In der Welt des Online Marketing unterliegen viele Selbständige und Unternehmerinnen immer noch bestimmten Irrtümern über das Online Marketing bzw. es halten sich bestimmte Online Marketing Mythen ganz hartnäckig in der großen Online Welt da draußen. Das führt dazu, dass bestimmte Bereiche dieses Themas fast “ausgeblendet” oder ignoriert werden. Oder aber das der Fahrplan der Selbständigen oder Unternehmerin für ihr Online Marketing nicht ausgereift ist, weil sie aufgrund von Marketing Mythen bestimmte Bereiche ausklammern bzw. nicht mit einfließen lassen. Welche 7 Marketing Fehler du nicht mehr machen und welchen Marketing Mythen du nicht mehr glauben solltest, weil diese falschen Annahmen dich einfach nicht weiterbringen, das erfährst du in diesem Blogartikel. 

Ich brauche kein Marketing machen, ich werde schon irgendwie gefunden

Nein. Das ist die kurze Antwort auf diesen Marketing Fehler. Du wirst nicht „einfach gefunden“. Außer natürlich, jemand sucht bei Google nach genau deinem Namen. Aber was soll ich sagen? Das wird nicht passieren, wenn jemand nach der Lösung eines Problems im Internet sucht. 

Die Menschen interessieren sich (nur) für sich und ihre Probleme. Deine Aufgabe ist es, ihnen aktiv mitzuteilen, dass du eine Lösung für ihr Problem hast. Und zwar immer und immer wieder. 

Das Gute ist aber, dass es zahlreiche Marketingmaßnahmen gibt, die du nutzen kannst, um möglichst viele Touchpoints, also Berührungspunkte, mit dem potenziellen Kunden zu haben:

Beispiele hierfür sind

  • Content Marketing, also Blogartikel, Podcast-Episode, YouTube-Videos usw.
  • E-Mail Marketing
  • Soziale Netzwerke
  • Website
  • Suchmaschinen wie Google, Pinterest, YouTube usw. 

Diese Marketing-Bausteine hängen natürlich alle irgendwie zusammen. Aber theoretisch kannst du dir raussuchen, was dir am besten gefällt. Denn es kommt eher auf Regelmäßigkeit als darauf an, welchen Kanal du tatsächlich wählst. 

Mehr Informationen hierzu kannst du in den Blogartikeln “Deshalb wirst du mit deinem Online Business nicht einfach sichtbar” oder “Eine gute Kundenreise ist kein Hexenwerk” nachlesen. 

7 Marketing Fehler, die du nicht begehen solltest

Gehe aber bitte nicht davon aus, dass du einfach irgendwie gefunden wirst, ohne dass du dich zeigst. Diesen Marketing Fehler solltest du unbedingt vermeiden.

Je mehr Angebote ich auf die Website stelle, desto leichter kann der Kunde eine Auswahl treffen

Das kannste natürlich so machen, aber dann ist es doof und ein großer Online Marketing Fail! Warum? Weil deine Kund*innen nicht in der Lage sind, aus all deinen Angeboten zu unterscheiden, was genau ihnen gerade jetzt am besten weiterhilft. Es handelt sich also um einen Marketing Irrtum, dass der Kunde leichter eine Lösung findet, wenn du ihm viele Angebote zeigst. Womöglich auch noch mit 3 bis 5 verschiedenen Preismodellen, Paketen oder Basic-, VIP-, Platin-, Gold- und sonstigen Varianten. 

Die Erkenntnis zu diesem Online Marketing Irrtum solltest du als Chance begreifen, ganz genau festzustellen, 

  • mit wem du arbeiten möchtest
  • was genau diese Person benötigt und
  • mit welchem einen Angebot du dieses Problem der Person lösen kannst.

Wenn du mehrere Angebote auf deine Website stellst, besteht auch immer die Gefahr des Bauchladens. Und auch das ist ein weitverbreiteter Marketing Fehler, den gerade Online Business Starter immer wieder machen. Um keine potenziellen Kund*innen auszuschliessen, bieten sie alles mögliche gleichzeitig an. Sie unterliegen dem Marketing Irrtum, dass viel hier viel hilft. 

Wenn du mehr zur richtigen Erstellung von Angeboten lesen möchtest, dann empfehle ich dir den Blogartikel “Angebote richtig erstellen für dein Online-Business: Kein Angebot ist auch keine Lösung”.

Je mehr Marketing Kanäle ich bespiele, desto mehr Kund*innen gewinne ich

Der vielleicht weitverbreitetste Online Marketing Mythos kommt jetzt: Je mehr Marketing Kanäle ich zu bespielen versuche, desto mehr Kund*innen gewinne ich. 

