Weltweites Kerzenleuchten

Am zweiten Sonntag des Monats Dezember unterstützt und begeht die Initiative Weltweites Kerzenleuchten (Internationales Worldwide Candle Lightning) einen jährlichen Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder. Dabei geht es darum, dass Angehörige auf der ganzen Welt eingeladen werden, diesem Tag ihrer verstorbenen Kinder, Enkel und Geschwister besonders zu gedenken.

Weltweites Kerzenleuchten

Das Bild zeigt eine Kerze, so wie sie zum Weltweiten Kerzenleuchten,entzündet wird.

An diesem zweiten Sonntag im Dezember werden seit vielen Jahren von Betroffenen rund um die Welt um 19:00 Uhr brennende Kerzen ins Fenster gestellt. Durch die vorhandenen Zeitzonen findet so eine Lichterwelle statt, die in den 24 Stunden die ganze Welt umringt. Dabei steht jedes Licht im Fenster für das Wissen, dass eine diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden [Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Worldwide_Candle_Lighting#mw-head].

 

Dankbarkeit

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir dieses Weltgedenktages überhaupt nicht bewusst war, bis ich in einen „Jährliche internationale Gedenktage-Kalender“ geschaut habe. So habe ich das unendlich große Glück, dass ich kein Kind verloren habe. Ich bin Mutter einer kleinen Tochter, Emma ist jetzt 2,5 Jahre alt, sie ist gesund zur Welt gekommen und ist auch jetzt gesund und munter. Dafür bin ich jeden Tag voller Dankbarkeit. Aber ich kenne einige Frauen in meinem Freundeskreis, bei denen leider nicht jede Schwangerschaft ein gutes Ende genommen hat und es zu Fehlgeburten gekommen ist. Es passiert viel häufiger, als man gemeinhin denkt. Und jedes einzige Mal ist es unglaublich traurig, dass ein Mensch gegangen ist, noch bevor er das Licht der Welt erblicken konnte.

Dies soll aber kein trauriger Artikel sein, sondern vielmehr möchte ich gerade in dieser besinnlichen Adventszeit darüber sprechen, dass ich sehr dankbar dafür bin, dass ich eine gesunde Tochter und eine gesunde Familie habe. Ich bin mir meines Glückes sehr bewusst und deshalb war für mich auch klar, dass ich meine Lebenszeit vor allem auch mit meiner Tochter und meiner kleinen Familie verbringen möchte.

Was ich nicht für mich wollte

Ich bin zur Zeit Beamtin und befinde mich noch in Elternzeit. Gearbeitet habe ich zuletzt beim Deutschen Patent- und Markenamt in München und war dort in der Patentverwaltung tätig. Klingt wahnsinnig dröge, ich weiß. Tatsächlich war es aber eine sehr spannende Tätigkeit und ich habe sehr gerne dort gearbeitet. Das lag vor allem auch an der Geschäftsstelle, in der ich zuletzt tätig war und den unglaublich netten Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte.

Fünf Jahre lang habe ich in München gearbeitet und bin am Wochenende zu meinem jetzigen Mann nach Südtirol gependelt. Meist habe ich dafür den Bus genommen, da die Fahrten zum einen günstiger und zum anderen einfach entspannter waren. Nichtsdestotrotz war es eine anstrengende Zeit und vor allem die Sonntagnachmittage waren zum Teil tränenreich. Es war eben immer ein Abschied, wenn auch nur für eine (Arbeits-) Woche bzw. fünf Tage.

Aber als ich schwanger wurde war klar, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ich wollte keine Fernbeziehung mehr und schon gar nicht sollte meine Tochter getrennt von ihrem Vater aufwachsen.

 

Mein Weg zur virtuellen Assistentin

Spaziergang mit meiner Tochter

Spaziergang mit meiner Tochter Emma

Long story short: Nachdem meine Tochter auf der Welt war und ich die ersten knapp zwei Jahre mit ihr voll genossen habe, wuchs der Wunsch in mir, wieder arbeiten zu gehen. Was tun? Erster Gedanke: Zurück ins Amt. Irgendwie.

Fühlte sich aber nicht wirklich gut an, dieser Gedanke, wieder pendeln zu müssen oder gar zeitweise getrennt zu leben von meiner Tochter und meinem Mann.

Zweiter Gedanke: Ich suche mir hier in Südtirol einen 20h-Job, um rauszukommen und etwas Geld hinzuzuverdienen. Ja, das geht irgendwie.

Aber so richtig gut fühlte es sich auch nicht an. Wieder festgelegte Arbeitszeiten, keine Flexibilität. Solange Emma noch nicht in den Kindergarten geht wäre ich immer auf Fremdbetreuung angewiesen. Was vollkommen okay und planbar ist, aber gab es nicht noch eine andere Möglichkeit?

Schicksal oder Zufall?

Und so setzte mir ein lieber Mensch im Juli einen Floh ins Ohr, der da hieß „Virtuelle Assistenz“. Ich hatte ihr erzählt, dass ich aus den vorgenannten Gründen nicht mehr zurück in meinen alten Job möchte und nicht so recht weiß, was ich machen könnte. Auf ihre Nachfrage, was ich denn gerne tun würde sagte ich ihr, dass ich andere Menschen in ihrem Business unterstützen, ihnen zur Hand gehen und sie supporten möchte. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, was eine Virtuelle Assistentin ist bzw. macht. Also fing ich an zu googlen…

Was ist Virtuelle Assistenz?

Eine virtuelle Assistentin ist einfach ausgedrückt eine Person, die virtuell Tätigkeiten übernimmt, um andere Personen in ihrem Business zu unterstützen. Es handelt sich also um eine Arbeit, die auch jemand vor Ort im Angestelltenverhältnis machen könnte, nur eben virtuell. In der Regel ist man als Virtuelle Assistentin also selbständig oder Freelancer (also ein Selbständiger, der aufgrund eines Dienst- oder Werkvertrags Aufträge für ein Unternehmen ausführt) und arbeitet im Home-Office oder sogar von unterwegs aus (sog. Digitale Nomaden). Dabei sind die Tätigkeiten, die eine virtuelle Assistentin (kurz VA) übernehmen kann, nahezu unbegrenzt: Von Reisemanagement über Social Media Marketing, Online Marketing, (vorbereitende) Buchhaltung, Lektorat, bis hin zu Podcast- oder Pinterest-Service ist alles möglich.

Die richtige Lösung – wenn auch anders, als gedacht

Das klang doch nach der perfekten Lösung für mich: Daheim arbeiten, so dass ich Zeit für meine Tochter hätte. Selbständig sein, so dass ich mir meine Arbeitszeiten frei einteilen könnte und außerdem noch mit Menschen zusammenarbeiten, die ich unterstützen könnte und dürfte. Es klang im Juli nach einem großartigen Plan und es klingt immer noch nach der perfekten Lösung für mich.

 

Neuanfang Selbständigkeit – warum auch nicht?

Silke Schönweger Virtuelle Assistentin für Coaches und Berater

Silke – Virtuelle Assistentin für Coaches und Berater

Aus diesem Grunde habe ich mich intensiv auf meine Selbständigkeit vorbereitet und unter anderem ein Mentoringprogramm besucht. Ich habe mir eine Genehmigung meines Dienstherrn geholt und heute werde ich mit Hilfe meiner Steuerberaterin mein eigenes Herzensbusiness gründen.

Wenn mir das jemand vor 6 Monaten gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt. Und so sitze ich hier, voller Dankbarkeit für diese Möglichkeit, mein Leben selbstbestimmt gestalten zu können. Ich bin mir durchaus bewusst, was ich mir da vorgenommen habe. Aber ist das nicht aufregend? Ist das nicht eine unglaubliche Chance? Ich bin so glücklich und erfüllt bei dem Gedanken, dass ich „mein eigenes Ding“ machen kann.

Zeit zur Reflektion

Vielleicht ist es gerade die Adventzeit, das Besinnliche, die dunkleren Tage, die einen in sich hineinhorchen und reflektieren lassen, was wichtig ist. Ich hoffe, jeder Mensch nimmt sich die Zeit, zu reflektieren, wie das vergangene Jahr war und was 2020 bringen soll. Mir bringt es einen beruflichen Neuanfang und ich freue mich unglaublich darauf, interessante Menschen kennenzulernen, mit tollen UnternehmerInnen zusammenzuarbeiten und sie in ihrem Herzensbusiness zu unterstützen, meine Fähigkeiten neu unter Beweis zu stellen. Was für eine Chance! Ich bin sehr dankbar!

 

Euch weiterhin eine besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten!