass dein Format nicht nur zu dir, sondern auch zu den Bedürfnissen deiner potenziellen Kundinnen passt.

So setzt du es um:

  • Identifiziere 5-10 Personen aus deiner Zielgruppe (bestehende Kundinnen, Newsletter-Abonnentinnen oder Social-Media-Followerinnen).
  • Bereite 3-5 klare, offene Fragen vor, wie zum Beispiel:
    • „Wie lernst du am liebsten neue Fähigkeiten?“
    • „Welches Format würde am besten in deinen Alltag passen?“
    • „Was würde dir helfen, bei einem Programm am Ball zu bleiben?“
    • „Welche Art von Unterstützung brauchst du, um deine Ziele zu erreichen?“
  • Führe kurze Interviews (15-20 Minuten) oder erstelle eine anonyme Umfrage.
  • Biete einen Anreiz für die Teilnahme, wie ein Mini-Coaching oder einen nützlichen Content-Bonus.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Die Antworten werden dich manchmal überraschen! Ich hatte zum Beispiel angenommen, dass viele meiner Kundinnen vor allem Flexibilität wünschen, aber in den Gesprächen stellte sich heraus, dass ihnen regelmäßiges Feedback und „Hausaufgaben“ fast wichtiger waren. Diese Erkenntnis hat mein Angebotsformat maßgeblich beeinflusst.

Schritt 3: Prototyp testen

Bevor du viel Zeit und Energie in die Entwicklung eines kompletten Angebots investierst, ist es sinnvoll, einen vereinfachten Prototyp zu testen. So kannst du mit minimalem Risiko herausfinden, ob dein Format funktioniert.

So setzt du es um:

  • Für ein Coaching: Biete 3-5 kostenlose oder stark vergünstigte Probesessions an.
  • Für einen Kurs: Erstelle ein Mini-Modul oder eine Lektion und teste sie mit einer kleinen Gruppe.
  • Für ein Gruppenprogramm: Veranstalte einen kostenlosen Workshop oder eine Mastermind-Session.
  • Für eine Membership: Starte mit einer 30-tägigen Testphase für eine kleine, ausgewählte Gruppe.

Wichtig ist, dass du den Prototyp so gestaltest, dass er die Essenz deines geplanten Formats widerspiegelt, ohne dass du Wochen mit der Vorbereitung verbringst. Es geht um einen „Minimal Viable Product“-Ansatz: das Minimum an Aufwand für maximalen Erkenntnisgewinn.

Als ich mit meinem „Alles im Griff“-Programm startete, habe ich eine Beta-Version meines (damals noch) 12-Wochen-Programms angeboten. Zu einem vergünstigten Preis mit der Bitte um kritisches Feedback und bei Gefallen einem Testimonial. Erst im vierten Durchgang des Programms ist es dann zu einem 6-Monats-Programm geworden. Die Erkenntnisse aus dieser „Beta-Phase“ waren unbezahlbar und haben mir viel Entwicklungszeit gespart.

Schritt 4: Feedback einholen und anpassen

Nach deinem Test ist es entscheidend, strukturiertes Feedback zu sammeln und dein Angebot entsprechend anzupassen. Dieser iterative Prozess ist der Schlüssel zur Entwicklung eines wirklich effektiven Formats.

So setzt du es um:

  • Plane bewusst Feedback-Gespräche nach Abschluss der Testphase ein.
  • Stelle konkrete Fragen wie:
    • „Was hat besonders gut funktioniert?“
    • „Was hat gefehlt oder könnte verbessert werden?“
    • „Hättest du für die Vollversion bezahlt? Wenn ja, welchen Preis findest du angemessen?“
    • „Welche Ergebnisse konntest du erzielen?“
  • Beobachte auch das Verhalten: Wie war die Beteiligung? Gab es Abbrüche? Wo gab es besonders viele Fragen?
  • Überprüfe ehrlich, ob das Format auch für dich funktioniert hat. Wie war dein Energielevel? Hat es zu deinem Arbeitsrhythmus gepasst?

Nimm dir Zeit, das Feedback zu verarbeiten und konkrete Anpassungen zu identifizieren. Manchmal sind es kleine Änderungen – wie zusätzliche Q&A-Sessions oder anders strukturierte Inhalte – die einen großen Unterschied machen.

Ein persönliches Beispiel: Im Rahmen des Beta-Tests erhielt ich das Feedback, dass die Teilnehmerinnen mehr Zeit für die Umsetzung zwischen den Modulen gebraucht hätten. Daraufhin habe ich zunächst den Rhythmus angepasst und „Implementierungswochen“ eingebaut – eine einfache Änderung, die die Zufriedenheit und die Ergebnisse deutlich verbesserte.

Schritt 5: Angebot finalisieren

Jetzt, mit all deinen Erkenntnissen ausgestattet, kannst du dein Angebot mit Vertrauen finalisieren und zum Launch vorbereiten.

So setzt du es um:

  • Entwickle eine klare Struktur für dein Angebot, basierend auf deinen Erkenntnissen.
  • Lege die Preisgestaltung fest, wobei du sowohl den Markt als auch den von dir geschaffenen Wert berücksichtigst.
  • Erstelle einen detaillierten Plan für die Umsetzung, einschließlich Zeitplan, benötigter Ressourcen und technischer Anforderungen.
  • Entwickle eine Verkaufsstrategie, die zu deinem Angebot und deiner Zielgruppe passt.

Bei der Preisgestaltung möchte ich dir einen wichtigen Tipp mitgeben: Wenn du den Preis gefunden hast, mit dem du dich wohlfühlst, lege noch 20% drauf. Warum? Weil wir Frauen tendenziell zu niedrig kalkulieren. Als Beispiel: Wenn du 100 Euro als angemessenen Preis empfindest, setze ihn auf 120 Euro. Mit dieser einfachen Regel stellst du sicher, dass du deinen Wert nicht unterschätzt.

„Wenn du den Preis gefunden hast, mit dem du dich wohlfühlst, lege noch 20% drauf. Dann hast du wahrscheinlich den richtigen Preis gefunden – wir Frauen tendieren dazu, zu niedrig zu kalkulieren.“

Die Finalisierung ist auch der richtige Zeitpunkt, um über Skalierung und Wachstum nachzudenken. Wie könnte sich dein Angebot entwickeln? Könntest du es in Zukunft erweitern, anpassen oder mit anderen Angeboten kombinieren?

Mein „Alles im Griff“-Programm hat sich seit seiner ersten Version mehrfach weiterentwickelt. Was als reines Gruppenprogramm begann, ist heute ein hybrides Format mit Selbstlernmaterialien und individueller Betreuung. Und für den nächsten Durchgang plane ich bereits weitere Verbesserungen – denn ein erfolgreiches Angebot ist nie „fertig“, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter.

Diese fünf Schritte bilden einen bewährten Weg zur Entwicklung deines idealen Angebotsformats. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus Selbstreflexion, Zielgruppenverständnis und praktischem Testen. Nimm dir die Zeit, jeden Schritt gründlich zu durchlaufen – die Investition zahlt sich durch ein Angebot aus, das nicht nur deinen Kundinnen hilft, sondern auch dir Freude und Erfüllung bringt.

Häufige Fehler vermeiden

Auf dem Weg zum idealen Angebotsformat lauern einige typische Fallstricke, die ich immer wieder beobachte – sowohl bei mir selbst als auch bei vielen anderen Unternehmerinnen. Das Gute daran: Wenn du diese Fehler kennst, kannst du sie bewusst vermeiden und dir viel Frustration, Zeit und Geld sparen.

Fehler 1: Blind kopieren, was andere machen

Es ist verführerisch, erfolgreiche Konkurrentinnen oder Vorbilder zu beobachten und ihr Angebotsformat einfach zu übernehmen. „Wenn es für sie funktioniert, wird es auch für mich funktionieren“ – diese Annahme ist jedoch oft trügerisch.

Warum es problematisch ist:
Jede Unternehmerin hat ihre eigene Persönlichkeit, ihre eigenen Stärken und eine einzigartige Zielgruppe. Was für jemand anderen perfekt funktioniert, kann für dich völlig ungeeignet sein. Außerdem siehst du von außen nur die Ergebnisse, nicht den Prozess oder die möglicherweise vorhandenen Probleme hinter den Kulissen.

Wie du es vermeidest:

  • Nutze erfolgreiche Formate als Inspiration, nicht als Blaupause
  • Frage dich immer: „Passt dieses Format zu mir, meinen Stärken und meiner Arbeitsweise?“
  • Erinnere dich daran, dass deine Einzigartigkeit deine Stärke ist – es geht nicht darum, jemand anderen zu kopieren, sondern deine eigene authentische Lösung zu finden

Fehler 2: Zu viel auf einmal wollen

Ambition ist gut, aber besonders bei neuen Angeboten ist es verlockend, gleich ein komplexes Format mit allen erdenklichen Features und Extras zu entwickeln. Das führt oft zu Überforderung – sowohl für dich als auch für deine Kundinnen.

Warum es problematisch ist:
Ein überladenes Angebot ist schwieriger zu kommunizieren, aufwändiger umzusetzen und kann Kundinnen mit zu vielen Optionen überfordern. Außerdem bindest du viele Ressourcen, bevor du überhaupt weißt, ob das Format grundsätzlich funktioniert.

Wie du es vermeidest:

  • Starte mit einer schlankeren Version – du kannst immer erweitern
  • Fokussiere dich auf den Kernwert deines Angebots: Was ist das Minimum, das deine Kundinnen brauchen, um ihr Ziel zu erreichen?
  • Plane bewusst Entwicklungsphasen ein: Version 1.0, 2.0, 3.0
  • Teste einzelne Elemente, bevor du sie zu einem komplexen Angebot zusammenfügst

Fehler 3: Das Format wichtiger nehmen als den Inhalt

Manchmal werden wir so fixiert auf das „Wie“ (das Format), dass wir das „Was“ (den Inhalt) und das „Warum“ (den Mehrwert) aus den Augen verlieren.

Warum es problematisch ist:
Am Ende des Tages zählt für deine Kundinnen vor allem eines: Löst dein Angebot ihr Problem? Hilft es ihnen, ihre Ziele zu erreichen? Das beste Format nützt nichts, wenn der Inhalt nicht überzeugt.

Wie du es vermeidest:

  • Beginne mit dem Ergebnis: Was sollen deine Kundinnen nach Abschluss deines Angebots erreicht haben?
  • Entwickle zuerst den Inhalt und die Methodik, dann das passende Format dazu
  • Betrachte das Format als Vehikel für deinen Inhalt, nicht als Selbstzweck
  • Frage dich bei jeder Formatentscheidung: „Unterstützt dies die Vermittlung meiner Inhalte und das Erreichen der gewünschten Ergebnisse?“

Als ich mein Programm entwickelte, definierte ich zuerst klar die Transformation, die ich ermöglichen wollte: Eine strukturierte, authentische Marketing-Strategie, die wirklich umgesetzt wird. Erst dann überlegte ich, welches Format diese Transformation am besten unterstützen würde.

Fehler 4: Nicht flexibel sein

Manchmal halten wir zu lange an einem Format fest, das nicht optimal funktioniert, sei es aus Stolz, Gewohnheit oder der Angst vor Veränderung.

Warum es problematisch ist:
Ein Format, das nicht funktioniert, frustriert sowohl dich als auch deine Kundinnen. Es führt zu schlechteren Ergebnissen, höheren Abbruchraten und letztlich zu einem schlechteren Ruf deines Angebots.

Wie du es vermeidest:

  • Betrachte dein Format als Experiment, nicht als endgültige Lösung
  • Baue regelmäßige Überprüfungs- und Feedback-Schleifen ein
  • Sei bereit, Anpassungen vorzunehmen, selbst wenn es bedeutet, von vorne zu beginnen
  • Kommuniziere Änderungen positiv als Verbesserungen, nicht als Korrekturen von Fehlern

Ich habe mein „Alles im Griff“-Programm mehrfach angepasst, basierend auf Feedback und meinen eigenen Beobachtungen. Was als Gruppenprogramm mit festen wöchentlichen Terminen begann, entwickelte sich zu einem flexibleren hybriden Format. Jede Iteration brachte bessere Ergebnisse und mehr Zufriedenheit – sowohl für meine Kundinnen als auch für mich.

Fehler 5: Den Preis an das Format und nicht an den Wert koppeln

Ein häufiger Fehler ist es, den Preis ausschließlich am Format festzumachen, nach dem Motto: „1:1-Coaching muss teurer sein als ein Kurs“ oder „Eine Membership muss unter 100 Euro pro Monat kosten“.

Warum es problematisch ist:
Der Preis sollte sich am Wert orientieren, den du lieferst, nicht am Format. Ein gut gemachter Selbstlernkurs kann unter Umständen mehr Wert liefern als ein mittelmäßiges 1:1-Coaching. Die starre Koppelung von Preis und Format führt oft zu Unter- oder Überbewertung deines Angebots.

Wie du es vermeidest:

  • Fokussiere dich bei der Preisgestaltung auf den Wert und die Transformation, nicht auf das Format
  • Berücksichtige natürlich den Zeitaufwand, aber auch deine Expertise, die Tiefe der Inhalte und die Qualität der Ergebnisse
  • Untersuche den Markt, aber setze deinen Preis nicht nur basierend auf dem, was andere verlangen
  • Denke an die Regel der 20%: Wenn du den Preis gefunden hast, mit dem du dich wohlfühlst, lege noch 20% drauf

Ein oft übersehener Fehler: Die eigenen Grenzen nicht respektieren

Ein weiterer Fehler, der selten thematisiert wird, ist das Ignorieren der eigenen Grenzen und Kapazitäten bei der Formatwahl.

Warum es problematisch ist:
Ein Format, das deine Energie übermäßig beansprucht oder nicht zu deinem Lebensstil passt, ist langfristig nicht nachhaltig – egal wie erfolgreich es kurzfristig sein mag. Es führt zu Burnout, nachlassender Qualität und letztlich zum Scheitern des Angebots.

Wie du es vermeidest:

  • Sei ehrlich zu dir selbst bezüglich deiner Kapazitäten und Grenzen
  • Berücksichtige nicht nur deine geschäftlichen, sondern auch deine persönlichen Bedürfnisse
  • Plane bewusst Pufferzeiten und Erholungsphasen ein
  • Entwickle ein Format, das du langfristig mit Freude anbieten kannst, nicht nur für die nächsten Wochen

Ich habe gelernt, dass wöchentliche Live-Calls zu festen Zeiten für mich stressig sind und mich einschränken. Das Wissen, dass ich jeden Dienstag um 16 Uhr verfügbar sein muss, unabhängig von anderen Verpflichtungen oder meiner Energie, belastete mich. Die Umstellung auf flexibel planbare 1:1-Calls war eine kleine Änderung mit großer Wirkung auf mein Wohlbefinden und letztlich auch auf die Qualität meines Angebots.

Podcast-Episode #151: Angebote, die funktionieren: Der Weg zum richtigen Format

Fazit und nächste Schritte

Die Wahl des richtigen Angebotsformats ist keine einmalige Entscheidung, sondern ein kontinuierlicher Prozess der Anpassung und Weiterentwicklung. Es ist eine Reise, auf der du dich und deine Zielgruppe immer besser kennenlernst und dein Angebot entsprechend optimierst.

Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse

Hier noch einmal die Schlüsselpunkte dieses Artikels:

  1. Das richtige Format macht den Unterschied – sowohl für deine Zufriedenheit als auch für die Ergebnisse deiner Kundinnen. Es beeinflusst, wie du arbeitest, wie deine Kundinnen lernen und wie erfolgreich dein Angebot letztendlich ist.
  2. Eine gründliche Zielgruppenanalyse ist entscheidend. Verstehe die Bedürfnisse, Lernpräferenzen, zeitlichen Möglichkeiten und finanziellen Ressourcen deiner Zielgruppe, bevor du ein Format wählst.
  3. Es gibt sechs Hauptformate mit unterschiedlichen Stärken und Herausforderungen:
    • 1:1-Coaching oder Beratung für maximale Individualisierung
    • Gruppenprogramme für die Balance zwischen Gemeinschaft und Betreuung
    • Online-Kurse (Selbstlernkurse) für Flexibilität und Skalierbarkeit
    • Memberships für kontinuierliche Unterstützung und regelmäßige Einnahmen
    • Live-Workshops für intensive, fokussierte Lernerfahrungen
    • Hybride Formate, die verschiedene Elemente kombinieren
  4. Selbstreflexion ist der Schlüssel zur Findung des Formats, das zu dir passt. Frage dich: Was macht dir Spaß? Wo liegen deine Stärken? Was braucht deine Zielgruppe? Wie sieht dein Leben aus? Was sind deine langfristigen Ziele?
  5. Der 5-Schritte-Plan bietet einen praktischen Weg zur Entwicklung deines idealen Formats: Selbstreflexion, Zielgruppenbefragung, Prototyp testen, Feedback einholen und anpassen, Angebot finalisieren.
  6. Vermeide häufige Fehler wie blindes Kopieren, Überkomplexität, Formatfixierung, mangelnde Flexibilität und falsche Preisgestaltung.
  7. Der Preis sollte sich am Wert orientieren, nicht am Format. Und vergiss nicht die 20%-Regel: Wenn du den Preis gefunden hast, mit dem du dich wohlfühlst, lege noch 20% drauf.

Ermutigung zum Experimentieren und Anpassen

Ich möchte dich ermutigen, mutig zu sein und verschiedene Formate auszuprobieren. Perfektionismus ist hier fehl am Platz – es geht darum, zu starten, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Denk daran: Es gibt nicht DAS eine perfekte Format. Es geht darum, das Format zu finden, das zu dir, deiner Zielgruppe und deinem Leben passt. Und das Beste daran: Du kannst jederzeit experimentieren und anpassen.

Meine eigene Reise hat mich von 1:1-Coaching über Gruppenprogramme und Online-Kurse bis hin zu hybriden Formaten geführt. Jede Station auf diesem Weg hat mir wertvolle Erkenntnisse gebracht und mich meinem idealen Format näher gebracht. Und selbst jetzt entwickle ich meine Angebote ständig weiter.

Konkrete nächste Schritte für dich

Hier sind einige konkrete Schritte, die du jetzt unternehmen kannst, um dein ideales Angebotsformat zu finden:

  1. Führe die Selbstreflexionsübung durch, die wir im fünften Abschnitt besprochen haben. Nimm dir wirklich Zeit dafür – es ist eine Investition in dein Business.
  2. Identifiziere fünf Personen aus deiner Zielgruppe, die du in den nächsten zwei Wochen befragen möchtest. Bereite deine Fragen vor und vereinbare Termine.
  3. Skizziere einen einfachen Prototyp für das Format, das dich am meisten anspricht. Was wäre der minimalste Test, den du durchführen könntest?
  4. Setze dir einen Termin, bis wann du diesen Prototyp testen möchtest. Mach es konkret und verbindlich.
  5. Finde eine Rechenschaftspartnerin, mit der du diesen Prozess durchlaufen kannst. Gegenseitige Unterstützung und Feedback machen den Weg leichter und erfolgreicher.

Einladung zum Austausch und Feedback

Ich würde mich sehr freuen, von deinen Erfahrungen zu hören! In welchem Format arbeitest du am liebsten? Oder mit welchem Format haderst du gerade? Welche Erkenntnisse hast du aus diesem Artikel mitgenommen?

Schreib mir gerne eine Nachricht an info@silkeschoenweger.com oder hinterlasse einen Kommentar unter diesem Artikel. Deine Erfahrungen und Fragen können auch anderen Leserinnen helfen – und mir wertvolle Einblicke für zukünftige Inhalte geben.

9. Praktischer Teil: Checkliste und Arbeitsblatt

Zum Abschluss möchte ich dir noch zwei praktische Hilfsmittel an die Hand geben, die dich bei deiner Formatentscheidung unterstützen können.

Angebots-Checkliste und Arbeitsliste sichern
Du bekommst die Checkliste und die Arbeitsliste kostenfrei als PDF in dein E-Mail-Postfach. Außerdem bekommst du meinen wöchentlichen Newsletter, die MarketingPost, den du jederzeit über den Link in der Fußleiste abmelden kannst.

ChatGPT als Sparringspartner für deine Positionierung: Ein Gespräch mit Eve Hoyer über KI, Authentizität und mutige Veränderungen

ChatGPT als Sparringspartner für deine Positionierung: Ein Gespräch mit Eve Hoyer über KI, Authentizität und mutige Veränderungen

In diesem ausführlichen Interview bei ALLES IM GRIFF im Online-Marketing teil meine liebe Kollegin und Expertin für Positionierung und Kommunikation Eve Hoyer ihre Erfahrungen, wie sie selbst ChatGPT für ihre eigene neue Positionierung nutzt und wie andere Selbstständige dies auch tun können. Eve’s Geschichte zeigt, wie aus einer herausfordernden Situation neue Chancen entstehen können und wie KI dabei hilfreiche Unterstützung leisten kann.

Podcast-Episode #142: Positionierung leicht gemacht: ChatGPT als dein Sparringspartner – Interview mit Eve Hoyer

Von der Medienwelt zur Selbstständigkeit: Eve’s Weg zur Kommunikationsexpertin

Die Anfänge in der Medienwelt

„Kommunikation war schon immer mein ureigenstes Thema“, erzählt Eve zu Beginn unseres Gesprächs. Nach ihrem Medienkultur-Studium führte ihr Weg sie zunächst in die Radiowelt. Nicht ans Mikrofon, sondern in den Bereich Vertrieb und Marketing. „Auch da muss man ja kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren“, erinnert sie sich lächelnd. In dieser Zeit entwickelte sie mit Kunden Kommunikationskonzepte und kreative Ideen für Radiowerbung jenseits klassischer Werbeblöcke.

Der Weg in die Selbstständigkeit

Nach einer Station bei Volkswagen, wo sie im Marketing tätig war, kam ein einschneidender Moment in Eve’s Leben: die Geburt ihres Sohnes. „Vorher war mein Beruf mein Leben, dann war mein Sohn mein Leben“, beschreibt sie diese Veränderung. Die Herausforderung bestand nun darin, Beruf und Familie zu vereinbaren. Der Weg in die Selbstständigkeit schien die ideale Lösung.

💡 Eve’s Learnings aus der Anfangszeit:

  • Selbstständigkeit bedeutet nicht automatisch mehr Freiheit
  • Ein klarer Fokus ist wichtiger als breite Streuung
  • Authentische Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Corona-Wendung: Wenn Krisen zu Chancen werden

Der unerwartete Einschnitt

Die ersten zwei Jahre der Selbstständigkeit liefen vielversprechend. Eve hatte sich als Kommunikationsberaterin für kleine Unternehmen etabliert. „Ich war auf einem guten Weg, da war Licht am Horizont“, erinnert sie sich. Dann kam Corona – und mit der Pandemie die erste große Krise ihrer Selbstständigkeit.

Die erzwungene Neuorientierung

„Die Unternehmen haben zuerst da gespart, wo es am leichtesten war: bei Freiberuflern und in der Kommunikation“, beschreibt Eve die damalige Situation. Ein Moment, der sie zwang, neu zu denken. Sie nutzte die Zeit für Weiterbildungen und landete schließlich in einem Forschungsprojekt, das sich mit KI im Bildungsbereich beschäftigte.

Der Einstieg in die KI-Welt: Von der Skepsis zur Begeisterung

Erste Berührungspunkte mit KI

„Als ich in dem Forschungsprojekt anfing, war KI für mich etwas für Experten“, erinnert sich Eve. „Ich traf dort auf Menschen, die wirklich KIs bauen, und dachte erst: Bahnhof, nochmal Bahnhof und vielleicht noch Flughafen.“ Dann kam ChatGPT, und plötzlich wurde KI greifbar – nicht nur für Eve, sondern für alle.

Von der Beobachterin zur aktiven Nutzerin

„Was mich besonders faszinierte, war die Geschwindigkeit“, erzählt Eve begeistert. „Wie schnell eine KI ‚denkt‘, wie schnell man Output hat – wahnsinn!“ Diese Erfahrung führte zu einer wichtigen Erkenntnis: KI könnte mehr sein als nur ein Werkzeug – sie könnte ein echter Sparringspartner werden.

🔑 Wichtig zu wissen:
„KI ist immer nur gut in Kombination mit deinem Verstand. Sie kann ein unglaublicher Turbo sein, aber niemals ein Ersatz für deine Expertise und Erfahrung.“

Die praktische Anwendung: KI als Positionierungs-Coach

Der innovative Ansatz

Eve beschreibt ihren ungewöhnlichen Weg: „Ich hatte diese ganzen tollen Zertifikate und einen ausführlichen Lebenslauf. Den habe ich – nach Bereinigung persönlicher Daten – einfach mal bei ChatGPT hochgeladen.“ Ein mutiger Schritt, der sich als wegweisend erweisen sollte.

Der strukturierte Dialog mit der KI

„Was dann passierte, war erstaunlich“, berichtet Eve. „ChatGPT gab mir verschiedene Möglichkeiten aus, und ich konnte in einen echten Dialog einsteigen.“ Sie beschreibt den Prozess detailliert:

  1. Grundlagen schaffen:
    • Beruflicher Werdegang einbringen
    • Persönliche Werte definieren
    • Bisherige Erfahrungen dokumentieren
  2. Dialog entwickeln:
    • Gezielte Fragen stellen
    • Verschiedene Optionen erkunden
    • Feedback geben und verfeinern
  3. Ideen verfeinern:
    • Vorschläge kritisch prüfen
    • An eigenen Werten messen
    • Praktische Umsetzbarkeit evaluieren

Der sichere Umgang mit ChatGPT in der Positionierungsarbeit

Datenschutz und Privatsphäre

„Viele haben Bedenken, ihre geschäftlichen Überlegungen mit einer KI zu teilen“, erklärt Eve. „Aber man kann ChatGPT wie einen geschützten Raum nutzen.“ Sie erklärt die wichtigsten Sicherheitsaspekte:

  • Persönliche Einstellungen anpassen
  • Datenübertragung deaktivieren
  • Sensitive Informationen vorab bereinigen

Die richtige Herangehensweise

Eve betont die Bedeutung einer strukturierten Vorgehensweise:

📌 Praktischer Tipp:
„Fang mit dem an, was sicher ist. Was weißt du definitiv über dich und dein Business? Das ist dein Fundament für das Gespräch mit der KI.“

Die Kunst des KI-Dialogs

Effektive Prompts entwickeln

Eve teilt ihre Erfahrungen mit der Formulierung von Anfragen:

  1. Klare Ausgangssituation beschreiben:
    „Ich bin [Profession] und möchte [Ziel]. Hier ist meine aktuelle Situation: [Details]“
  2. Konkrete Anweisungen geben:
    • Anzahl der gewünschten Vorschläge festlegen
    • Spezifische Branchen/Zielgruppen nennen
    • Besondere Anforderungen formulieren
  3. Iterativ arbeiten:
    „Wenn die erste Antwort nicht passt, präzisiere deine Anfrage. Sage der KI, was dir gefällt und was nicht.“

Beispiel eines Dialog-Ablaufs

Eve demonstriert anhand eines konkreten Beispiels:

„Nehmen wir an, du möchtest einen LinkedIn-Post erstellen. Du könntest so starten:

  1. Erste Anfrage: Grundlegende Postidee
  2. Feedback: ‚Das ist zu werblich, ich kommuniziere lieber auf Augenhöhe‘
  3. Verfeinerung: Werte und Tonalität einbringen
  4. Weiteres Feedback: Fachliche Tiefe anpassen“

Von der Theorie zur Praxis: Eve’s persönliche Erfolgsgeschichte

Die überraschenden Effekte

„Was mich am meisten überrascht hat“, erzählt Eve, „ist die neue Leichtigkeit im Umgang mit Veränderungen. Früher habe ich endlos an Formulierungen gefeilt. Heute weiß ich: Ich kann jederzeit neue Ideen generieren und Dinge ausprobieren.“

Die Transformation des eigenen Business

Vom Konzept zur Umsetzung

„Inzwischen habe ich meine Grundpositionierung klar“, berichtet Eve. „Ich habe zwei Zielgruppen in die engere Auswahl gefasst und arbeite an konkreten Angeboten.“ Sie betont dabei die Bedeutung des Prozesscharakters: „Es ist ein schöner Prozess, weil er Spaß macht. Ich kann jederzeit in den Chat gehen und weitermachen, wenn ich Lust dazu habe.“

💡 Eve’s wichtigste Learnings:

  • Positionierung ist ein kontinuierlicher Prozess
  • Die KI nimmt den Druck aus der Entwicklung
  • Authentizität bleibt der wichtigste Maßstab

Die neue Leichtigkeit im Business

Der Weg von der Theorie in die Praxis

Eve beschreibt die praktischen Auswirkungen ihrer KI-gestützten Positionierungsarbeit:

  • Schnellere Entscheidungsfindung
  • Mehr Mut zum Experimentieren
  • Weniger Perfektionismus-Blockaden

„Ich habe nicht mehr die Scheu, Dinge einfach mal rauszuhauen und auszuprobieren“, erklärt sie. „Die Möglichkeiten, etwas anzupassen oder zu verändern, sind ja praktisch unendlich.“

Tipps für den eigenen Start mit KI

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren

  1. Zeit nehmen:
    „Positionierung geht an die Grundfesten der Persönlichkeit. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.“
  2. Prozess respektieren:
    „Manchmal muss man sich von bestimmten Vorstellungen verabschieden. Das braucht Zeit zum Reifen.“
  3. Authentisch bleiben:
    „Die KI ist Sparringspartner, aber die Entscheidungen triffst immer du.“

Konkrete nächste Schritte

Praktische Umsetzungshilfen

Eve arbeitet aktuell an einem PDF-Guide, der anderen Selbstständigen den Einstieg in die KI-gestützte Positionierungsarbeit erleichtern soll. „Ich möchte zeigen, wie man seinen Verstand mit der Kreativität der KI optimal verknüpft.“

Der Guide wird enthalten:

  • Konkrete Prompt-Vorlagen
  • Checklisten für die Vorbereitung
  • Praktische Beispiele aus der Praxis

Persönlicher Ausklick: This or That

Um das intensive Gespräch locker ausklingen zu lassen, stelle ich Eve noch einige schnelle Entweder-Oder-Fragen:

  • Kaffee oder Tee? „Kaffee!“
  • Meer oder Berge? „Berge – wenn Schnee drauf liegt!“
  • Blog oder Podcast? „Podcast!“
  • Instagram oder LinkedIn? „LinkedIn!“
  • Apple oder Windows? „Apple!“
  • Nutella mit oder ohne Butter? „Ich mag gar kein Nutella – DDR-Sozialisierung! Lieber Pflaumenmus mit Butter!“

Fazit und Ausblick

Eve’s Geschichte zeigt eindrücklich, wie die Verbindung von menschlicher Expertise und KI-Unterstützung neue Wege in der Positionierung eröffnen kann. Ihr Ansatz macht deutlich: Es geht nicht darum, die Verantwortung an die KI abzugeben, sondern sie als kluges Werkzeug für die eigene Entwicklung zu nutzen.

🎯 Kernbotschaft:
„Die Messlatte bist immer du selbst. KI ist ein Werkzeug, das dir hilft, deine eigenen Ideen zu entwickeln und zu schärfen.“

Kontakt und weitere Informationen

Wer mehr von Eve erfahren oder ihren Guide erhalten möchte, kann sie per E-Mail kontaktieren. Die Kontaktdaten finden sich in den Show Notes dieser Episode.

Eve bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/eve-hoyer-words-of-change/

Eve bei Instagram: https://www.instagram.com/eve.hoyer/

Eve direkt kontaktieren: eve@eve-hoyer.com

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