Ich verrate dir etwas: Ich kenne niemanden, der es schafft, alle Online Marketing Kanäle vollständig und mit voller Energie zu bespielen. Wie soll das auch gehen? Du kannst dich als Person schlecht vervielfachen und so bleibt dir faktisch nichts anderes übrig, als Prioritäten zu setzen und Instagram z.B. den Vorzug vor Facebook geben. Oder den Twitter Account links liegen lassen, weil dir die Zeit ausgeht. 

Um diesen Marketing Fail nicht zu begehen, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Auf welchem Marketing tummeln sich meine potenziellen Kund*innen?
  • Über welche Marketing-Kanäle habe ich schon mal Kund*innen gefunden?
  • Auf welchen Marketing-Kanälen bin ich selbst gerne unterwegs?
  • Welche Marketing-Kanäle lassen sich gut bespielen bzw. kosten mich nicht so viel Energie?

Auch bei diesem Marketing Fehler gilt: Mehr hilft nicht automatisch mehr. Wenn du deine Energie auf 10 Kanäle aufteilst, bleiben für jeden Kanal nur 10%. Teilst du deine Energie auf 4 Kanäle auf, sind es schon 25%. Und hier gilt es natürlich auch, noch mal Prioritäten zu setzen, z.B. in Richtung Website statt Social Media Marketing. Aber dazu gibt es mehr Infos im nächsten Marketing Fail.

Eine Website brauche ich nicht, ich bin ja auf Instagram und Facebook

Wenn du deinen ganzen Content nur für Social Media erstellst, wo deine erstellten Posts eine Halbwertszeit einer Spielfilmlänge oder eines Tagesausfluges haben, verpulverst du da nicht eine Menge Potential?

Es ist eine Fehlvorstellung, dass es ausreicht, nur auf Social Media sichtbar zu sein. Zu kurzlebig, zu unsicher, zu wenig langfristig gedacht.

Wenn du dir aus diesem Blogartikel nur eine einzige Sache mitnimmst, dann bitte die:

Mach deine Website zu deiner Homebase und zu deinem wichtigsten Marketing-Tool!

Auf der Website kann dein potenzieller Kunde theoretisch alles finden, was er von dir braucht: Er kann

  • eine Einführung in dein Thema bekommen
  • dich besser kennenlernen
  • sich über deine Angebote informieren
  • sich ein Bild von deiner Expertise machen
  • Vertrauen zu dir aufbauen und
  • Teil deiner Community werden

Über Instagram oder Facebook sind nur Teile dessen möglich. Glaube also nicht dem Marketing Irrtum, du würdest keine Website benötigen. 

Wenn du mehr über das Potenzial einer guten Website wissen möchtest, dann lies mal hier rein: Deine Website als Homebase für dein Business – deshalb ist sie so wichtig.

Social Media reicht mir, deshalb verzichte ich auf Blogartikel

Glaubst du diesen Marketing Mythos tatsächlich? Dass es ausreicht, einfach fleissig auf Instagram, Facebook und Co. zu posten und du dann keine Blogartikel oder anderen Langzeit-Content brauchst?

Ich kenne überraschend viele Selbständige und Unternehmerinnen, die nicht regelmäßig Blogartikel schreiben oder anderen Longform-Content, wie z.B. Podcast-Episoden oder Videos erstellen. Was ich mich immer frage: Was ist, wenn Mr. Zuckerberg der Hafer sticht und er sich vom deutschen oder europäischen Markt zurückzieht?

Das mag auf den ersten (und vielleicht auch zweiten) Blick unrealistisch sein, aber das Problem ist nicht ganz von der Hand zu weisen. So wurde im Februar 2022 bekannt, dass Meta den Rückzug von Facebook und Instagram aus Europa erwägen soll.

Auf den ersten Blick scheint es also die praktischere Variante zu sein, auf Social Media aktiv zu sein. Man kann direkter in den Austausch mit der Community treten und durch Kommentieren und das Erstellen von Stories auf sich aufmerksam machen. 

Das Ding ist nur: Wenn die Menschen nach einer Lösung für ihr Problem suchen, dann gehen sie nicht auf Instagram & Co. auf die Suche nach der Lösung sondern bei Google, YouTube, Pinterest oder einer anderen Suchmaschine. 

Der Marketing Irrtum, es würde ausreichen, auf Social Media zu posten, führt dazu, dass du nicht gefunden wirst, wenn es tatsächlich um die richtigen Angebote für deine Wunschkund*in geht. Denn nur mit suchmaschinenoptimierten Content kannst du gefunden werden, wenn jemand bei Google seine Frage oder sein Thema eingibt. 

Blogartikel schreiben ist so umfangreich, dafür habe ich keine Zeit

Passend dazu direkt der nächste Marketing Fehler und Achtung, jetzt kommt ein kluger Spruch, mit dem man fast jeden Marketing Irrtum entkräften kann:

Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. 

Ich weiß, klingt ein bisschen abgedroschen und ist doch so wahr.

Logisch dauert es länger, einen guten und für Suchmaschinen optimierten Blogartikel zu erstellen, als einen Social Media Post rauszuhauen. Aber der Blogartikel zahlt langfristig auf dein Ziel ein, bei Google gefunden zu werden, du kannst deine Expertise ausführlich zeigen und bekommst außerdem frei Haus Ideen für deine Social Media Posts mitgeliefert. 

Sich jedes Mal etwas Neues für Social Media auszudenken, ist damit hinfällig. Du nimmst deinen Blogartikel und erarbeitest daraus in kürzester Zeit zahlreiche Posts und Snippets für Instagram, LinkedIn und Co. Du hast also mehr Outcome bei ein bisschen Mehrarbeit. 

Die Kunden auf der Website leiten brauche ich nicht, die finden schon alles, was sie brauchen

Niemand hat Zeit, ewig lang auf einer Website rumzusuchen, um sich zurechtzufinden. Es ist also ein absoluter Marketing Fail, wenn du den Kunden zwar über Google oder Social Media auf deine Website schickst, ihn dann aber im Regen stehen lässt

Es ist deine Aufgabe, den Kunden auf der Website zu leiten und ihm aktiv Angebote zu machen, wie er

  • sich noch mehr kostenfreie Informationen zu dem von ihm gesuchten Thema holen kann
  • sich in deine Newsletter-Liste eintragen kann
  • er ein Angebot für 0,00 € finden kann, um deine Arbeit kennenzulernen
  • er auf sich zugeschnittene Angebote findet

usw. 

Als ich noch als Expertin für Pinterest-Marketing unterwegs war, habe ich unglaublich viele schlecht gemachte Website gesehen. Tolles Design zwar, aber wenn es um die Kundenführung ging eine absolute Katastrophe. Und da hilft es auch schon, wenn du dir überlegst, wie du dich auf fremden Websites bewegst. Findest du es da auch nicht hilfreich, wenn du geleitet und quasi “an die Hand” genommen wirst? Niemand hat Lust, nach Informationen und Lösungen zu suchen. Man möchte mit der Nase drauf gestuppst werden. 

Glaub’ also niemanden der sagt, die Kundenreise auf der Website ist nicht wichtig. Das ist ein Marketing Fehler, der dich nicht weiterbringt. 

Schau dir kritisch deine eigene Website an. Funktioniert die Kundenreise dort?

Mehr Informationen rund um die Kundenreise findest du in meinem Artikel “Eine gute Kundenreise ist kein Hexenwerk”. 

Spezialtipp: Um Marketing Fails auf deiner Website zu entgehen, hilft der Blick von außen bzw. von einem Blick einer Nicht-Expertin auf deine Website. 

Fazit

Diese 7 Marketing Fehler kennt fast jeder von uns und dennoch passieren sie uns in der ein oder anderen Form. Das liegt auch an der Tatsache, dass dir jeder Marketer erzählt, dass sein Thema natürlich das wichtigste ist und du das auf keinen Fall vernachlässigen darfst. Bis Ende letzten Jahres hättest du auch von mir noch gehört, dass du “in jedem Fall” auf Pinterest setzen solltest, um mehr Traffic auf deine Website zu bringen 😉. 

Das ist auch nicht ganz falsch, aber hier wirst du keine “nur dieser eine Weg funktioniert”-Parolen hören. Ich halte es für unerlässlich, diese Marketing Fails zu kennen und für sich selbst zu entlarven. Jedes Business ist anders und jeder Mensch hat in seinem Business andere Herausforderungen. 

Falls du den ein oder anderen Online Marketing Fehler erkannt und vielleicht auch Marketing Mythen geglaubt hast: Du bist in bester Gesellschaft! Und falls du dich durch die vielen Dinge, die man eigentlich erledigen sollte und das entstandene Marketingchaos wie gelähmt fühlst, dann sage ich dir auch: Du bist in bester Gesellschaft. 

Und wenn du etwas daran ändern möchtest, dass sich dein Business chaotisch und unstrukturiert anfühlt, dann ist hier mein heißer Tipp: